ERF Plus - Wort zum Tag

ERF Plus - Wort zum Tag

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ERF Plus - Wort zum Tag episodes

  • Weiter Raum
    Die Bibelstelle Psalm 31,9 – ausgelegt von Gabriele Berger-Faragó.

    Ich liebe das Meer: das gleichmäßige Rauschen der Wellen, die Weite des Himmels und den fernen Horizont, bei dem ich gar nicht weiß, wo das Wasser aufhört, und der Himmel beginnt. 

    Schade, dass wir bei uns in Süddeutschland kein Meer haben. Aber auch hier finde ich Orte, an denen ich einen weiten Blick genießen kann; z.B. auf meiner Lieblingsbank im Odenwald mit Blick von oben auf die Rheinebene.

    Ja, die Weite, die hat es mir angetan. Ihr Anblick weitet auch gedanklich den Horizont, zieht den Blick in die Ferne und lässt die Alltagssorgen vergessen.

    Darum mag ich auch den folgenden Bibelvers aus Psalm 31 so sehr, der für heute als Tageslosung ausgewählt wurde. Da steht:

    „Herr, du stellst meine Füße auf weiten Raum.“

    Mit diesem Bild kann ich unmittelbar etwas anfangen. Vermutlich spricht es auch Sie an, wenn Sie weite Horizonte mögen.

    Gerade, wenn mich der Alltag niederdrücken will, brauche ich es, dass mich jemand aus der Enge meines Fühlens und Denkens herausholt und mich in die Weite führt.

    Spannend, dass hier nicht steht: „Geh, und such dir einen weiten Raum.“ Oder: „Bemühe dich drum, nicht so eng zu sein.“

    Nein, der Vers lautet bewusst: „DU stellst meine Füße auf weiten Raum.“

    Ich kann das oft nicht selber machen, die Weite nicht selbst schaffen. Wenn sich mein Denken und Fühlen in der Enge verirrt haben, dann brauche ich jemanden, der mich an der Hand nimmt und in die Weite führt. Jemanden, der meine Füße an den Ort der Freiheit stellt, den ich gerade nicht selbst finden kann.

    Aber wie macht Gott das denn, „in die Weite führen“? Ich denke, das sieht bei jedem anders aus.

    Manchmal geschieht es vielleicht sogar wortwörtlich: Ich gehe in sorgenvollen Gedanken versunken spazieren, und plötzlich hebt sich mein Blick, verliert sich in der Weite; gleichzeitig erkenne ich: „Wow, der mächtige Schöpfer, der Himmel und Erde gemacht hat, ist da. Er wird sich auch meines kleinen Problems annehmen können.“

    Manchmal geschieht das In-die-Weite-Führen ähnlich wie bei König David, dem Verfasser dieses Gebets, der immer wieder von seinen Feinden verfolgt wird und sich einmal sogar in einer engen, dunklen Höhle verstecken muss. Es ist eine spannende Geschichte, wie Davids Verfolger zufällig ausgerechnet in diese Höhle kommt, und wie Gott David aus dieser lebensgefährlichen Lage befreit – nachzulesen im 1. Buch Samuel, Kapitel 24. Kein Wunder, dass David Gott in diesem Psalm 31 lobt und schreibt:

    „Du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. […] Du übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ (Ps. 31,6b+9)

    Von der Finsternis, Enge und Todesnot in der Höhle hinaus auf den weiten Raum der Errettung und Freiheit – das lässt tief aufatmen, nicht nur König David, sondern alle, die Gottes Hilfe auf ähnliche Weise erleben.

    Allerdings ist der Psalm, wenn ich ihn in seiner vollen Länge lese, kein Schmusikusipsalm, der so tut, als sei im Leben mit Gott alles wunderbar. Das Gebet Davids spricht genauso von Angst, Kummer und Erschöpfung, und zwar gleich im nächsten Satz:

    „Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst, […] matt meine Seele und mein Leib. Mein Leben ist hingeschwunden in Kummer.“ (V. 10f)

    Es ist gut, dass David hier ehrlich ist. Weite und Enge, Gotteslob und Kummer, Dankbarkeit und Erschöpfung – körperlich wie seelisch –, liegen manchmal nahe beieinander. Das Leben ist selten schwarz-weiß, sondern ich kenne beides: das Schöne und das Schwere, das glitzernde Meer mit weitem Horizont ebenso wie den sturmgepeitschten Ozean, der mich zu ertränken droht.

    David wird mir in den Psalmen zum Vorbild:

    Er wendet sich in allen Lebenslagen an Gott. In der engen Höhle ebenso wie in der Weite. Er bittet, er klagt, er jubelt, er dankt. Manchmal wechselt die Stimmung sogar mitten im Satz. Echt und ungefiltert.

    David kennt Gott als Gegenüber, der als „Schöpfer so groß ist, dass ihm das Kleinste nicht zu klein ist“, wie Luther sagt. David erlebt Gott als den, dem ich alles sagen darf, und von dem ich mich getröstet und getragen weiß.

    Dazu lade ich Sie heute ein.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Gabriele Berger-Farago

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    6 min
  • Bleiben Sie dran!
    Die Bibelstelle Hebräer 3,12 – ausgelegt von Roland Simantzik.

    Was bin ich froh, dass ich über dieses Thema jetzt nicht sprechen muss: Wie Ihr Nachbar mal wieder seinen Garten „pflegt“ – oder eben nicht pflegt.

    Dazu muss ich jetzt nichts sagen. Und auch darüber nicht, wie dem Franz seine Tochter ihre Kinder verzieht, äh erzieht. Oder wie der Meier am letzten Freitag mal wieder mit seiner Frau umgegangen ist. Sie haben es bestimmt schon gehört.

    Bin ich froh, dass ich zu all diesen Themen nichts sagen muss.

    Wozu ich etwas sagen will, das hört sich so an: Seht zu, Brüder und Schwestern, dass niemand unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe und abfalle von dem lebendigen Gott.

    Klingt das jetzt nicht genau so, nach Aufpassen, damit uns ja nichts entgeht. Und nicht nur hinschauen, sondern auch kommentieren. Unsere Meinung zum Tun der anderen als Senf dazugeben?

    Seht zu, Brüder und Schwestern, dass niemand unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe und abfalle von dem lebendigen Gott.

    Das ist ein Satz aus der Bibel. Neues Testament. Hebräerbrief, Kapitel 3, Vers 12.

    Hier geht es darum, nicht von Gott abzufallen. Nicht den guten Draht zum lebendigen Gott zu verlieren. Das Ziel von diesem Satz: Bleiben Sie dran an Gott. Ja, das geht!

    Wenn ich mit Ihnen über das Verhalten Ihrer Nachbarn reden wollte, über die vielleicht sogar komischen Ansichten von Hinz und Kunz – ja, geht. Wird sogar von Christen gemacht. Aber ob es uns glücklich macht? Und: Ich will ja auch nicht, dass die anderen so über mich reden. Und mein Leben mit Zeigefinger und spitzer Zunge kommentieren.

    Darüber zu reden, dass wir von Gott nicht abfallen - das ist was Anderes.

    Darüber zu reden, was mir an Gott gefällt, das ist gut. Es lohnt sich, auf die Themen zu achten, die mein Vertrauen zu Gott wachsen lassen. Und das baut Gemeinschaft.

    „Dass niemand ein böses, ungläubiges Herz habe“ – der Schlüssel zu einer guten Beziehung zu Gott ist hier mein Herz.

    Ich war so 17, 18 Jahre alt. Und musste wegen Atemproblemen zum Onkel Doktor. Der sollte mal genau gucken. Dann bekam ich auch noch einen Termin in der Klinik. Und dann wieder zum Doktor. Am Ende sagte der: „Treiben Sie einfach mehr Sport, junger Mann. Trainieren Sie Ihr Herz. Dann wird es wieder gut.“ Na, ja. Einige Jahre später hat ein anderer Arzt doch ein bisschen etwas gefunden. An den Herzklappen. Und wie die schließen und so.

    Das mit dem Training habe ich mir aber gemerkt. Und vor allem auch gemacht:

    Mehr Laufen. Mehr Fahrrad fahren. So nach und nach mehr.

    Übertragen Sie das einmal in den geistlichen Bereich: Mein Herz trainieren, damit ich im Glauben nicht aus der Puste komme. Vertrauen zu Gott einüben. Gutes über ihn denken. Und Gutes von Gott erwarten.

    Reden Sie mit Gott. Voller Vertrauen. Und dann vielleicht auch mal mit dem Franz seiner Tochter.

    Vertrauen Sie Gott Ihre Sorgen an. Was Ihr Herz schwer macht. Dazu gehört vielleicht auch der Meier und die Sache vom letzten Freitag.
    Zeigen Sie Gott auch Ihre Pläne. Wenn er da mitgeht, dann kann es so auch laufen.

    Aus der Zeit, die Sie mit Gott verbringen, wächst Ihr Glaube.

    Und was Ihnen hilft, sagen Sie das ruhig auch den anderen.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Roland Simantzik

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    5 min
  • Aufs richtige Pferd gesetzt
    Die Bibelstelle 1. Timotheus 4,10 – ausgelegt von Roland Simantzik.

    Von Pferdesport und Pferderennen habe ich wenig Ahnung. Vielleicht wissen Sie da besser Bescheid. Aber einmal habe ich die Faszination erlebt, die ein Pferderennen auslösen kann:

    Ich bin mit meiner Frau im Urlaub in Nordholland. Ich wollte noch etwas besorgen und bin mit dem Fahrrad ins Dorf gefahren. Dann ist die Straße gesperrt. Ich muß absteigen und mein Rad auf dem Gehweg durch eine Menge von Zuschauern schieben. Irgendwann bin ich einfach stehengeblieben. Und bin damit mittendrin und hautnah dran.

    Die Straße ist 3,40 Meter lang abgesperrt. Mit viel Sand belegt - wohl zum Schutz der Pferdehufe. Dann kommen zwei Sulkys angefahren, drehen sich am Ende der Straße und bringen sich in Position. Und dann: Die Pferde stürmen los. Die beiden Sulkys schossen pfeilschnell nach vorne. Es dauert nur wenige Augenblicke. Schon haben sie das Ende der Straße, also die andere Seite der Absperrung, erreicht. Wer schneller ist, welches Pferd siegt, kann ich von meinem Standort leider nicht sehen. Aber diese Kraft beim Losrennen, dieser Anzug, dieses Nach-Vorne-Schießen – faszinierend.

    Später lese ich im Internet nach, dass ich hier beim Kurzbahn-Trabrennen in Egmond aan den Hoef war. Und dass ich auch auf ein Pferd hätte setzen können. Also eine Wette abschließen darauf, welches Pferd in welcher Runde am schnellsten läuft. Und welches Pferd am Ende siegt.

    Auf ein Pferd setzen. Oder: Du hast wohl auf das falsche Pferd gesetzt.

    Und was halten Sie davon: Auf den falschen Gott setzen?

    Paulus, ein Christ aus dem ersten Jahrhundert, hat seinem Mitarbeiter Timotheus einen Brief geschrieben. Dort steht in Kapitel 4 in Vers 10:
    Wir haben unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt, welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen.

    Paulus spricht vom lebendigen Gott, auf den er gesetzt hat. Jetzt nicht im Sinn einer Wette. Paulus hat seine Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt.

    Hoffnung ist das, was sein Leben nach vorne bringt. Ich kann auch sagen: Paulus lebt mit diesem Gott auf diesen Gott zu. Das ist sein Ziel. Wenn er bei Gott ist, hat er gewonnen. Und schon jetzt im Leben - um im Bild zu bleiben: auf der Rennstrecke – lebt Paulus mit dem lebendigen Gott.

    Wie machen Sie das in Ihrem Leben?

    Wenn Sie einen Gott haben, der bei Ihnen zuhause als Statue in der Ecke rumsteht – der staubt nur zu. Wenn Ihr Gott nichts kann und Ihrem Leben nichts zu sagen hat, dann ist das wahrscheinlich ein toter Gott.

    Ein toter Gott ist der falsche, um sein Leben darauf zu setzen.

    Nun sagt Paulus: Der lebendige Gott ist der Heiland aller Menschen. Und er ist besonders der Heiland der Gläubigen.

    Der Gott, mit dem Paulus lebt, der heilt. Der tut mir gut.

    Dieser „Heiland aller Menschen“ - in einem Lied heißt er „der Heiland aller Welt“ –
    das ist Jesus.
    Gestorben ist er für alle Menschen. Wer ihm das glaubt, mit dem lebt er auch.
    Und mit Jesus finden Sie zum lebendigen Gott.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Roland Simantzik

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    5 min
  • Stolz kann man nicht essen
    Die Bibelstelle 1. Johannes 5,18 – ausgelegt von Hans-Hagen Zwick.

    Sünde, was ist das? Wir haben alle damit zu tun. Sie entfremdet uns von Gott, vom Mitmenschen, sogar von uns selbst. Die Sünde hat uns im Griff. Sie zerstört das Miteinander. Das Böse steuert uns. „Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ (1 Johannes 1,8)

    Stopp, das mag allgemein gelten. Wenn ich in die Welt schaue, gibt es dafür reichlich Belege. Aber für alle, die aus Gott geboren sind, gilt das nicht: „Wer aus Gott geboren ist, der sündigt nicht“ ständig.

    Wer Jesus im Herzen hat, mag vielleicht gelegentlich einen Fehler machen, aber die Sünde ist nicht mehr der Motor seines Tuns.

    Winni hat Architektur in Nigeria und Großbritannien studiert. Dann hat sie erfolgreich Großbauprojekte geleitet und dabei reichlich Erfahrungen gesammelt. Jetzt will sie in Deutschland ein Doktorstudium machen. Dafür hat sie ein Stipendium erhalten. Mit Schwung und Fleiß arbeitet sie an ihrem neuen Forschungsprojekt. Es geht voran, aber das Projekt dauert länger als geplant. Das Stipendium läuft aus. Sie sucht Arbeit, um weiter machen zu können.

    Ich kann ihr einen Minijob vermitteln. Da kommt zwar nicht viel bei rum, aber es geht weiter. Als Bauzeichnerin gelingt es ihr, ein kleines Einkommen zu haben. Das hilft.

    An der deutschen Sprache muss sie noch arbeiten. Wer langsam spricht, kommt klar mit ihr. Aber ihr Chef tut sich schwer. Es kommt zu Missverständnissen. Winni stellt ihn zur Rede und will die Sache klären. Alle Kollegen sind dabei. Sie macht ihm klar, dass er langsam reden muss, wenn er möchte, dass sie den Arbeitsauftrag korrekt verstehen kann. Erst wenn er es gut erklärt, weiß sie, wie sie es richtig anpacken soll. Der Chef nickt und geht.

    Winni ist immer noch verärgert. Sie telefoniert mit ihrer Schwester. Die Schwester hört aufmerksam zu, spürt aber, dass Winni dabei ist, ihren Minijob zu verlieren, wenn sie so weitermacht. Dann sagt sie zu ihr: Stolz kann man nicht essen! Das sitzt.

    Winni hätte ihr Anliegen unter vier Augen klären sollen, nicht öffentlich im Beisein aller Kollegen. Das hat den Chef bestimmt verärgert. Sie geht ins Gebet zu Gott, um sich zu rüsten. Ihr wird klar, dass sie ihn um Entschuldigung bitten muss.

    Bei nächster Gelegenheit kommt der Chef wieder ins Büro. Die Kollegen sind gespannt. Was passiert jetzt? Winni nimmt ihren Mut zusammen und erklärt im Beisein aller Kollegen, dass sie einen Fehler gemacht hat: Ich hätte meine Kritik nicht öffentlich äußern dürfen. Dafür will ich um Entschuldigung bitten. Es tut mir leid.

    Alle sind berührt, auch der Chef ist erstaunt. Dann sagt er, nun gut. Es ist ihm fast peinlich. Dann geht er wieder.

    Mich hat diese Geschichte berührt. Winni ist von Gott geboren. Sie mag Fehler machen, aber dann spürt sie zeitnah, das war nicht gut. Stolz hilft nicht weiter, auch wenn sie im Recht ist. Das muss sie klären. Sünde zerstört das Miteinander. Selbst dann, wenn wir es nicht gleich merken. Vielleicht gibt es gute Freunde, die uns unser Verhalten spiegeln. So werden wir bewahrt, in der Sünde zu verbleiben. Dann verliert das Böse seine Macht und das gute Miteinander wird gestärkt.

    So will Winni weiter machen. Von Gott geboren heißt, Gottes Liebe bleibt der Sieger.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Hans-Hagen Zwick

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    6 min
  • Jesus ist das Licht
    Die Bibelstelle Johannes 8,12 – ausgelegt von Hans-Hagen Zwick.

    Licht und Finsternis sind das Thema. Das Gleiche gilt für den Kontext. Der Dunkelfaktor will überwunden werden. Jesus kann das.

    Wieviel vom Bösen steckt in mir? Gibt es verborgene Flecken? „Wer kann merken, wie oft er fehlet?“ (Psalm 19,13) Bin ich ein Egoist? Ich bin doch nicht gehässig! Oder nehme ich das gar nicht wahr? Dazu noch ein bisschen Narzissmus? Vielleicht ist sogar etwas Sadismus drin und ich merke das gar nicht?

    Kürzlich las ich, dass man diese dunklen Seiten des Menschen messen kann.  Wissenschaftler der Uni Ulm, Kaiserslautern-Landau und Kopenhagen haben sich überlegt, wie das gehen kann. Sie haben einen Test entwickelt, um das herauszufinden.

    Das macht mich neugierig. Ich bin gespannt, was der kann. Allerdings ist das ein Selbsttest. Da kann also jeder antworten, wie er möchte. Er scheint mir manipulierbar zu sein. Was soll da rauskommen? Am Ende das, was ich möchte?

    Jetzt will ich es aber wissen. Der Test ist anonym, also habe ich kein Problem, ehrlich zu sein. Schließlich möchte ich herausfinden, wer ich eigentlich bin.

    Das Ergebnis ist erfreulich. Ich bin nicht auf der dunklen Seite gelandet. Aber es gibt schwarze Anteile, sehr wenig zwar, aber immerhin. Perfekt bin ich nicht. Nicht neu, denke ich. Eigentlich weiß ich das. „Nobody is perfekt“, Niemand ist perfekt.

    Wenn Wissenschaftler messen, gehen sie vermutlich von Durchschnittskriterien aus. Da werden Annahmen herangezogen, die von Menschen gemacht werden. Dem entsprechend könnte das Ergebnis ausfallen. Der Algorithmus dahinter bleibt mir verborgen. Aber mein Test liest sich vorteilhaft. Bin ich jetzt ein guter Mensch?

    Gott urteilt anders: „Niemand ist da, der Gutes tut, nicht einer.“ (Römer 3,12) Das ist so und klingt sehr hart. Ich will mir nichts vormachen. Bin ich bereit, daran zu arbeiten? Der Schlüssel steckt von innen. Aber ich wüsste gar nicht, wie das geht. Wenn ich das ändern will, hilft mir Jesus. Er kriegt das hin.

    Der Start ist eine Entscheidung, die ich treffe. „Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Will ich das? Nachfolgen heißt, das Leben mit Jesus gestalten.

    Es geht darum, schrittweise den Dunkelfaktor in meinem Leben auszuschalten. Ist das zu schaffen? Aus Erfahrung weiß ich, selber kriege ich das nicht hin. Das Dunkle holt mich immer wieder ein. Diese Einsicht ist der letzte Schritt des alten Lebens.

    Aber Jesus ist für mich da. Er ist das Licht, das mir Orientierung gibt. Das Dunkle in mir wird ausgeleuchtet. Ich lasse mich darauf ein, wenn es mich verändern soll. Licht ist Leben und ohne Jesus geht nichts. Mit ihm kann ich lernen, das Dunkle zu bannen. Ich erkenne es und benenne es. Dann holt er mich raus.

    Ich bin das Licht sagt er. Damit ist Jesus der, der vorausgeht. Ich folge ihm. So kann es gehen. Darauf setze ich. Große Dankbarkeit macht sich in mir breit. Jesus ist das Licht!

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Hans-Hagen Zwick

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    5 min
  • Ein brennendes Herz für Jesus
    Die Bibelstelle Lukas 24,32 – ausgelegt von Silke Stattaus.

    In meiner Küche hängt ein Bild. Eine inzwischen verstorbene Kollegin hat es gemalt, nach einer Vorlage der Künstlerin Janet Brooks-Gerloff. Eine karge Landschaft in Israel, ein langer Weg, zwei Wanderer. Neben ihnen geht eine dritte Gestalt, nur mit wenigen Strichen angedeutet.

    Das Bild erzählt die Geschichte der sogenannten Emmaus-Jünger, der Freunde von Jesus. Kurz nach seiner Kreuzigung sind die beiden unterwegs nach Emmaus, einem kleinen Ort nahe Jerusalem. Sie sprechen über die vergangenen Tage. Ihre Traurigkeit kennt keine Grenzen: Jesus ist gekreuzigt worden. Und gerade auf ihn hatten sie all ihre Hoffnung gesetzt. Jetzt ist er tot.

    Da spricht sie ein Unbekannter an. Die schemenhafte Gestalt auf meinem Bild.

    „Warum seid ihr so traurig?“

    „Weil Jesus gestorben ist!“

    Sie wundern sich, dass dieser Fremde offenbar nichts von den Ereignissen um die Kreuzigung mitbekommen hat. „Was war da los?“, fragt er. Die Jünger berichten. Da reagiert er völlig anders als erwartet:

    „Habt ihr denn nicht verstanden, worum es geht?“

    Und dann erklärt er ihnen die Schrift. Drängt sich nicht auf. Hört zu. Er verbindet die alten Verheißungen mit dem Geschehen am Kreuz. Und während er spricht, wächst Vertrauen. Ein inneres Brennen im Herzen. Die Jünger bitten ihn zu bleiben. Und dann beim Brotbrechen öffnet dieser Fremde ihnen die Augen. Plötzlich wissen sie, wer er ist: Jesus! 

    Mich wundert, dass Jesus genau in dem Moment verschwindet. Jetzt könnte doch die Freude richtig beginnen. Doch offenbar ist die Zeit dafür noch nicht gekommen. Die Jünger laufen sofort zurück nach Jerusalem und treffen die anderen. Und als Jesus auch dort erscheint, grüßt er sie: „Friede sei mit euch!“ Und nun ist es allen klar!

    Es liegt mir fern, die Begriffsstutzigkeit der Jünger zu beurteilen. Mir wäre es doch sicher ebenso ergangen. Heute, mit meinem gesammelten Bibelwissen, kann ich gut reden! Erkenne ich aber Jesus in meinem Alltag besser? Bei weitem nicht.

    Da wünsche ich mir manchmal auch so eine Begegnung, die mein Herz zum Brennen bringt. Eine, in der ich von ihm überrascht bin.

    Diese Gedanken kommen mir während einer Reha. Fast ein Jahr hat es gedauert, bis sie überhaupt bewilligt wurde: erst Ablehnung, dann Widerspruch, erneutes Warten – schließlich die Genehmigung. Etwas genervt fasse ich beim Beten den Entschluss: und sage „Jesus, ich stelle jetzt keine großen Ansprüche. Ich nehme das an, was du für mich auswählst – ohne Wenn und Aber.“

    Und dann hat er gewählt, anders als ich: Kein Meer oder wenigstens ein großer See. Sondern Berge und ein kleines Bächlein im Park.

    Geht’s mir damit nun schlecht? Nein. Es ist wunderschön. Auch sonst passt alles: der Therapieplan, die Begegnungen, die Gemeinde vor Ort, die freie Zeit. Besser hätte ich es mir nicht aussuchen können. Jesus hat mich überrascht. Begegnet mir auf seine Weise. Und er bestätigt sein Versprechen: Sorgt nicht, denn ich sorge für Euch.

    Solche Erfahrungen begeistern mich. Dort, wo das alte Wort aus der Schrift sich in meinem aktuellen Tag bestätigt.

    Darum ist das Bild der Emmaus-Jünger in meiner Küche mehr als Dekoration. Es erinnert mich daran: Jesus ist näher, als mir oft bewusst ist. Er sieht weiter. Und er handelt überraschend. Das lässt mein Herz für ihn brennen.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Silke Stattaus

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    5 min
  • Das Ziel im Blick
    Die Bibelstelle Hebräer 12,1-2 – ausgelegt von Silke Stattaus.

    Es ist viele Jahre her zu DDR-Zeiten. Durch ein kleines – nein, eigentlich ein großes – Wunder bekommen wir die Möglichkeit, einen nagelneuen Trabbi zu kaufen. Ohne zwölf Jahre Wartezeit, wie das damals üblich war. Eine Frau, die uns wohlgesonnen ist, überträgt uns ihre Auto-Anmeldung, weil sie selbst kein Auto mehr braucht.

    Unsere Freude ist riesig. Allerdings liegt meine Fahrschulprüfung schon einige Zeit zurück. Fahrpraxis habe ich kaum. Also muss ich wieder üben. Im normalen Straßenverkehr klappt das ganz gut. Wenn da nur nicht die vielen Autobahnbaustellen wären. Davor habe ich Respekt. Was ist, wenn ich plötzlich zwischen einem Auto und der Leitplanke fahre? Wenn der Platz eng wird? Wenn ich einen Schlenker mache oder die Spur nicht halten kann?

    Von dieser Sorge erzähle ich einem guten Freund. Er hört mir aufmerksam zu und gibt mir dann einen einfachen Tipp: „Du wirst keinen Schlenker machen, wenn du dein Ziel im Blick behältst. Schau nicht nach rechts und nicht nach links auf das, was dir Angst macht. Schau nach vorne – und behalte dein Ziel im Auge.“

    Diese Begegnung liegt inzwischen über vierzig Jahre zurück. Aber bis heute denke ich in engen Baustellen oder schwierigen Verkehrssituationen an diesen Rat: Behalte dein Ziel im Blick.

    Als ich den heutigen Tagesvers aus der Herrnhuter Losung lese, kommt mir dieser Satz sofort wieder in den Sinn. Er steht im Hebräerbrief und wurde an die Jesusnachfolger im ersten und zweiten Jahrhundert geschrieben.

    Sie sind entmutigt. Ihr Glaube bringt ihnen Schwierigkeiten ein. Sie werden angefeindet, ausgegrenzt und teilweise sogar gewaltsam verfolgt. Wie sollen sie da zuversichtlich bleiben?

    Der unbekannte Schreiber gibt ihnen eine klare Orientierung:

    Schaut nicht auf das, was euch Angst macht. Schaut auf Jesus.

    „Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus.“

    Das klingt zunächst einfach. Aber jeder weiß: So leicht ist das nicht. Wer Angst hat, schaut automatisch auf das Problem. Auf das, was eng wird, bedrohlich oder unsicher.

    Darum erinnert der Hebräerbrief seine Leser an ihr eigentliches Ziel: Jesus. Ihm wollen sie gehören, treu bleiben. Und andere Menschen zu ihm einladen.

    Doch der Schreiber macht ihnen nichts vor. Der Weg des Glaubens kann anstrengend sein. Er spricht sogar von einem Kampf. Deshalb braucht es Geduld und Ausdauer.

    Aber er sagt auch: Dieser Weg führt nicht ins Leere. Denn Jesus selbst ist der „Anfänger und Vollender des Glaubens“. Das heißt: Er hat den Glauben in uns begonnen – und er wird ihn auch ans Ziel bringen. Darauf dürfen Christen vertrauen.

    Wir leben heute in einem Land, in dem wir unseren Glauben frei bekennen dürfen. Wir können uns zu Jesus stellen, ohne Verfolgung fürchten zu müssen. Das ist ein großes Geschenk. Und für mich ein täglicher Grund zur Dankbarkeit.

    Gleichzeitig frage ich mich: Wie lebe ich meinen Glauben in dieser Freiheit?

    Vielleicht hilft mir auch dabei der einfache Rat unseres inzwischen verstorbenen Freundes, den er mir für die Autobahnbaustellen gegeben hat:

    • Schau nach vorne.
    • Behalte dein Ziel im Blick.

    Und ich ergänze: Schau auf Jesus!

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    Autor: Silke Stattaus

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    5 min
  • Empfangen und Geben
    Die Bibelstelle 2. Korinther 9,8 – ausgelegt von Detlef Garbers.

    Über Geld reden ist in Deutschland nicht einfach. Vor allem wenn es um das eigene Geld geht. In vielen Familien kennt zwar das Finanzamt das Einkommen der Familie, aber untereinander weiß der eine nicht vom anderen, wieviel Geld verdient und wofür es ausgegeben wird.

    In der Bibel wird sehr häufig über Geld und über den Gebrauch des Geldes gesprochen. Da ist von Armen und Reichen die Rede, von Menschen, die hilfsbedürftig sind und solchen, die im Überfluss leben. Pauschal betrachtet gehört Deutschland zu den reichen Ländern dieser Erde. Wir leben im Überfluss. Bin ich dafür dankbar, dass ich mehr als genug zum Leben habe? Der Apostel Paulus schreibt einen Brief an die Christen in der griechischen Stadt Korinth. Mit dieser Gemeinde ist Paulus eng verbunden. In seinen Briefen erwähnt er, wo es in der Gemeinde überall schiefläuft. Paulus leidet unter dem Hickhack und Neid der Gemeinde. Doch er sieht auch die Chancen, die diese Gemeinde hat. Und diese liegen unter anderem in dem, was die Gemeinde an finanziellen Möglichkeiten besitzt. Viele der Gemeindeglieder in Korinth haben Vermögen im Überfluss. Und dieser Überschuss hat einen Zweck, er soll die Not der anderen lindern. Das bedeutet abzugeben und zu teilen. Deswegen schreibt er: „Gott hat die Macht, euch jede Gabe im Überfluss zu schenken. So habt ihr in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit alles, was ihr zum Leben braucht. Und ihr habt immer noch mehr als genug, anderen reichlich Gutes zu tun.“ Sie können das im zweiten Brief an die Korinther im neunten Kapitel Vers acht nachlesen.

    Gott ist der Geber aller Gaben und er möchte, dass wir das, was wir empfangen haben, mit anderen teilen. Paulus möchte anstiften zum Teilen. Aber er übt keinen Druck aus. Einen fröhlichen Geber, eine fröhliche Geberin hat Gott lieb. Und Paulus schreibt auch, dass wer reichlich gibt, reichlich Segen zurückempfangen wird. An einer anderen Stelle zitiert Paulus Jesus, der sagt: „Geben ist besser als Nehmen“ (Apostelgeschichte 20,35)

    Wo wird überall Geld benötigt? Da sind Missionare, die finanzielle Unterstützung brauchen, Menschen, die unter Hunger und Naturkatastrophen leiden, Kinder in Not. Besonders wichtig ist es, die Dienste zu unterstützen, die für die Ausbreitung der guten Nachricht von Jesus einstehen wie z.B. der ERF. 

    Wenn es um das Teilen und Spenden geht, stelle ich mir persönlich folgende Frage: „Detlef, willst du See Genezareth oder Totes Meer sein?“ Was meine ich damit?

    In Israel gibt es zwei große Seen, in beide Seen fließt derselbe Fluss. Es ist der Jordan. Im Norden des Landes fließt der Jordan durch den See Genezareth hinein und wieder hinaus und im Süden fließt er in das Tote Meer, den großen Salzsee, hinein. Der See Genezareth empfängt und gibt wieder Wasser ab. Der Fischreichtum dieses Sees ist weltweit bekannt. Das Tote Meer empfängt, gibt aber nicht ab. Im Toten Meer leben keine Fische. Alles Wasser verdunstet. Das heißt für mich: Will ich nur empfangen oder bin ich bereit, das, was ich bekomme, großzügig abzugeben?

    Wo können Sie „See Genezareth“ sein und Gutes tun?

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    Autor: Detlef Garbers

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    4 min
  • Wenn alles zu viel wird …
    Die Bibelstelle Josua 1,9 – ausgelegt von Detlef Garbers.

    „Ich schaffe das nicht.“ „Mir wird alles zu viel.“ Kennen Sie dieses Erleben, dass einem die Arbeit oder Verantwortung über den Kopf wächst? Und mit diesem Gefühl schleicht die Angst in mir hoch, zu versagen oder sogar zusammenzubrechen? Ich kann mich an einige solcher Situationen erinnern. Und auch in der Bibel lese ich von Personen, denen es ähnlich geht. Die Propheten Elia und Jeremia fallen mir ein. Heute würden wir sagen, dass sie in eine Depression geraten sind. Auch Josua ist gefährdet, in so eine Lage hineinzurutschen, denn er steht in einer herausgehobenen Stellung. Er wird zum Nachfolger von Mose bestimmt. Gott beauftragt ihn, das Volk Israel in das gelobte Land Kanaan zu führen und das Land einzunehmen.

    Angesichts dieser Lage scheint Josua mutlos geworden zu sein. Ist er dazu in der Lage? Ängste mögen hochgekommen sein. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass Gott ihn daran erinnert und sagt: „Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt?“ (Josua 1, 9). Mit anderen Worten: „Hast Du vergessen, was ich Dir zugesagt habe. Hab keine Angst. Ich bin bei Dir.“ Und allein in dem ersten Kapitel des Josuabuches, erinnert Gott den Josua viermal daran, keine Angst zu haben, sei mutig und stark.

     

    Was macht Ihnen gerade zu schaffen? Wo haben Sie Ängste oder sind mutlos? Oft steht dabei die Furcht vor Menschen als Pate hinter meiner Mutlosigkeit. Letztere gilt es zu überwinden. Wie kann das geschehen? Das Gebet ist ein Schlüssel dafür. Ich selbst habe erlebt, wie meine gewachsene Angst vor Menschen abfiel, als dafür gebetet wurde. Corrie ten Boom, eine Holländerin, die das KZ im Dritten Reich überlebte, sagte: Mut ist Angst, die gebetet hat. Gott gibt dem Josua Hilfen, damit er mutig seinen Auftrag nachkommt. Sie können diese Hilfen, die Gott ihm gibt, beim Lesen des ersten Kapitels des Josua Buches nachlesen. Dazu können die fünf Finger an ihrer Hand als Gedächtnisstütze dienen, um Ängste zu überwinden.

    Erstens der Daumen: Halten Sie hoch, wer Sie in Gottes Augen sind. Er hat Sie gewollt, er hat sie geschaffen und sie mit besonderen Gaben ausgestattet.

    Zweitens der Zeigefinger: Lassen Sie Gottes Wort auf ihr Leben zeigen. Lesen Sie täglich Gottes Wort. Das kann ein kurzer Bibelvers, ein Psalm oder ein ganzes biblisches Buch sein.

    Drittens der Mittelfinger: Beherzigen Sie das, was sie gelesen haben, setzen Sie eine Sache, die ihnen beim Lesen wichtig geworden ist in die Tat um. Gottes Wort möchte der Mittelpunkt in Ihrem Leben sein. Jesus betont: Wer meine Worte hört und sie tut, der baut sein Leben auf ein festes Fundament.

    Viertens der Ringfinger: Gott ist der Gott der Bünde. Immer wieder ist er Bündnisse mit Menschen eingegangen. Der Gott, der mit Josua, Elia und auch mit Israel und seiner Gemeinde unterwegs ist, will auch Ihr Gott sein. Als Beweis seiner Treue gilt seine Liebe, die er in Jesus Christus gezeigt hat.

    Fünftens der kleine Finger: Ihr Glaube mag für Sie klein erscheinen, sie mögen von Sorgen übermannt sein. Haken sie sich ein in Gottes Wort und seiner Zusage, dass bei ihm nichts unmöglich ist. Gott ist in den Schwachen mächtig. So wie Gott es Josua zurief, möchte Gott es auch Ihnen sagen: Sei getrost und unverzagt.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Detlef Garbers

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    5 min
  • „Haben Sie Durst nach ewigem Leben?“
    Die Bibelstelle Jesaja 55,1 – ausgelegt von Gerhard Weinreich.

    „Durst ist schlimmer als Heimweh!“ Dieses Sprichwort klingt übertrieben, stimmt aber, wenn ich ohne ausreichenden Wasservorrat in der Wüste unterwegs bin! Die Gefahr einer Kreislaufschwäche ist groß. Oder gar einer Fata morgana, einer Sinnestäuschung zu erliegen: Wasser zu sehen und zu hören, das es gar nicht gibt! Vor vielen Jahren machte ich in Israel bei großer Hitze eine Wanderung von Jerusalem hinunter nach Jericho mit. Unterwegs wurden wir ständig gemahnt: „Leute, trinkt, trinkt, trinkt!" Als wir nach viereinhalb Stunden unser Ziel erreichten, stürmten wir den großen Straßenmarkt Jerichos, wo Händler frisches Wasser und auch kalte Coca-Cola feilboten.

    Eine orientalische Marktszene hatte vielleicht vor 2500 Jahren auch der Prophet vor Augen, der im Namen Gottes zu Beginn von Jesaja 55 ermutigende, aber auch ermahnende Sätze an das Volk Israel richtete.

    Sein erster Satz ist die heutige Losung der Herrnhuter Brüdergemeine: „Wohlan alle, die durstig seid, kommt her zum Wasser!“

    Eine freundliche, aber auch unklare Aufforderung. Denn die Stillung rein körperlichen Durstes dürfte der Prophet kaum gemeint haben. Ein Satz des großen russischen Schriftstellers und Menschenkenners Dostojewski hilft vielleicht weiter: „Jeder Mensch braucht jemanden, zu dem er nach Hause kommen kann." Stimmt! Ich sehne mich nach einem Ort, an dem ich wirklich daheim, echt zuhause bin: Geliebt, weil wertgeachtet und wertgeschätzt, angenommen und aufgenommen. Und da ist Gott, der ruft und einlädt: „Kommt her! Her zu mir!" Nicht bloß die Israeliten damals.  Auch Sie und mich heute! Sollten wir nicht alle zu ihm nach Hause kommen? Zumal er sagt: "Ich bin für jeden von Euch lebensnotwendig wie Wasser!“ Warum? Der Durst eurer Seele nach einem erfüllten Leben ist unbezahlbar. Für Geld kann ich ein Haus kaufen, aber keine Geborgenheit! Medizin, aber keine Gesundheit! Maskottchen, aber kein Glück! Sex, aber keine Liebe! Ein Halskreuz, aber keinen Heiland! Für Geld kann ich alles kaufen, doch das Käufliche ist nicht alles! Der Mensch lebt nicht von dem, was er sich leisten kann. Unsere Seele braucht Gott und sein Wort, um innerlich "satt" zu werden. Und ihn, um den es darin geht: Jesus!

    Und da ist Jesus, das Mensch gewordene Wort Gottes, der ruft und einlädt: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken! “Die Erfrischung, die Jesus schenkt, beschreibt er im Gespräch mit einer samaritischen Frau am Jakobsbrunnen noch genauer: „Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“ Jesus ist die Erfüllung dessen, was der Prediger Salomo sagte: Nämlich, dass Gott uns Menschen „die Ewigkeit ins Herz gelegt hat!" (Prediger 3,11) Jesus stillt unseren Durst nach etwas Bleibendem, einem endgültigen Daheim und Zuhause im Leben!

    Ein Beispiel aus dem Leben: Eine 81-jährige Frau ruft mich aus dem Krankenhaus an: „Stellen Sie sich vor, Herr Pfarrer, die Ärzte haben bei mir alten Frau Krebs festgestellt! Nächste Woche wollen sie mich operieren. Ich habe solche Angst! Können Sie bitte zu mir kommen und mir das Heilige Abendmahl geben? Gleich am nächsten Tag feiere ich es mit ihr. Als ich sie am Abend vor der Operation noch einmal im Krankenhaus besuche, begrüßt sie mich mit dem Satz: „Ob Sie’s glauben oder nicht, Herr Pfarrer, aber seit dem Heiligen Abendmahl ist meine Angst weg! Sollte ich morgen Mittag nach der Operation wieder aufwachen, dann werde ich Gott danken, dass ich weiterleben darf! Wenn nicht, dann werde ich bei ihm aufwachen und ihm danken, dass ich jetzt für immer bei ihm bin!"

    Wenn Sie und ich im Leben mit Jesus unterwegs sind, werden wir einmal von Jesus das schönste „Kommt her“ hören! Nämlich: "Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!“ Wer danach im Glauben dürstet, sagt Jesus in der Offenbarung Johannes, „der komme; wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst." Also gratis, total unverdient, aus Gnade pur. Schlagen Sie dieses einmalige Angebot um Gottes und der Liebe Jesu willen bitte nicht aus! Es wäre der größte Fehler Ihres Lebens.

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    Autor: Gerhard Weinreich

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Die tägliche, alltagstaugliche Auslegung eines Bibelverses aus der „Losung“ oder den „Lehrtexten“ der Herrnhuter Brüdergemeine.

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