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Es gibt eine ganze Reihe Hilfsorganisationen, die weltweit Menschen in Notsituationen unterstützen. Sei es bei Umweltkatastrophen, Kriegen oder als Folge von Ausbeutung usw., humanitäre Hilfe und Entwicklungsarbeit wird geleistet. Ich finde, gerade eine starke Industrienation wie Deutschland hat Verantwortung. Dabei soll nach meiner Überzeugung solche Hilfe immer als „Hilfe zur Selbsthilfe“ gedacht werden. Allzu oft wurden fremde Länder als unterentwickelte Kulturen angesehen, von oben herab versorgt und in Abhängigkeiten gehalten. Das hat sich geändert, obgleich es oft immer noch eine Schieflage gibt.
Doch es gibt gute Beispiele dafür, dass durch Bildungsprojekte Menschen in ihrer Selbständigkeit gefördert werden, sodass sie in der Lage sind, sich selbst und ihre Familien zu versorgen. So ein Projekt gibt es bspw. in Indien. Es trägt den Namen „Bridge of Hope Germany e.V “ Dieser Verein bildet in Indien Frauen zu Näherinnen aus. Mit erfolgreicher Ausbildung bekommen die Frauen ihre eigene Nähmaschine. Mittlerweile gibt es eine Produktreihe, die durch den Verein auch in Deutschland vertrieben wird. Der Erlös aus dem Verkauf der Produkte geht an die Frauen in Indien. Es ist besser, jemanden wieder auf die Beine zu helfen, als sie oder ihn mit Almosen zu versorgen.
Das Wort des Petrus hat seinen Ursprung in der Kraft Jesu. Im Vertrauen auf dieses Wort richtet sich der Gelähmte auf und steht auf eigenen Beinen. Diesen Mut, um Hilfe zu bitten, wünsche ich mir. Und das Vertrauen, dass es jemanden gibt, der mir hilft. Sicherlich werde ich überrascht sein, dass meine eigenen Vorstellungen nicht immer erfüllt werden. Wahrscheinlich werden die Hilfsangebote meine Erwartungen sogar übertreffen und mich darin fördern, im Leben auf eigenen Beinen zu stehen. Eine respektvollere Liebe kann ich mir kaum vorstellen. Eine Liebe, die den anderen ernst nimmt und das Beste für den anderen will. Eine Liebe, wie ich sie bei Jesus finde.
Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Gesine Möller
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An einem lauwarmen Sommerabend sitze ich auf dem Balkon. Es ist schon so dunkel, dass ich kein Buch mehr lesen kann, ohne das elektrische Licht einzuschalten. Ich schaue in Richtung Wiese, die direkt an einen Wald grenzt. Da traue ich meinen Augen kaum. Die Wiese beginnt zu leuchten. Lauter kleine, helle, gelb-grüne Punkte erstrahlen und erlöschen wieder. Es ist wieder so weit – die Glühwürmchen sind auf Partnersuche. Sie locken mit ihrem Licht (und ihrer Musik) ein Weibchen an. Wer am schönsten und hellsten leuchtet, hat beste Chancen auf Erfolg. Das Phänomen, dass Tiere leuchten können, nennt sich Biolumineszenz. Eine chemische Reaktion im Körper der Käfer führt zu diesem Leuchten. Das ist in der Fauna gar nicht so selten. Ja, sogar 76 Prozent aller Tiere im Ozean leuchten, so steht es in einem Beitrag von Liz Angley, der 2025 bei National Geographic veröffentlicht wurde. Das ist faszinierend. Das Leuchten erfüllt mehrere Zwecke: Partnersuche, Beute anlocken, Verständigung unter Seinesgleichen.
Bei Menschen gibt es diese Fähigkeit nicht, obwohl es den Ausdruck gibt: Du strahlst ja heute! Es beschreibt einen Gesichtsausdruck, der davon zeugt, dass sich etwas sehr Schönes ereignet haben muss. Freude, Glück…irgendetwas in dieser Richtung. Das Strahlen kommt aus den Augen, dem Mund und der Körperhaltung. Auch dieses Strahlen bewirkt etwas. Einem strahlenden Menschen zu begegnen, führt oft dazu, dass auch das Gegenüber reflexartig zu strahlen beginnt. Im heutigen Bibelvers aus dem Epheserbrief, Kapitel 5,8 schreibt der Verfasser: „Denn ihr wart früher Finsternis, nun aber seid ihr Licht in dem Herrn.“
Was in der Tierwelt funktioniert, geht bei mir nicht. Und soll auch gar nicht gehen. Ich soll mit der Licht-Quelle verbunden sein. Ich soll und brauche nicht aus eigener Kraft und Anstrengung versuchen, ein Licht hervorzubringen. Ganz im Gegenteil. Die paulinisch anklingende Formulierung „in dem Herrn“ besagt es eindeutig, dass der Ursprung für das Lichtsein nicht in mir selbst zu suchen und zu finden ist, sondern ausschließlich im Herrn. In dem Herrn, der von sich selbst sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Christus ist die einzig wahre Quelle für Licht und Liebe, aus der das Leben strömt. An ihn angeschlossen sein, in seiner Liebe zu bleiben und seine Werke zu tun, ist meine Bestimmung. In seinem Licht wandeln heißt dann auch, mit Güte und Gerechtigkeit dem anderen ins Gesicht sehen. Das meint der zweite Teil des Verses: Wandelt als Kinder des Lichts. Die Wesenszüge und Eigenschaften Jesu Christi sind wie ein Erbgut, das meine Persönlichkeit prägen will. Als Kind Gottes trage ich dieses Potenzial in mir, wenn ich durch den Glauben an Christus eine neue Kreatur geworden bin. Wenn ich wiedergeboren bin. Mein Umgang mit mir und anderen ist dann durchleuchtet von Gottes Barmherzigkeit, Güte, Wahrheit und noch viel mehr. Vielleicht und bestimmt sagt mein Gegenüber dann auch zu mir: Du strahlst aber heute wieder!
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Autor: Gesine Möller
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Haben Sie in diesem Jahr schon an Weihnachtsgeschenke gedacht? Ist nicht mehr lange hin, in sechs Monaten ist Weihnachten schon fast wieder vorbei. Und es dauert auch nicht mehr lange und die ersten Weihnachtssachen werden wieder in den Supermärkten zu sehen sein. Wie oft habe ich mich schon darüber geärgert, dass das große Geschäft gefühlt immer früher losgeht. Für mich beginnt die Weihnachtszeit und die Vorbereitungen auf das große Fest immer erst mit dem Advent.
Als es im Bekanntenkreis mal wieder um dies Thema ging und der Ärger von einigen unüberhörbar war, sagte eine Freundin: Ich habe mich früher auch immer darüber geärgert. Aber dann habe ich mir klargemacht, dass wir uns doch zu jeder Jahreszeit darüber freuen können, dass Jesus in diese Welt gekommen ist und uns den Zugang zu Gott ermöglicht hat.
Diese Weissagung des Propheten Micha gehört für viele Christen unbedingt zu Weihnachten. Sie macht deutlich, dass Jesus nicht zufällig in Bethlehem geboren wird. Gott hat dies durch den Propheten siebenhundert Jahre vor Jesus verheißen. Menschlich ist es eher unwahrscheinlich, dass in dem kleinen Bethlehem Gott selbst zur Welt kommt. Nicht das große prächtige Jerusalem mit seinem Tempel und all den Palästen wählt Gott. Es ist eine kleine Herberge mit einem Stall. So ist Gott!
Im zweiten Text dieses Tages aus dem Neuen Testament wird beschrieben, wie die „Weisen aus dem Morgenland“, Sterndeuter aus dem fernen Osten, nach Jerusalem kommen, um den neugeborenen König der Juden anzubeten. Sie nehmen an, dass dieser neugeborene König im Königspalast geboren ist. Als sie dort nachfragen und die Berater von König Herodes Schriften zitieren, in denen diese Ankunft vorhergesagt wird, ist König Herodes sofort höchst alarmiert. Ein neuer König? Das bedeutet Gefahr für ihn. Die Schriftgelehrten nennen ihm die Stelle aus dem Micha Buch. Bethlehem ist die Stadt, aus der der Messias, der Erlöser Israels kommen soll. Herodes hätte lachen können, wenn er an das kleine Bethlehem denkt. Was kann aus so einem Nest schon Großes kommen. Aber er ist ein Machtmensch, ein grenzenlos grausamer Tyrann, der auch vor Mord in seiner eigenen Familie nicht zurückschreckt. Aus Sorge, dass seiner Herrschaft hier eine Gefahr droht, lässt er alle Neugeborenen Kinder in Bethlehem töten.
Dabei hätte er wissen können, dass ihm von diesem Herrscher keine Gefahr droht. Jesus ist von anderer Qualität als jeder weltliche König. Er ist von Anfang an da und er wird herrschen bis in alle Ewigkeit. Wenn er schon von Anfang an da ist und in Ewigkeit sein wird, kann kein weltlicher Herrscher ihn klein machen. Immer wieder haben die unterschiedlichen Tyrannen versucht, diesen himmlischen Herrscher loszuwerden, indem sie seine Nachfolger verfolgen. Das müssen Christen bis heute in vielen Ländern dieser Welt erleben. Aber dieser König kommt nicht in die Welt, um Tyrannen zu beseitigen, sondern er kommt, um für jeden Menschen den Weg zu Gott freizumachen.
Um sich darüber zu freuen, braucht es wirklich keiner Weihnachtsstimmung. Das geht auch im Juni mit langen Tagen und kurzen Nächten. Ich wünsche Ihnen auch mitten im Sommer die Freude darüber, dass Gott in diese Welt kommt, damals im kleinen Bethlehem und heute bei uns.
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Autor: Reinhard Holmer
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Das Bibelwort für den heutigen Tag steht in 2. Chronik 15 Vers 7 und lautet:
Seid getrost und lasst eure Hände nicht sinken: denn euer Werk hat seinen Lohn.
Es ist eine spannende Zeit für das Volk Israel. Die große Zeit von König David und seinem Sohn Salomo ist vorbei. Das Großreich Israel ist zerfallen, angrenzende Völker, die unter David erobert werden, sind wieder abgefallen und das Stammland ist gespalten in ein Nord- und Südreich. Es ist eine lange Liste von Königen, die im Alten Testament in den Büchern der Könige und Chronik genannt werden. Die Regierungszeiten der einzelnen Könige sind sehr unterschiedlich lang. Der König Asa, an den das heutige Losungswort der Herrnhuter Brüdergemeine gerichtet ist, regiert vierzig Jahre. Bei anderen dauert die Regierungszeit nur wenige Monate. Entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg einer Regierung ist die Stellung des Königs zu dem Gott Israels. Immer wieder lese ich den Satz: „Und er tat, was dem Herrn gefiel“ oder umgekehrt: „was dem Herrn missfiel.“ Die Stellung vor Gott wird an der eigenen Haltung deutlich. In unserem Bibelwort sind die erhobenen Hände genannt. Sie sind eine Gebetshaltung, die nach oben offen ist und deutlich macht: Ich brauche Gott, ich will alles von ihm erwarten. Eine solche Haltung ist nicht selbstverständlich, denn von Natur aus wollen Menschen von niemandem abhängig sein. „Selbstbestimmt leben“ ist angesagt.
Auch die Herrscher in Israel stehen in der Gefahr, sich auf die eigenen Möglichkeiten zu verlassen, auf ihren Reichtum, auf ihre Macht, auf die Stärke ihrer Armee. Alle diese Dinge sind an sich nicht schlecht. Jedes Land braucht materielle Reichtümer, braucht Möglichkeiten zur Verteidigung. Problematisch wird es, wenn ich mich allein darauf verlasse. Denn das ist doch klar: Je größer der Wohlstand, je mächtiger die eigenen Streitkräfte, desto weniger muss ich mich auf Gott verlassen. Gebet scheint dann nicht mehr nötig. Ich kann die Hände sinken lassen, weil ich nicht mehr alles von Gott erwarte, sondern alles selbst regeln kann.
Ich werde bei diesem Vers an ein Ereignis aus der Wüstenwanderung des Volkes Israel erinnert. In 2. Mose 17 kann ich diese Geschichte nachlesen. Die Amalekiter, ein Nomadenvolk im Süden Palästinas, versuchten den Einzug des Volkes Israel in das gelobte Land zu verhindern. Mose, der Anführer des Volkes Israel, stellt sich nicht selbst zum Kampf gegen die Feinde, sondern beauftragt Josua, diesen Kampf zu führen. Er selbst will in der ganzen Zeit des Kampfes beten. Dazu stellt er sich auf einen Hügel. So kann er selbst den Kampf beobachten und wird zugleich von den Kämpfern gesehen. Zum Gebet erhebt Mose seine Hände als Zeichen, dass er auch hier alles von Gott erwartet.
Solange Mose seine Hände erhoben hat, behalten die Israeliten im Kampf die Oberhand, wenn er aber seine Hand sinken lässt, siegt Amalek. Es wird deutlich: Alles hängt am Gebet, Mose darf nicht nachlassen. Aber mit der Zeit werden ihm die Arme lahm. Er kann sie nicht immer hochhalten und dann kommt Israel in Bedrängnis. Das sehen auch seine Begleiter, Aaron und Hur. Deshalb stellen sie sich links und rechts neben ihn und stützen seine Arme, bis die Sonne untergeht. Am Ende des Tages besiegt Israel die Feinde, aber nicht, weil sie so stark sind oder Josua ein so tüchtiger Heerführer ist, sondern weil Gott zu ihnen steht. Ausdrücklich beauftragt Gott Mose: Schreibe dies zum Gedächtnis in ein Buch und präge es dir und dem ganzen Volk ein: Ihr könnt getrost sein, wenn ihr eure Hände nicht sinken lasst. Das gilt bis heute: Wenn wir alles von Gott erwarten, dürfen wir in unserem Tun getrost sein und werden erleben, dass auch unserer Hände Arbeit ihren Lohn bekommt.
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Autor: Reinhard Holmer
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In Zeiten weltweiter Herausforderungen sehnt sich der Mensch nach guten Nachrichten, die ihn ermutigen und trösten. Eine solch gute Nachricht lesen wir beim Propheten Jesaja in Kapitel 64, Vers 8: „HERR, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der Sünde! Sieh doch an, dass wir alle dein Volk sind!“
Warum bezeichne ich diese drei Bitten als gute Nachricht?
Zum Hintergrund: Jesaja war ein Prophet Israels und stammte aus dem Südreich Juda. Er wurde Mitte des achten Jahrhunderts vor Christus von Gott zum Propheten berufen und wirkte mehrere Jahrzehnte unter vier Königen Judas. Darüber hinaus hatte er auch Botschaften für das Nordreich Israel. Als Prophet hatte er die Aufgabe, den Willen Gottes an die politische und geistliche Führung sowie an das Volk weiterzugeben; er sollte ermahnen und trösten. Weil sich die Herrschenden und das Volk nicht mehr unbedingt auf Gott allein verließen, sondern sich zeitweise von anderen Königen abhängig machten und auch Götzendienst betrieben, warnte Gott sein Volk durch seine Boten: Kehrt um von euren falschen Wegen! Vertraut mir allein. Dann segne ich euch. Sonst wird euch mein Gericht treffen.
Doch es war vergeblich. Jesaja erlebte 722 vor Christus die Wegführung der Israeliten im Nordreich in die Gefangenschaft in Assyrien mit. Und er wies auf die im Jahr 606 vor Christus beginnende Wegführung der Bewohner des Südreiches Juda in die Gefangenschaft nach Babylon hin. Sie sollte siebzig Jahre dauern (Jeremia 25,11-12). Gott gab seinem Propheten zugleich die Vorausschau in die Zeit des Exils und danach. Erlösung, Heil und Frieden sollten sie kennzeichnen.
Warum bezeichne ich den heutigen Bibelvers als Ermutigung? „HERR, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der Sünde! Sieh doch an, dass wir alle dein Volk sind!“
Zweitens: Der Beter erkennt seine Sünde! Jetzt, in der Zeit des Exils, begreift er: Wir sind vor unserem Gott schuldig geworden. Wir haben ihm nicht vertraut, sondern sind eigene Wege gegangen, die Gott nicht ehren. Der Beter weiß um den Zorn Gottes über die Sünde und den, der die Sünde nicht lassen will. Sein Bekenntnis ist zugleich die Bitte um Vergebung.
„Herr, zürne nicht …, gedenke nicht ewig …, sieh doch an …“ - so dürfen auch wir beten. Jesus ist gekommen, um uns mit dem Vater zu versöhnen: Wer den Sohn hat, der hat das Leben, weil Jesus den Zorn Gottes auf sich genommen hat, als er am Kreuz für uns starb (Johannes 3,36)
Seine Vergebung deckt unsere Sünde zu, sie kommt bei ihm nicht mehr zur Sprache. Und wer im Glauben an ihn lebt, darf wissen: Ich bin sein Kind, er sieht mich als liebender Vater an.
Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen
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Die Redewendung „Ordnung muss unter den Leuten sein“ soll von dem Reformator und Bibelübersetzer Dr. Martin Luther aus dem 16. Jahrhundert stammen und sich auf die Ordnung des Gesetzes Gottes im Gegensatz zu menschlichen Regeln beziehen.
Bei manchen Christen der Gemeinde in Korinth waren die Ordnungen Gottes durcheinandergeraten oder wurden fragwürdig gedeutet. Wer das ganze Kapitel 6 des 1. Korintherbriefes liest, entdeckt die Missstände:
Mitten in dieses Thema hinein setzte Paulus den für heute gewählten Tagestext aus 1. Korinther, Kapitel 6, Vers 14: Gott hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft. Damit erinnerte Paulus die Christen, die Gottes Ordnungen verlassen hatten, daran, welche Würde sie mit ihrer Berufung in die Nachfolge Jesu verliehen bekommen haben: In gleicher Weise, wie ihr Herr den Tod überwunden hat und auferweckt worden ist, werden auch sie eines Tages auferweckt werden. Sie werden einen neuen Auferstehungsleib bekommen; die Überbetonung der gegenwärtigen leiblichen Begierde wird ihre Bedeutung verlieren. Der Zusatz „Durch seine Kraft“ oder „Macht“ weist darauf hin, dass es nicht um menschliche Macht geht, sondern darum, die durch Christus geschenkte Freiheit in der Bindung an ihn und seineOrdnungen zu leben.
Ich wechsle in der Formulierung von „ihnen, den Christen in Korinth“, zu uns - zu denen unter uns, die mit Jesus Christus leben. Unseren Leib, unsere ganze Persönlichkeit bezeichnet Paulus als einen Tempel des Heiligen Geistes. Wir gehören nicht mehr uns selbst, sondern dem lebendigen Gott. Sein Sohn Jesus Christus hat um unserer Sünde willen durch den Tod am Kreuz einen hohen Preis bezahlt. Deshalb spricht Paulus eindringlich die Mahnung aus: „Lasst euch unter keinen Umständen zu sexueller Unmoral verleiten!“ (V. 8 Neue Genfer Übersetzung).
Zu drei Überlegungen lade ich Sie herzlich ein:
1. Ich will prüfen, was in meinem Leben „unordentlich“ ist, nicht den Ordnungen Gottes entspricht.
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Autor: Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen
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Ich habe letztens einen interessanten Bericht gelesen: Da ging es um das Laufen von Marathon-Strecken. Die Standard-Marathon-Strecke beträgt heute genau 42,195 km. Diese krumme Distanz geht auf die Olympischen Spiele 1908 in London zurück. Auf Wunsch des britischen Königshauses sollte das Rennen vor dem Schloss Windsor starten und genau vor der königlichen Loge im Olympiastadion enden. Das waren damals eben 42,195 km. Und die wurden seit 1921 zum Standard für alle Marathon-Strecken weltweit. Erstaunlich.
Aber, was mich noch mehr erstaunt hat, ist die Tatsache, dass das Laufen dieser Strecke von knapp 42,2 km nicht das eigentliche Problem für die Sportler darstellt … also nicht die Strecke selber, sondern das, was unterwegs mit dem Läufer passiert.
Haben Sie schon mal vom Phänomen „Kilometer 30“ oder der „mentalen Barriere“ gehört?
Spätestens ab der Hälfte der Strecke ist die anfängliche Euphorie bei vielen Läufern oft verflogen, weil ihnen bewusst wird, dass sie nochmal genauso viel Strecke vor sich haben, wie sie bereits hinter sich gebracht haben. Der Läufer spürt aber bereits die körperliche Belastung und einen gewissen Grad an Erschöpfung, so dass die vor ihm liegende Strecke auf einmal wie ein großer Berg erscheint.
Hinzu kommt noch das Phänomen „Kilometer 30“, was besagt, dass bei vielen Läufern zwischen dem 30. und 35. Kilometer die körpereigenen Kohlenhydratspeicher komplett aufgebraucht sind. Der Körper muss dann abrupt auf Fettverbrennung umstellen, was sich schlagartig wie Blei in den Beinen anfühlt, ein plötzlicher, extremer Leistungseinbruch. Dann weiter zu laufen, wird ab diesem Punkt zu einer echten, auch mentalen Herausforderung.
Diese Phänomene sind bekannt. Daher raten viele Experten besonders auch zu mentalem Training in der Vorbereitung des Laufens, um dem Moment dieser inneren Barriere gut begegnen zu können.
Ich übertrage diese Gedanken mal auf den Glauben an JesusChristus. Der Apostel Paulus z. B. verwendet ja genau dieses Bild eines Laufes für den Lebensweg eines Christen. Er selbst sieht sich dabei noch unterwegs auf der Strecke. Er ist noch nicht angekommen, will aber sein Ziel auch nicht aus den Augen verlieren. Und dieses Ziel nennt er den „Siegespreis“, nämlich ein Leben mit Gott in der kommenden, himmlischenHerrlichkeit. (Philipper 3,14 HFA)
Allerdings kann es auch auf dem Glaubensweg-Marathon unterwegs zu inneren, mentalen Blockaden und Hindernissen kommen. Nicht jeder, der losläuft, kommt auch wirklich an. Auch im Glauben kann die anfängliche Begeisterung immer wieder Flauten erleben. Auch im Glauben erlebe ich mitunter Müdigkeit und Erschöpfung.
Um dem mental begegnen zu können, sagt uns der Schreiber des Hebräerbriefs: „Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten!“ (Hebräer 3,14 SLT)
Es geht also darum, auf der gesamten Strecke des Laufens an Gott und unserer inneren Zuversicht festzuhalten, eben nicht innerlich zu blockieren, nicht frustriert zu werden, auch wenn das Leben mal hart gegen mich steht. Zuversicht ist eine Kraft, die mich nach vorne zieht. Diese feste Überzeugung, dass sich alles positiv entwickeln wird, dass ich das Leben meistern kann, eine Zuversicht, die lautet: „Mit Gott zusammen erreiche ich das Ziel!“
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Autor: René Cornelius
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Kennen Sie Momente, in denen Sie sich von ganzem Herzen eine Veränderung der Umstände wünschen? Und ich meine jetzt mal nicht die große Weltpolitik, sondern eher die ganz alltäglichen Situationen des Lebens …
Das können Phasen der Krankheit sein, vielleicht sogar mit Schmerzen … wo man sich einfach nur wünscht, endlich wieder gesund zu sein oder dass zumindest die Schmerzen mal aufhören … Das können finanzielle Schwierigkeiten sein, wo sich einfach keine Lösung am Horizont abzeichnet und mir die Sorgen sogar den Schlaf rauben … das können Probleme in der Partnerschaft sein, oder mit den Kindern oder im Beruf, oder oder oder …
Je länger ich darüber nachdenke, umso mehr Situationen fallen mir ein, in denen sich jemand vielleicht inständig nach Veränderung sehnt, aber gefühlt auf der Stelle tritt, weil nichts besser wird. So etwas macht was mit mir und je länger solche Situationen anhalten, umso größer ist die Gefahr, innerlich völlig gefrustet zu werden.
Gut ist es in solchen Momenten, Ansprechpartner zu haben, die mir helfen, aus der schwierigen Situation herauszukommen. Das können mitunter gute Freunde oder Bekannte sein, Familienmitglieder oder auch Fachleute auf ihrem Gebiet, die ich mal fragen kann, ob sie mir nicht vielleicht helfen können oder zumindest einen brauchbaren Tipp für mich haben.
Für Christen ist unser Gott genau solch ein Ansprechpartner. Ich weiß, dass ich mit ihm, dem lebendigen Gott, ja über alles reden kann, dass Gott ein hörender Gott ist, der mich sieht und wahrnimmt und der mir auch wirklich helfen möchte. Deswegen suchen ja viele Menschen gerade in schwierigen Lebenssituationen den Kontakt zu Gott, fragen nach seinem Rat oder auch nach einer Lösung für die Situation.
Selbst der Apostel Paulus in der Bibel ist da keine Ausnahme, auch er hat seine Baustellen und Dinge im Leben, die ihn belasten und wo er sich von Herzen her eine Veränderung wünscht. An manchen Stellen beschreibt er sogar die Schwierigkeiten mit anderen Leuten und seine inneren Kämpfe. Von den Unwegsamkeiten seiner Reisen, samt Misshandlung und Gefängnisaufenthalt mal ganz abgesehen. Und in all den schwierigen Situationen erlebt er immer wieder direkt oder indirekt das Wirken Gottes. Er erlebt Rettung in letzter Minute, er erlebt, wie sich Menschen plötzlich verändern und er erlebt immer wieder Gottes Möglichkeiten.
Und trotzdem ringt auch ein Paulus immer wieder mit Gott. Eigentlich sollte er doch dankbar sein für all das Gute, was er bereits mit Gott erlebt hat. Und trotzdem hat auch ein Paulus seine inneren Baustellen, wo er sich von Herzen her eine Veränderung in seinem Leben wünscht. Wir wissen nicht genau, was es war, was ihn so dauerhaft belastet hat, aber Paulus selbst spricht von einem „Pfahl in seinem Fleisch“. Da ist etwas, was er nicht gelöst bekommt. Etwas, das ihn belastet und quält.
Und was macht er? Er redet mit Gott darüber, natürlich. Er hat schon so oft in seinem Leben Gottes Wirken gesehen, er weiß, dass Gott helfen kann, aber zugleich frustet es ihn, dass Gott ihm bei dieser einen Sache scheinbar nicht helfen will, stattdessen hört er Gott sagen: „Lass dir an meiner Gnade genügen.“ Großartig, so eine Antwort wünscht man sich …
Aber die Antwort geht noch etwas weiter. „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Das mag vielleicht im ersten Moment etwas seltsam klingen, fast wie ein Trostpflaster. Ich habe aber den Eindruck, da schwingt noch viel mehr mit, zumal Paulus selbst so reagiert, dass er sagt: „Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.“
Gott will Paulus helfen, mit sich selbst und dem Leben klarzukommen. Er nimmt nicht alle Schwierigkeiten weg, aber er stellt auch Ihnen und mir seine Kraft zur Verfügung. Im Grunde sagt Gott hier zu Paulus: „Paulus, ich bin doch bei dir. Ich werde dir helfen, die Situation zu tragen, ich gebe dir meine Kraft, ich stell dir alles zur Verfügung, was du brauchst, um da hindurchzukommen. Ich begleite dich!“
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Autor: René Cornelius
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Wann waren Sie zuletzt in einer scheinbar ausweglosen Situation, die sich aber doch zum Guten gewendet hat? Wer hat Ihnen letztlich geholfen, und wie haben Sie der Person gedankt?
Als wir letzten Sommer auf der Heimfahrt von unserem Italienurlaub waren, gab unser Auto mitten auf der Autobahn seinen Geist auf. Der italienische Abschleppdienst ließ auf sich warten. Auf dem Parkplatz, auf dem wir gestrandet waren, waren es weit über 30 OC; der Motorschaden war laut Blinkanzeige im Auto vermutlich das Ende unserer alten Karre. Eine schier ausweglose Situation!
„Not lehrt beten!“, sagt der Volksmund. Wie gut ist es jedoch, wenn das Gebet für einen Menschen mehr ist als nur der letzte Notnagel in ausweglosen Situationen. Gebet ist für Christen Ausdruck einer lebendigen Beziehung zu einem Gott, der uns in guten wie schweren Zeiten seine Zuwendung schenkt.
So beteten auch wir an diesem Tag, auf einem staubigen Parkplatz in der heißen Sonne Italiens.
Welch eine Erlösung, als endlich der Abschleppdienst kam! Ich wäre dem netten Italiener am liebsten um den Hals gefallen. Das habe ich natürlich nicht getan, aber ich habe ihm mit meinem Anfänger-Italienisch von Herzen gedankt.
Und auch Gott konnten wir – nach 5 Tagen Wartezeit auf die doch noch mögliche Reparatur unseres Autos – auf der Heimfahrt fröhlich danken, dass er diese scheinbar ausweglose Situation letztlich zum Guten gewendet hatte.
Es war ähnlich, wie König David es in Psalm 71, V. 23 beschreibt:
„Meine Lippen und meine Seele, die du, Gott, erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen.“
Fällt es Ihnen leicht, in der Not zu beten? Und wenn Gott Ihnen geholfen hat, haben Sie dann auch ein fröhliches Loblied auf den Lippen? Es geht hier nicht um Höflichkeit Gott gegenüber, nicht um ein anerzogenes braves „Danke!“ Sondern es geht um das von Herzen kommende, fröhliche Loblied, das Gott als den erkennt, der uns aus der Not erlöst hat. Wie ich dem Abschleppitaliener nicht aus Höflichkeit, sondern wirklich durch und durch dankbar war, so können wir auch Gott mit „Herzen, Mund und Händen“ danken, wenn wir ihn als Retter in der Not wahrnehmen.
Und was, wenn Gott die Not nicht wendet? Als Christin kenne ich natürlich auch Situationen, in denen Gott Gebete nicht erhört. Nein, falsch, ich korrigiere: Ich kenne Situationen, in denen Gott meine Gebete nicht so erhört, wie ich es gerne hätte. Dass er mein Gebet immer hört, daran glaube ich trotzdem.
Natürlich bin ich frustriert, verunsichert und zweifelnd bis ver-zweifelt, wenn Gott trotz meines Betens scheinbar nicht eingreift. Doch ein kluger Satz hilft mir dann manchmal:
„Gott kann beides: Entweder, er beruhigt den Sturm, oder er lässt den Sturm toben und beruhigt die, die ihm vertrauen.“
Das habe ich tatsächlich schon oft erlebt: Wenn Gott eine schwere Situation nicht so löst, wie ich es mir wünsche, kann er doch in mir einen inneren Frieden und Kraft schaffen, mit der Situation umzugehen.
Klingt das nach billigem Trost? Nein, es ist mehr als das. Es ist ein „Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft“ (Phil 4,7). So kann ich Gott mit „Lippen und Seele“ danken, auch wenn das Problem nicht „weg“ ist. Vielleicht fühle ich mich dabei nicht „fröhlich“. Aber ich kann trotzdem den Schöpfer loben, der nicht nur das gesamte Universum, sondern auch mein kleines Leben und Problem in seinen Händen hält.
Mehr noch, ich glaube daran, dass der mensch-gewordene Gott namens Jesus Christus am Kreuz selbst erlebt hat, wie es ist, sich von Gott verlassen zu fühlen. Er hat sich mit unserem Schmerz und unseren ausweglosen Situationen identifiziert, einschließlich des Todes, dem ultimativen Ende ohne Ausweg. Und ich glaube daran, dass er vom Tod auferstand und damit zeigt: Ich bin die Erlösung! Gott ist der Erlöser! Selbst da, wo es wie ein Ende scheint, hat Gott eine Lösung und schafft einen neuen Anfang.
Wenn das kein Grund zum fröhlichen Lobsingen ist!
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Autor: Gabriele Berger-Farago
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Ich liebe das Meer: das gleichmäßige Rauschen der Wellen, die Weite des Himmels und den fernen Horizont, bei dem ich gar nicht weiß, wo das Wasser aufhört, und der Himmel beginnt.
Schade, dass wir bei uns in Süddeutschland kein Meer haben. Aber auch hier finde ich Orte, an denen ich einen weiten Blick genießen kann; z.B. auf meiner Lieblingsbank im Odenwald mit Blick von oben auf die Rheinebene.
Ja, die Weite, die hat es mir angetan. Ihr Anblick weitet auch gedanklich den Horizont, zieht den Blick in die Ferne und lässt die Alltagssorgen vergessen.
Darum mag ich auch den folgenden Bibelvers aus Psalm 31 so sehr, der für heute als Tageslosung ausgewählt wurde. Da steht:
„Herr, du stellst meine Füße auf weiten Raum.“
Mit diesem Bild kann ich unmittelbar etwas anfangen. Vermutlich spricht es auch Sie an, wenn Sie weite Horizonte mögen.
Gerade, wenn mich der Alltag niederdrücken will, brauche ich es, dass mich jemand aus der Enge meines Fühlens und Denkens herausholt und mich in die Weite führt.
Spannend, dass hier nicht steht: „Geh, und such dir einen weiten Raum.“ Oder: „Bemühe dich drum, nicht so eng zu sein.“
Nein, der Vers lautet bewusst: „DU stellst meine Füße auf weiten Raum.“
Ich kann das oft nicht selber machen, die Weite nicht selbst schaffen. Wenn sich mein Denken und Fühlen in der Enge verirrt haben, dann brauche ich jemanden, der mich an der Hand nimmt und in die Weite führt. Jemanden, der meine Füße an den Ort der Freiheit stellt, den ich gerade nicht selbst finden kann.
Aber wie macht Gott das denn, „in die Weite führen“? Ich denke, das sieht bei jedem anders aus.
Manchmal geschieht es vielleicht sogar wortwörtlich: Ich gehe in sorgenvollen Gedanken versunken spazieren, und plötzlich hebt sich mein Blick, verliert sich in der Weite; gleichzeitig erkenne ich: „Wow, der mächtige Schöpfer, der Himmel und Erde gemacht hat, ist da. Er wird sich auch meines kleinen Problems annehmen können.“
Manchmal geschieht das In-die-Weite-Führen ähnlich wie bei König David, dem Verfasser dieses Gebets, der immer wieder von seinen Feinden verfolgt wird und sich einmal sogar in einer engen, dunklen Höhle verstecken muss. Es ist eine spannende Geschichte, wie Davids Verfolger zufällig ausgerechnet in diese Höhle kommt, und wie Gott David aus dieser lebensgefährlichen Lage befreit – nachzulesen im 1. Buch Samuel, Kapitel 24. Kein Wunder, dass David Gott in diesem Psalm 31 lobt und schreibt:
Von der Finsternis, Enge und Todesnot in der Höhle hinaus auf den weiten Raum der Errettung und Freiheit – das lässt tief aufatmen, nicht nur König David, sondern alle, die Gottes Hilfe auf ähnliche Weise erleben.
Allerdings ist der Psalm, wenn ich ihn in seiner vollen Länge lese, kein Schmusikusipsalm, der so tut, als sei im Leben mit Gott alles wunderbar. Das Gebet Davids spricht genauso von Angst, Kummer und Erschöpfung, und zwar gleich im nächsten Satz:
„Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst, […] matt meine Seele und mein Leib. Mein Leben ist hingeschwunden in Kummer.“ (V. 10f)
Es ist gut, dass David hier ehrlich ist. Weite und Enge, Gotteslob und Kummer, Dankbarkeit und Erschöpfung – körperlich wie seelisch –, liegen manchmal nahe beieinander. Das Leben ist selten schwarz-weiß, sondern ich kenne beides: das Schöne und das Schwere, das glitzernde Meer mit weitem Horizont ebenso wie den sturmgepeitschten Ozean, der mich zu ertränken droht.
David wird mir in den Psalmen zum Vorbild:
Er wendet sich in allen Lebenslagen an Gott. In der engen Höhle ebenso wie in der Weite. Er bittet, er klagt, er jubelt, er dankt. Manchmal wechselt die Stimmung sogar mitten im Satz. Echt und ungefiltert.
David kennt Gott als Gegenüber, der als „Schöpfer so groß ist, dass ihm das Kleinste nicht zu klein ist“, wie Luther sagt. David erlebt Gott als den, dem ich alles sagen darf, und von dem ich mich getröstet und getragen weiß.
Dazu lade ich Sie heute ein.
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Autor: Gabriele Berger-Farago
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