ERF Plus - Wort zum Tag

ERF Plus - Wort zum Tag

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ERF Plus - Wort zum Tag episodes

  • Die Liebe zählt
    Die Bibelstelle Johannes 13,34 – ausgelegt von Johannes Holmer.

    Eines der zentralen Wörter in der Bibel, im Christentum überhaupt und speziell beim Apostel und früheren Jünger Johannes ist das Wort „Liebe“. Es durchzieht fast alle seine Kapitel im Johannes-Evangelium und auch in seinen Briefen.

    Da gibt es diesen besonders bekannten Vers im Johannesevangelium 3,16, in dem Johannes mir die Liebe Gottes so drastisch vor Augen malt, dass ich eigentlich gar nicht mehr anders kann, als zu antworten: Ja, Herr, diese Liebe soll mein Leben prägen, gestalten und durchziehen. Dort sagt Johannes: „So sehr (oder: auf solche Weise) hat Gott die Welt geliebt (und zwar den ganzen Kosmos und auch jedes einzelne Geschöpf), dass er seinen eigenen Sohn sterben ließ, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat“.

    Wenn Gott fordert, dass wir einander lieben, dann bedenke ich: Unser Herr hat selbst vorgelegt. Er fordert nichts, was er nicht selbst radikal vorgemacht hat. Er hat mir das größte Beispiel göttlicher Liebe gegeben. Diese Liebe deckt sich mit dem, was der Apostel Paulus im 1. Korintherbrief, Kapitel 13 schreibt. Dort stellt er mir noch einmal ausdrücklich Gottes Liebe vor Augen und sagt: So sollst auch du es machen. Es zumindest anstreben. Denn schaffen werde ich das in meinem Leben so nicht. Aber die Messlatte ist aufgelegt: „4 Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet. 5 Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach. 6 Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit. 7 Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand.“ (zitiert nach der Neuen Genfer Übersetzung)

    Es geht bei dieser Liebe, von der Paulus redet – und auch bei der, von der Johannes redet, nicht um Sympathie. Es geht nicht darum, dass mir der andere gefallen muss oder ich ihn nett finde. Es geht einzig und allein darum, dass der andere zu seinem Recht kommt oder von mir gefördert wird. Es geht darum, dass ich ihn als radikal geliebtes Geschöpf Gottes sehe.

    Bei der Trauung von meiner Frau und mir, hat der Pfarrer gesagt: „Wer glücklich werden will, der sollte lieber nicht heiraten – den anderen glücklich machen, das ist das Geheimnis der Ehe“. Und das auch dann, wenn der andere nicht immer dem entspricht, was ich von ihm erwarte.

    Und das, was ich im Blick auf die Ehe sagen kann, sollte ich auch im Blick auf alles in der Gemeinde, in der Familie und in jeder Gemeinschaft sagen: Den anderen glücklich machen, den anderen sehen, den anderen fördern – darum geht es.

    Wenn also Johannes in diesem heutigen Vers sagt: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe“, dann bedeutet das genau dies. Du musst den, der dir Probleme bereitet nicht sympathisch finden – das funktioniert gar nicht, das kann keiner erzwingen. Und das hat Gott uns auch nicht vorgemacht und fordert es nicht von uns. Im Römerbrief (5,8) sagt Paulus: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ Jesus ist für uns gestorben, als wir noch nichts von ihm wissen wollten! Und im Johannesevangelium (15,13) heißt es: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“ Hier ergänze ich vom Gesamtzusammenhang her: „Auch für seine Feinde“!

    Immer habe ich Gott und seinen Sohn Jesus zum Vorbild und zur Messlatte!

    Liebe ist nicht in erster Linie Gefühl, sondern die Entscheidung: Ich will versuchen, den anderen zu sehen, wie Gott ihn sieht, ihn mit Gottes Augen ansehen.

    Das ist Gottes Rezept für alles in unserer Welt.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Johannes Holmer

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    5 min
  • Sind wir noch zu retten?
    Die Bibelstelle Jona 2,7 – ausgelegt von Johannes Holmer.

    Ich hörte vor einiger Zeit die Frage „Sind wir noch zu retten?“ im Zusammenhang mit einem politischen Vortrag. Gemeint war mit dieser Frage vor allem der Niedergang der Wirtschaft und damit des Wohlstands in unserem Land.

    Natürlich kann ich diese Frage in den Zusammenhängen durchaus so stellen. Und es mag sein, dass die Antworten darauf nicht wirklich ermutigend oder positiv ausfallen. Doch sicher wird der eine oder andere unter uns diese Frage anders beantworten als sein Nachbar oder gar seine Kinder oder Eltern. Das hängt vielfach davon ab, in welch einer wirtschaftlichen Situation ich mich gerade befinde.

    Jona, der kleine Prophet aus dem Alten Testament, den wahrscheinlich die meisten von uns irgendwie kennen, sagt, als er mit seinem Latein einmal völlig am Ende ist: „Du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!“

    Jona hat gerade eine gigantische Rettungsaktion Gottes erlebt. Er ist spürbar geschockt, oder doch zumindest extrem beeindruckt von dem, wie Gott mit ihm gerade umgegangen ist.

    Jona hat den Auftrag von Gott bekommen, der großen Stadt Ninive auf dem Marktplatz eine Hammer-Rede von Untergang und Rettung zu halten. Er soll ihnen sagen: Wenn ihr euer gott-loses Leben nicht ändert, werdet ihr untergehen, und zwar wirtschaftlich, moralisch und politisch.

    Doch Jona hat echt keine Lust, ihnen das so öffentlich zu sagen. Möglicherweise werden sie ihn für diese göttliche Botschaft ablehnen. Damals werden die Überbringer schlechter Nachrichten sogar direkt für den Inhalt der Nachricht verantwortlich gemacht – und dann schnell angefeindet und abgelehnt, manchmal sogar umgebracht. Jona kennt das. Also entschließt er sich, lieber das Weite zu suchen und nach Tarsis anstatt nach Ninive zu gehen. Sollen doch die Niniviten untergehen – was geht ihn das an. Allerdings hat seine göttliche Auftrags-Botschaft zwei Komponenten: Die zweite ist die der Rettung: „Wenn ihr zu Gott umkehrt, ist der Untergang abwendbar“. Das ist ja noch schöner, wenn dieses gottlose Volk umkehrt und dann sogar völlig ungeschoren davonkommt… Also will er ihnen diese Variante auch unterschlagen. Es kann doch sein, dass sie das wirklich tun und am Ende gerettet werden… Sie haben aber ja den Untergang mehr als verdient – sind sie doch für ihr zügelloses Leben bekannt…

    Doch wenn Gott einen Auftrag erteilt, dann meint er es ernst. Jona hat nicht bedacht, dass Gott nicht einfach auszutricksen ist. Als er auf einem Schiff angeheuert hat, um nach Tarsis zu fliehen, sorgt Gott für eine große Seenot, in der die göttergläubigen Seeleute den Jona als den Urheber dieser Seenot ausmachen und ins Meer werfen.

    Normalerweise wäre die Geschichte hier zu Ende. Aber nicht für Gott! Gott sorgt dafür, dass Jona von einem großen Fisch verschluckt wird und sich plötzlich im Bauch dieses Fisches unversehrt wiederfindet. In dieser fast kuriosen Lage realisiert Jona, dass Gott ihn retten will, damit er die vorgesehene Botschaft auftragsgemäß zu den Niniviten bringt. Er realisiert die Größe und Schöpfermacht Gottes. Und darum kapituliert er vor Gott und diesem Auftrag und wird bereit, ihn auszuführen.

    Sie können diese Geschichte im Buch Jona zu Ende lesen. Im Moment aber ist dieser noch im Bauch des Fisches und denkt nach.

    Plötzlich kommt es wie eine Erleuchtung über ihn und er beginnt, Gott anzubeten und zu ehren und ihm zu versprechen, dass er gehorsam sein wird.

    Und hier kommt dieser eingangs gelesene Vers, eingebettet in die Verse davor und danach:

    6 Wasser umgaben mich und gingen mir ans Leben, 
    die Tiefe umringte mich, Schilf bedeckte mein Haupt.
    7 Ich sank hinunter zu der Berge Gründen,
    der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich.
    Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, Herr, mein Gott!
    8 Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den Herrn,
    und mein Gebet kam zu dir.“

    Gott hatte den Jona gerettet, damit er andere retten kann. Missionsauftrag ist immer Rettungsauftrag. Und es geht um Zeit und Ewigkeit, um alles oder nichts. Das ist auch heute so. Sind wir noch zu retten? So war die Frage am Anfang. Ja, wir sind es. Wenn Gott mich vom Verderben erlöst, dann immer, damit ich dies an die Menschen um mich herum weitergebe, nie zum Selbstzweck und nie nur für mich. Schon gar nicht geht es um Wirtschaft oder Politik, sondern immer um alles oder nichts, um Zeit und Ewigkeit!

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    Autor: Johannes Holmer

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    6 min
  • Die Richtschnur meines Lebens
    Die Bibelstelle 5. Mose 5,32 – ausgelegt von Dorothee Döbler.

    Je älter meine Mutter wurde, umso mehr lebte sie in der Vergangenheit. Sie hatte die Kriegsjahre noch bewusst miterlebt, wurde ausgebombt und musste bei Null anfangen, sich ihr Leben aufzubauen. Immer wieder erzählte sie davon. Ich weiß, dass es mich lange genervt hat, immer die gleichen Geschichten zu hören. Aber je älter ich wurde, umso wichtiger wurden sie mir. Sie erklären mir, welcher Motor hinter dem Handeln meiner Mutter steckte, warum meine Mutter zu der Persönlichkeit wurde, die ich kannte und die mich prägte.

    Wenn ich zurückschaue, kann ich vieles besser verstehen, was im Heute ist. Es hat mich berührt, dass auch in der Bibel ein ganzes Buch einer Rückschau gewidmet ist, das 5. Buch Mose. Das Volk Israel wurde von Mose aus der Sklaverei in Ägypten herausgeführt. Sie wollten in ein Land gehen, das Gott ihnen versprochen hatte, in das Gelobte Land. Diese Wanderung dauerte 40 Jahre. Und so waren viele der Menschen, die seinerzeit in Ägypten aufgebrochen waren, schon gestorben, als das Volk endlich an der Grenze dieses verheißenen Landes stand. Mose, ihr Anführer vom ersten Tag an, lebte noch. Aber er spürte, dass sein Ende nahe war. Und darum wollte er den Nachgeborenen noch einmal erzählen, wie es zu dem Aufbruch gekommen war, welche Hindernisse ihnen im Weg lagen, welche Kämpfe gegen andere Völker sie bestehen mussten. Vor allem wollte er ihnen von dem erzählen, der zu dem Aufbruch aufgerufen hatte: von Gott. Gott hatte einen Bund mit diesem Volk geschlossen. Es stand unter seinem besonderen Schutz. Im Gegenzug dazu musste das Volk versprechen, nur diesen einen Gott anzubeten und bestimmte Regeln des Miteinanders einzuhalten. Zehn Gebote waren es, die Gott vorgab und Mose auf zwei Steintafeln diktierte. Ganz eindringlich wiederholt Mose in seiner Rede an das Volk diese Gebote und endet mit den Worten:

    „So habt nun acht, dass ihr tut, wie euch der HERR, euer Gott, geboten hat, und weicht nicht, weder zur Rechten noch zur Linken.“ (5. Mose 5,32)

    Er will damit sagen: vor euch liegt eine schwierige Zeit, wenn ihr in das neue Land kommen werdet. Wahrscheinlich wird es zu Kämpfen kommen mit den Menschen, die jetzt dort leben. Aber Gott hat es so gewollt, Er hat euch dieses Land versprochen. Und er wird euch begleiten, wenn ihr euch an seine Gebote haltet. Dann bleibt ihr unter seinem besonderen Schutz!

    Die Zehn Gebote hatten ihre Gültigkeit nicht nur für das Volk Israel damals, sie gelten auch heute noch. Teilweise sind sie sogar in unsere Verfassung eingeflossen. In ihrer tiefen Wahrheit geben sie mir vor, wie ich mich Gott und meinen Mitmenschen gegenüber verhalten soll, so dass Friede zwischen den Menschen bleibt. Und der Friede wird verlässlicher, je weniger ich davon abweiche, nicht nach rechts und nicht nach links.

    So sehr mich die Erfahrungen meiner Mutter geprägt haben, noch mehr haben mich die 10 Gebote geprägt, die für mich in meinem Leben zu einer verbindlichen Richtschnur wurden und durch die ich mich unter dem Schutz Gottes weiß.

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    Autor: Dorothee Döbler

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    5 min
  • Allein
    Die Bibelstelle Psalm 22,11 – ausgelegt von Dorothee Döbler.

    Kennen Sie das Lied “Allein” von Reinhard Mey? In der ersten Strophe geht es um einen Jungen, der allein auf dem Pausenhof steht, mit den Tränen kämpfend. Der Schulranzen liegt offen auf dem Boden, der Inhalt verstreut. Warum machen das die anderen Kinder? Warum grenzen sie ihn so aus? Weil er schlechte Noten hat? Oder weil er altmodische Kleidung trägt? Oder weil seine Haare ihnen nicht gefallen? Wie sehr hätte er sich jetzt jemanden gewünscht, der ihm beisteht, der ihn tröstet, der ihm einfach nur hilft, die Sachen einzusammeln.

    Mich berührt das Bild dieses Jungen bei jedem Hören des Liedes aufs Neue. Nein, genau so ist es mir nicht passiert. Aber dieses Gefühl, von allen verlassen worden zu sein, das kenne ich auch.
    Ein wohlgemeintes Schulterklopfen “Das wird schon wieder” macht es auch nicht besser. Die Wunde in der Seele heilt zwar, aber die Narbe bleibt.

    “Allein, wir sind allein. Wir kommen und wir gehen ganz allein….”, heißt es im Refrain.
    “Wir mögen noch so sehr geliebt, von Zuneigung umgeben sein. Die Kreuzwege des Lebens geh’n wir immer ganz allein.”
    Im letzten bin ich doch auf mich selbst zurückgeworfen - das ist die Botschaft dieses Liedes. Traurig, aber wahr.
    Traurig, aber wahr? Ja, weil jeder Mensch anders ist, weil jeder Mensch anders denkt und fühlt, darum wird er in der Tiefe von keinem anderen Menschen verstanden, auch nicht von Eltern, Partnern, besten Freunden.

    Mich bewegt ein Wort aus der Bibel. Ein Psalmbeter spricht: „Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter. Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.“ (Psalm 22,10-11). Und er will damit sagen: Gott, du kennst mich, seit ich den ersten Atemzug getan habe. Du hast dafür gesorgt, dass ich mich bei meiner Mutter geborgen fühlen durfte. Du warst bei mir, seit mein Leben begann. Von meiner Geburt an warst du bei mir und hast für mich gesorgt.

    Wenn ich das annehme, dann bin ich nicht mehr allein, auch nicht in Augenblicken des Lebens, in dem andere Menschen mich verlassen. Und gerade die Kreuzwege des Lebens gehe ich nicht mehr allein. Denn an den Kreuzwegen steht Jesus Christus mit seinem Kreuz und spricht mir zu: Ich bin bei dir alle Tage bis an der Welt Ende.

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    Autor: Dorothee Döbler

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    4 min
  • Nachfolger gesucht
    Die Bibelstelle Jesaja 6,8 – ausgelegt von Hans-Georg Filker.

    Haben Sie ihre Nachfolge schon geregelt? Welche Nachfolge? Diese Frage kann sich auf ganz unterschiedliche Lebensbereiche beziehen. Es gehört zum Lauf des Lebens, dass ein Engagement zum Beispiel in einem Verein, in der Gemeinde oder im Beruf endet und eine Nachfolgerin und ein Nachfolger gebraucht werden. „Keiner ist unersetzlich“, sagt man. Aber es ist gut, wenn ein geeigneter Mensch gefunden wird, und die Nachfolge rechtzeitig geregelt werden kann. Und es ist gut, wenn jemand, der Verantwortung getragen und sich engagiert hat, auch aufhören kann. Vermutlich haben Sie jetzt einige Beispiele vor Augen.

    Ich möchte mit Ihnen einmal die Blickrichtung wechseln, in den Spiegel – den aus Glas – schauen. Vielleicht kommt das jetzt für Sie überraschend.

    Im Vertrauen gefragt: wären Sie bereit, sich auf ein neues Engagement einzulassen, wenn Sie gefragt würden? Oder wenn Sie sehen, dass irgendwo jemand dringend gebraucht wird?       

    Und Sie das auch von Ihren Möglichkeiten und Begabungen könnten? Bzw. andere es Ihnen zutrauen?

    Manchmal geht es um Verantwortung in einem kleinen Bereich, der aber wichtig für eine Familie, für die Nachbarschaft, für eine Gemeinde, einen Verein, oder für das soziale Umfeld sein kann.

    Vermutlich haben Sie auch Situationen erlebt, in denen eine Frage, eine Bitte um Hilfe im Raum stehen, und die Anwesenden den Blick senken oder sich eine gewisse Schwerhörigkeit auszubreiten scheint. Eltern von schulpflichtigen Kindern kennen die peinliche Stille, die auftreten kann, wenn es um Verantwortungsübernahme in der Elternversammlung geht.

    Verantwortung, das ist das Stichwort. „Antwort“ steckt darin. Voran steht eine Frage. Dann geht es um eine Reaktion. U.A.w.g.  - um Antwort wird gebeten, steht auf besonderen Einladungen. Wer nicht reagiert, wird vielleicht irgendwann nicht mehr gefragt.

    Manchmal kommen überraschende Anfragen. So geschehen bei einem jungen Mann in Israel, vor 2500 Jahren. Von ihm wird im Buch Jesaja in der Bibel berichtet:

    „Ich hörte die Stimme des HERRN, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? - Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich!“

    Jesaja reagiert auf Gottes Frage. Seine Berufung wurde seine Mission. Jesus nimmt das mit einem Bild aus der Landwirtschaft auf. Er sagt: „Die Ernte ist groß. Bittet den Herrn, dass er Arbeiter in die Ernte sendet.“ Mitarbeiter gesucht. Nachfolger!

    Dabei geht es ja nicht darum, Jesus zu ersetzen, sondern in seiner Spur zu gehen. Er hat auf die Herrschaft Gottes hingewiesen, die uns nahe ist. Es gibt viel zu tun.

    Moment, sagen Sie vielleicht jetzt. Was habe ich damit zu tun? Ich bin weder Prophet noch Jünger. Mag sein, aber Gott fragt nach uns allen. Adam, Mensch, wo bist Du? Diese Frage gilt auch Ihnen. Sie sind ein reichhaltig begabter und von Gott gefragter Mensch. Mit Ihrem Leben geben Sie jeden Tag praktisch eine Antwort. Wie sieht sie aus?

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    Autor: Hans-Georg Filker

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    5 min
  • Befreit durch Jesus
    Die Bibelstelle Markus 7,34-35 – ausgelegt von Hans-Georg Filker.

    Heute möchte ich Ihnen von einer befreienden Erfahrung berichten. Eine Befreiung, die eine neue Lebensperspektive öffnete, die man sich vorher gar nicht vorstellen konnte. Und das hat mit Jesus von Nazareth zu tun.

    Jesus war schon ein besonderer Mensch. Er wurde von seinen Freunden „Christus“ genannt, der von Gott besonders Berufene. Und so hat er sich auch selbst verstanden. Mal kurz angemerkt: ich finde es manchmal befremdlich, wie oft vom „Christlichen“ geredet wird, „christlicher Glaube, christliches Abendland, christliches Verhalten“, aber irgendwie taucht Jesus gar nicht mehr dabei auf. Er scheint vielen fremd zu sein, unbekannt, obwohl er dem Ganzen, dem Christentum, den Namen gegeben hat. Weihnachten ist zwar noch weit weg, aber ich habe den Eindruck, wir feiern diesen Geburtstag Jesu zunehmend ohne das Geburtstagskind. Kein Wunder, wenn dann wirklich Erfahrungen mit ihm fehlen, in dem Gott uns menschlich begegnet. Statt irgendwie fester oder weniger stark an „etwas“ zu glauben, lade ich Sie ein, mehr darauf schauen, wie ER, Jesus, Menschen begegnet.

    Davon berichtet die Bibel im Neuen Testament. Diese Begegnungen finden an unterschiedlichen Orten mit ganz unterschiedlichen Menschen statt. Jesus ist viel unterwegs. Er trifft auf Leute in ihrem Alltag, wo das schöne und manchmal auch das ungeschönte Leben stattfindet. Einmal bringen Leute einen Menschen zu Jesus, der viele Einschränkungen hatte. Er konnte weder hören noch kaum sprechen. Damit war seine Teilhabe am Leben stark eingeschränkt. Aber er hatte Menschen um sich, denen er nicht egal war. Sie bringen ihn zu Jesus und bitten: Lege doch unserem Bekannten die Hand auf. Sie wagen Vertrauen und Hoffnung. Was macht Jesus? Menschliche Not verdient kein Spektakel. Er führt den zu ihm Gebrachten etwas abseits und wendet sich ihm zu, berührt ihn und spricht ihn an. Und das Wunder geschieht. Es heißt: „…sogleich taten sich seine Ohren auf, und die Fessel seiner Zunge wurde gelöst und er redete richtig.“ Eine Demonstration seiner, Jesu, Fähigkeiten? Eher seiner Liebe, die den Kranken nicht zum Objekt seines Handelns macht. So bittet Jesus die, die diese Befreiung miterlebt haben, daraus kein Kapital zu schlagen. Es geht Jesus um den Menschen, nicht um spektakuläre Erfahrungen.

    Wer in die Nähe Jesu kommt oder gebracht wird, sei es durch Freunde, durch die Teilnahme an einem Gottesdienst, durch das Lesen in der Bibel, kann solche Erfahrungen machen. Ich habe das in meinem Leben immer wieder einmal erfahren, dass Jesus mich anspricht, innerlich berührt und das sich daraus für mich neue Perspektiven ergeben haben, die ich mir vorher überhaupt nicht vorstellen konnte. Gut, dass ich Menschen hatte, die mich als Jugendlichen in die Nähe Jesu gebracht haben. Das hat mir befreiende Perspektiven gegeben, die ich gerne teile, auch mit Ihnen. Und dann lassen sie uns solche Freunde sein, die das auch anderen ermöglichen.

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    Autor: Hans-Georg Filker

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    5 min
  • Begabt und doch zu allem fähig
    Die Bibelstelle 5. Mose 9,26 – ausgelegt von Gudrun Siebert.

    Das Volk Israel befindet sich nach langer Wüstenwanderung am Jordan. Doch bevor sie den Fluss überqueren, hält ihr Führer Mose eine lange Rede. Er erinnert an verschiedene Stationen der langen Wanderung. Dabei gab es viel Gutes und viel Hilfe von Gott. Mose erinnert aber auch an so manche Zeiten, in denen die Menschen gemurrt, gegen Gott rebelliert und gesündigt haben. Und immer wieder hat Gott vergeben und dem Volk Israel einen Neuanfang ermöglicht. Der Mittler zwischen dem Volk und Gott ist Mose. Er erinnert in seiner Rede an den Ungehorsam und daran, dass er einmal vierzig Tage und Nächte zu Gott um Erbarmen und Vergebung gebetet hat. Da war Mose vom Berg mit den Tafeln des Gesetzes heruntergekommen und erlebte, wie das Volk sich ein goldenes Kalb gegossen hatte. Er war sehr zornig darüber und wusste, dass auch Gott das nicht dulden würde. Aber dann betete er und sagte, so wie es in der Losung der Herrnhuter Brüdergemeine von heute steht: „HERR, verdirb dein Volk und dein Erbe nicht, das du durch deine große Kraft erlöst hast.“

    Ja, Gott hatte das Volk errettet und befreit aus der Hand aller ihrer Feinde. Deshalb sind die Worte von Mose mehr als nur eine Bitte. Sie sind eine Anerkennung der treuen und rettenden Liebe Gottes.

    Mose hebt hervor, dass es Gott ist, der das Volk errettet, erlöst hat. Gott hat immer zu seinem Volk gehalten und ihm so viel Gutes getan. Und da kann er die Menschen doch jetzt nicht vernichten, oder?

    Ja, wir Menschen machen es dem Schöpfer wirklich nicht leicht. Jede und jeder von uns ist nicht nur von Gott begabt, sondern auch zu allem fähig – auch zum Schlimmsten.

    Aber zu unserem Glück will Gott nicht vernichten, sondern retten. Daran erinnert Mose. Seine Geschichte mit dem Volk Israel hat damals erst richtig Fahrt aufgenommen. Und seine Geschichte mit uns, mit Ihnen und mir, ist noch lange nicht zu Ende. Seine Gnade ist unverdient, und seine Treue hat sich immer wieder gezeigt, obwohl wir Menschen oft gegen Gottes Gebote verstoßen.

    Aber Gottes Gnade ist größer als sein Zorn – damals und heute. In seiner Treue geht Gott ja noch einen weiteren Schritt, indem er seinen Sohn auf die Erde schickt. Gottes Rettung durch Tod und Auferstehung von Jesus Christus ist unser Fundament des Glaubens. Ich darf immer wieder neu anfangen, wenn ich gesündigt habe. Gott ist gnädig, so wie er damals seinem Volk gnädig war.

    Vielleicht ist dieses Bibelwort ein Anstoß, sinnbildlich am Jordan zu stehen und zu überlegen, wann und wie Gott Ihnen in Ihrem Leben schon geholfen hat. Denn so wie der Jordan damals für das Volk Israel einen neuen Lebensabschnitt bedeutete, gibt es bei Ihnen doch auch immer mal wieder neue Abschnitte, Wendepunkte.

    Beim Nachdenken sollte ich aber auch ehrlich zu mir selbst sein: Bin ich dankbar dafür, was Gott in meinem Leben getan hat? Bewahre ich die Gaben, die ich durch ihn habe? Oder lasse ich Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit zu?

    Solch ein Nachdenken eröffnet die Möglichkeit, Gott zu danken für alles bisherige Durchtragen. Bei solcher Dankbarkeit kann ich mich getrost weiter in Gottes Hände begeben.

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    Autor: Gudrun Siebert

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    5 min
  • Staunen statt Angst
    Die Bibelstelle Sprüche 1,7 – ausgelegt von Gudrun Siebert.

    In der Losung der Herrnhuter Brüdergemeine von heute aus Sprüche 1,7 steht: „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis.“

    Dieser kurze Satz gehört zu den grundlegenden Aussagen der Bibel. Er spricht von Erkenntnis, von Weisheit, vom rechten Leben. Und er beginnt mit einem Wort, das uns heute oft fremd geworden ist: Furcht.

    Viele Menschen stolpern ja regelrecht über das Wort Furcht. Es klingt nach Angst, Enge, Strafe, Entsetzen. Dabei höre ich doch viel lieber Bibelverse, die mir zurufen: „Fürchte dich nicht!“  Und davon gibt es eine ganze Menge.

    Doch es geht hier um etwas Anderes. Wenn die Bibel von der „Furcht des Herrn“ spricht, meint sie nicht Angst oder Bedrohung und auch nicht ein Wegducken vor Gott. Die biblische „Furcht des Herrn“ meint etwas Tieferes: Es bedeutet Ehrfurcht. Staunen. Das bewusste Anerkennen, dass Gott Gott ist und dass ich sein geliebtes Geschöpf bin. Es ist die Haltung eines Menschen, der weiß: Mein Leben steht vor Gott. Ich verdanke ihm alles. Ich bin ihm aber auch verantwortlich.

    Diese Ehrfurcht, die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Erkenntnis hat zu tun mit Weisheit und Wissen. Wobei ich ehrlich zugebe, dass ich oft gar nicht so viel weiß. Unsere Welt ist kompliziert, wer hat da schon einen Überblick? Mein Wissen, meine Erkenntnis ist begrenzt. Wenn ich irgendetwas erkenne oder die Bedienungsanleitung für irgendein Gerät begreife, dann sind das winzige Dinge im Vergleich zum großen Ganzen. Paulus schreibt im 1. Korintherbrief: „Unser Wissen ist Stückwerk.“ (1. Korinther 13,9)

    Aber eins weiß ich sicher: Gott hat den Überblick. Gott weiß, wie die Welt funktioniert. Gott ist weise und hält die Welt in seiner Hand. Und ich darf ihn bitten um Erkenntnis, Weisheit. Wenn ich mich öffne für Gottes Weisheit, wenn ich mein Leben in seine Hand gebe, dann geschieht das in großer Ehrfurcht und Gottesfurcht. Indem ich anerkenne, dass Gott groß ist, wird er vor allem in mir und meinem Herzen groß.

    Erkenntnis beginnt mit einer Haltung. Wer die Furcht des Herrn kennt, der weiß bzw. erkennt: „Ich bin nicht der Maßstab aller Dinge. Ich muss nicht alles kontrollieren, erklären oder rechtfertigen. Ich darf hören, lernen und mich korrigieren lassen.“ Mit solcher Erkenntnis öffnet sich der Raum für echte Weisheit.

    Erkenntnis wächst auch dort, wo ich Gott zutraue, recht zu haben – auch wenn es mich herausfordert. Wo ich frage: „Herr, was siehst du? Was ist dein Weg?“ - Wer so fragt, beginnt zu verstehen und wächst im Glauben. Ich verstehe nicht alles auf einmal, aber Schritt für Schritt wächst die Erkenntnis.

    Die Furcht des Herrn bewahrt mich auch vor Überheblichkeit. Sie hilft mir, meine Grenzen anzunehmen. Sie lehrt, dass ich nicht alles wissen muss, um richtig zu leben und zu glauben. Denn Weisheit beginnt dort, wo ich Gott vertraue.

    Und: Die Furcht des Herrn macht nicht klein, sie macht dagegen wach. Sie lähmt nicht, sie führt. Und sie ist kein Endpunkt, sondern ein Anfang: der Anfang eines Lebens, das sich Gott anvertraut.

    Der Beter von Psalm 139 hat es so formuliert: „Erforsche mich Gott und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne, wie ich´s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege.“

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    Autor: Gudrun Siebert

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    5 min
  • Von Gott geprägt
    Die Bibelstelle Epheser 5,1-2 – ausgelegt von Thomas Eger.

    Wie ist das bei Ihnen, wenn Sie eine andere Person geärgert hat? Wie reagieren Sie darauf? Ich frage das jetzt nicht, um zu moralisieren. Das steht mir nicht zu. Denn ich frage auch mich immer wieder, wie ich mich da verhalten soll. Mir kommt jemand in die Quere. Das regt mich auf. Meine Gefühle schalten auf Angriff. Meine Emotionen klingeln Alarm: „Lass dir das nicht gefallen! Gib Kontra!“ Aber ich bin Christ. Ich will so leben, wie es meinem Gott gefällt. Das passt nicht zu wütenden Reaktionen.

    Wie bekommen Sie aufkochende Gefühle wieder in den Griff? Ich weiß, die Temperamente von uns Menschen sind unterschiedlich. Die einen regen sich sehr schnell auf, andere fast gar nicht. Doch bin ich mir sicher, dass jeder Mensch, der mit Worten verletzt wird, das nicht einfach schlucken kann. Was soll ich da also tun als Christ?

    Der Apostel Paulus gibt für das Verhalten von Christen einen grundsätzlichen Rat. An seine Glaubensgeschwister in Ephesus schrieb er einmal folgende Zeilen (Epheser 5,1-2): „Folgt nach dem Beispiel Gottes als geliebte Kinder, und führt euer Leben in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und Opfer für Gott.“

    Paulus gestehe ich zu, dass er diese Worte nicht am grünen Tisch ausgedacht hat. Aus den Berichten über ihn und aus seinen eigenen Schriften wird deutlich, wie pragmatisch er dachte und handelte. Wenn er dann so einen komplizierten Satz schreibt - wie eben gelesen -, dann steckt da was Tiefgründiges dahinter.

    Ich soll also dem Beispiel Gottes folgen, schlägt Paulus vor. Und er begründet das mit der Feststellung: „Du bist sein geliebtes Kind!“ Stimmt, Kinder haben einen Vater. Und wer Jesus Christus im Glauben nachfolgt, hat Gott als himmlischen Vater. Der will mich nach seinem Wesen prägen. Wie tut er das? Wieder der Apostel Paulus dazu: „Führt ein Leben in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat.“

    Da haben wir es wieder, das berühmte Wort „Liebe“ von dem auch Jesus immer wieder spricht. Aber diese Art der Liebe hat einen anderen Hintergrund als wie Liebe allgemein verstanden wird. Das Neue Testament der Bibel ist in griechischer Sprache geschrieben. Und in dieser Sprache gibt es eine Bezeichnung für Liebe: Sie heißt „Agape“. Von dieser Agape-Liebe spricht Gott und schreibt Paulus.

    Agape ist eine Liebesart, die nicht von sich ausgeht oder gar fragt: „Werde ich auch geliebt?“ Agape ist eine Liebesart, die Not und Hilfsbedürftigkeit im Nächsten erkennt. Sie bleibt dann nicht dabei stehen. Agape will aus der Not des Anderen heraushelfen. Das ist diese göttliche Liebe, die eingreift, die hilft.

    „Das hat Gott durch Jesus bei euch getan“, so noch einmal Paulus, „und das tut nun ihr durch Jesus Christus auch bei anderen!“ Leben wollen, wie es Gott gefällt ist, eine Lebensaufgabe. So denken und handeln zu wollen, das schaffe ich nicht von heute auf morgen. Das muss heranwachsen in mir. Damit das auch gelingt, habe ich Gottes Geist in mein Leben bekommen. Auch darf ich Jesus in jeder Situation dabei um seine Hilfe bitten.

    Daran will ich mich halten, wenn mich wieder mal jemand ärgert – und Sie können das auch so tun!

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    Autor: Thomas Eger

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    5 min
  • Eine göttliche Aufforderung
    Die Bibelstelle Amos 5,15 – ausgelegt von Thomas Eger.

    „Hasst das Böse und liebt das Gute, richtet das Recht auf im Tor, vielleicht wird der Herr, der Gott Zebaoth, gnädig sein.“

    Der Prophet Amos hat den Satz gesagt. Er steht in seinem Buch in Kapitel 5, Vers 15. Amos sagt das im Auftrag Gottes an sein Volk, an Israel. Rund 2.700 Jahre ist das jetzt her.

    Gilt es denn dann auch heute noch, wenn diese Aufforderung so alt ist?

    Ja, weil Gott dazu auffordert. Es ist eine göttliche Grundsatzaussage. Sie gilt für alle Menschen bis ans Ende der Zeit.

    Und um die Autorität Gottes zu unterstreichen, wird er hier mit seinem Titel „Gott Zebaoth“ genannt. Zebaoth ist kein Name, der in unsere Sprache übersetzt werden kann. Zebaoth ist ein Titel, der nur Gott zusteht. Er bezeichnet ihn als die höchste Autorität, die es gibt, über alle Engel und Mächte. Der Titel „Gott Zebaoth“ macht deutlich, dass er der Weltenherrscher ist. Über ihm gibt es nichts und niemand. Vor ihm werden sich einmal alle Mächte und Mächtigen verantworten müssen für ihr Tun. Für alles Gute und alles Böse, das durch sie geschehen ist.

    Und in dieser Autorität fordert Gott dazu auf, das Böse zu hassen und das Gute zu lieben.

    Doch was ist das Böse und was das Gute? Über diese Frage kann gestritten werden unter uns Menschen. Die unterschiedlichen Vorstellungen darüber sind geprägt von verschiedenen Religionen, von Ideologien und von menschlicher Denkweise in Politik und Wissenschaft. Was die Einen als gut bezeichnen, bewerten andere als böse.

    Hier geht es aber nicht um menschliche Meinungen. Hier geht es darum, was das aus göttlicher Sicht bedeutet.

    Und was ist gut bei Gott? Das bewertet er zum ersten Mal nach Abschluss seiner Schöpfung. Rückblickend dazu stellt er fest (1. Mose 1,31): „Es ist alles sehr gut!“

    Unter dieses Gute fällt alles, von dem wir leben und worin wir leben, einschließlich wir selbst. Da ist die Erde, auf der wir leben, mit ihren Elementen Wasser, Luft und Feuer. Da ist die Natur, in der wir leben mit ihren Pflanzen, Tieren, usw. Aus Gottes Blickwinkel bedeutet das: „Gut ist, was Leben ermöglicht und was es fördert!“

    Was ist dann Böses? Nun, das Gegenteil von gut. Das Böse nahm seinen Anfang durch den Sündenfall der ersten Menschen. Die erste brutale Frucht des Bösen erleidet ein Mensch durch die Mörderhand seines Bruders: Abel. Sein Tod ist der erste. Ihm folgen unzählbar viele, und das geht leider auch noch immer so weiter. Wie viel Prozent aller toten Menschen sind wohl in Kriegen oder durch Mörderhand umgekommen? Zusammengefasst heißt Böses dann: Leben bedrohen und auslöschen. „Hasst das Böse“ sagt Gott, „und liebt das Gute“.

    In unserem Bibeltext steht am Schluss noch eine Feststellung: „…vielleicht wird der Herr, der Gott Zebaoth, gnädig sein“.

    Was mich dabei aufhorchen lässt ist das Wort „vielleicht“. Dadurch stellt sich die Frage: Wann wird Gott gnädig sein und wann nicht? Hier bleibt das irgendwie ungewiss.

    Was bin ich froh, von Gottes Sohn, Jesus Christus, eine klare Zusage zu haben im Blick auf Gottes Gnade. Von ihm stammt die Aussage (Johannes 11,25): „Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“ Das von Gottes Seite her zu wissen, ist einfach nur gut!

    ►   Mehr zum Buch Amos

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    Autor: Thomas Eger

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