ERF Plus - Wort zum Tag

ERF Plus - Wort zum Tag

By ERF - Der SinnsenderReligion & SpiritualityChristianity
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ERF Plus - Wort zum Tag episodes

  • Ich möchte etwas sehen von der Kraft Gottes!
    Die Bibelstelle Markus 16,20 – ausgelegt von Renate Schmidt.

    Die Jünger gehen also los und laden andere ein zu Jesus. Und da passiert was: der Herr wirkt mit ihnen und bekräftigt das Wort durch die mitfolgenden Zeichen. Diese Zeichen werden vorher genannt: Dämonen austreiben, in neuen Sprachen reden, gefährliche Schlangen und tödliches Gift schaden ihnen nicht, Kranke werden gesund … Man konnte damals etwas sehen von der Kraft Gottes!

    Das macht mich so sehnsüchtig! Oh, ich möchte auch etwas sehen! Bekümmert schaue ich zurück auf meinen aktiven Dienst – und sehe vor allem „Rückbau“: Das Pfarrhaus leer, Gottesdienste reduziert, Yogakurs im Gemeindehaus… Wo ist da Aufbruch, Begeisterung, neues Leben? Fehlanzeige.

    Ja, ich weiß: es ist eine „Saat auf Hoffnung“, das sagt man immer wieder. Ist das nicht leere Tröstung? Oder sind nur meine Augen blind? Zugegeben: Schlangen und Gift sind nicht mein Problem – das war wohl damals nötig, in einer Welt mit solchen Gefahren. Aber dass Kranke gesund werden – das wünsche ich einigen Menschen meiner Umgebung!

    Gucke ich vielleicht in die falsche Richtung? Muss ich eher genauer hinsehen?

    Meine Bekannte Moni hat in unserem Dorf ein Bistro – und sie hat es auf dem Herzen, Frauenfrühstück zu machen. Sie ist patent und gläubig – auch durch eine Lebensgeschichte „mit Kurven“. 17 Frauen sind wir jedes Mal, mehr nicht – aus Platzgründen, und um noch ein Gespräch zum Thema führen zu können. Jedes Mal ist das Frühstück sofort ausgebucht; wir fragen uns manchmal, ob es den – meist älteren – Frauen nur darum geht, einen Vormittag rumzukriegen – oder um Gott näher zu kommen? Keine Ahnung, aber die Frauen kommen gerne, und es ist eine gute Stimmung. Dabei wird jedes Mal zu Beginn und am Ende gebetet, wir singen ein paar Lieder, kommen ins Gespräch über Lebensthemen – neben einem leckeren Frühstück natürlich!

    Letztes Mal sagte eine Frau beim Verabschieden – mit Sehnsucht in der Stimme: „Ich hätte auch gerne so einen Glauben!“ Ist das nicht schon ein Zeichen, dass eine Heilung in Gange ist – die Heilung eines tiefen Schmerzes, den sie erfahren hat – weil sie ihren Mann verloren hat?

    Moni und ich sind einfach losgegangen – so wie die Jünger damals. Wir predigen sozusagen „an allen Orten“ – nicht in einer Kirche mit Kanzel, aber an Tischen im Bistro. Sollen wir in Panik kommen, weil nach acht Treffen „noch nichts passiert ist“? Ist es nicht schon Zeichen genug, dass die Frauen gerne kommen – und bei manchen vielleicht eine Sehnsucht wächst nach einem Leben mit Gott?

    Ja, ich wünschte mir mehr, natürlich! Aber ein Riesentrost ist für mich, was in der Bibel steht: Der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort: ER wirkt – ER bekräftigt! WIR sind nur losgegangen und haben das getan, was wir auf dem Herzen hatten. Wir sind nur Mitarbeiter Jesu, das entlastet vom Druck des Erfolgs.

    Das erinnert mich an die erste Zeit mit meinem Mann: Er ist groß und hat lange Beine. Wenn wir spazieren gegangen sind, Hand in Hand – bin ich oft neben ihm „hergehoppelt“: er macht einen langen Schritt – ich brauche anderthalb Schritte für die gleiche Strecke. Gar nicht so einfach, ruhig und zügig miteinander zu laufen.

    Ist es nicht auch so mit Jesus? Wir laufen zusammen. Ich hopple nebenher, hastig und bemüht, in seinem Rhythmus zu gehen. Er geht ruhig daneben. Wenn er alleine laufen würde – wäre es einfacher für ihn. Aber er will uns beteiligen an seinem „Lauf in der Welt“.

    Dass ich als Rentnerin noch weiter tätig bin in der Verkündigung – darüber staunen andere oft. Ist das nicht auch ein Zeichen: Die Botschaft ist es wert, weitergesagt zu werden – auch ohne Pflicht? Ein Zeichen für die Kraft Gottes!?

    Manchmal sehe ich die kleinen Zeichen nicht, wie die Sehnsucht bei dieser Frau, oder wie ein „Sorgenkind“ von mir schon viel offener geworden ist – sagen andere! – und nun regelmäßig in eine Gemeinde geht? Ich bin oft sehr ungeduldig – aber ich will auf Jesus sehen und in seinem Tempo gehen!

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Renate Schmidt

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    6 min
  • Formbar
    Die Bibelstelle Jesaja 64,7 – ausgelegt von Dagmar Janssen.

    „Herr, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände Werk.“ – (Jesaja 64,7)

    Diese Erkenntnis formuliert der ProphetJesaja im Namen des Volkes Gottes. Sie ist eingebettet in dem Bekenntnis, in der Vergangenheit selbstsüchtige Wege gegangen zu sein und die eigene Gerechtigkeit als Maßstab des Handelns genommen zu haben. Israel steht schuldbeladen vor Gott und greift nach des Töpfers Hand, wie nach einem rettenden Strohhalm.

    Und wer kennt das nicht von sich: Ein falsches Wort, ein Fehler im Job, Streit in der Familie – und schon kommen sie, die leisen Stimmen im Inneren: „Du bist nicht gut genug.“ „Andere kriegen das besser hin.“ Selbstzweifel nagen an mir, oft stärker als ich es mir eingestehen will.

    Und dann steht da dieser Satz aus der Bibel: Wir sind Ton. Und Gott ist der Töpfer.

    Das klingt zunächst nach etwas Formlosem, vielleicht sogar Wertlosem. Ton ist weich, verletzlich, leicht zu verformen. Aber genau darin liegt seine Stärke: Ton ist gestaltbar. Er kann etwas werden. Und vor allem: Er ist in den Händen eines Künstlers.

    Wenn ich mich selbst betrachte, sehe ich oft nur das Unfertige. Die kleinen Risse, die Unebenheiten, das, was noch nicht passt. Und ich fühle mich eher wie ein misslungenes Stück Ton als wie ein gelungenes Kunstwerk. Unser Gehirn ist darauf programmiert, Fehler stärker wahrzunehmen als Gelungenes. Ich erinnere mich länger an Kritik als an Lob. Ich sehe schneller, was fehlt, als das, was da ist.

    Doch der Blick des Töpfers ist ein anderer.

    Ein Töpfer sieht nicht nur, was gerade ist. Er sieht, was entstehen kann. Er kennt das Material, seine Möglichkeiten, seine Grenzen. Und er arbeitet geduldig. Schritt für Schritt. Mit Druck – ja, manchmal auch das. Aber nie ohne Ziel, nie ohne Sinn.

    Wenn ich glaube, ich muss perfekt sein, dann setze ich mich selbst unter einen Druck, der mich eher zerbrechen lässt als wachsen. Der biblische Gedanke ist ein anderer: Du bist nicht dein eigenes Projekt. Du musst dich nicht selbst formen bis zur Perfektion. Du wirst geformt von einem, der dich von Geburt an kennt.

    Das kann entlasten. Und vielleicht ist genau dieser Gedanke der Schlüssel zu einem gesunden Selbstwert: nicht aus sich selbst heraus perfekt sein zu müssen, sondern sich als gewollt zu verstehen, als bewusst geformt.

    Das bedeutet nicht, dass alles in meinem Leben glatt läuft. Auch ein Gefäß aus Ton hat seine Spuren, die im Prozess entstehen. Sie gehören dazu. Sie erzählen eine Geschichte. Und vielleicht lerne ich, meine eigenen „Risse“ anders zu sehen: nicht nur als Makel, sondern als Teil dessen, was mich einzigartig macht.

    Wenn Gott der Töpfer ist, dann ist Ihr Leben kein Zufallsprodukt. Dann sind Sie kein misslungenes Experiment. Dann sind Sie ein Werk in Arbeit – mit Würde, mit Wert, mit einer Form, die vielleicht noch nicht fertig ist, aber längst Bedeutung hat.

    Der Ton in den Händen des Töpfers weiß nicht, was er einmal wird. Aber er darf darauf vertrauen, dass die Hände, die ihn formen, gut sind. Das möchte ich Ihnen heute kraftvoll zusprechen. Sie sind in des Töpfers Hand geborgen, gewollt und liebevoll geformt, bis Sie dem Töpfermeister immer ähnlicher werden.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Dagmar Janssen

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    6 min
  • Meine Ehre oder Gottes Ehre
    Die Bibelstelle Johannes 7,18 – ausgelegt von Dagmar Janssen.

    „Wer von sich aus redet, sucht die eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist glaubwürdig …“ Johannes 7, 18

    Es ist ein Satz, der unbequem ist. Denn wenn ich ehrlich bin, steckt in mir dieser Wunsch: gesehen zu werden. Anerkannt zu werden. Gelobt zu werden. Gerade dort, wo ich mich engagiere – im Beruf, in der Familie, in der Gemeinde. Vielleicht sogar besonders dort. Denn wer viel gibt, möchte auch wahrgenommen werden.

    Aber Jesus legt hier den Finger auf einen wunden Punkt: Worum geht es mir wirklich? Suche ich meine eigene Ehre – oder Gottes?

    Das ist keine einfache Frage. Denn oft vermischt sich beides. Ich tue etwas Gutes – und gleichzeitig freue ich mich, wenn andere es bemerken. Ich diene – und merke doch, wie gut es sich anfühlt, wenn ich dafür Anerkennung bekomme.

    Ist das etwa schon falsch? Ich glaube: Es ist zunächst einmal menschlich!

    Aber Jesus lädt mich ein, tiefer zu schauen. Nicht nur auf das, was ich tue, sondern auf das, was mich innerlich dazu antreibt.

    Woran erkenne ich also, ob ich meine eigene Ehre suche?

    Vielleicht an meiner Reaktion, wenn die Anerkennung ausbleibt. Bin ich dann enttäuscht? Fühle ich mich gekränkt und ziehe ich mich beleidigt zurück? Oder wenn jemand anderes gelobt wird – kann ich mich mitfreuen? Oder regt sich ein leiser Neid? Diese kleinen inneren Bewegungen können wie ein Spiegel sein. Sie zeigen mir, was in meinem Herzen wichtig ist.

    Bei all dem geht es Jesus aber nicht darum, mich unter Druck zu setzen. Es geht nicht um Selbstoptimierung oder darum, jede falsche Regung auszumerzen. Es geht um eine neue Ausrichtung. Paulus beschreibt das im Römerbrief so: „Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung als ein lebendiges Opfer. Das ist euer wahrer Gottesdienst.“

    Ein ganzes Leben – nicht nur einzelne fromme Momente. Ein Dienst für Gott, der nicht auf die Bühne beschränkt ist, sondern im Alltag stattfindet: in Gesprächen, Entscheidungen, kleinen Gesten.

    Ich denke dabei an einen Abend in meiner Gemeinde. Ein Lobpreisabend. Der Raum ist ganz anders als sonst gestaltet. Das Kreuz steht nicht vorne auf der Bühne. Es steht mitten im Raum. Alles ist um das Kreuz herum angeordnet: die Stühle, die Lichter, die Musiker – und wir als Besucher. Niemand steht im Mittelpunkt. Keine Bühne, die den Blick auf sich zieht. Alles richtet sich auf dieses eine Zeichen aus. Jesus - der Gestorbene und Auferstandene steht im Zentrum der Anbetung. Ihm allein gilt die Ehre. Ich habe an diesem Abend etwas verstanden, nicht nur mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen: Es geht nicht darum, dass ich im Zentrum stehe. Es geht nicht einmal darum, dass „mein Gottes-Dienst“ im Zentrum steht. Es geht darum, dass Christus im Zentrum steht.

    Vielleicht ist genau das die Antwort auf die Frage: „Suche ich gerade meine Ehre?“ Nämlich aufzuhören, meine Motivation zu überprüfen und anstelle dessen, bewusst die Mitte zu verschieben. Das Kreuz ins Zentrum zu stellen. Und dann alles andere darum herum auszurichten: meine Worte, mein Engagement, meine Begabungen, meine Sehnsucht nach Anerkennung.

    Paulus nennt das einen „lebendigen Gottesdienst“ – ein Leben, das sich immer wieder neu auf Gott ausrichtet.

    Und vielleicht kann das heute ein einfaches Bild für Sie sein: Stellen Sie sich Ihr Herz wie diesen Raum vor. Und dann stellen Sie das Kreuz in die Mitte. Richten Sie alles andere daran aus. Ihr Tun. Ihr Reden. Ihr Dienen. Nicht perfekt. Aber ehrlich.

    Und vielleicht geschieht genau darin das, was Jesus beschreibt: Ein Leben, das nicht sich selbst in den Mittelpunkt stellt, sondern Gott, den Vater, dem allein die Ehre gebührt.

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    Autor: Dagmar Janssen

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    6 min
  • Aussicht auf Rettung
    Die Bibelstelle Psalm 30,4 – ausgelegt von Andrea Hoppstädter.

    „Rettung in letzter Sekunde.“ In Büchern und Filmen sorgen solche dramatischen Szenen für jede Menge Nervenkitzel. Ein entsprechendes reales Ereignis lässt natürlich den Atem erst recht stocken. Wie gut, wenn es nach einer geglückten Rettung endlich wieder ein Aufatmen gibt.

    Um eine Rettungsaktion geht es auch in Psalm 30, Vers 4: „HERR, du hast mich heraufgeholt aus dem Totenreich, zum Leben mich zurückgerufen von denen, die hinab zur Grube fuhren.“

    Aber halt! Ist da die letzte Sekunde nicht schon überschritten? Ist tot nicht tot, und damit alles aus? Wie kann das denn hier gemeint sein? Und in welchem Zusammenhang steht der Vers überhaupt? Psalm 30 ist ein Dankeslied, das David verfasst hat und später zur Einweihung des Tempels gesungen wird. Dabei erinnert sich David auch an einige bedrohliche Situationen, aus denen Gott ihm herausgeholfen hat.  Solches Erleben spiegelt sich auch in anderen Psalmen von David wider. So lese ich in Psalm 40: „Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich sicher treten kann.“  Und in Psalm 18 lese ich: „Des Totenreichs Bande umfingen mich, und des Todes Stricke überwältigten mich.“ In dieser Angst schrie David zu Gott. Und so erfuhr er, wie es dann einige Verse später heißt: „Er führte mich hinaus ins Weite, er riss mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.“ David durchlebte vielfältiges Leid. So spürte er immer wieder Todesschatten über seinem Leben, in äußerer und innerer Not wie Verfolgung, Krankheit, Angst, Trauer, Verzweiflung und manchen anderen Nöten. In einigen Situationen war er dem Tod sehr nahe, aber Gott hat ihn herausgerettet.

    Auch heute erleben Menschen immer wieder, dass Gott sie herausholt aus Verirrungen und Abstürzen, aus dem Sumpf von finsteren Gedanken, aus Selbstmitleid und Selbstanklage. Wenn auch nicht aus so spektakulären Situationen wie bei David, hat Gott auch mich schon aus manchen Nöten herausgerissen. Und manches, was ich mir anders wünsche und trotzdem tragen muss, wird gemildert, weil die Hoffnung auf die zukünftige Befreiung in mein Leben gepflanzt ist.

    Die Aussicht auf diese umfassende Rettung schwingt wohl auch in unserem Vers schon mit. Denn Gott lässt nicht nur die Propheten, sondern auch David beim Verfassen seiner Psalmen manchmal Zukünftiges schauen. Wo David selbst nur eine Ahnung haben konnte, wissen Menschen seit dem Neuen Testament mehr. Paulus schreibt im Brief an die Kolosser, im Kapitel 1 Vers 13 und 14: „Er (Gott) hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden.“ Gott bietet uns durch Jesus die Rettung aus der Trennung von ihm an. Diese Rettung bewahrt vor dem ewigen Verlorensein und schenkt einmal ein endgültiges Aufatmen in Gottes Herrlichkeit.

    Haben auch Sie Gottes Rettungsangebot schon angenommen und Jesus Ihr Leben anvertraut? Nur er kann Sünden vergeben und ewiges Leben schenken. Denn er hat alles, was jeden einzelnen Menschen von Gott trennt, ans Kreuz getragen. Jedoch die Zeit der angebotenen Rettung kann so schnell verstrichen sein. Denn niemand weiß, wann seine letzte Sekunde auf der Erde da sein wird.

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    Autor: Andrea Hoppstädter

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    5 min
  • Hochmut kommt vor dem Fall
    Die Bibelstelle 1. Petrus 5,5 – ausgelegt von Andrea Hoppstädter.

    „An einem Morgen saß ein Rabe mit einem gestohlenen Stück Käse im Schnabel auf einem Ast, wo er in Ruhe seine Beute verzehren wollte.  Zufrieden krächzte der Rabe über seinen Käse. Dies hörte ein vorbeiziehender Fuchs.  Er dachte nach, wie er an den Käse kommen könnte. Endlich hatte er eine hinterlistige Idee.

    Freundlich begann der Fuchs den Raben zu loben: „Oh Rabe, was bist du für ein wunderbarer Vogel! Wenn dein Gesang ebenso schön ist wie dein Gefieder, dann sollte man dich zum König aller Vögel krönen!“ Das schmeichelte dem Raben und das Herz schlug ihm vor Freude höher. Stolz riss er seinen Schnabel auf und begann zu krächzen. Dabei entfiel ihm das köstliche Stück Käse. Darauf hatte der Fuchs nur gewartet. Schnell schnappte er sich die Beute und machte sich gleich ans Fressen.  Da rief der Rabe empört: „He, das war gemein!“  Doch der Fuchs lachte nur über den törichten Raben.“ – soweit die Fabel.

    Dumm gelaufen. Ja, der stolze Rabe erlebte nun schmerzlich, was schon das Sprichwort ausdrückt: „Hochmut kommt vor dem Fall“.

    Obwohl der Fuchs hier böse Absichten hatte, kann aber auch wohlgemeintes Lob einem Menschen in den Kopf steigen. Das heißt nun nicht, dass ich mich nicht über Lob und Anerkennung freuen darf. Natürlich darf ich auf Leistung und Erfolg auch stolz sein, solange daraus nicht Hochmut wird, der mit geschwellter Brust verächtlich auf andere herabschaut.

    Aber nicht nur Lob von außen kann Hochmut entfachen. Steckt nicht letztlich in jedem Menschen mehr oder weniger das Potenzial zum Hochmut? Der Mensch will hoch hinaus. Der Turmbau zu Babel wurde zum sichtbaren Zeichen dafür.

    Der Hochmütige überschätzt sich, belügt und betrügt sich selbst. Aber noch schlimmer ist der Keil, der zwischen ihn und seinen Schöpfer getrieben wird. Im 1. Petrusbrief, Kapitel 5, Vers 5 lese ich:

    „Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“

    Hochmut und Gottes Nähe sind nicht miteinander vereinbar. Der Hochmütige schließt sich selbst von der Gnade aus. Denn schließlich liegt darin der Ursprung der Sünde und Gottentfremdung, die sich seit den ersten Menschen fortpflanzt. Darum ist es Gnade, wenn ich erkenne, wie sehr ich Gott und seine Vergebung brauche, die er mir durch seinen Sohn Jesus anbietet.

    Jesus erzählt in dem Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner von einer hochmütigen und einer demütigen Haltung vor Gott. Das kann ich im 18. Kapital des Evangeliums von Lukas nachlesen.

    Folgende beiden Bitten an Jesus können eine Hilfe sein, mich in seinem Licht zu erkennen. Die erste: „HERR, zeige mir, wer ich bin“ und dann die zweite Bitte: „HERR, zeige mir, wer du bist.“ Je mehr ich die Sünde in mir erkenne, dann aber auch seine unverdiente Gnade, desto dankbarer werde ich für seine Rettung aus allem, was mich von Gott trennt. Die Demut, die daraus erwächst, ist das beste Heilmittel gegen Hochmut.

    Der Rabe hat durch seinen Hochmut nur sein Stück Käse verloren. Aber unvergleichlich tragischer ist es, wenn Menschen durch ihren Hochmut sich der Gemeinschaft mit Gott berauben. Durch Hochmut werden Menschen zum Verlierer. Aber wer seine Verlorenheit vor Gott sieht und die Rettung durch Jesus annimmt, der wird zum Gewinner des größten Geschenkes, nämlich des ewigen Lebens in Gottes Herrlichkeit.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Andrea Hoppstädter

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    5 min
  • Ja, ich will!
    Die Bibelstelle Jeremia 50,5 – ausgelegt von Werner Heise.

    Ich war junger Familienvater und er schon im Rentenalter, als wir uns kennen lernten. Er fiel mir auf, weil er sich sehr engagierte. Wenn es darum ging, dass die Gemeinde auch außerhalb der Kirchenmauern die gute Nachricht von Jesus bekannt macht, war er dabei. Dass wir mit Gott leben können, weil Jesus die Konsequenzen unserer Abwendung von Gott getragen hat, sollten auch andere hören.

    Irgendwann erzählte er mir seine Geschichte. Als Kind war er in der Gemeinde aufgewachsen, hatte sich dann aber entschieden, sein eigenes Leben zu leben. Gott war für ihn nur noch eine Erinnerung aus der Kindheit. Von ihm und von den Christen hielt er sich fern. Zum Leidwesen seiner Mutter, die unbeirrt für ihren Sohn betete. Nach ihrem Tod kam es zu einer Wende in seinem Leben. In einem Alter, in dem viele es gemütlicher angehen lassen und das Leben noch ein wenig genießen wollen, setzte er sich dafür ein, dass die gute Nachricht von Jesus weitergesagt wird. Jetzt tat es ihm leid, dass er Gott so viele Jahre vergessen hatte. Die Lebensangebote Gottes ihm gleichgültig gewesen waren.

    Ähnlich wie er hatten auch viele Israeliten Gott vergessen. Sie hatten die Geschichten gehört, wie Gott an den Vorvätern gehandelt hatte. Aber das war lange her. Warum sollten sie sich heute nach seinen Geboten richten? Sie wussten schon selbst, was zu tun ist, damit es im Leben vorwärts geht. Doch dann kam die Katastrophe: Feindliche Truppen besetzten das Land und die meisten Bewohner mussten ihre Heimat verlassen. Sie wurden gezwungen, ins Exil zu gehen. Eine harte Zeit. Jetzt sehnten sich einzelne danach, wieder Gottesdienst feiern zu können. Aber daran war nicht zu denken. Weder in Jerusalem noch im Exil. Niedergeschlagen und ohne Hoffnung versuchten sie, ihren Alltag zu bewältigen.

    In dieser Situation lässt Gott ihnen durch den Propheten Jeremia sagen, dass eine Zeit kommen wird, in der sie Gott suchen werden. In der sie einander ermutigen werden, in Beziehung mit ihm zu treten. „Kommt, wir wollen uns dem HERRN zuwenden zu einem ewigen Bund, der nimmermehr vergessen werden soll!“ (Jeremia 50,5)

    Ihre Vorfahren hatten den Bund, den Gott mit ihnen geschlossen hatte, für selbstverständlich gehalten. Aber ihr Leben war nicht mehr davon geprägt. Das erinnert mich an manche Städte und Dörfer in Europa, in denen Kirchengebäude stehen, zum Teil Jahrhunderte alt. Aber sie werden nicht mehr als Orte des Gebetes und des Hörens auf Gottes Wort genutzt.

    Ob Sie sich bei Gott festmachen wollen, seine Einladung annehmen, mit ihm zu leben, entscheiden Sie. Vielleicht haben Sie das schon einmal getan. Aber im Lauf der Zeit ist die Beziehung abgekühlt. Die Freundschaft wurde nicht aufgekündigt, nur hören und sehen sie sich nicht mehr.

    Der Prophet Jeremia sagt voraus, dass es in seinem Volk dazu kommen wird, dass Menschen eine beständige Beziehung mit Gott eingehen wollen. Dass sie sich gegenseitig Mut machen werden, daran festzuhalten. Wenn Sie sich heute dazu entschließen, kann ich Sie darin nur bestärken.   

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    Autor: Werner Heise

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    5 min
  • Gott respektvoll begegnen
    Die Bibelstelle Sprüche 23,17 – ausgelegt von Werner Heise.

    Kinder zeigen oft deutlicher als Erwachsene, was sie wirklich interessiert und was nicht. Ob sie gelangweilt etwas mitmachen oder mit Feuereifer dabei sind, ist leicht zu erkennen.

    Was mich beschäftigt, was mir wichtig ist, nimmt meine Zeit und Energie in Beschlag. Und prägt mich.

    Das wussten auch schon die Weisen in alttestamentlicher Zeit und mahnten:

    „Dein Herz eifre nicht gegen die Sünder, sondern jederzeit nach der Furcht des HERRN.“  (Sprüche 23,17) Mit anderen Worten: Sei nicht neidisch auf die, die nicht nach Gott fragen und auf den ersten Blick besser dran sind. Die weiter gekommen sind. Die sich mehr leisten können. Die den besseren Bauplatz bekommen haben und die hübschere Frau oder den hübscheren Mann. Denen man schmeichelt, weil sie Einfluss haben. Sei nicht eifersüchtig auf sie. Das raubt nur Kraft und macht unzufrieden. Ärgere dich nicht über ihre Unmoral. Und verschwende keine Zeit damit, anderen zu erklären, wie verdorben diese Leute sind. Das raubt nur Zeit und trübt den Blick für den, der wirklich wichtig ist. Denn wofür es sich lohnt, Zeit, Kraft und Herzblut einzusetzen, ist: Den lebendigen Gott ernst zu nehmen.

    Ein fröhliches ‚Guten Morgen’ beim Bäcker oder ein intensives Gespräch mit meinem Kollegen, beides kann sich positiv auf den Tag auswirken. Dabei kommt es nicht darauf an, wie lange wir miteinander reden. Wichtiger scheint mir zu sein, ob ich ihm wirklich zuhöre. Wissen will, wie er die Sache sieht. Ihn ernst nehme und nicht denke, dass ich schon weiß, was zu tun ist.

    Das gilt auch für die Beziehung zu Gott. Ob und wann ich mir Zeit nehme, zu beten und in der Bibel zu lesen, ob ich ihm zuhöre oder schon zu wissen meine, was dran ist – und was er segnen sollte – sagt auch etwas darüber, wie ernst ich ihn nehme. Ist der Glaube an ihn nur schmückendes Beiwerk in meinem Leben? Das Gebet eine nette Gewohnheit? Oder ist es mir ein Herzensanliegen, mein Leben mit ihm zu teilen?

    Aus der Mahnung der alttestamentlichen Weisen spricht viel Lebenserfahrung. Ebenso wie menschliche Beziehungen will auch die Beziehung zu Gott gepflegt werden. Täglich neu. Den ganzen Tag. Ein Leben lang. Wenn ich mich mit ihm, seinen Gedanken und Wünschen beschäftige, schützt mich das auch davor, dass ich mich mit unnützen oder zerstörerischen Gedanken -befasse. Statt zu klagen, wie verkommen und dunkel die Welt ist, kann ich mich dem Licht aussetzen. Zu dem beten, der von sich gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh. 8,12). Ihm zuhören. Es ist meine Entscheidung, womit ich mich beschäftige. Was und wer mir wichtig ist. Es wird Segensspuren hinterlassen, wenn ich dem lebendigen Gott ehrfürchtig begegne. Nicht nur, weil es angemessen ist. Auch weil es mir hilft zu unterscheiden, was für mein Leben wichtig und was weniger wichtig ist. Weil ich meine Anliegen dem vortrage, der Menschen und Situationen ändern kann.    

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    Autor: Werner Heise

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    5 min
  • Geborgen in Gottes Händen
    Die Bibelstelle Lukas 23,46 – ausgelegt von Bernhard Berends.

    Meine Hände sind doch ein Wunderwerk, sehr beweglich, nach allen Seiten hin drehbar. Mit meinen Händen kann ich etwas festhalten, etwas ergreifen. Ich kann sie auch zu Fäusten ballen und damit zuschlagen. Mit meinen Händen kann ich jemanden herunterdrücken und erniedrigen. Ich kann sie auch jemandem hinhalten und ihm helfen, sich aufzurichten. Ich kann auch die Hände formen, um darin etwas aufzubewahren. Mir steht dabei das Bild eines Küken vor Augen, das in der Mulde zweier Hände geborgen ist.

    Auch im übertragenen Sinn spreche ich von den Händen, so, wenn ich sage: „Ich begebe mich in die Hand eines anderen.“ Das bedeutet dann: Ich vertraue mich diesem Menschen an. Ja, er hat mich dann in der Hand, aber ich vertraue darauf, dass er Gutes für mich tut und bewirkt.

    Als Jesus am Kreuz hängt, da ruft er: „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände.“ Es sind die letzten Worte des sterbenden Jesus. „Und als er das gesagt hatte, verschied er.“ So lesen wir im Lukasevangelium. Diese Worte stehen im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine.

    Seinem Tod am Kreuz gingen für Jesus schwere Stunden voraus. Er wurde wie ein Schwerverbrecher behandelt, zum Tode verurteilt und wie ein Terrorist gekreuzigt.

    In der Bibel wird berichtet: Jesus ergab sich nicht in sein unabänderliches Schicksal. Sein Sterben war auch keine Kapitulation vor der römischen Staatsmacht oder der jüdischen Obrigkeit. In der Bibel wird ausdrücklich betont: Er, der Sohn Gottes, der ohne Sünde ist, er ging diesen Weg ans Kreuz, weil er seinem Vater, weil er Gott gehorcht. Und in der Bibel wird immer wieder betont: Er ging diesen Weg um unsertwillen. Er büßte für unsere Schuld.

    Als es so weit war, als er merkte, dass sein Leben zu Ende ging, da sprach er dieses Gebet: „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände“. Ganz bewusst legte er sein Leben in Gottes Hände, in die Hände seines himmlischen Vaters. Er wusste: In diesen Händen bin ich gut aufgehoben. Sie bringen mich durch die dunkle Macht des Todes hindurch ins Licht der Ewigkeit.

    Ich habe als Pastor und Seelsorger gelegentlich Menschen auf der allerletzten Wegstrecke ihres Lebens begleitet. Und es hat mich berührt, wenn sie ihr Leben ganz bewusst dem Herrn über Leben und Tod anvertraut haben. Und ich hoffe, dass ich, wenn meine letzte Stunde bevorsteht, auch so beten kann: „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände.“

    Ja, und auch am Ende jedes Tages kann und darf ich so beten, wenn ich im Bett liege und den Tag in meinen Gedanken vorbeiziehen lasse. Ich denke an schöne Begegnungen und angenehme Gespräche, auch an Sorgen, die mich bewegen, oder von denen mir erzählt wurde, an das, was ich an dem Tag erreichen und bewältigen konnte. Alles lege ich am Ende des Tages in Gottes Hände zurück. Ja, mein ganzes Leben vertraue ich ihm jetzt an, und ich kann ruhig einschlafen. Mein Leben ist ja in Gottes großen Händen geborgen - ein schönes Bild für die Fürsorge Gottes: Seine Hände, die mich umgeben, wie die Hände eines Menschen einem kleinen Küken Geborgenheit geben.

    Ich wünsche Ihnen, dass Sie diesen Tag mit allem, was er Ihnen auch bringen mag, am Ende in Gottes Hände legen können, ja, dass Sie sich selbst, Ihr Leben, Ihren Geist den großen Händen unseres Gottes anvertrauen können.

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    Autor: Bernhard Berends

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    5 min
  • Gebet gefragt
    Die Bibelstelle Jakobus 5,16 – ausgelegt von Bernhard Berends.

    „Alles Beten hat nichts genützt“, sagte mir ein Mann. Erst kürzlich war sein Schwager verstorben, mit 48 Jahren nach einem schweren Krebsleiden.

    „Wir haben so sehr gehofft und gebetet, dass er die Krankheit übersteht und wieder gesund wird, aber es hat alles nichts geholfen“, fuhr mein Gesprächspartner fort.

    Waren die Gebete wirklich umsonst gewesen? Oder war nicht lange genug oder intensiv genug gebetet worden?

    An dieses kurze Gespräch dachte ich, als ich über den Bibeltext aus dem Neuen Testament nachdachte, der für heute im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine angegeben ist: „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“

    Waren die Gebete für den krebskranken Mann nicht ernsthaft genug gewesen? Ich hatte schon den Eindruck, dass sehr ernsthaft, ja, inbrünstig, gebetet worden war. Nicht nur seine Familie, auch manche anderen hatten für diesen Mann gebetet, und sie hatten es sehr ernst gemeint.

    Ich habe im griechischen Urtext nachgelesen. Das Wort, das Luther mit „ernstlich“ übersetzt hat, bedeutet wörtlich: „wirksam, wirkungsvoll“. Sehr treffend finde ich die Übersetzung dieses Satzes in der Neuen Genfer Übersetzung. Dort lese ich: „Das Gebet eines Menschen, der sich nach dem Willen Gottes richtet, ist wirkungsvoll und bringt viel zustande.“

    Dieser Satz steht am Ende eines Abschnitts im Jakobusbrief, in dem es um das Gebet für Kranke in der Gemeinde geht. Jakobus ermutigt die Leser seines Briefes und auch Sie und mich, alle Anliegen, gerade auch die Bitte für kranke Menschen, im Gebet vor Gott zu bringen.

    Wenn Jakobus von dem Gerechten spricht, der zu Gott betet, dann meint er nicht etwa einen selbstgerechten Zeitgenossen, sondern einen Menschen, der Gott recht gibt und alles von Gott erwartet. Ja, er darf voller Vertrauen zu Gott beten, alle Anliegen vor ihn bringen und gerade auch für kranke und belastete Mitmenschen beten, vielleicht gerade auch für Menschen, die selbst keine Kraft mehr haben zum Beten. Und ich rechne damit, dass Gott eingreift, dass er den Kranken, für den ich gebetet habe, heilt, dass es ihm besser geht.

    Doch ich kann eine Besserung nicht erzwingen. Die Bitte aus dem Vaterunser: „Dein Wille geschehe“ begleitet mein Gebet. Ich weiß nicht, warum der eine gesund wird und der andere krank bleibt. Bete ich für einen kranken Menschen, bringe ich ihn vor Gott. Ich blicke von mir selbst weg zu Gott und traue ihm zu, dass er hilft, dass er eingreift.

    Wenn ich für einen Menschen bete, dann werfe ich gewissermaßen die Sorge um meinen kranken Mitmenschen Gott vor die Füße. Ich traue darauf, dass er hilft. Das Gebet dessen, der vertrauensvoll betet, vermag viel. „Es vermag viel“, das bedeutet ja wohl: Es vermag nicht alles, oder?

    So lese ich es jedenfalls bei Jakobus. Ja, ich traue Gott alles zu. Gott bleibt der souveräne Herr. Ich schreibe ihm nicht vor, wie er handeln soll. Und manchmal erlebe ich auch: „Mein Gebet wurde nicht so erhört, wie ich es mir gedacht und gewünscht habe. Es ist anders gekommen, als ich es erwartet habe.“

    So erging es ja auch dem Mann, der für seinen krebskranken Schwager gebetet hat. Sein Schwager ist infolge seiner Erkrankung gestorben.

    Ich habe mit diesem Mann kein weiteres Gespräch mehr geführt. Ich hoffe, dass er nicht aufgehört hat, sich mit seinen Anliegen an Gott zu wenden.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Bernhard Berends

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    6 min
  • Lob Gottes sprengt Grenzen
    Die Bibelstelle Offenbarung 4,8 – ausgelegt von Sigrun Teßmer.

    Haben Sie schon mal einen Gottesdienst in einer anderen Sprache erlebt? Mir geht es dann meistens so: Von der Predigt verstehe ich so gut wie nichts. Aber die Lieder gibt es manchmal in verschiedenen Übersetzungen. Oft kenne ich eine Melodie und kann dann erraten, welchen Text die anderen jetzt wohl singen. Aber es ist mehr als ein Ratespiel. Ich fühle mich innerlich verbunden mit meinen Geschwistern, die zwar eine andere Sprache sprechen, aber doch denselben Herrn Jesus Christus anbeten.

    Ein Text, der in viele Sprachen übersetzt wurde, steht in Offenbarung 4,8:
    Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.

    Gewaltige Worte! Es ist ein Blick in Gottes Thronsaal!

    Was für uns heute der Lehrtext der Herrnhuter Brüdergemeine dieses Tages ist, war für viele Komponisten Grundlage für großartige Werke:

    Vielen bekannt ist von Franz Schubert das „Heilig, heilig, heilig“ aus der Deutschen Messe.

    Und Johann Sebastian Bach komponierte ein mehrchöriges „Sanctus“ - was ja auch „heilig“ bedeutet, bloß in Latein.

    Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig von Beethoven und viele weitere begnadete Komponisten haben sich von diesen Worten inspirieren lassen. Und nicht nur für Aufführungen, sondern auch für den Gemeindegesang. Am bekanntesten wohl der englische Hymnus von Reginald Heber und John B. Dykes, den es auch in deutscher Übersetzung gibt: „Heilig, heilig, heilig, Gott, dir sei Ehre“.

    Und auch in unserer Zeit entstehen neue Lieder zum Lob Gottes, immer wieder mit demselben Text.

    Aufgeschrieben wurden diese Worte von Johannes. Wahrscheinlich einer der zwölf Jünger von Jesus. Er wurde sehr alt und im hohen Alter von den Römern auf die Insel Patmos verbannt - eine Strafinsel für politische Gefangene. Er kam dort hin aufgrund seines Glaubens. Auf der Insel, in der Einöde, erlebte er, wie Gott in besonderer Weise zu ihm sprach. Es war als würde ein Vorhang weggezogen. Johannes schaute direkt in Gottes Welt, in den himmlischen Thronsaal. Dort sah er die Verehrung Gottes. Mit diesen Worten:

    Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.

    Es sind drei Aussagen über Gott:

    Er ist heilig. Er ist allmächtig und: Er ist zeitlos.

    Eine Vorstellung, die mir als zeitlich begrenztem Menschen schwerfällt.
    Es ist eine andere Dimension.

    In diesem Text in der Offenbarung beschreibt der Seher Johannes, was jetzt schon ist. Dieses Lob Gottes, das durch die Jahrhunderte hindurch geht, das in so vielen Ländern der Welt gesungen wird, in alten und modernen Worten und Melodien.

    Das Besondere ist:

    Wenn wir als Christen Gott loben und ihn als den Allmächtigen ehren, wenn wir ihn anbeten als den, der immer war und ist und bleibt... - dann tun wir dasselbe wie die himmlischen Wesen in Gottes Thronsaal. Wir sind in gewisser Weise verbunden mit dieser anderen, göttlichen Dimension. Wir tun das, was die Engel im Himmel tun, hier auf der Erde.

    In dem Lied „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ heißt es: „wir sind Konsorten der Engel“. Heute würde man sagen: Wir sind Kollegen.

    Im eigenen Land und im Ausland fühle ich mich meinen Glaubensgeschwistern nah - aber darüber hinaus sind wir mit den Engeln verbunden im Lob Gottes.

    Das ist kein schöner Traum, das ist geistliche Wirklichkeit.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Sigrun Teßmer

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    5 min

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Die tägliche, alltagstaugliche Auslegung eines Bibelverses aus der „Losung“ oder den „Lehrtexten“ der Herrnhuter Brüdergemeine.

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