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By DIE ZEIT
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Verstehen wir uns noch? Teilen wir dieselben Ansichten? Die ZEIT bringt mit Deutschland spricht Menschen mit gegensätzlichen Meinungen zusammen – in diesem Jahr am 30. August. Grundlage der Gespräche sind acht Fragen zu kontroversen Themen. Eine davon lautet: Arbeiten die Deutschen zu wenig? Aus diesem Anlass diskutieren Kolja Rudzio aus dem Wirtschaftsressort der ZEIT und Hannah Scherkamp aus dem Arbeitsressort in einer Sonderfolge von Frisch an die Arbeit. Die Frage, ob die Deutschen zu wenig leisten, beschäftigt derzeit viele in Deutschland: Politiker, Unternehmenschefs und natürlich auch Arbeitnehmer. Tatsächlich ist sie schwierig zu beantworten. Das zeigt auch die Diskussion in diesem Podcast. Einerseits wurden in Deutschland zuletzt insgesamt mehr Arbeitsstunden geleistet als vor zehn Jahren. Andererseits werden in den kommenden Jahren Millionen Arbeitskräfte in Rente gehen. »An dem Problem gemessen, arbeiten wir wahrscheinlich zu wenig und müssen uns Gedanken machen: Wie können wir noch mehr Leute in Arbeit bekommen?«, sagt Kolja Rudzio im Podcast. Sonst werde es sehr schwierig, weiterhin das zu finanzieren, was wir uns heute alles leisten – für den Staat und das Sozialsystem. Im Laufe dieser Sonderfolge diskutieren Hannah Scherkamp und Kolja Rudzio nicht nur über die Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden, sondern auch über Teilzeitquoten, den Ruf der Generation Z, die Erwerbsarbeit von Frauen und die Produktivität in Deutschland. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

»Ein einziges Leben reicht nicht aus, um den Wert aller Gegenstände zu kennen« sagt Wolfgang Pauritsch im Podcast Frisch an die Arbeit. Er lerne immer noch jeden Tag dazu. Seit mehr als 30 Jahren ist Pauritsch Auktionator und Händler für Kunst und Antikes. »Ich musste mir meinen Erfolg hart erkämpfen«, sagt er. Der 54-Jährige wurde in Österreich geboren und wuchs bei den Großeltern in einfachen Verhältnissen auf. Nach der Schule schloss er eine Lehre zum Rohrschlosser ab. Der Wendepunkt kam, als er auf einer Auktion in München jobbte und für eine erkrankte Auktionatorin einspringen musste. »Danach hat mir der Chef einen Vertrag angeboten«, sagt Pauritsch. Er brachte sich die Grundlagen selbst bei, besuchte Museen und Sammler und absolvierte verschiedene Weiterbildungen. »Ich habe das Wissen aufgesaugt wie ein Schwamm.« Heute leitet Pauritsch zusammen mit einer Geschäftspartnerin einen Laden für Auktionen und Antikhandel in Oberstaufen. Zusätzlich ist er Fernsehhändler in der ZDF-Trödel-Sendung »Bares für Rares«, wo er im Jahr 50 Drehtage hat. »Die Arbeit dort ist für mich wie Urlaub und macht viel Spaß. Jeden Tag im Laden zu stehen, ist viel anstrengender«, sagt Pauritsch. Pauritsch handelt hauptsächlich mit Kunstwerken und Juwelen, die seien eine stabile Geldanlage für gut betuchte Kunden, erzählt er. Der Mittelschicht säße in Krisenzeiten das Geld hingegen nicht mehr so locker. »Zwischen 50 und 500 Euro verkaufen wir inzwischen kaum noch Ware«. Einen herben Rückschlag erlebte der Händler Mitte der Neunzigerjahre, als in seinen Laden eingebrochen wurde. »Der Schaden betrug mehr als 150.000 Euro und die Leute, deren Besitz ich verkaufen sollte, standen plötzlich alle auf der Matte«. Doch Pauritsch konnte seine Schulden am Ende abbezahlen. Im Podcast Frisch an die Arbeit erzählt Pauritsch, für wieviel Geld er sein teuerstes Stück versteigert hat, ob er sich schonmal kräftig im Preis geirrt hat und ob er privat immer noch auf Flohmärkte geht. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

»Seit 100.000 Jahren ist auf diesen Kies kein Lichtstrahl gefallen – und jetzt bin ich derjenige, der ihn wieder ans Licht fördert«, sagt Uwe Kersten, Maschinenführer und Kieswerkmitarbeiter, im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Kersten, 62 Jahre alt, ist seit 38 Jahren am Rande des Harzes in der Kiesgewinnung tätig. Ursprünglich ließ er sich bei der Deutschen Bahn in Göttingen zum Energieanlagenelektroniker ausbilden. Als die Bahn Mitte der Achtzigerjahre Personal abbaute, wechselte er in das Kieswerk, in dem bereits sein Vater beschäftigt gewesen war. »Ich bin dann hier ganz klassisch, wie man sagt, kleben geblieben.« Meistens ist Kersten allein in einer Außenstelle des Kieswerks, bedient Radlader und Bagger, überwacht, wie der Kies mit Maschinen aufbereitet wird, und belädt die Fahrzeuge der Kunden. Welche Aufgaben an einem Tag anstehen, entscheidet er weitgehend selbst. »Für meinen Vorgesetzten ist eigentlich nur wichtig, dass der Laden läuft«, sagt Kersten. Die Kiesvorkommen, mit denen Kersten arbeitet, stammen überwiegend aus dem Harz. Verwittertes Gestein wurde während der letzten Eiszeit durch Flüsse und Schmelzwasser ins Harzvorland getragen und dort abgelagert. Das Material reiche von feinem Sand bis zu Steinen von der Größe eines Basketballs, erzählt Kersten. Im Kieswerk wird es gewaschen, gesiebt und teilweise gebrochen. So entstehen rund 25 verschiedene Produkte für den Straßen-, Garten- und Hausbau. Manche Kunden, sagt Kersten, holten lediglich eine Schubkarre Kies ab, andere bestellen 20.000 Tonnen. Selbst nach all den Jahren dort könne ihn seine Kiesgrube überraschen, erzählt Kersten. Kersten hat in den Lagerstätten bereits Hohlräume entdeckt, deren Entstehung er sich nicht erklären konnte. Auch fasziniert Kersten die Natur in so einer Kiesgrube. Sobald der Abbau in einem Abschnitt beendet sei, kehrten Pflanzen und Tiere zügig zurück. „Die Natur kommt hinter uns her“, sagt Kersten. Es entstünden schnell Teiche und Feuchtgebiete – und der Naturschutzbund beobachte dort regelmäßig Schmetterlinge, Vögel und Amphibien. Heute hilft ihm seine Erfahrung vor allem dann, wenn eine Maschine ausfällt. »Auch mit fast 62 Jahren lasse ich mich nicht so leicht unterkriegen. Alles, was sich irgendwie allein lösen lässt, mache ich selbst«, sagt er. Er ist sich sicher: »Ich habe hier schon 2.000 Probleme gelöst. Warum soll ich das 2.001. nicht auch lösen?« Im Podcast erzählt Kersten außerdem, wie sich Baumaschinen in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben, warum Kies trotz Baustoffrecycling knapp werden könnte und weshalb ein Stein mit einem Loch als Talisman am Rückspiegel seines Hauses hängt. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

Ein typisches Ballettmädchen sei sie nie gewesen, sagt Tänzerin Sarah Weber im Podcast »Frisch an die Arbeit«. »Als ich drei Jahre alt war, habe ich laut Legende mein Ballettröckchen zerrissen, weil es so langweilig war.« Trotzdem schickten sie ihre Eltern in die Berliner Tanzakademie an der Deutschen Oper in Berlin. »Mit acht oder neun Jahren habe ich dann schon auf der großen Bühne bei Nussknacker mitgetanzt«, sagt Weber – und das begeisterte sie dann schon. Als Teenager, so mit 16, 17 Jahren, habe sie gewusst, dass sie Tänzerin werden wolle. »Ich liebe einfach die klassische Musik und den athletischen Aspekt.« Für die professionelle Ausbildung ging sie unter anderem an eine Ballettschule nach Lettland. Dort sei es deutlich strenger zugegangen als in Deutschland. Der Druck, Leistung abzuliefern, sei höher gewesen. »Aber am schwierigsten war für mich die Sprachbarriere, weil man sich ja mit den anderen Schülern nicht anfreunden kann.« Das harte Training habe sie allerdings kaum gestört, »ich kann beim Training gut entspannen«, erzählt sie. Und ein gewisser Druck sei für Spitzenleistungen auch durchaus nötig. Inzwischen ist Sarah Weber Anfang vierzig, seit mehr als zwei Jahrzehnten tanzt sie professionell als Gruppentänzerin in mehreren Compagnien weltweit, unter anderem am Nationalballett in Kairo während der Zeit des Arabischen Frühlings. Sie wohnte damals nicht weit vom zentralen Tahrir-Platz entfernt, dort begannen 2011 die Aufstände gegen das Regime. »Von meinem Balkon im fünften Stock habe ich Schüsse gehört, ich wusste erst gar nicht, dass es welche waren. Die Ballettdirektorin rief noch an, dass trotzdem alle zu den Proben kommen sollen, aber niemand von uns ist mehr hingegangen.« Danach habe sie sich in Deutschland ein neues Engagement suchen müssen. »Da gibt es nicht so einen Transfermarkt wie beim Fußball. Wir müssen allein trainieren und allein zum Vortanzen gehen und auf einen Job hoffen«, sagt sie. Nur die allerwenigsten schaffen es bis an die Spitze und werden Solistinnen oder Solisten, »da ist allerdings fast niemand aus Deutschland dabei«. Alle Tänzerinnen und Tänzer wüssten außerdem von Anfang an, dass man den Job nicht bis zur regulären Rente machen könne, der Körper wird vom Tanzen einfach zu hart beansprucht. »Auch deshalb bin ich immer mehrgleisig gefahren«, sagt Weber. Neben ihrem Job als Tänzerin studierte sie Kulturmanagement sowie Deutsch als Fremdsprache und machte eine Ausbildung zur Tanzpädagogin. Heute leitet sie eine Ballettschule für etwa 100 Kinder und Jugendliche im Berliner Südosten und gibt dort auch Kurse. Im Podcast erzählt Sarah Weber, ob sie eine strenge Lehrerin ist und wie sich die Anspruchshaltung der Ballettschülerinnen und -schüler verändert hat. Und ob der klassische Tanz mal eine radikale Modernisierung bräuchte. »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

»Die Arbeitsbelastung in meinem Beruf ist sehr hoch, ich schaffe es nur, weil er mir so viel Freude macht«, sagt Victoria Lieftüchter im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Als Kinderärztin arbeitet sie nicht nur auf der Intensivstation des LMU-Klinikums in München, sondern ist auch regelmäßig als Kindernotärztin mit einem Team der Rettungsstelle im Einsatz. Lieftüchter, 40, muss häufig am Wochenende oder nachts arbeiten. Obendrauf kommen mindestens 24 Arbeitsstunden im Monat für den Kindernotdienst. »Ich liebe diesen Job. Denn ich kann Kindern helfen, die für mich das Wertvollste sind, was wir haben«, sagt Lieftüchter. Oft wird sie als Kindernotärztin zu schweren Unfällen gerufen. Manchmal reagieren die Eltern aber auch über und wählen grundlos den Notruf. »Genervt bin ich trotzdem nie, denn die Eltern haben uns ja nicht aus Spaß angerufen, sondern weil sie sich Sorgen gemacht haben«, sagt Lieftüchter. Dennoch glaubt sie, dass sich viele Eltern von Chatbots oder Google verunsichern lassen und zu Hause falsche Diagnosen stellen. Lieftüchter ist Mutter einer achtjährigen Tochter und arbeitet Vollzeit. »Natürlich habe ich oft zurückgesteckt. Ich musste Geburtstage von Freunden absagen oder konnte selten das ganze Wochenende mit meinem Kind verbringen«, sagt Lieftüchter. Ihr oberstes Ziel motiviert sie: Kinder an allen Kliniken sollen von Spezialisten behandelt werden können, auch über den Notruf. Dafür setzt sie sich auch als Vorstandsmitglied in der Fachgesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin ein. In vielen Bundesländern ist das bislang nicht so. Im Podcast erzählt Lieftüchter, wie ein Einsatz als Kindernotärztin abläuft, womit sie ihre Resilienz stärkt und mit welchen Argumenten sie junge Kollegen für den Job begeistert. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
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