Genuss im Bus - der mobile Wein-Podcast

Genuss im Bus - der mobile Wein-Podcast

By Dr. Wolfgang StaudtEducationArtsLeisureFoodCourses
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Genuss im Bus - der mobile Wein-Podcast episodes

  • Wie viel Wein lässt sich messen?
    Prof. Dr. Jochen Vestner über Aroma, Qualität, Herkunft, Low Intervention und KI

    Wir können Wein heute präziser analysieren und kontrollieren als je zuvor. Doch was sagt all dieses Wissen tatsächlich über seine Qualität?

    Prof. Dr. Jochen Vestner verbindet zwei Perspektiven: Er ist im Familienweingut an der Nahe aufgewachsen und hat später Chemie, Aromaforschung, Sensorik und moderne Önologie zu seinem wissenschaftlichen Arbeitsfeld gemacht. Seit August 2026 ist er Professor für Önologie an der Hochschule Geisenheim.

    In dieser Folge von Genuss im Bus geht es unter anderem um:

    Pasteur, Reinzuchthefen und die Gamechanger moderner Önologie

    Wissenschaft, Erfahrung und Bauchgefühl im Keller
    die Möglichkeiten und Grenzen moderner Aromaanalytik
    aromatische Qualität, Frucht und Mineralität
    Textur, Harmonie, Eleganz und andere schwer messbare Qualitätsdimensionen
    die Zuverlässigkeit von Weinkritik und Punktebewertungen
    Herkunft und die schwierige Trennung von Standort und Vinifikation
    Klimawandel und gestresstes Lesegut
    Low Intervention zwischen Haltung, Dogma und präziser Önologie
    Unterschiede zwischen kleinen Spitzenbetrieben und großen Kellereien
    digitale Gärüberwachung und künstliche Intelligenz
    die Frage, nach welchem Ziel eine KI im Keller überhaupt entscheiden soll

    Ein zentraler Gedanke des Gesprächs:

    Je mehr ein Winzer über sein Ausgangsmaterial und seine Prozesse weiß, desto eher kann er möglicherweise auf Eingriffe verzichten.

    Über Jochen Vestner

    Prof. Dr. Jochen Vestner ist im Weingut seiner Familie an der Nahe aufgewachsen. Er studierte Weinbau und Getränketechnologie in Geisenheim sowie Chemie in Stellenbosch und promovierte in Zusammenarbeit zwischen Geisenheim und Bordeaux.

    Am DLR Rheinpfalz leitete er zuletzt die Aromaforschung. Seit dem 1. August 2026 ist er Professor für Önologie an der Hochschule Geisenheim.

    Weinkenner Masterclass

    Du beschäftigst dich schon länger intensiv mit Wein und möchtest Regionen, Rebsorten, Jahrgänge, Stilistik und Herkunft noch systematischer verstehen und im Glas vertiefen?

    Genau darum geht es in meiner Weinkenner Masterclass: in einer kleinen Gruppe erfahrener Weinliebhaber, mit Live-Webinaren, gemeinsamen Verkostungen, Gesprächen mit Winzern und einer Exkursion.

    Mehr Informationen:

    www.dr-staudt-weinerlebnisse.de

    Ausblick

    In 14 Tagen geht es weiter bei Genuss im Bus. Dann führt uns die Reise ins Jura – in eine Weinregion, in der Tradition, Herkunft und Veränderung auf besonders spannende Weise zusammenkommen.

    1 hr 43 min
  • Etna: Schmeckt man den Vulkan?
    Warum eine der spannendsten Herkünfte Italiens viel komplexer ist als Lava, Nerello Mascalese und „vulkanische Mineralität“.

    In dieser Episode:

    – Warum der Etna trotz jahrhundertealter Weinbautradition erst spät zu einer großen Fine-Wine-Herkunft wurde

    – Giuseppe Benanti und die qualitative Neuorientierung seit den 1980er-Jahren
    – Pietra Marina und die unterschätzte Rolle von Carricante in der modernen Etna-Geschichte
    – Warum Nerello Mascalese weder „Pinot Noir des Südens“ noch sizilianischer Nebbiolo ist
    – Weshalb der heute so selbstverständliche reinsortige Nerello selbst Teil einer jüngeren Entwicklung ist
    – Nordhang, Osthang, Höhenlagen, Expositionen und unterschiedlich alte vulkanische Formationen
    – Was vulkanischer Boden tatsächlich bewirken kann – und warum „vulkanische Mineralität“ als Erklärung zu kurz greift
    – Die Contrade seit 2011: notwendige Präzisierung oder bereits eine vorschnelle Cru-Hierarchie?
    – Milo und Etna Bianco Superiore: Warum Carricante den Blick auf den Etna verändert
    – Wie sich der internationale Stilwandel hin zu Frische, Transparenz und weniger Extraktion mit dem Aufstieg des Etna verbunden hat
    – Was steigende Begehrlichkeit und Kapitalzufluss für alte Reben, lokale Produzenten und die Zukunft der Region bedeuten
    – Und schließlich: Kann eine Herkunft schneller berühmt werden, als wir gelernt haben, sie wirklich zu verstehen?

    Wer solche Fragen zu Herkunft, Rebsorten und Stilistik gemeinsam mit mir vertiefen und vor allem im Glas nachvollziehen möchte, findet weitere Informationen zu meiner Masterclass auf meiner Website oder hier.

    In 14 Tagen geht es weiter: Dann geht es um die Frage, wohin die moderne Önologie steuert. Zu Gast ist ein Wissenschaftler aus Geisenheim, mit dem ich darüber spreche, was sich im Keller gerade grundlegend verändert – und was davon für die Weine der Zukunft wirklich relevant sein wird.

    29 min
  • Matthias Aldinger: Wie aus Reputation Herkunft wird
    Über einen Trollinger Rosé für 100 Euro, drei Generationen Weingutsgeschichte und die Frage, wofür Württemberg international stehen kann

    Kapitelmarken

    00:00 Cold Open: Kann ein Trollinger 100 Euro kosten?

    01:11 Die Idee hinter dem Gips Trollinger Rosé
    03:45 Intro
    08:10 Herkunft oder Handschrift?
    10:35 Gerhard Aldinger und der Aufbau des Weinguts
    14:11 Der Untertürkheimer Gips als wirtschaftliches Wagnis
    16:21 Wie Gert Aldinger Württemberg neu dachte
    23:07 Experimente, Risiken und familiärer Unternehmergeist
    28:08 Gert Aldinger als Unternehmer, Vater und Chef
    31:32 Matthias und Hansjörg übernehmen Verantwortung
    33:34 SINE: Trollinger leicht und ungeschwefelt
    42:20 Wie die Brüder im Weingut zusammenarbeiten
    47:30 Der innere Masterplan
    49:09 Klimawandel und veränderte Weinbergsarbeit
    53:14 Der Weg zum ökologischen Weinbau
    54:35 Was kontrolliertes Nichtstun wirklich bedeutet
    58:01 Wie Aldinger eine eigene Sektlinie aufbaute
    65:48 Marcène und Marienglas: zwei Pinots, zwei Herkünfte
    68:31 Warum Matthias Pinot Noir aus Marsannay nach Fellbach holt
    79:29 Lämmler: Lemberger zwischen Kraft, Frische und Eleganz
    86:23 Der Preis des Gips Trollinger Rosé
    89:45 Produzentenreputation oder Herkunftsreputation?
    92:21 Welche Verantwortung trägt ein Spitzenbetrieb?
    94:34 Woran Matthias wirklichen Erfolg misst

    Wein nicht nur trinken, sondern genauer verstehen

    Du beschäftigst dich bereits intensiv mit Wein und möchtest Herkunft, Jahrgang und Machart noch präziser einordnen sowie deine sensorische Urteilskraft gezielt schärfen?

    Im November startet meine nächste sechsmonatige Weinkenner Masterclass: mit 21 Live-Webinaren und gemeinsamen Verkostungen, einer begleitenden Lernplattform, Begegnungen mit Winzerinnen und Winzern sowie einer gemeinsamen Exkursion. Die Gruppe umfasst maximal zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

    Alle Informationen und die Möglichkeit zu einem persönlichen Erstgespräch findest du unter:

    www.dr-staudt-weinerlebnisse.de

    1 hr 44 min
  • Ohne großes Getöse: Sven Ellwanger und die stille Modernisierung Württembergs
    Sven Ellwanger vom Weingut Bernhard Ellwanger spricht über das Remstal, Muskat-Trollinger als Rosé, Roten Riesling aus eigener Mutation, Lemberger-Syrah, Junges Schwaben, Bio-Weinbau, Piwis und die stille Modernisierung Württembergs.

    Shownotes

    In dieser Folge von Genuss im Bus ist Sven Ellwanger vom Weingut Bernhard Ellwanger in Weinstadt-Großheppach zu Gast.

    Wir sprechen über das Remstal als kühles, kleinteiliges Weinbaugebiet mit steilen Lagen, großen Temperaturunterschieden und einer bemerkenswerten Vielfalt an Keuperböden: Gipskeuper, bunte Mergel, Schilfsandstein, Kieselsandstein und Stubensandstein.

    Ein zentrales Thema ist die Entwicklung des Weinguts: Bernhard Ellwanger gründete den Betrieb 1975 und brachte früh neue Sorten und Ideen ins Remstal. Heute führen Sven und seine Schwester Yvonne den Betrieb gemeinsam. Aus einem experimentierfreudigen Familienweingut ist ein vielseitiger, breit aufgestellter Betrieb mit rund 36 Hektar Rebfläche, starker Privatkundschaft und klarer Qualitätsorientierung geworden.

    Verkostet werden drei Weine:

    Muskat-Trollinger Rosé

    Ein duftiger, trockener Rosé mit Frucht, floraler Aromatik, Frische und einem kleinen Anteil maischevergorener Partie, der dem Wein Grip und zusätzliche Kontur gibt. Ein Wein, der zeigt, dass Zugänglichkeit und Ernsthaftigkeit kein Widerspruch sein müssen.

    Roter Riesling

    Eine Besonderheit des Weinguts: Der Rote Riesling entstand aus einer im eigenen Weinberg entdeckten Mutation. Heute wird daraus ein eigenständiger Wein erzeugt, der mehr Körper, Fülle und weniger Säure zeigt als klassischer Riesling – und dennoch eine eigene Riesling-Spur bewahrt.

    Lemberger-Syrah-Cuvée

    Ein Wein, in dem regionale Identität und internationale Öffnung zusammenkommen. Lemberger bringt kühle Beerenfrucht, Frische und Trinkfluss, Syrah ergänzt Würze, Körper, Pfeffer, dunklere Frucht und Struktur.

    Weitere Themen:

    Sauvignon Blanc und Svens Zeit in Neuseeland

    Fumé Blanc als strukturierter, langlebiger Sauvignon-Stil
    Junges Schwaben: Entstehung, Freundschaft und heutige Aktivität
    Die Zusammenarbeit von Sven und Yvonne Ellwanger
    Bio-Weinbau, Bodenaufbau, Humus und Begrünung
    Warum Bio nicht nur Pflanzenschutz bedeutet
    Gravitation im Keller und schonende Verarbeitung
    Württemberg zwischen altem Trollinger-Klischee und neuem Selbstbewusstsein
    ProWein, Wine Paris, Export und Veränderungen im Weinmarkt
    Alkoholfreie Produkte als Zukunftsthema
    Piwis und Blütenmuskateller
    Die Frage, warum regionale Weine wieder mehr Aufmerksamkeit verdienen

    Kapitelmarken

    00:00 Willkommen und Einführung ins Remstal

    00:57 Landschaft, Klima und Höhenlagen
    01:41 Steillagen und Keuperböden
    03:04 Terroir, Mineralität und Riesling
    04:53 Warum diese drei Weine im Glas stehen
    06:26 Experimentierfreude im Weingut Ellwanger
    08:42 Sauvignon Blanc, Neuseeland und Muskat-Silvaner
    13:53 Fumé Blanc und Junges Schwaben
    17:59 Wie aktiv ist Junges Schwaben heute?
    21:31 Übergabe, Yvonne und Sven Ellwanger
    23:24 Aufgabenverteilung im Familienbetrieb
    25:27 ProWein, Karlsruhe, Wine Paris und der Markt
    29:17 Privatkunden, Handel, Gastronomie und Export
    31:12 Muskat-Trollinger Rosé im Glas
    34:17 Bio auch beim fruchtbetonten Rosé
    38:57 Württemberg-Klischees und regionale Wahrnehmung
    43:41 Bio-Weinbau bei 36 Hektar und großer Sortenvielfalt
    51:52 Roter Riesling: Mutation, Zufall und eigene Selektion
    58:48 Roter Riesling im Glas
    01:03:10 Gravitation im Keller
    01:07:05 Lemberger-Syrah-Cuvée im Glas
    01:12:18 SL-Linie, Selektion und Ertragsreduktion
    01:14:30 Klimawandel, Syrah und Wasserstress
    01:19:18 Zukunft: alkoholfrei, Weißwein, Piwis und Sortiment
    01:26:59 Gelassenheit, Privatkundschaft und Zukunftsblick
    01:28:14 Wunsch für die Zukunft des regionalen Weins
    01:29:14 Besuch im Weingut und Verkostung
    01:30:11 Verabschiedung

    Weinkenner Masterclass: www.dr-staudt-weinerlebnisse.de

    1 hr 36 min
  • ProWein unter Druck: Frank Schindler über Fehler, Konkurrenz und die neue Rolle der Messe
    Warum sich die ProWein neu erfinden muss – und was Wine Paris, Nischenmessen, Asien und veränderte Käuferlogiken mit der Zukunft des Weinmarkts zu tun haben.

    Die ProWein galt lange als zentraler Treffpunkt der internationalen Weinbranche. Doch diese Selbstverständlichkeit ist brüchiger geworden. Der Weinmarkt verändert sich tiefgreifend: Der Konsum sinkt, Trinkgewohnheiten verschieben sich, No/Low und neue Getränkekategorien gewinnen an Bedeutung, Exportmärkte werden unberechenbarer, und auch der Zugang zu Regalen, Weinkarten und Onlineplattformen wird anspruchsvoller.

    Auch die Messelandschaft ist in Bewegung. Wine Paris hat stark an Bedeutung gewonnen, Vinitaly bleibt ein mächtiger Fixpunkt der italienischen Weinwirtschaft, London bedient den UK-Markt, kleinere Nischenmessen überzeugen durch Kuratierung, Szeneenergie und Glaubwürdigkeit. Gleichzeitig betreibt die ProWein eigene internationale Formate in Asien und Südamerika.

    Mein Gast ist Frank Schindler, Director der ProWein. Wir kennen uns bereits aus einer früheren Podcastfolge, damals war Frank Geschäftsführer von Esterházy im Burgenland. Heute verantwortet er eine Messe, die sich neu positioniert — weg vom alten Anspruch, Weltleitmesse zu sein, hin zu einer europäischen Leitmesse mit internationaler Kaufkraft.

    In dieser Folge sprechen wir darüber, welche Fehler die ProWein in den vergangenen Jahren gemacht hat, warum Nähe zur Branche verloren ging, weshalb die Messe kleiner, fokussierter und stärker käuferzentriert werden soll, welche Rolle das Hosted-Buyers-Programm spielt und warum Deutschland als Importmarkt für Düsseldorf so wichtig ist.

    Außerdem geht es um Wine Paris, Vinitaly, London und Nischenmessen, um die ProWein-Satelliten in Shanghai, Tokio, Mumbai, Hongkong, Singapur und São Paulo, um ProWein Zero+, ProSpirits, die ProWein Academy, die Agora, Hotelpreise, Hallenkonzepte — und um die grundsätzliche Frage, was eine große Weinmesse heute noch leisten kann, wenn die Branche selbst unter Druck steht.

    Eine Folge über Messepolitik, Weinwirtschaft, Markenführung, Käuferlogik, Konkurrenzdruck — und über den Versuch, aus einer gemanagten Messe wieder einen lebendigen Teil der Branche zu machen.

    Themen dieser Folge

    Frank Schindlers Wechsel von Esterházy zur ProWein

    Warum der Weinmarkt in einem strukturellen Umbruch steckt
    Wachstum versus Wertschöpfung
    Was die ProWein in den vergangenen Jahren falsch gemacht hat
    Warum die Messe stärker käuferzentriert werden soll
    Hosted Buyers und internationale Kaufkraft
    Von der Weltleitmesse zur europäischen Leitmesse
    Wine Paris als stärkster Herausforderer
    Vinitaly, London und die Rolle kleiner Nischenmessen
    Die ProWein-Satelliten in Asien und Südamerika
    ProWein Zero+, Low/No und Proxy-Produkte
    ProSpirits als Messe in der Messe
    ProWein Academy und Agora
    Hotelpreise, Hallenkonzepte und Leichtigkeit als Erfolgsfaktor
    Woran sich der Erfolg der ProWein 2027 messen lassen muss.

    Weinkenner Masterclass: www.dr-staudt-weinerlebnisse.de

    1 hr 41 min
  • Es ging nie um Wein
    Über den Moment, in dem aus Genuss Neugier wird

    In dieser Episode:

    Warum manche Menschen Wein einfach genießen – und andere ihn verstehen wollen

    Wie aus Genuss Neugier wird
    Warum Irritation oft der Anfang des Lernens ist
    Meine erste Begegnung mit dem Médoc
    Warum Wein für mich irgendwann lesbar wurde
    Weshalb Wissen allein nicht reicht
    Warum die Weinkenner Masterclass ein Raum für Austausch, Vertiefung und gemeinsame Entdeckung ist

    Weinkenner Masterclass

    Du liebst Wein, hast bereits einiges gelernt und möchtest die einzelnen Puzzleteile endlich zu einem großen Bild zusammenfügen?

    Die nächste Weinkenner Masterclass startet im November 2026.

    Alle Informationen und die Möglichkeit zu einem unverbindlichen Erstgespräch findest Du hier:

    www.dr-staudt-weinerlebnisse.de

    14 min
  • Warum findet man immer seltener klassischen Mosel-Kabinett?
    Eine Fahrgastfrage über Mostgewicht, Klimawandel, Restzucker, Saar und die vielleicht zerbrechlichste Form deutscher Herkunft.

    In dieser Folge geht es um:

    – die Frage, warum klassischer Mosel-Kabinett seltener geworden ist

    – Mostgewicht als historische Qualitätssprache des deutschen Weins
    – Kabinett, Spätlese und Auslese als Dramaturgie der Reife
    – Klimawandel an der Mosel und das enger werdende Erntefenster
    – Restzucker nicht als Süße, sondern als struktureller Gegenspieler zur Säure
    – den Mosel-Balancecode: wenig Alkohol, hohe Säure, Leichtigkeit, Spannung
    – die Rolle von Saar und Ruwer als kühlere, später reifende Räume
    – warum trockene Große Gewächse und Kabinett zwei unterschiedliche Herkunftssprachen sprechen
    – Clemens Busch Marienburg Kabinett 2024 und Marienburg GG Falkenlay als gedanklicher Vergleich
    – die größere Frage, ob Herkunft immer Lage heißt — oder manchmal auch Verhältnis

    Weinkenner Masterclass

    Wenn dich solche Fragen interessieren — wenn du Wein nicht nur trinken, sondern wirklich lesen und verstehen möchtest — dann ist die Weinkenner Masterclass genau dafür gemacht.

    In der Masterclass geht es sechs Monate lang um die großen Zusammenhänge des Weins: Rebsorten, Regionen, Klima, Böden, Vinifikation, Stilistik und vor allem um die Frage, warum ein Wein genau so schmeckt, wie er schmeckt. Im Zentrum steht mein analytisches Verkostungssystem: weniger Aromensuche, mehr Struktur, Herkunft, Balance und sensorische Logik.

    Mehr Informationen zur Weinkenner Masterclass findest du hier: dr-staudt-weinerlebnisse.de

    Als Einstieg empfehle ich dir außerdem mein kostenloses 12-Minuten-Audio: https://www.wolfgangstaudt.com/gaumenauftritt/

    Genuss im Bus ist der mobile Weinpodcast von Wolfgang Staudt.

    Mehr über meine Arbeit, Seminare und Bücher findest du hier: https://www.wolfgangstaudt.com

    27 min
  • Terrasses du Larzac: Wenn Herkunft gelingen muss
    Fahrgastfragen — Warum schmeckt dieser Südwein nicht so breit, wie ein Languedoc-Rotwein dem Klischee nach schmecken müsste?

    Fahrgastfragen — Folge [XXX]

    In dieser Episode beantworte ich eine Hörerfrage zu Terrasses du Larzac, einer der spannendsten jungen Appellationen Südfrankreichs.
    Themen dieser Folge
    — Das Languedoc-Bild und seine Schattenseiten
    — Wie Höhe und Kaltluft vom Larzac-Plateau Zeit schaffen — und warum das entscheidend ist
    — Die institutionelle Geschichte: von der Produzenteninitiative 1997 zur eigenständigen AOP 2014
    — Drei Produzenten, drei Antworten: Montcalmès (Frédéric Pourtalié), Pas de l’Escalette (Julien Zernott & Delphine Rousseau), Domaine Flo Busch (Florian & Paola Busch)
    — Drei Weine im Glas: Montcalmès Rouge, Les Ouvrées 2022 / Clos de la Barthassade (Guillaume Baron), Ze Cinsault / Pas de l’Escalette
    — Warum Ort und Appellation nicht dasselbe sind
    — Aktueller Druck: Klimawandel, Markterwartungen, Erfolg als Risiko
    Erwähnte Weine
    — Montcalmès Rouge, Terrasses du Larzac AOP
    — Les Ouvrées 2022, Clos de la Barthassade (Guillaume Baron), Terrasses du Larzac AOP
    — Ze Cinsault, Domaine du Pas de l’Escalette, IGP Pays d’Hérault
    Erwähnte Produzenten
    — Montcalmès, Puéchabon — montcalmes.fr
    — Domaine du Pas de l’Escalette, Pégairolles-de-l’Escalette — pasdelescalette.com
    — Domaine Flo Busch, Jonquières — flobusch.com
    — Clos de la Barthassade (Guillaume Baron), Terrasses du Larzac
    Mehr zum Thema
    Ausführlichere Hintergründe zu Languedoc, Herkunftslogik und Verkostungsgrundlagen findest du in meiner Masterclass:
    dr-staudt-weinerlebnisse.de
    Kontakt & Fahrgastfragen
    Du hast eine Frage für eine künftige Fahrgastfragen-Episode? Schick mir eine Nachricht über die Website oder direkt per Mail.

    17 min
  • Weingut Siegrist: Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben
    Bruno und Jakob Schimpf über Familie, Verantwortung, Chardonnay, gereiften Riesling, Leinsweiler – und darüber, wie ein Weingut seinen Stil bewahrt, ohne stehen zu bleiben.

    In dieser Episode geht es um das Weingut Siegrist in Leinsweiler an der Südlichen Weinstraße. Bruno und Jakob Siegrist erzählen, wie eng Familie, Arbeit und Alltag in einem Weingut miteinander verwoben sind: vom gemeinsamen Mittagstisch über die Ausbildung junger Winzerinnen und Winzer bis zur Frage, wie Verantwortung von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird.

    Ein wichtiger Bezugspunkt des Gesprächs ist Thomas Siegrist. Bruno beschreibt, wie stark ihn Thomas geprägt hat – nicht nur in der Frage, wie Wein gemacht wird, sondern auch darin, wie Wein gelebt wird. Zugleich erzählt Jakob von seinem Großvater, von gemeinsamen Erinnerungen und davon, was es bedeutet, heute in einen Betrieb hineinzuwachsen, dessen Stil bereits eine lange Geschichte hat.

    Weinfachlich führt die Folge unter anderem zum Chardonnay aus der Parzelle Kinzegg, zu Fragen von Vorklärung, Trub, Hefelager, Holz und Stilbewusstsein. Der Wein steht bewusst nicht für eine asketisch-reduktive Chardonnay-Mode, sondern für einen eigenständigen, kraftvollen, reifefähigen Stil. Dazu kommt ein gereifter Riesling Sonnenberg Großes Gewächs 2017, der zeigt, warum Zeit im Weingut Siegrist ein zentrales Thema ist.

    Außerdem sprechen wir über biologische Bewirtschaftung ohne Zertifizierung, mögliche nächste Schritte in Richtung Bio, über die geplante Konzentration auf bessere Flächen, Schafe im Weinberg, Nussbäume statt entfernter Rebflächen, feinere Extraktion beim Pinot Noir und über die Inspiration, die Bruno und Jakob bis heute aus Burgund und aus dem Austausch mit den „Fünf Freunden“ ziehen.

    Kapitelmarken / Timestamps

    00:00 Begrüßung: Bruno und Jakob Siegrist

    00:15 Zusammen wohnen, arbeiten, essen: Familie als Betriebsform
    03:04 Lieblingsweine: Riesling, Burgunder und gereifte Große Gewächse
    04:52 Was Außenstehende am Winzerberuf unterschätzen
    06:36 Carlo, der Hofhund – und sein Gespür für reife Trauben
    09:03 Lieblingsorte rund um Leinsweiler
    10:55 Leinsweiler: Heimat, Rückzugsort, Arbeit und Familie
    15:16 Mittagstisch, Einladungskultur und Hoffest
    20:17 Brunos Weg in den Betrieb und die Prägung durch Thomas Siegrist
    22:05 Lehrjahre bei Fritz Becker
    24:05 Respekt vor der Natur und Freude am Genuss
    25:21 Jakob, sein Großvater Thomas und das Weitergeben von Erfahrung
    27:14 Jakobs Lehrjahre bei Wehrheim, Kranz und Wittmann
    30:19 Biologische Bewirtschaftung und mögliche Zertifizierung
    31:40 Zukunft, Verantwortung und die nächste Generation
    35:55 Chardonnay Kinzegg: Stil, Hefe, Trub und Holz
    42:20 Konzentration auf bessere Lagen und weniger Fläche
    44:56 Nussbäume und Schafe im Weinberg
    46:49 Riesling Sonnenberg GG 2017 und der Schatz gereifter Weine
    52:13 Riesling, Klima und die Frage der Zukunftsfähigkeit
    55:00 Pinot Noir: sanftere Extraktion und kürzere Maischestandzeit
    57:14 Burgund, Inspiration und die „Fünf Freunde“
    01:01:13 Auf welchen Bahnen segelt das Weingut heute?
    01:03:09 Der Schluss am Tisch: Was würde Thomas sagen?

    1 hr 13 min
  • Frankreich 2026: Labor der Disruption (3) - Spannung statt Schaum
    Warum die Champagne heute anders gelesen werden muss

    Champagne wirkt von außen oft erstaunlich eindeutig: Kreide, Chardonnay, Pinot Noir, große Häuser, Luxus, Perlage. Im Inneren aber ist die Region viel heterogener, fragiler und spannungsreicher gebaut, als ihr Mythos vermuten lässt. Genau darum geht es in dieser dritten Folge von „Frankreich 2026: Labor der Disruption“.

    Ausgangspunkt ist eine Hörerfrage: Warum schmecken manche Champagner heute breiter, obwohl sie formal trocken sind? Und stimmt es wirklich, dass Brut Nature die ehrlichste Form von Champagne ist?

    Die Antwort führt mitten in das eigentliche Missverständnis der Region. Champagne ist nicht einfach deshalb groß, weil sie Schaum erzeugt. Sie ist groß, weil sie aus einem hochkontrollierten Zusammenspiel von Grundwein, Reserveweinen, zweiter Gärung, langem Hefelager, Dégorgement und Dosage eine Form von Wein baut, in der Herkunft, Zeit und Verfahren untrennbar werden.

    Historisch war Champagne ein Grenzklima-System. Hohe Säure, unsichere Reife und nervige Grundweine waren lange keine Ausnahme, sondern Ausgangslage. Genau daraus entstand die klassische Stärke der Region: Reife absichern, Spannung bauen, Balance organisieren. Doch dieses Modell verschiebt sich. Unter wärmeren Bedingungen wird Zucker leichter erreicht, die Lese rückt nach vorn, die Äpfelsäure sinkt, pH-Werte steigen. Reife ist also nicht mehr das Hauptproblem. Die eigentliche Herausforderung lautet heute: Spannung retten.

    Darum reicht der Blick auf analytische Trockenheit oder Säurewerte allein nicht mehr aus. Spannung entsteht größer: aus Textur, Vertikalität, Salzigkeit, Druckaufbau, phenolischer Ordnung und der Fähigkeit eines Weins, trotz Reife nicht in Breite aufzugehen. Genau deshalb können Champagner heute formal trocken sein und dennoch weich oder flächig wirken.

    Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Dosage. Sie wird im gehobenen Champagner-Diskurs oft moralisch verhandelt, fast so, als sei weniger automatisch wahrer. Die Folge argumentiert anders: Brut Nature ist nicht die moralisch höhere Wahrheit der Champagne, sondern ihre exponiertere Form. Eine klug gesetzte Dosage arbeitet nicht nur an Süße, sondern an Proportion, Textur, Mittelgaumen und Nachhall. Die entscheidende Frage lautet also nicht: Wie wenig Dosage geht noch? Sondern: Was braucht dieser Wein, um seinen inneren Bauplan glaubwürdig zu zeigen?

    Außerdem geht es um die stille Transparenzrevolution der Region. Basisjahrgang, Dégorgierdatum, Reserveanteil, Editionslogik und Grundweinverständnis werden heute viel offensiver kommuniziert. Champagne wird nicht weniger gebaut – aber lesbarer gebaut.

    Ein weiteres Kapitel widmet sich dem Verhältnis von großen Häusern und Winzern. Nicht als einfache Gegenüberstellung von Marke versus Authentizität, sondern als zwei verschiedene Arten, Ort durch Prozess zu organisieren. Die Häuser arbeiten mit Reserve, Assemblagekompetenz und Stilkontinuität. Die Winzerseite hat die Region zugleich stärker parzellenbezogen, grundweinnäher und oft burgundischer lesbar gemacht. Beides prägt die Champagne der Gegenwart.

    Schließlich geht es um Nachhaltigkeit und Anpassung. Bio wächst in der Champagne langsamer als in vielen anderen französischen Weinbaugebieten – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil das feuchte, pilzdruckreiche Klima die Umstellung riskanter macht. Deshalb spielen Umweltzertifizierungen wie „Viticulture Durable en Champagne“ eine so große Rolle. Auch hier zeigt sich: Champagne antwortet auf neue Bedingungen weniger romantisch als organisiert.

    Und dann ist da noch der Blick nach England. Wenn Häuser wie Taittinger oder Vranken-Pommery jenseits des Ärmelkanals investieren, dann geht es nicht um Folklore, sondern um Resilienz. Zugespitzt könnte man sagen: Sie kaufen dort nicht Boden, sondern Kühle.

    Diese Folge liest Champagne deshalb nicht als Luxuskulisse, sondern als Spannungssystem unter Druck.

    Wer tiefer in solche Fragen von Herkunft, Stil und sensorischer Präzision einsteigen möchte, findet mehr dazu in meiner Weinkenner Masterclass. Und für alle, die ihre Verkostung am Gaumen schärfen wollen, gibt es außerdem mein kompaktes Audio „Die Nase ist der Trailer …“ — ein konzentrierter Zugang zu dem, was Wein im Mund wirklich zeigt.

    Weinkenner Masterclass: https://dr-staudt-weinerlebnisse.de/

    12-Minuten-Audio: https://www.wolfgangstaudt.com/gaumenauftritt/

    27 min

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"Genuss im Bus ist der mobile Weinpodcast von Wolfgang Staudt. Wolfgang trifft sich mit interessanten Typen der Weinszene und Persönlichkeiten, die den Wein ebenso lieben wie er selbst. In seinen…

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