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Sebastian Höpfner ist Head Sommelier im Berliner Drei-Sterne-Restaurant Rutz. Seine Arbeit liegt an einer spannenden Schnittstelle: Produzenten, Regionen, Handel und internationale Weinwelt auf der einen Seite – Gäste, Küche und Weinkarte auf der anderen.
Ausgangspunkt unseres Gesprächs ist deshalb die Rutz-Weinkarte: Welche Weine schaffen es darauf? Welche Rolle spielen Prestige, Herkunft und Produzentenname? Gibt es Regionen, die auf die Karte eines Drei-Sterne-Restaurants einfach gehören? Und weshalb fehlen andere, über die in der Weinwelt gerade sehr viel gesprochen wird?
Von dort gehen wir einen Schritt weiter: Was hat die berühmten Herkünfte überhaupt groß gemacht?
Sebastian spricht über die historische Bedeutung der Mosel, über Burgund und dessen Beharren auf Chardonnay und Pinot Noir, aber auch über eine zunehmende stilistische Annäherung zwischen Weinregionen. Gerade bei deutschen Spitzenweinen sei es blind oftmals leichter, den Stil eines Produzenten als die Region zu erkennen.
Gleichzeitig geraten etablierte Hierarchien unter Druck. Burgund leidet nicht nur unter extrem gestiegenen Preisen. Der Klimawandel kann auch dafür sorgen, dass ehemals weniger privilegierte, kühlere oder höher gelegene Lagen an Bedeutung gewinnen. Ähnliche Verschiebungen beobachtet Höpfner unter anderem in der Champagne und in deutschen Regionen wie dem Zellertal.
Wir sprechen außerdem darüber, wie stark sich klimatische Veränderungen bereits im Glas zeigen, weshalb Bordeaux seine traditionellen Rebsortensysteme vorsichtig öffnet und ob Klassifikationen flexibler werden müssen, wenn andere Rebsorten künftig besser zu einer Lage passen.
Ein weiterer Konflikt entsteht dort, wo ambitionierte Produzenten bewusst außerhalb etablierter Herkunfts- und Qualitätskategorien arbeiten. Welche Orientierung braucht der Konsument – und wie viel Freiheit braucht der Winzer?
Zum Schluss testen wir die Idee von Herkunft an Etna, Jura und Rheinhessen und fragen, was überhaupt passieren muss, damit aus einer Region mit guten Produzenten ein belastbares Herkunftsprofil entsteht.
Und wir blicken nach vorn: Wie wichtig wird Herkunft im Jahr 2036 noch sein? Für Sebastian Höpfner liegt ihre Zukunft vor allem in einem Versprechen – dem Vertrauen in die Einzigartigkeit eines Weins, eines Ortes und der Menschen, die ihn interpretieren.
Themen der Episode
Warum der Jura gleichzeitig Kult- und Krisenregion ist
Wir können Wein heute präziser analysieren und kontrollieren als je zuvor. Doch was sagt all dieses Wissen tatsächlich über seine Qualität?
Prof. Dr. Jochen Vestner verbindet zwei Perspektiven: Er ist im Familienweingut an der Nahe aufgewachsen und hat später Chemie, Aromaforschung, Sensorik und moderne Önologie zu seinem wissenschaftlichen Arbeitsfeld gemacht. Seit August 2026 ist er Professor für Önologie an der Hochschule Geisenheim.
In dieser Folge von Genuss im Bus geht es unter anderem um:
Pasteur, Reinzuchthefen und die Gamechanger moderner Önologie
Ein zentraler Gedanke des Gesprächs:
Je mehr ein Winzer über sein Ausgangsmaterial und seine Prozesse weiß, desto eher kann er möglicherweise auf Eingriffe verzichten.
Über Jochen Vestner
Prof. Dr. Jochen Vestner ist im Weingut seiner Familie an der Nahe aufgewachsen. Er studierte Weinbau und Getränketechnologie in Geisenheim sowie Chemie in Stellenbosch und promovierte in Zusammenarbeit zwischen Geisenheim und Bordeaux.
Am DLR Rheinpfalz leitete er zuletzt die Aromaforschung. Seit dem 1. August 2026 ist er Professor für Önologie an der Hochschule Geisenheim.
Weinkenner Masterclass
Du beschäftigst dich schon länger intensiv mit Wein und möchtest Regionen, Rebsorten, Jahrgänge, Stilistik und Herkunft noch systematischer verstehen und im Glas vertiefen?
Genau darum geht es in meiner Weinkenner Masterclass: in einer kleinen Gruppe erfahrener Weinliebhaber, mit Live-Webinaren, gemeinsamen Verkostungen, Gesprächen mit Winzern und einer Exkursion.
Mehr Informationen:
www.dr-staudt-weinerlebnisse.de
Ausblick
In 14 Tagen geht es weiter bei Genuss im Bus. Dann führt uns die Reise ins Jura – in eine Weinregion, in der Tradition, Herkunft und Veränderung auf besonders spannende Weise zusammenkommen.
In dieser Episode:
– Warum der Etna trotz jahrhundertealter Weinbautradition erst spät zu einer großen Fine-Wine-Herkunft wurde
Wer solche Fragen zu Herkunft, Rebsorten und Stilistik gemeinsam mit mir vertiefen und vor allem im Glas nachvollziehen möchte, findet weitere Informationen zu meiner Masterclass auf meiner Website oder hier.
In 14 Tagen geht es weiter: Dann geht es um die Frage, wohin die moderne Önologie steuert. Zu Gast ist ein Wissenschaftler aus Geisenheim, mit dem ich darüber spreche, was sich im Keller gerade grundlegend verändert – und was davon für die Weine der Zukunft wirklich relevant sein wird.
Kapitelmarken
00:00 Cold Open: Kann ein Trollinger 100 Euro kosten?
Wein nicht nur trinken, sondern genauer verstehen
Du beschäftigst dich bereits intensiv mit Wein und möchtest Herkunft, Jahrgang und Machart noch präziser einordnen sowie deine sensorische Urteilskraft gezielt schärfen?
Im November startet meine nächste sechsmonatige Weinkenner Masterclass: mit 21 Live-Webinaren und gemeinsamen Verkostungen, einer begleitenden Lernplattform, Begegnungen mit Winzerinnen und Winzern sowie einer gemeinsamen Exkursion. Die Gruppe umfasst maximal zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Alle Informationen und die Möglichkeit zu einem persönlichen Erstgespräch findest du unter:
Shownotes
In dieser Folge von Genuss im Bus ist Sven Ellwanger vom Weingut Bernhard Ellwanger in Weinstadt-Großheppach zu Gast.
Wir sprechen über das Remstal als kühles, kleinteiliges Weinbaugebiet mit steilen Lagen, großen Temperaturunterschieden und einer bemerkenswerten Vielfalt an Keuperböden: Gipskeuper, bunte Mergel, Schilfsandstein, Kieselsandstein und Stubensandstein.
Ein zentrales Thema ist die Entwicklung des Weinguts: Bernhard Ellwanger gründete den Betrieb 1975 und brachte früh neue Sorten und Ideen ins Remstal. Heute führen Sven und seine Schwester Yvonne den Betrieb gemeinsam. Aus einem experimentierfreudigen Familienweingut ist ein vielseitiger, breit aufgestellter Betrieb mit rund 36 Hektar Rebfläche, starker Privatkundschaft und klarer Qualitätsorientierung geworden.
Verkostet werden drei Weine:
Muskat-Trollinger Rosé
Roter Riesling
Lemberger-Syrah-Cuvée
Weitere Themen:
Sauvignon Blanc und Svens Zeit in Neuseeland
Kapitelmarken
00:00 Willkommen und Einführung ins Remstal
Weinkenner Masterclass: www.dr-staudt-weinerlebnisse.de
Die ProWein galt lange als zentraler Treffpunkt der internationalen Weinbranche. Doch diese Selbstverständlichkeit ist brüchiger geworden. Der Weinmarkt verändert sich tiefgreifend: Der Konsum sinkt, Trinkgewohnheiten verschieben sich, No/Low und neue Getränkekategorien gewinnen an Bedeutung, Exportmärkte werden unberechenbarer, und auch der Zugang zu Regalen, Weinkarten und Onlineplattformen wird anspruchsvoller.
Auch die Messelandschaft ist in Bewegung. Wine Paris hat stark an Bedeutung gewonnen, Vinitaly bleibt ein mächtiger Fixpunkt der italienischen Weinwirtschaft, London bedient den UK-Markt, kleinere Nischenmessen überzeugen durch Kuratierung, Szeneenergie und Glaubwürdigkeit. Gleichzeitig betreibt die ProWein eigene internationale Formate in Asien und Südamerika.
Mein Gast ist Frank Schindler, Director der ProWein. Wir kennen uns bereits aus einer früheren Podcastfolge, damals war Frank Geschäftsführer von Esterházy im Burgenland. Heute verantwortet er eine Messe, die sich neu positioniert — weg vom alten Anspruch, Weltleitmesse zu sein, hin zu einer europäischen Leitmesse mit internationaler Kaufkraft.
In dieser Folge sprechen wir darüber, welche Fehler die ProWein in den vergangenen Jahren gemacht hat, warum Nähe zur Branche verloren ging, weshalb die Messe kleiner, fokussierter und stärker käuferzentriert werden soll, welche Rolle das Hosted-Buyers-Programm spielt und warum Deutschland als Importmarkt für Düsseldorf so wichtig ist.
Außerdem geht es um Wine Paris, Vinitaly, London und Nischenmessen, um die ProWein-Satelliten in Shanghai, Tokio, Mumbai, Hongkong, Singapur und São Paulo, um ProWein Zero+, ProSpirits, die ProWein Academy, die Agora, Hotelpreise, Hallenkonzepte — und um die grundsätzliche Frage, was eine große Weinmesse heute noch leisten kann, wenn die Branche selbst unter Druck steht.
Eine Folge über Messepolitik, Weinwirtschaft, Markenführung, Käuferlogik, Konkurrenzdruck — und über den Versuch, aus einer gemanagten Messe wieder einen lebendigen Teil der Branche zu machen.
Frank Schindlers Wechsel von Esterházy zur ProWein
Weinkenner Masterclass: www.dr-staudt-weinerlebnisse.de
In dieser Episode:
Warum manche Menschen Wein einfach genießen – und andere ihn verstehen wollen
Weinkenner Masterclass
Du liebst Wein, hast bereits einiges gelernt und möchtest die einzelnen Puzzleteile endlich zu einem großen Bild zusammenfügen?
Die nächste Weinkenner Masterclass startet im November 2026.
Alle Informationen und die Möglichkeit zu einem unverbindlichen Erstgespräch findest Du hier:
www.dr-staudt-weinerlebnisse.de
In dieser Folge geht es um:
– die Frage, warum klassischer Mosel-Kabinett seltener geworden ist
Weinkenner Masterclass
Wenn dich solche Fragen interessieren — wenn du Wein nicht nur trinken, sondern wirklich lesen und verstehen möchtest — dann ist die Weinkenner Masterclass genau dafür gemacht.
In der Masterclass geht es sechs Monate lang um die großen Zusammenhänge des Weins: Rebsorten, Regionen, Klima, Böden, Vinifikation, Stilistik und vor allem um die Frage, warum ein Wein genau so schmeckt, wie er schmeckt. Im Zentrum steht mein analytisches Verkostungssystem: weniger Aromensuche, mehr Struktur, Herkunft, Balance und sensorische Logik.
Mehr Informationen zur Weinkenner Masterclass findest du hier: dr-staudt-weinerlebnisse.de
Als Einstieg empfehle ich dir außerdem mein kostenloses 12-Minuten-Audio: https://www.wolfgangstaudt.com/gaumenauftritt/
Genuss im Bus ist der mobile Weinpodcast von Wolfgang Staudt.
Fahrgastfragen — Folge [XXX]
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