Geschichte

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Geschichte episodes

  • Hetze, Gewalt und ein Mord: Die Schweiz vor dem Sonderbundskrieg
    Am 20. Juli 1845, kurz nach Mitternacht, wurde der Luzerner Ratsherr Josef Leu im Schlaf erschossen. Es war einer der ganz wenigen politischen Morde der Schweiz und fiel in eine Zeit, in der die Schweiz so gespalten war wie seither nie mehr. In die Zeit vor dem Sonderbundskrieg.
    Josef Leu war zu seinen Lebzeiten der wahrscheinlich populärste Politiker des Kantons Luzern. Der überaus fromme Mann gilt als Gründer der Katholisch-Konservativen Partei, aus der später die CVP werden sollte. Er kämpfte gegen die Säkularisierung und damit auch gegen die Anliegen der Liberalen. Zwischen diesen beiden Fronten tobte in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Kampf um die Zukunft der Eidgenossenschaft. Der Streit endete schlussendlich im letzten Bürgerkrieg der Schweiz, dem Sonderbundskrieg. Diese Zeitblende erzählt, wie es so weit kommen konnte und inwiefern Josef Leu und sein Mord zur Spaltung des Landes beitrugen.
    Es spricht die Luzerner Historikerin Heidi Bossard-Borner, eine ausgewiesene Expertin der Geschichte des Kantons Luzern im 19. Jahrhundert. Zudem kommt Felix Beck zu Wort, ein Ur-Ur-Ur-Enkel von Josef Leu.
    26 min
  • 9/11: «Mir wurde schlagartig klar, das ist ein Riesending»
    Es war ein strahlend schöner Tag, als Amerika angegriffen wurde. Die freie Journalistin Beatrice Uerlings berichtete damals von ihrem Küchentisch in Brooklyn aus für das Schweizer Radiopublikum, nachdem zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers in New York geflogen waren.
    In Bern wurde für Echo-Moderator Casper Selg aus einem relativ newsarmen Tag ein Berichterstattungs-Marathon. «Als der zweite Flieger in die Türme flog, wurde mir schlagartig klar, das ist ein Riesending», sagt er heute.
    Und in Washington DC sass USA-Korrespondent Rudolph Mäder im Verkehr fest, als die Welt den Atem anhielt. 
    In der Zeitblende diskutieren die drei Journalisten mit Marc Allemann über ihre Erinnerungen an den 11. September 2001.
    28 min
  • Wie der Riese Gulliver den Bundesrat das Fürchten lehrte
    Ein Fragebogenspiel an der Expo 64 provoziert eine Zensur durch den Bundesrat. Im Rahmen einer Attraktion will der Riese Gulliver die Schweizer Volksseele ergründen. Er fragt frech, witzig und zu provokativ für den Bundesrat. Aus dem Gulliver-Spiel wird die Gulliver-Affäre.
    Kann man ein guter Schweizer sein und erst um 9 Uhr aufstehen? Soll die Schweiz ihre Neutralität überdenken? Das sind Fragen, die der Riese Gulliver stellt an der Expo 64, an der Landesaustellung in Lausanne. Es sind heikle Fragen. Zu heikel für den Bundesrat: Er interveniert und zensuriert. Die Antworter der Expobesucher sollen unter Verschluss bleiben. «Ich bin nicht erstaunt, aber dass politische Zensur solche Ausmasse annehmen konnte, finde ich monumental», sagt der emeritierte Soziologieprofessor der Uni Lausanne, René Levy in der Zeitblende. Gulliver-Schöpfer Charles Apothéloz erinnert sich in Archiv-Interviews an die Auseinandersetzungen mit dem Bundesrat. Und die Zeitblende zeigt, wie ein Teil der teil überraschenden Antworten doch noch ans Licht kam.
    25 min
  • Die Linksterroristin in Hindelbank
    Eine Schiesserei im Grenzgebiet zu Frankreich mit zwei verletzten Zöllnern belastet vor 44 Jahren die ganze Schweiz. Denn dahinter stecken zwei deutsche Terroristen. Die Behörden sind überfordert und das Sicherheitsdispositiv wird hochgefahren; gar ein Gefängnis wird um einen Trakt erweitert.
    1977 erschüttert eine Schiesserei den damaligen Berner Jura. Zwei Grenzbeamte werden in Fahy von einem vermeintlichen Ehepaar niedergeschossen. Doch die beiden sind zwei deutsche Linksterroristen, Angehörige der «Bewegung 2. Juni», der kleinen Schwesterorganisation der Roten Armee-Fraktion RAF. Was folgt, ist ein streng bewachter Gerichtsprozess und überforderte Behörden. Wohin mit den Terroristen? Für die Frau, Gabriele Kröcher-Tiedemann, wird im Frauengefängnis Hindelbank gar eine neue Hochsicherheitsabteilung gebaut. Diese Zeitblende erzählt ihre Geschichte.
    Die Zeitblende spricht darüber mit Bernard Rambert, dem damaligen Anwalt der beiden. Mit der Historikerin Dominique Grisard, welche den Fall Kröcher-Tiedemann breit erforscht hat. Und mit Butz Peters, einem der anerkanntesten Experten für Linksextremismus und die Rote-Armee-Fraktion RAF.
    32 min
  • Die Grüne Fee aus dem Val-de-Travers
    Vergöttert, verteufelt, verboten, heimlich weiter produziert und dann, nach 95 Jahren wieder erlaubt. Absinth hat eine sagenumwobene Geschichte. Das Verbot hat die Faszination der Grünen Fee nicht geschmälert, vielmehr hat es sie zum Mythos gemacht, im Val-de-Travers und darüber hinaus. 
    Der hochprozentige Schnaps aus dem Neuenburger Jura hat ab der Mitte des 18. Jahrhunderts einen beispiellosen Aufstieg. Der enorme Konsum hat aber Schattenseiten: Alkoholismus, Absinthismus - die Grüne Fee wird verboten. 
    Im Val-de-Travers jedoch geht es weiter. Hinter verklebten Fenstern, in Hinterzimmern, Kellern und Garagen wird heimlich weiter destilliert und gebrannt. Der Schwarzhandel blüht, tausende Liter Absinth wechseln die Besitzer, ein lohnender Zusatzverdienst für viele.
    Die Geschichte der Grünen Fee erzählen Gabriele Didier vom Maison d'Absinth in Môtier, der Historiker und frühere Neuenburger Kantonsrat Pierre-André Delachaux und der Destillateur Christoph Racine aus Môtier.
    32 min
  • «Tear down this wall»: Reagans prophetische Rede
    Am 12. Juni 1987 rief der damalige US-Präsident Ronald Reagan am Brandenburger Tor in Berlin seinen sowjetischen Gegenspieler Michail Gorbatschow dazu auf, die Mauer nieder zu reissen. Doch das legendäre «Mister Gorbatschow, tear down this wall» hätte es so fast nicht gegeben.
    Es war der damals knapp 30jährige Redenschreiber Peter Robinson, der die Rede für Reagan geschrieben hatte. Er war dafür inspiriert worden von Ingeborg Elz, einer deutschen Bekannten, die ihm bei einem Besuch in Berlin gesagt hatte, wenn es Gorbatschow ernst sei mit Glasnost, soll er die Mauer niederreissen.
    Doch die Rede traf ihm Machtzirkel des Präsidenten auf enormen Widerstand. Der junge Redenschreiber wurde von Beratern Reagans unter Druck gesetzt. Sie wollten nicht, dass der Präsident die Sowjets zu etwas aufforderte. Und schon gar nicht öffentlich. Ronald Reagan selber hingegen war begeistert. Er wollte diese Passage unbedingt drinlassenn,
    Peter Robinson erzählt in der Zeitblende, wie es zur Rede kam, von der einige sagen, sie hätte mitgeholfen, den kalten Krieg endgültig zu beenden.
    26 min
  • Schweizer Kinos: Drehscheibe der Propaganda im 1. Weltkrieg
    Der Kinobesuch ist in den 1910er Jahren noch ein ganz neues Vergnügen - und sehr populär. Als die Kriegsmächte im Ersten Weltkrieg den Film als Propagandamittel entdecken, werden die Schweizer Kinos quasi zum Propaganda-Schlachtfeld.
    Die Kriegsstaaten bauen ab 1914 nicht nur in ihren Heimatländern Propagandabüros auf, sondern auch in der Schweiz. Bald einmal wird der Film als neues Medium, das die Massen erreicht, eingesetzt. In der Folge kaufen etwa die Deutschen über Tarnfirmen und Strohmänner gar eigene Kinos und einen Filmverleih in der Schweiz. Aber auch die Entente-Staaten bemühen sich sehr um das Schweizer Kinopublikum. Filmwissenschaftler Adrian Gerber hat dies in seinem Buch «Zwischen Propaganda und Unterhaltung. Das Kino in der Schweiz zur Zeit des Ersten Weltkrieges» aufgearbeitet. Mit ihm und Historiker Alexandre Elsig von der ETH Lausanne geht diese Zeitblende der Frage nach, welchen Einfluss ausländische Propagandafilme während des Ersten Weltkrieges in der Schweiz hatten. Die Antworten führen auch entlang des Röstigrabens zu den innerschweizerischen Spannungen und erzählen vom neuen Renommee des Schweizer Filmschaffens.
    31 min
  • Gute Dienste der Schweiz für das Ausland: Bourbaki-Internierung
    Im eisig-kalten Februar 1871 kamen 87'000 französische Soldaten in die Schweiz – nicht als Aggressoren, sondern als Geschlagene im deutsch-französischen Krieg. Die Soldaten der Bourbaki-Armee wurden von Deutschland im französischen Jura regelrecht in die Enge getrieben.
    Ihnen blieb kein anderer Ausweg, als in der Schweiz Zuflucht zu suchen, sich internieren zu lassen. Die Soldaten schleppten sich innerhalb weniger Tage im Neuenburger und Waadtländer Jura über die Grenze: ausgehungert, krank, verletzt, mit Erfrierungen.
    In der Schweiz wurden sie generalstabsmässig auf über 200 Gemeinden in fast allen Kantonen verteilt. Dort blieben sie während sechs Wochen. Die Schweizer Behörden waren ebenso gefordert, wie die Bevölkerung. Von allen Seiten war die Hilfsbereitschaft gross.
    «Für die Schweiz war die Internierung der Bourbaki-Armee ein Präzedenzfall für die bewaffnete Neutralität», sagt in der «Zeitblende» der Historiker Patrick Deicher. Er hat die Bourbaki-Internierung erforscht und bringt sie uns vor dem monumentalen Bourbaki-Panorama-Gemälde in Luzern näher.
    www.suisse-view.com/360/bourbaki/de/
    26 min
  • Das Ende von Napoleon
    Napoleon Bonaparte stirbt am 5. Mai 1821 einen qualvollen Tod – im Exil auf der Vulkaninsel St. Helena. Der Kaiser der Franzosen polarisiert: genialer Staatsmann und General für die einen, grössenwahnsinniger Tyrann für die anderen. Welche Rolle spielt sein Ende im Nirgendwo? 
    Die Zeitblende zum merkwürdigen und faszinierenden Ende Napoleons: Dazu, wie seine Feinde ihn so weit wie möglich weg schickten, wie er auf St. Helena lebte und starb – und weshalb seine Zeit dort wichtig war für den späteren Napoleon-Mythos. 
    Zu Wort kommt der Historiker und Napoleonbiograf Andrew Roberts. Und: Michel Dancoisne-Martineau, der französische Honorarkonsul auf St. Helena.
    25 min
  • Isabel Zendal und der Kampf gegen die Pocken
    Die spanische Krankenschwester Isabel Zendal brachte 1803 die Pockenimpfung über den Atlantik bis auf den amerikanischen Kontinent – zusammen mit einem Ärzte-Team, als einzige Frau. Isabel gilt als erste Krankenschwester auf internationaler Mission. Dennoch geriet sie lange in Vergessenheit.
    Erschreckend, aber wahr: Für den Transport des Pocken-Impfstoffs zur See verwendeten die Spanier Anfang des 19. Jahrhunderts 22 Waisenkinder. Im Zuge der Corona-Pandemie wird die lange vergessene Geschichte von Isabel Zendal, den Waisenkindern und dem Kampf gegen die Pocken in Spanien nun neu entdeckt.
    In der «Zeitblende» verrät die spanische Autorin María Solar warum Isabel die gefährliche Reise über den Atlantik auf sich nahm. Die österreichische Medizinhistorikerin Daniela Angetter ordnet die medizinischen Versuche an Waisenkindern ein und sagt, weshalb die Geschichte der spanischen Krankenschwester dennoch Mut macht - bis heute.
    25 min

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Hier lernt ihr die Schweizer Geschichte so richtig kennen – mit all ihren Eigenarten, Erfolgen, Fails, Persönlichkeiten und Dramen. Im Podcast «Geschichte» von SRF Wissen tauchen wir in die Schweizer…

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