Den Eklat von Weimar, der sich am Freitag, dem 13. September 1811 zwischen Goethes Ehefrau Christiane und der jüngst vermählten Bettina von Arnim, geborenen Brentano, in der Ausstellung der Weimarer Kunstfreunde zuträgt, hätte man sich nicht einschneidender vorstellen können: Lautstarker Wortwechsel und Handgreiflichkeiten, in deren Folge Goethe den Arnims fortan sein Haus verbietet. Dabei hatte Bettina über Jahre hinweg mit Briefen und Geschenken die Nähe des Dichters gesucht. 26 Jahre alt ist sie, als sie mit ihrem Fauxpas alles auf immer verdirbt.
In seinem vergnüglichen Zwei-Personenstück thematisiert der Autor Rolf Schneider den besonderen Anspruch, den diese so verschiedenen Frauen auf Goethe erheben. Wobei beide nennenswerte Verdienste um sein Werk und seine Person vorweisen können: Ohne die Geschichten, die Bettina in Frankfurt von Goethes Mutter über Kindheit und Jugend des Dichters erfragte, hätte er den Beginn seiner Autobiographie "Dichtung und Wahrheit" nicht schreiben können. Und ohne das beherzte Eingreifen seiner Gefährtin Christiane Vulpius hätte Goethe das Wüten napoleonischer Truppen, die 1806 plündernd in sein Weimarer Haus eingedrungen waren, nicht überlebt.
Hörspiel von Rolf Schneider
Mit: Maria Happel als Christiane Vulpius und Friederike Kempter als Bettina von Arnim
Regie: Matthias Thalheim
Komposition: John Marson
Produktion: MDR 2020
Verfügbar bis 31. Oktober 2026