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Sie soll mit dem bekannten Rapper Kontra K liiert sein und sogar Kinder mit ihm haben. Das zumindest behaupten zahlreiche KI-generierte Nachrichtenseiten über die in der Schweiz lebende Journalistin Celina Euchner. Doch alles daran ist falsch.
Euchner hatte den Rapper ein Mal getroffen – für ein Interview vor Jahren. Offenbar leiteten KI-Modelle aus der Bildunterschrift zu einem Foto, auf dem Euchner beim Gespräch mit Kontra K zu sehen ist, die falsche Information ab. Die Folge: Immer mehr KI-Nachrichtenseiten berichteten über das angebliche Verhältnis. Die Maschinen hätten "im Grunde ein neues Privatleben über mich" erfunden, sagt Euchner, die kürzlich im Schweizer "Tages-Anzeiger" aufgeschrieben hat, was ihr passiert ist.
Ihre Geschichte ist kein Einzelfall. So gab es etwa einen deutschen Reporter, der über Kindesmissbrauch berichtet hatte und vom Chatbot Copilot fälschlicherweise selbst dafür bezichtigt wurde. „Mehr als die Hälfte der Artikel im Moment draußen im Netz sind solcher KI-Schrott (…) und die Chatbots werden trainiert mit diesem Schrott“, erklärt Euchners Kollege Oliver Zihlmann, der diese Woche mit Euchner zusammen zu Gast ist im Übermedien-Podcast. Die beiden haben gemeinsam recherchiert, welche Interessen hinter solchen KI-Nachrichtenseiten stecken.
Was sagen die Betreiber der Websites? Wie reagieren die Entwickler der Chatbots? Wie fühlt es sich an, so viele falsche Dinge über sich im Internet zu lesen? Und was kann man dagegen tun? Darum geht es in der neuen Folge von „Holger ruft an …“.
Die Gäste:
Celina Euchner ist Redakteurin am Digitaldesk von Tamedia. Sie absolvierte die Ringier-Journalistenschule und berichtete von 2021 bis 2023 als US-Korrespondentin für die Schweizer Blick-Gruppe aus New York und San Diego. Sie hat Germanistik und Französisch studiert.
Oliver Zihlmann ist promovierter Historiker und Leiter des Recherchedesks von Tamedia. Er recherchiert regelmäßig in Kooperation mit Journalisten weltweit und lehrt Investigative Recherche an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Zürich. Für seine Arbeit wurde er mehrfach prämiert.
Der Host:
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Fake-News-Websites machen mich zur Partnerin eines Promi-Rappers. Und ich kann nichts dagegen tun (Celina Euchner im „Tages-Anzeiger“)
Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
Lust auf noch mehr Übermedien-Podcasts? Hier geht's zu „Nice & Nötig“, dem Übermedien-Podcast für gute Ideen mit Annika Schneider
Vor zwei Jahren ist Pumuckl wieder auferstanden. RTL erweckte die Zeichentrickfigur, die in den 80er-Jahren ins Fernsehen kam, wieder zum Leben. Seit kurzem tapst der rothaarige Kobold auch durch einen Kinofilm. Und obwohl der frühere Synchronsprecher Hans Clarin nicht mehr lebt, klingt Pumuckl wie früher – dank Künstlicher Intelligenz. Die einen freut das, andere kritisieren es. Vor allem Synchronsprecher.
Einer davon: Sven Plate. Er ist seit vielen Jahren unter anderem die Stimme von Bugs Bunny. Plate macht die KI-Entwicklung Sorge. Weil Filmfirmen immer mehr darauf drängen, das Schauspieler und Synchronsprecher den Einsatz von KI erlauben. Weil Stimmen geklaut und vervielfältigt werden. Was den ganzen Berufsstand bedroht.
Plate findet, es sei auch eine ganz grundsätzliche Frage: Soll irgendwann alles auf dieser Welt künstlich erzeugt werden – oder wollen wir Authentizität, auch echte Stimmen. Deshalb haben Plate und seine Kolleginnen und Kollegen eine Petition initiiert, für „eine umfassende und verbindliche Regulierung für den Einsatz von künstlichen Stimmen in den Bereichen Film, Fernsehen und anderen audiovisuellen Medien“.
Was echte Stimmen so unverwechselbar macht, wieso er KI kritisch sieht und was noch alles kommen könnte, erzählt Sven Plate in der aktuellen Folge von „Holger ruft an“.
Der Gesprächspartner
Der Host:
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Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik. Wir sind werbefrei und unabhängig. Wir decken Fehler in der Berichterstattung auf, wir erklären die Hintergründe – und wir zeigen, was daran wichtig ist. Wer also Lust auf guten Journalismus habt, aber Medien nicht einfach alles glauben möchte, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter „Der Überblick“. Mehr dazu auf uebermedien.de.
Plattformen wie Instagram oder Tiktok sind natürlich längst Orte, an denen es auch um harte Politik geht, gerade wenn Wahlen anstehen. Was Influencer dort machen, erreicht ein großes, überwiegend junges Publikum. Es wirkt sich also aus auf die politische Meinungsbildung jüngerer Menschen. Die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) hat sich deshalb in einer Untersuchung damit beschäftigt, was politische Influencer zur Bundestagswahl 2025 gesendet haben – und was daran mitunter problematisch ist.
Holger Klein spricht mit Desiree Steppat von der LfM über Inhalte und Strategien: Insgesamt 98 Accounts haben sich die Medienhüter angesehen. Es gebe vor allem „sehr viel Meinung, sehr viel Emotion“, sagt Steppat. Außerdem würden der politische Betrieb und politische Parteien zuweilen negativ dargestellt. Was „schwierig“ sei, weil das antidemokratische Tendenzen stärken könne.
Welche Influencer aus welchem politischen Spektrum erfolgreich sind, wie und worüber sie kommunizieren und wie sich ihre Arbeit von einer journalistischen Hernagehensweise unterscheidet, hören Sie in der aktuellen Folge von „Holger ruft an…“
Die Gesprächspartnerin: Dr. Desiree Steppat ist Kommunikationswissenschaftlerin. Seit 2020 ist sie Referentin für Forschung bei der Landesanstalt für Medien NRW. Hier betreut sie Forschungsprojekte unter anderem zu Themen wie Desinformation, Künstliche Intelligenz im Journalismus und jugendgefährdende Inhalte im Netz.
Der Host:
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Landesanstalt für Medien NRW
Vergangene Woche hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein Urteil gefällt, das den Gegnern des Rundfunkbeitrags Recht gibt: Wer die Öffentlich-Rechtlichen für zu einseitig hält, kann künftig vor Verwaltungsgerichten gegen die Zahlung des Rundfunkbeitrags klagen. Das ist ein überraschendes Urteil, denn bislang haben Verwaltungsgerichte solche Klagen abblitzen lassen. Sie verwiesen stattdessen auf die Rundfunkräte, die für die inhaltliche Kontrolle der Programme zuständig sind.
Doch was bedeutet dieses Urteil nun genau? Und heißt das, dass die Sender bald mit Klagen überflutet werden? Darüber spricht Holger Klein in dieser Woche mit dem Rechtsanwalt und LTO-Chefredakteur Felix Zimmermann. Er sieht in dem Urteil keine Niederlage für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sondern vielmehr ein Geschenk: „Denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird jedes dieser Verfahren gewinnen.“
Warum ist er sich da so sicher? Wie hoch sind die rechtlichen Hürden für eine Klage? Und welchen Vorteil hätte das Urteil für den Fall, wenn eine Partei wie die AfD regiert? Darüber sprechen Holger Klein und Felix Zimmermann in der neuen Folge „Holger ruft an …“.
Der Gesprächspartner: Felix W. Zimmermann ist Journalist und Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Presserecht und Prozessrecht. Seit 2022 ist Zimmermann Chefredakteur von Legal Tribune Online (LTO). Zuvor war er Rechtsexperte des ZDF. Vor seiner journalistischen Tätigkeit arbeitete er bei der Presserechtskanzlei Schertz Bergmann Rechtsanwälte.
Der Host:
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Fehlt da was? Perspektivenvielfalt in öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformaten – Studie der Uni Mainz
Es ist eine Lüge, dass die Organisation Campact sich aus Steuermitteln finanziert. Dennoch hat der KI-Chatbot Grok das behauptet. Grok gehört zur Firma xAI, die auch das Netzwerk X betreibt. Campact ist juristisch gegen sie vorgegangen und hatte vor dem Landgericht Hamburg Erfolg: xAI muss nun dafür sorgen, dass die KI diese falsche Aussage nicht länger verbreitet.
Doch woher kommen solche falschen Behauptungen von KI-Chatbots überhaupt? Und wer ist verantwortlich, wenn sie Unsinn ausgeben? Darüber spricht Holger Klein diese Woche mit Falk Steiner.
Steiner ist Journalist mit dem Schwerpunkt Digitalpolitik und erklärt: Bei der Technik hinter KI-Chatbots, den sogenannten Large Language Models (LLM), geht es nicht darum, ob etwas wahr oder falsch ist, sondern um Statistik: „Die KI schaut sich an, welche Aussagen es gibt (…), puzzelt sie neu zusammen und sagt dann: Das hier ist wahrscheinlich die korrekte Antwort auf eine Frage.“ Es gehe darum, was angesichts der Algorithmen plausibel erscheint, mit denen die Modelle trainiert wurden. Und wenn bei X viele Nutzer behaupten, dass Campact Steuergelder erhält, übernimmt die KI diese Aussage.
Wie kann man falsch gelerntes Wissen aus solchen Modellen wieder entfernen? Was können Einzelpersonen tun, über die die KI falsche Dinge behauptet? Und brauchen wir für KI neue Gesetze – oder gibt es die passenden schon? Darüber sprechen Holger Klein und Falk Steiner in der neuen Folge von „Holger ruft an…“.
Der Gesprächspartner: Falk Steiner ist Journalist in Berlin. Er ist als Autor für „heise online“, Tageszeitungen, Fachnewsletter sowie Magazine tätig und berichtet unter anderem über Digitalpolitik im Bund und in der EU.
LG Hamburg: xAI darf Unwahrheiten nicht als Fakten verbreiten (Text von Falk Steiner bei heise.de)
Seit dem 1. Oktober nennt auch die Bayerische Polizei in ihren Pressemitteilungen „grundsätzlich aktiv“ die Nationalitäten von Tätern und Opfern. In anderen Bundesländern, wie etwa Nordrhein-Westfalen, gilt die Regelung schon länger. Ob Medien diese Informationen übernehmen, müssen sie eigentlich sorgfältig prüfen, um keine Vorurteile gegen Minderheiten zu schüren. Der Pressekodex hat dafür genaue Leitsätze formuliert. Dennoch kommt es immer öfter vor, dass auch Medien die Nationalität von Tätern nennen.
Laut dem Bayerischen Innenministerium soll dadurch eine „unbeeinflusste und sachliche Meinungsbildung in der Öffentlichkeit“ ermöglicht werden. Innenminister Joachim Herrmann begründete die Entscheidung in einer Anweisung an die Polizei damit, dass die Nationalität von Tatverdächtigen „zunehmend in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit“ rücke. „Bild“ hatte zuerst darüber berichtet.
Mit einer solchen Regelung sei „niemandem geholfen“ – außer jenen, „die den gesellschaftlichen Diskurs nach rechts verschieben wollen“, sagt die Kommunikationswissenschaftlerin Christine Horz-Ishak, die in dieser Woche bei Holger Klein im Übermedien-Podcast zu Gast ist. Das öffentliche Interesse an der Herkunft von Tätern entstehe vor allem durch die Berichterstattung selbst, so Horz-Ishak.
Aber wie sollten Redaktionen mit dem Vorwurf umgehen, sie würden Informationen bewusst verheimlichen, wenn sie die Herkunft eines Täters nicht nennen? Was sagt der Pressekodex zu diesem Thema eigentlich genau? Und wann ist die Nennung der Herkunft tatsächlich sinnvoll? Darüber sprechen Holger Klein und Christine Horz-Ishak in der neuen Folge von „Holger ruft an…“.
Die Gesprächspartnerin: Dr. Christine Horz-Ishak ist Professorin für Transkulturelle Medienkommunikation an der TH Köln. Bei ihrer Forschung widmet sie sich insbesondere den Themengebieten Einwanderungsgesellschaft und Diversität in den Medien sowie der Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien und den damit verbundenen medienpolitischen Fragen. Sie ist Mitgründerin und Herausgeberin des Fachjournals „Global Media Journal – DE“.
Links:
- Wie die Polizei mithilfe von Medien die Realität verzerrt
Die Geschichte klingt fast unglaublich: Samuel F., ein junger Mann aus den USA, stiehlt den Animationsfilm zweier deutscher Studenten, gibt ihn als eigenes Werk aus – und macht damit Karriere auf Filmfestivals. Die Bestohlenen merken es und beschließen, in die USA zu fliegen, um den Dieb zu stellen. Mit dabei: Regisseur Igor Plischke, der daraus den Dokumentarfilm „Der talentierte Mr. F.“ macht. Seit dieser Woche ist er in der ARD-Mediathek zu sehen.
Kurios ist nicht nur die Geschichte dieses dreisten Filmraubs, sondern auch die Methode der Filmemacher. Um den Hochstapler zur Rede zur stellen, tricksen sie ihn zunächst aus. Als sie ihn schließlich konfrontieren, reagiert der Dieb überraschend kooperativ – und die beklauten Studenten sind erstaunlich milde mit ihm. „Dass er partizipiert und so offen ist, hätte ich nicht erwartet“, sagt Igor Plischke, der diese Woche im Übermedien-Podcast bei Holger Klein zu Gast ist.
Wie rüstet man sich für die Begegnung mit einem Hochstapler? Was, wenn er ganz anders reagiert hätte? Warum behandelt der Film den Dieb so nachsichtig? Und war es gewollt, dass man als Zuschauer am Ende fast Mitleid mit dem Täter empfindet?
Zum Gesprächspartner:
Igor Plischke wurde 1985 in Bischkek, Kirgisistan, geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Er studierte Literatur- und Theaterwissenschaft sowie Politikwissenschaft. Sein Regiedebüt gab er 2014 mit dem Kurzfilm „Impuls“. Seitdem entstanden zahlreiche Werbefilme, Musikvideos und weitere Kurzfilme. 2019 gründete er gemeinsam mit der Regisseurin, Autorin und Schauspielerin Saralisa Volm die Produktionsfirma „Yad Film“. „Der talentierte Mr. F.“ ist Plischkes erster abendfüllender Dokumentarfilm.
Links:
„Der talentierte Mr. F.“ in der ARD-Mediathek
Die Moderatorin Dunja Hayali wurde kürzlich nach einer ihrer Moderationen im ZDF-„heute journal“ mit extremen Anfeindungen und Drohungen überzogen. Ihre Kollegin Ruth Moschner startete daraufhin die Petition „Schluss mit anonymem Internet-Hass!“, in der sie und andere beispielsweise einen „verpflichtenden Identifikationsnachweis“ für Accounts in sozialen Medien fodern. Ist das eine sinnvolle Idee?
Der Journalist und Social-Media-Experte Simon Berlin findet: Nein. Er stehe zu 100 Prozent hinter dem Anliegen der Petition, finde aber die „konkreten Forderungen und Formulierungen problematisch“, vor allem den Identifikationsnachweis, der im Übrigen seit Jahrzehnten immer mal wieder gefordert werde, vor allem von konservativer Seite.
Weshalb Berlin das problematisch findet, was er von einer Altersbeschränkung für soziale Medien hält und wieso er für mehr Einflussnahme der Nutzerinnen und Nutzer auf Algorithmen und viel mehr Transparenz seitens der Plattformbetreiber ist, hören Sie in der aktuellen Folge von „Holger ruft an“.
Simon Berlin ist Autor für die „Süddeutsche Zeitung“ und versucht, das Internet so zu erklären, dass es seine Eltern verstehen. Gemeinsam mit Martin Fehrensen schreibt er das „Social Media Watchblog“. Der Newsletter beschäftigt sich mit der Macht und Verantwortung der großen Online-Plattformen.
Petition „Schluss mit anonymem Internet-Hass!“
Bis vor kurzem wussten in Deutschland wahrscheinlich nur sehr wenige, wer Charlie Kirk war. Seit dem tödlichen Attentat auf den Trump-Anhänger am 10. September hat sich das schlagartig geändert. Dabei galt Kirk auch für Rechtsextreme in Europa als Vorbild, erklärt Rechtsextremismusforscher Miro Dittrich im Übermedien-Podcast.
Der Fall Charlie Kirk zeige, so Dittrich, „wie Rechtsextreme es geschafft haben, eine gewisse Deutungshoheit über den medialen Diskurs zu erlangen“. Dazu gehöre etwa die Erzählung, Kirk habe für Meinungsfreiheit und offene Debatten gestanden. In Wahrheit aber gehe es nicht um Meinungsfreiheit, sondern darum, diese anzugreifen, sagt Dittrich.
Warum versagen Medien immer wieder bei der Berichterstattung über diese Themen? Warum hat das alles mit Konservativismus nichts mehr zu tun? Und gibt es vergleichbare Figuren wie Charlie Kirk auch in Deutschland? Darüber sprechen Holger Klein und Miro Dittrich in der neuen Folge von „Holger ruft an…“.
**Zur Person:
**Was Miro Dittrich im Podcast empfiehlt:
Nun also doch: Der italienische Konzern Media for Europe (MFE) sichert sich die volle Kontrolle über ProSiebenSat.1. MFE teilte vergangene Woche mit, künftig mehr als 75 Prozent der Anteile an der deutschen Sendergruppe zu halten. Spekuliert wurde darüber schon länger. Mitte September soll die Übernahme final abgewickelt werden.
Hierzulande sorgt das für Nervosität. Ziel des Aufkaufs ist es angeblich, einen großen Medienkonzern zu schaffen, der Streamingdiensten wie Netflix oder Amazon Prime Konkurrenz machen kann. MFE ist bereits in Italien und Spanien sehr erfolgreich. Nervosität gibt es in Deutschland auch deshalb, weil MFE von einem Mann mit bekanntem Namen geführt wird: von Pier Silvio Berlusconi, einem Sohn des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Der hatte MFE Ende der 70er-Jahre unter dem Namen Mediaset gegründet und teils fragwürdiges Programm gemacht. Aber: Wie politisch ist der Sohn? Und für was für eine Art Fernsehen steht MFE heute? Und was bedeutet die Übernahme nun für die deutschen Sender, ihre Redaktionen und für die Zuschauer?
Darüber spricht Holger Klein diese woche mit dem Medienjournalisten Timo Niemeier. Er schreibt mit kleiner Unterbrechung seit 2014 für das Medienmagazin DWDL.de und hat als Wahl-Wiener nicht nur die Entwicklungen auf dem deutschen, sondern auch auf dem österreichischen Medienmarkt im Blick. 2025 saß er erstmals in der Unterhaltungs-Jury des Grimme-Preises. (Offenlegung: DWDL.de ist Gesellschafter der Übermedien GmbH.)
Links:
Freie Bahn für MFE: Berlusconi sichert sich volle Kontrolle über P7S1 (DWDL.de)
Machte Berlusconis MFE ein Angebot, das man nicht ablehnen konnte? (DWDL.de, Kommentar)
Jetzt gehört ProSieben.Sat1 zum Berlusconi-Konzern („Tagesschau“)
Übernahme durch Berlusconi-Konzern: Können Joko und Klaas ProSieben verlassen? (RND)
Was heißt eigentlich DWDL? (DWDL.de)
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