Angst ist kein guter Ratgeber, sagt der Volksmund. Aber sie ist eine Realität in diesen Tagen. Denn die Einschläge des Terrors rücken näher und es gibt Gründe, dass auch Deutschland zum Ziel werden kann. Die Gefahr ist da, aber sie ist nicht greifbar, das verbreitet Angst. Auch die Flüchtlingskrise macht Menschen Angst. Viele dieser Ängste sind irrational. Noch sterben in Deutschland mehr Menschen im Haushalt als durch Terror. Und wenn auf hundert Deutsche ein Flüchtling kommt, kann von angstmachender Überflutung auch nicht die Rede sein. Doch die Angst ist da und sie prägt unser Fühlen.
Warum wird die Angst hierzulande immer gleich so existentiell empfunden, dass man im Ausland sogar von der "german angst" spricht? Wo sind die Institutionen und Personen, die die Angst zu beruhigen vermögen? Welche Rolle können Kirchen und Religionen spielen, jene klassischen Angstberuhiger? Und wie gut beraten sind Parteien, wenn sie aus der Angst politisches Kapital schlagen? Fragen, die die hr-Kirchenredakteure Lothar Bauerochse und Klaus Hofmeister an den Münchener Soziologen Professor Armin Nassehi stellen.