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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)News
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International episodes

  • 22 Jahre Diktatur in Gambia - und nun?
    Bespitzelungen, Folter, Mord – mit diesen Methoden hielt sich Yahya Jammeh, der Präsident des westafrikanischen Landes, 22 Jahre an der Macht. Im Dezember 2016 wählten die Gambier ihren Diktator überraschend ab. Jetzt muss die neue Regierung den bankrotten Staat wieder auf Vordermann bringen. Die Wirtschaft ist am Boden, die Staatskasse geplündert – und Diktator Jammeh hat Gambia auch politisch und gesellschaftlich zugrunde gerichtet. Mit einem umfassenden Sicherheitsapparat liess er die Bevölkerung bespitzeln und verfolgen. Es gibt keine Statistik darüber, wieviele Menschen von Jammehs Schergen beiseite geräumt und ermordet wurden. Wer konnte, verliess denn das Land: Journalisten, Kulturschaffende, Oppositionspolitikerinnen, Juristen.
    Unter der neuen Regierung von Adama Barrow weht nun ein neuer Wind: Jammehs Kritiker sind zurückgekehrt, es herrscht Rede- und Pressefreiheit, und auch Kritik an der neuen Regierung ist erlaubt. Das ist schon viel. Doch die wirklich grossen Erfolge lassen noch auf sich warten: die Sanierung der Wirtschaft, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Verbesserung der Landwirtschaft, des Bildungsapparates und des Gesundheitswesens. Offen ist auch noch, wie die Opfer des Diktators entschädigt werden. Das ist viel Arbeit für die neue Regierung. Allerdings: Sie ist noch nicht einmal ein Jahr im Amt!
    36 min
  • Bio statt Pestizide – Indiens Landwirtschaft im Wandel
    Lange Zeit galt der massive Einsatz von Pestiziden in der indischen Landwirtschaft als Heilsversprechen. Mittlerweile hat ein Umdenken stattgefunden. Heute hat Indien die grösste Anzahl Bio-Bauern weltweit. Und in den Städten boomen die Bio-Läden. Das wichtigste Motiv der indischen Landwirtschaftspolitik war früher, die riesige Bevölkerung zu ernähren – egal mit welchen Mitteln. Bis sich in den 90er Jahren Zweifel auftaten. Und die Risiken von Kunstdünger und Pestiziden nach und nach bekannt wurden: von der Verschmutzung der Umwelt bis hin zur Belastung der Menschen. Zur Ernährungssicherheit kamen die Ziele Gesundheit und Nahrhaftigkeit hinzu. Der hindu-nationalistische Premierminister Narendra Modi fördert den Bio-Landbau aktiv – als Teil seiner national-konservativen Politik.
    In Städten wie der IT-Metropole Bangalore gibt es in manchen Quartieren eigentliche Bio-Supermärkte. Viele Menschen setzen auf Bio-Nahrung für die Gesundheit, andere sind besessen vom Wunsch nach einem gesunden Lifestyle. Und während Bauern in manchen entlegenen Regionen noch bis vor kurzem als rückständig galten, weil sie keine Pestizide verwendeten, setzen sie die absolute Unberührtheit ihrer Böden heute als Standortvorteil ein und verkaufen ihre Früchte zu Premium-Preisen. Ein Problem ist allerdings die Frage, wie Bio-Produkte in einem riesigen Land mit schlechten Strassen wie Indien vom Bauern zur Konsumentin gelangen.
    29 min
  • Korsikas Nationalisten wollen mehr Autonomie
    In Korsika beginnt eine neue politische Epoche. Die Nationalisten wollen die Insel gesellschaftlich erneuern, mit demokratischen Mitteln und ohne Gewalt. Sie fordern darum mehr Autonomie von Frankreich. Rückhalt finden sie vor allem bei der jungen Bevölkerung. Während Jahrzehnten dominierten ein paar wenige Familien-Clans die Politik Korsikas. Sie bedienten ihre eigene Klientel. Sie vergaben öffentliche Aufträge unter sich und profitierten persönlich vom Immobilien-Boom für Zweitwohnung.
    Ab 2014 begann dieses System zu zerfallen. Bei den Wahlen im letzten Dezember gewannen sie die absolute Mehrheit der Sitze im neuen Regionalparlament. Noch vor ein paar Jahren wäre das undenkbar gewesen.
    Der schnelle Aufstieg der Nationalisten verdeckt lange Verhandlungen hinter den Kulissen. Der Präsident der Regionalregierung, Gilles Simeoni, verkörpert diesen Wandel der Nationalisten. Der frühere Strafverteidiger prominenter Nationalisten, rang seinem Bündnis das Versprechen ab, den gewaltsamen Kampf für ein von Frankreich unabhängiges Korsika aufzugeben.
    Das ermöglichte es vielen Wählerinnen und Wählern in Korsika, ihre Stimme künftig den Nationalisten zu geben. Insbesondere die jungen Wählerinnen und Wähler koppeln den Aufstieg der Nationalisten an die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
    In den kommenden Jahren wollen die Nationalisten mit der französischen Regierung einen Autonomie-Status aushandeln, der ihnen mehr Selbstbestimmung geben soll.
    30 min
  • Der Kampf ums Wasser in Marokkos Wüste
    Wasser ist in Marokko politisch ein heisses Thema. Im Süden des Landes protestieren viele Menschen seit Monaten, weil sie immer weniger Wasser bekommen. Alle brauchen Wasser: Es ist nicht nur Lebensgrundlage für die Menschen, sondern auch ein wichtiger Rohstoff für Wirtschaft und Stromindustrie. Marokkos Energiepolitik ist ein Musterbeispiel für klimafreundliche Energiepolitik. Die UNO hat dafür Marokkos staatliche Agentur für erneuerbare Energie, MASEN, mit dem Umweltpreis ausgezeichnet.
    Bis 2030 will das Land mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs mit erneuerbarer Energie decken: Strom aus Sonnen und Windenergie.
    Im Süden des Landes entsteht in der Nähe der Wüstenstadt Ouarzazate das Solarkraftwerk Noor, der grösste Solarpark der Welt. Der erste Teil des Kraftwerks, ging anfangs 2016 ans Netz. Noor 1 hat eine Kapazität von 160 Megawatt. Eingesammelt wird das Licht von Parabolspiegeln, die sich automatisch nach der Sonne ausrichten. Im Laufe des neuen Jahres soll auch das vierte Kraftwerk den Betrieb aufnehmen. Geht es nach Plan, wird Noor im Endausbau auf einer Fläche von 30 Quadratkilometern jährlich mehr als 550 Megawatt Strom produzieren.
    Aber für die Produktion von Solarstrom braucht es nicht nur Sonne, sondern auch viel Wasser. Nicht nur für den Betrieb des Kühlturms, sondern auch für die Reinigung der Sonnensegel und der Parabolspiegel.
    Noor bezieht Wasser aus dem Mansour Eddahbi Stausee, dem Wasserschloss von Marokkos Süden. Gebaut wurde der Damm anfangs der 70er Jahre mit dem Ziel, das Draatal bis zur Wüstenstadt Zagora und die Oasen am Rande der Wüste gleichmässig mit Wasser versorgen. Ein Rohstoff, der in der Region am Rande der Sahara zunehmend knapp wird. Denn während die Niederschläge in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen haben, hat der Wasserverbrauch durch Industrie, Landwirtschaft und Bevölkerung zugenommen.
    28 min
  • «Best of...»: Irland: Der Brexit teilt die Insel abermals
    Die Grenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland hat sich seit den 90er-Jahren praktisch aufgelöst. Wirtschaft und Menschen sind zusammengewachsen. Der Brexit wird sie jetzt aber wieder auseinanderreissen. Was sind die Folgen? Eine Spurensuche entlang der Grenze. Sharon Treacey-Dunne hat Tausende von Jugendlichen aus dem Norden und Süden Irlands zusammengebracht. Ihr Friedensprojekt riss geistige Mauern nieder, indem es die jungen Leute in Orchestern und Chören vereinigte. Sie fürchtet sich davor, dass der Brexit ihr Lebenswerk wieder zunichte macht und die Spannung im nord-irischen Konflikt erneut anheizt.
    Paddy Hughes produziert Tierfutter. Wenn er heute eine Ladung seiner Produkte nach Deutschland verfrachtet, besteht der einzige administrative Aufwand darin, die Packliste auszudrucken. Wenn er eine Ladung nach Nahost verschickt, kostet ihn der Papierkram dagegen 1500 Pfund und benötigt drei Wochen. Mit dem Brexit könnten Lieferungen in die EU gleich schwierig werden wie nach Übersee. Grössere Firmen in der Gegend seien deshalb schon daran, ihren Standort von Nordirland in den Süden zu verlagern, sagt Hughes.
    Wiederholung der Sendung vom 30. September 2017
    29 min
  • Best of: Leben im Sumpfgebiet - Sibiriens Permafrost taut auf
    In Sibirien sind mehr als Zweidrittel des Bodens dauergefroren. Die Temperatur dieser Permafrost-Schicht war jahrhundertelang stabil. Doch mit der Klimaerwärmung taut der Tundra-Boden immer tiefer auf. Erdrutsche und Risse im Boden häufen sich – mit schlimmen Folgen. Die Häuser, sagen die Sibirjaken, beginnen zu wackeln. Wie überall in Permafrostgebieten, werden die Häuser auf Stahl – oder Betonpfeiler gebaut, damit der Dauerfrostboden kühl bleibt.
    Aber seit der Klimaerwärmung gibt es im Winter plötzlich ungewöhnliche Temperaturschwankungen: Das Eis taut auf, das Wasser fliesst den Pfeilern entlang tief in den Boden. Und wenn es wieder gefriert, werden die Pfeiler aus dem Boden gedrückt, weil Eis voluminöser ist als Wasser.
    Auch die Strassen sind instabil und brüchiger geworden. Wegen der riesigen Distanzen zwischen den sibirischen Städten und Dörfern sind die Strassen Lebensadern für die BewohnerInnen der Tundra.
    Für das Ökosystem hat das Auftauen des Permafrosts ebenfalls Folgen, ganze Landschaften verändern sich.
    «Wir können jetzt hier ganz genau beobachten, wie die viele Pflanzen- und Tierarten nach Norden wandern. Es gibt plötzlich mehr Polarfüchse. Weil der Boden weicher wird, können sie auch hier in der Tundra ihre Höhlen graben», sagt Anton Sinitskij, Leiter des arktischen Zentrums in der Salechard, der Gebietshauptstadt im sibirischen Nordwesten.
    Und die Taiga mit ihren typischen sibirischen Zedern und Lärchen rückt nordwärts und beginnt sich mit der Tundra zu vermischen: Plötzlich wachsen hier Bäume, und es nisten Vogelarten, die es im hohen Norden bisher nicht gab.
    (Wiederholung der Sendung vom 14.10.2017)
    29 min
  • «Paz» - umkämpfter Friedenstraum in Kolumbien
    Kolumbien ist weit davon entfernt, Frieden zu schaffen. Zwar hat die FARC, die älteste Guerilla Lateinamerikas, nach 52 Jahren Krieg alle ihre Waffen abgegeben. Aber andere bewaffnete Gruppen sind auf dem Vormarsch. Sie terrorisieren die Menschen in entlegenen Gebieten und forcieren ihre illegalen «Geschäftszweige»: Kokainproduktion und Schmuggel, den nicht genehmigten Bergbau oder Schutzgeld-Erpressung.
    Die linke Guerilla ELN, rechte paramilitärische Milizen und Mörderbanden des organisierten Verbrechens bekämpfen sich heftiger als vor dem Friedensvertrag zwischen Regierung und FARC. Unter «paz», Frieden, verstehen die verschiedenen Interessensgruppen alle etwas anderes: Städter und Campesinos, Oberschicht und Marginalisierte, Ex-FARC-Kämpfer und Opfer, Regierung und Opposition. Der freie Journalist Michael Castritius war bei den Menschen im Kriegsgebiet. Bauern, Vertriebene, Indigene und Afro-Kolumbianer sind immer wieder Opfer der bewaffneten Auseinandersetzungen.
    30 min
  • Wie einst im Wilden Westen – Kampf um Landrechte in den USA
    Naturschutzgebiete gehören zu den grossen Schätzen der USA. Land, das vor intensiver Nutzung geschützt ist. Für Barack Obama waren sie ein wichtiger Teil der Umweltpolitik. Er hat mehr solche Parks geschaffen, als jeder seiner Vorgänger. Nachfolger Donald Trump will auch hier eine Kehrtwende. Bears Ears im Süden Utahs ist ein besonderes Stück Land: Für die Ureinwohner ist es Heiliger Boden mit Tausenden von archäologischen Grabungsstätten. Für die Industrie ein potentieller Standort für die Förderung von Bodenschätzen. Vor einem Jahr hat Präsident Barack Obama Bears Ears zum «National Monument» erklärt. Ein Gebiet etwa so gross wie der Kanton Bern wurde damit der intensiven Nutzung durch Landwirtschaft und Industrie entzogen. Sehr zum Missfallen von Farmern und führenden Politikern der Republikaner.
    Präsident Donald Trump hat ihre Wünsche erhört: Er will Obamas Entscheid revidieren und den Schutz für den grössten Teil von Bears Ears wieder aufheben. Ebenfalls zurückstufen will er das 7600 Quadratkilometer grosse «National Monument» Grand Staircase-Escalante, das ebenfalls im Staate Utah liegt.
    Und dies ist erst der Anfang – im Frühling hat Donald Trump angeordnet, dass 27 von bisher 129 nationalen Schutzgebieten überprüft werden.
    «Bears Ears» ist ein besonders umstrittener Fall, weil dort die Interessen weisser Siedler mit der Kultur indianischer Ureinwohner aufeinanderprallen.
    Ein Kampf ums Land fast wie vor 150 Jahren.
    29 min
  • Die Karibik – dem Klimawandel ausgeliefert
    Zwei Monate nach den Monsterstürmen ist die Reise in die Karibik eine Reise ins Katastrophengebiet. Die Verwüstungen sind immer noch gross und die Tourismusindustrie liegt vielerorts am Boden. Die Natur erholt sich rasch, aber den Menschen wird klar: Sie sind dem Klimawandel schutzlos ausgeliefert. Besonders schwer sind die Verwüstungen auf den Inseln Antigua und Barbuda. Dort sind die Menschen auf sich allein gestellt und wissen nicht, womit sie sichere Häuser bauen sollen. Im niederländischen Überseegebiet Sint Maarten wird den Geschäftsleuten schmerzlich bewusst, dass sie noch lange warten müssen, bis die Touristen zurückkehren, von denen sie abhängen. Und im US-Freistaat Puerto Rico warten die Menschen immer noch darauf, dass es wieder Strom gibt. Viele möchten Puerto Rico in Richtung Festland verlassen.
    Den Menschen ist klargeworden, dass sie auf ihren kleinen Inseln den Klimawandel besonders stark zu spüren kriegen. Die Stürme werden immer heftiger, die steigenden Meerestemperaturen bringen ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht. Die jüngsten Stürme waren ein Warnsignal, denn das karibische Inselparadies droht verlorenzugehen.
    26 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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