Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • Die Wörter des Jahres 2018
    «Doppeladler», «Rahmenabkommen» und «079» sind die drei Wörter des Jahres 2018 in der Deutschschweiz. Jedes von ihnen gab im Laufe des Jahres Anlass zu Diskussionen. Warum hat Doppeladler alle überflügelt? Für wen ist das Wort des Jahres relevant? Wie wird es überhaupt ermittelt? Das Wort des Jahres ist in der Schweiz und in vielen anderen Ländern nicht bloss ein unterhaltsames Medienereignis, sondern es spiegelt auch zentrale gesellschaftspolitische Debatten.
    Seit 2017 ermittelt die Abteilung Angewandte Linguistik der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in einem aufwändigen Verfahren das Wort des Jahres. Genau genommen sind es neun Wörter des Jahres: Je drei für die Deutschschweiz, die Romandie und das Tessin (ab 2019 auch für das rätoromanische Sprachgebiet).
    Mit Daniel Perrin und Marlies Whitehouse von der ZHAW und mit den Sprachkünstlern Lo & Leduc diskutieren wir die frisch gekürten Schweizer Wörter des Jahres und werfen einen Blick auf umliegende Länder. Ausserdem erläutern die Fachleute von der ZHAW das Verfahren, mit welchem sie die Wörter des Jahres bestimmen. Weitere Themen: Die Schweizer Wörter des Jahres 2018 - Zufall oder Methode? Wie das Wort des Jahres ermittelt wird - Ehrenmann und métissage: Wörter des Jahres aus aller Welt
    57 min
  • Künste im Gespräch: Besen, Knödel und der Mut der Astrid Lindgren
    «Draußen hängt die Welt in Fetzen, lasst uns drinnen Speck ansetzen!» dichtet Fritz Eckenga in der kulinarischen Anthologie «Vom Knödel wollen wir singen». Wenn die Welt in Fetzen hängt, hilft aber auch die Maria Eichhorn-Ausstellung im Migros-Museum oder ein neuer Spielfilm über Astrid Lindgren. Ein einsamer Besen lehnt an einer Wand. Gegenüber Klebstreifenreste, von einem Blatt Papier, das abgerissen wurde. Der Besen und die 4 Ecken des abgerissenen Papiers sind Werke der deutschen Künstlerin Maria Eichhorn. Ein Werk, das nicht mehr da ist, die Reinigungskraft, die schon bereit zu stehen scheint: auf diese Weise hinterfragt Maria Eichhorn die Werte und Regeln des Kunstsystems. Das Kunstsystem und die Gesellschaft: Maria Eichhorn stellt sie auf den Prüfstand. Im Zürcher Migros Museum für Gegenwartskunst ist derzeit ein Überblick über das Werk der deutschen Künstlerin zu sehen. 12 Werke aus 30 Jahren.
    160 Millionen Bücher mit den Kindergeschichten von Astrid Lindgren wurden bis heute verkauft. Ihre Figuren von Pipi Langstrumpf bis Ronja Räubertochter sind weltbekannt. Doch über Astrid Lindgren selbst weiss man wenig. Sie brachte eine freie Kindheit und eine wilde Jugend hinter sich, bevor sie anfing, Kindern mit ihren Geschichten eine Vorstellung von Selbstbestimmtheit zu vermitteln. Der neue Spielfilm «Becoming Astrid» (bei uns unter dem einfachen Titel «Astrid» im Kino) erzählt unsentimental und hinreissend von harten Zeiten und wildem Mut.
    100 Gedichte hat der Herausgeber Christian Maintz für seine kulinarische Anthologie «Vom Knödel wollen sie singen» zusammengetragen. Biergedichte? Kohlgesänge? Pflaumenverse? Wohl eher nicht, denkt sich da der deutsche Lyrikfreund, die deutsche Poesiekennerin. Und irrt. Denn die kulinarische Lyrik ist eine Gattung mit langer Geschichte. Eine Gattung, die dem Säuseln romantischer Liebeslyrik mit lautem Schmatzen entgegentritt. Weitere Themen: Maria Eichhorn: Die Gesellschaft im Testverfahren - (Becoming) Astrid (Lindgren): Die Frau hinter Pippi Langstrumpf - Vom Knödel wollen wir singen: Kulinarische Lyrik
    55 min
  • Wenn das Gold lockt
    Im französischen Überseegebiet Guyana ist eine neue, grosse Goldmine geplant - das sei besser als der illegale Abbau von Gold, argumentieren die Befürworter. Auf jede Tonne Gold, die in Guyana legal gewonnen wird, kommen zehn Tonnen illegal gefördertes Gold. Quecksilber gelangt ins Wasser, sammelt sich in der Nahrungsmittelkette, verseucht Fische und Menschen. Deshalb so argumentieren die Befürworter einer neuen, industriellen Goldmine, sei es besser, Gold legal, sauber und kontrolliert zu gewinnen.
    Doch das Vorhaben der «Compangie de la Montagne d'Or» stösst dennoch auf den Widerstand von Bevölkerung und Umweltschutzorganisationen - zu Recht? Weitere Themen: Was die Illegalen anrichten - Die grosse Goldmine - Gold, das in die Schweiz kommt
    51 min
  • Wer darf studieren? Der Zank um die Maturquote
    Wie viele Jugendliche sollen eine gymnasiale Matur machen? 15 Prozent? 20 Prozent? Oder gar 30 Prozent? Um die «richtige» Maturquote streiten Politikerinnen und Bildungsexperten seit Jahren. Dabei geht es auch um die Frage, wie «akademisch» unsere Wissensgesellschaft sein soll. Die Maturitätsquote ist ein Dauerbrenner in der Bildungspolitik. Zu diesem Befund kommt auch der aktuelle Bildungsbericht Schweiz. Im Schnitt machen 20 Prozent der Jahrgänge eine gymnasiale Matur, dabei sind die kantonalen Unterschiede beträchtlich und bis heute nicht plausibel erklärt. Fest steht: Die Selektion zu den Gymnasien ist stark sozial gesteuert und hängt oft von Zufällen ab.
    Konkurrenz erhält der gymnasiale Weg mit anschliessendem Uni-Studium mittlerweile von der Berufsmatur, die an die Fachhochschulen führt. Weitere Themen: Wenn die Kantonsgrenze mitentscheidet: «Das isch biz ungerecht!» - Eidg. anerkannte Matur: kantonal gesteuerter Bildungsabschluss - Bildung oder Ausbildung? Eine Debatte
    56 min
  • Kinder in der Optimierungsfalle? (W)
    Kinder in der Schweiz fühlen sich zunehmend gestresst. Pro Juventute reagiert mit einer landesweiten Sensibilisierung-Kampagne. Andererseits wachsen Kinder in der Schweiz unter traumhaften Bedingungen auf wie nie zuvor: Gestresste Kinder - übertriebener Alarmismus oder tatsächlich Grund zur Sorge? Den meisten Kindern geht es gut. Historisch gesehen wachsen Kinder in der Schweiz unter so traumhaften Bedingungen auf wie nie zuvor. Andererseits klagen Kinder zunehmend über Stresssymptome wie Schlaflosigkeit, Bauchweh oder Kopfschmerzen.
    Die neusten Zahlen der WHO lassen aufhorchen. Hat der Leistungsdruck tatsächlich Einzug ins Kinderzimmer und in die Primarschulen gehalten oder haben wir heute einfach einen problemorientierten Blick auf die Kindheit?
    Denn: Je besser es einer Gesellschaft und ihren Kindern geht, umso schmerzlicher werden verbliebene Mängel wahrgenommen.
    (Wiederholung vom 13.03.2018) Weitere Themen: Die Vermessung der SchülerInnen - Liam lernt Chinesisch - «Mängisch hanni scho biz Stress»
    56 min
  • Armut, die bleibt
    In vielen Ländern, die in den letzten Jahren wirtschaftlich aufgeholt haben, bleibt die Armut gross - die Frage ist, warum. In Argentinien ging es jahrelang nur in eine Richtung - bergauf. Die Wirtschaft boomte, der Wohlstand wuchs, statistisch gesehen. Nur die Zahl der Armen nahm nicht ab, und nun, in Zeiten des Abschwungs, wird für sie nichts übrig bleiben. Eine Erkenntnis, die auch für andere Länder gilt, nicht zuletzt auch für die Schweiz.
    Eine Reise nach Argentinien, die Diskussion mit einem Experten in Sachen Armut und mit einer Armutsbetroffenen. Weitere Themen: Niemand tut was für die Armen - Die Krux mit der Armut
    56 min
  • Literatur im Gespräch mit Büchern über das Erinnern
    Fotos, Briefe, Objekte – das ist oft das einzige, was von den Vorfahren bleibt. Was erzählen uns diese Dinge über das Leben der längst Verstorbenen? Im Buch «Nach dem Gedächtnis» macht sich Maria Stepanova auf Spurensuche und erfährt dabei viel über die Geschichte Europas der letzten gut 100 Jahre. Ein Paar verschrumpelte Handschuhe, eine Schachtel mit verblichenen Fotos, Briefen und Postkarten. Es sind Fragmente einer Familiengeschichte, die man bei Gelegenheit hervorholt und anschaut. Doch: Wieviel geben sie preis? Was dichten wir dazu? Was sind die Überlieferungen und unsere eigenen Erinnerungen an die Vorfahren wert?
    Die russische Autorin Maria Stepanova geht diesen Fragen mit einer aufwändigen Recherche nach und verwebt ihre Erinnerungen sowie aufgefundene Dokumente in einen essayistischen Roman mit dem Titel «Nach dem Gedächtnis». Entstanden ist daraus nicht nur die Geschichte ihrer russisch-jüdischen Familie sondern eine eindrückliche Kulturgeschichte Europas der letzte gut hundert Jahre.
    Die weiteren Bücher der Sendung: Der Short Story Band des amerikanischen Erfolgsautors Jeffrey Eugenides mit dem Titel «Das grosse Experiment». Darin erzählt der Autor Geschichten von Menschen, die in Schwierigkeiten stecken. Er zeigt sich damit auch als Meister der kurzen Form.
    Und das dritte Buch, das Esther Schneider mit den beiden Kritikern Sieglinde Geisel und Julian Schütt in Literatur im Gespräch diskutiert, heisst «Frühlingsgarten». Der Roman der japanischen Autorin Shibasaki Tomoka handelt von der Anonymität in Grossstädten und der Einsamkeit der Menschen.
    Gäste: Sieglinde Geisel, Julian Schütt Weitere Themen: «Nach dem Gedächtnis» von Maria Stepanova - «Frühlingsgarten» Shibasaki Tomoka - «Das grosse Experiment» von Jeffrey Eugenides
    57 min
  • «Touch Me Not» – Sexualität und Körpergrenzen
    Sex ist nicht einfach. Schon gar nicht für Menschen mit einer kognitiven oder körperlichen Einschränkung. Aber eingeschränkt sind wir alle, durch Scham, Angst oder Unsicherheit. Im Film «Touch Me Not» versucht eine Frau, ihre eigenen Berührungsängste zu überwinden. Ein Mann mit extremen körperlichen Einschränkungen demonstriert eine beneidenswerte Freiheit und ein Therapeut hilft beim Verschieben von Grenzen.
    Adina Pintilie hat mit ihrem Experimentalfilm mit der grossartigen Laura Benson in der Hauptrolle den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen und ein Themenfeld geöffnet, das für andere zum Alltag gehört. Etwa für den Literaturwissenschaftler Klaus Birnstiel, der sagt, Menschen mit Behinderungen seien wahrscheinlich die grösste Gruppe sexuell Unterdrückter überhaupt.
    Oder für die Beraterin von «Air Amour» und ihre Klientinnen und Klienten. «Air Amour» unterstüzt die sexuelle Selbstbestimmung von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung. Weitere Themen: «Touch Me Not», ein Film der berührt - Behinderung und Sexualität: Zwischen Tabu und Obsession - AirAmour: Wo man über Liebeskummer und Verhütung sprechen kann
    57 min
  • Tandem mit Barbara Terpoorten und Elisabeth Joris
    Die Schauspielerin Barbara Terpoorten und die Historikerin Elisabeth Joris kommen beide aus dem Wallis. Wie ihr gemeinsamer Heimatkanton ihre Karrieren beeinflusst hat und wie sich das auf ihr Frauenbild auswirkt, das diskutieren die 43jährige Schauspielerin und die 72jährige Historikerin im Tandem. Barbara Terpoorten verkörpert seit sieben Jahren die Hauptkommissarin Anna-Maria Giovanoli in der SRF-Serie «Der Bestatter». In dieser Rolle ist sie als Schauspielerin mit normativen Frauenbildern konfrontiert. Als Heldin erlebt sie ihre Figur immer dann, wenn sie körperlichen Einsatz leisten muss. Die 43jährige Barbara Terpoorten ist im Wallis geboren und inszeniert derzeit in Brig mit einer Schulklasse Dürrenmatts «Besuch der alten Dame».
    Ebenfalls aus dem Wallis stammt die freiberufliche Historikerin Elisabeth Joris. Sie ist 1946 in Visp geboren, hat als Mittelschullehrerin gearbeitet und an der Universität Zürich promoviert. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Frauen- und Geschlechtergeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Mit «Brave Frauen, aufmüpfige Weiber» hat Elisabeth Joris zusammen mit Heidi Witzig 1992 ein Standardwerk zur Schweizer Frauengeschichte verfasst.
    Im Tandemgespräch begegnen sich Barbara Terpoorten und Elisabeth Joris zum ersten Mal. Sie werfen einen wissenschaftlichen und einen künstlerischen Blick auf Frauen, die gesellschaftliche Normen hinterfragen.
    Was die Genderdiskussion im Alltag konkret bedeutet, welche Rolle dabei der eigenen Herkunft zukommt und wie die kommende Generation von dieser Auseinandersetzung profitieren kann, das diskutiert Kaa Linder mit ihren beiden Gästen im Tandemgespräch.
    48 min
  • Die Musik von 1968
    1968 war ein Jahr der Proteste. Jugendliche lehnten sich gegen die Lebensweise ihrer Eltern auf, auch aus politischen Gründen. Die Rockmusik war für die Jugend Kommunikationsmittel. Eines der Werke des Jahres war das «White Album» der Beatles. Wie hört sich das, was revolutionär war, heute an? Vor fünfzig Jahren herrschten unruhige Zeiten. Der Krieg in Vietnam teilte die Meinungen, oft zwischen Jung und Alt, Symbolfiguren der Veränderung wie Martin Luther King und Bobby Kennedy wurden ermordet. Ein aufregendes Jahr, das einen Soundtrack hatte: die Rockmusik, die der Jugend auch als eine Art Kommunikationsmittel diente.
    In Kontext hören wir die neu herausgekommene Version des «White Albums» der Beatles an, diskutieren über die Musik von damals generell, sprechen mit den Pretty Things, einer Band, die 1968 ein innovatives Album herausgab, und wir lassen drei 20jährige über die Musik von damals sprechen. Weitere Themen: Das «White Album» der Beatles - Die Pretty Things und das Jahr 1968 - Titel 1968 – und nun?
    56 min

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