Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • «Norient und der Klang der Vielfalt»
    Line-Ups, Playlists, Online-Magazine, Feeds: Wer sie kuratiert, bestimmt, wer gesehen und gehört wird. Kuration bedeutet also auch: Macht. Wie geht man mit dieser Macht um, wie verteilt man sie? 
    In Mitteleuropa wird diese Macht auch 2023 oftmals noch aus einer klassisch heteronormativen und eurozentrischen Perspektive eingesetzt. «Norient» aus Bern steht seit 20 Jahren für einen anderen Weg. Das globale Netzwerk ist ein wichtiges Sprachrohr für Musikszenen von Argentinien über Ghana bis Pakistan und setzte sich für eine faire, diverse Musiklandschaft jenseits von Eurozentrismus, Exotismus und Diskriminierung ein.
    * Die Geschichte von Norient: wie ein Schweizer Blog zu einer internationalen Plattform für globale Musikkultur und Underground-Strömungen wurde, tiefgründige Geschichten findet und diese über Musik und Sound erzählt.
    * Über koloniale Strukturen in der Musik, von westlicher Bevormundung und eurozentrischem Dünkel.
    * Prinzipien und Methoden des Kuratierens, die Machtstrukturen und eurozentrische Denkmuster kritisch hinterfragen; Teilhabe und Diversität ermöglichen und authentische Einblicke in globale musikalische Szenen und Entwicklungen bieten.
    * Warum unabhängige, nicht-profit-orientierte Plattformen wie Norient und neue, auch kritische Stimmen, Positionen und Perspektiven in der Musik heute wichtiger sind denn je.
    Im Podcast zu hören sind:
    * Thomas Burkhalter (*1973 in der Schweiz), Musikethnologe, Musikjournalist, Kulturschaffender, Autor, Filmemacher und Gründer der Norient-Plattform «The Now in Sound»
    * Sandeep Bhagwati (*1963 in Indien), Komponist, Künstler, Kurator, Autor und Professor für Inter-X-Art Practice and Theory an der Concordia University in Montréal. Mit seinen vielen Essays ist er eine führende Stimme in gegenwärtigen Diskursen zur Provinzialisierung und Dekolonisierung eurologischer Konzertmusik geworden.
    Aktuelle Ausgabe des Norient Festivals: Zum 12. Mal veranstaltet Norient das Norient Festival, das sich kollektiv, international und interdisziplinär rund um Musik, Klang und Lärm abspielt. Es findet vom 11.-15.01.2023 in Bern statt. Hinweise zu sämtlichen Filmvorführungen, Live-Veranstaltungen und Gesprächsrunden: https://norient-festival.com .
    Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: [email protected]
    Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
    28 min
  • Kultur-Talk: Gusel Jachina – «Wo vielleicht das Leben wartet»
    In ihren Romanen spricht die russisch-tatarische Schriftstellerin Gusel Jachina Themen aus der frühen Sowjetunion an, die bis heute tabuisiert sind. Den Bürgerkrieg, die Hungersnöte, den Terror der Stalin-Zeit. Ganz bewusst trifft sie so auch Aussagen zur heutigen Situation.
    Gusel Jachina lebt in Moskau. Sie hat sich dafür entschieden, in Moskau zu bleiben. Trotzdem hat sie ein grosses Interesse daran, dunkle Kapitel der jüngeren Geschichte aufzuarbeiten und dem Vergessen zu entreissen. Sie hat auch allen Grund dazu. Ihre eine Grossmutter ist als «Kulakin» ins GULAG verschleppt worden, worüber Gusel Jachina in ihrem ersten Roman «Suleika öffnet die Augen» geschrieben hat, ein anderer Grossvater erlebte das Schicksal der verwahrlosten Kinder während der Hungersnöte der 1920er Jahre, worüber sie nun in ihrem dritten Roman «Wo vielleicht das Leben wartet» schreibt. Im Gespräch mit Michael Luisier am Rande ihrer Lesereise durch Deutschland und Österreich spricht sie über die Vergangenheit. Und meint damit auch eine Gegenwart, über die sie derzeit nur so sprechen kann.
    30 min
  • Taiwans Umwelt-Schriftsteller Wu Ming-Yi
    Wu Ming-Yi ist einer der renommiertesten Schriftsteller Taiwans. Zudem engagiert er sich in der Umweltbewegung. Dass seine Leidenschaft einmal der Natur und der Literatur gelten würde, war alles andere als absehbar. 
    * «Der Mann mit den Facettenaugen» ist das erste Buch Wu Ming-Yis, das ins Deutsche übersetzt wurde. Der Roman greift die Verschmutzung der Weltmeere auf eindringliche Weise auf. Das Buch ist der Anlass, diesen Autor dem deutschsprachigen Publikum einmal vorzustellen.
    * Wu Ming-Yi wächst in einer tristen Hochhaussiedlung auf. Seine Liebe zur Natur wird durch einen ganz besonderen Studentenjob geweckt.
    * Wu Ming-Yi beschreibt in seinen Texten den Klimawandel. Neben dem Schreiben ist er in der Umweltbewegung aktiv. Als solcher hat er beispielsweise den Bau einer weiteren Petrochemischen Anlage in Taiwan mit verhindert.
    * Der Inselstaat Taiwan ist von Klimaschäden in besonderem Masse betroffen. Das hat geographische sowie politische Gründe.
    * Wu Ming-Yis Bücher lassen sich der Klimafiktion zuordnen. Die Klimafiktion ist einer der grössten Trends der Gegenwartsliteratur. Aus dem Science-Fiction-Bereich ist sie nun in die Belletristik geschwappt.
    * Ein Blick in die Geschichte der Klimafiktion: Franz Hohler hat die Zerstörung der Umwelt durch den Menschen schon in den 1970er Jahren thematisiert – in seinem Lied «Der Weltuntergang».
    Im Podcast zu hören sind:
    * Wu Ming-Yi, Schriftsteller und Umweltaktivist
    * Dr. Simona Grano, Sinologin an der Universität Zürich
    * Franz Hohler, Schriftsteller und Liedermacher
    Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: [email protected]
    Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
    26 min
  • JJJJJerome Ellis: Stottern öffnet Möglichkeitsräume
    Er schreibt sich tatsächlich mit fünf «J», da sein Name eines der Worte ist, welches ihn am häufigsten stottern lässt. JJJJJerome Ellis ist Musiker und Autor und hat gelernt, seine Sprechstörung nicht nur zu akzeptieren, er erlebt sie als musikalisches Phänomen und Möglichkeitsraum für Begegnung.
    * Stottern kann stumm sein.
    * Zum Stottern braucht es zwei, denn Kommunikation ist geteilte Verantwortung.
    * Jerome Ellis sieht seine Sprechstörung als Chance.
    * Unflüssigkeit als musikalisches Phänomen.
    * Wie durchbricht Sprechfluss die Zeit.
    * Den Ideal-Speaker gibt es nicht.
    Im Podcast zu hören sind:
    * JJJJJerome Ellis, Multi-Instrumentalist, Autor und stolzer Stotterer
    * Prof. Wolfgang G. Braun, Logopäde und Dozent
    Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: [email protected]
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    28 min
  • Freundschaft unter Feinden im Israel-Palästina-Konflikt
    Bassam Aramin und Rami Elhanan hätten allen Grund, sich zu hassen. Denn beide haben im Israel-Palästina-Konflikt eine Tochter verloren: erschossen von einem israelischen Soldaten und in die Luft gesprengt von einem Selbstmordattentäter der Hamas. Doch sie setzen sich gemeinsam für den Frieden ein.
    Themen in diesem Kontext:
    * Die Geschichte der Freundschaft von Bassam Aramin, Palästinenser, ehemaliger Häftling und Friedensaktivist, und Rami Elhanan, Israeli, Graphiker und heftiger Kritiker der israelischen Regierung.
    * Wie Bassam und Rami den Verlust ihrer Töchter verarbeiten und wie sie daraus Kraft ziehen für ihre Friedensarbeit.
    * Wie die beiden Friedensaktivisten an israelischen und palästinensischen Schulen ihre Geschichte erzählen und dabei immer wieder auf Hass und Widerstand stossen. Oder in Rami Elhanans Worten: «Es ist, wie wenn Du sehenden Auges in einen brodelnden Vulkan läufst.»
    * Was dialogorientierte Friedensarbeit im Israel-Palästina-Konflikt bewirken kann. Und weshalb die Friedensarbeit zurzeit einen schweren Stand hat.
    Im Podcast zu hören sind:
    * Bassam Aramin, palästinensischer Friedensaktivist
    * Rami Elhanan, israelischer Friedensaktivist
    * Dana Landau, forscht über Mediation und Friedensarbeit bei Swiss Peace
    * Inbal Ben Ezer, forscht über die Psychologie von Friedensarbeit an der ETH Zürich
    Buchtipp: Die Geschichte von Bassam Aramin und Rami Elhanan steht im Zentrum des Romans Apeirogon von Colum McCann, erschienen im Rowohlt Verlag.
    Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: [email protected]
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    29 min
  • Max Planck: Der Physik-Gigant und die Tragödie seines Lebens
    Führer oder Familie? Diese Frage stellte sich dem Nobelpreisträger Max Planck 1944: Sein Sohn Erwin war als Hitler-Attentäter verhaftet worden. Der Deutsche Autor Steffen Schroeder erkundet in seinem aktuellen Roman den schwersten Moment in Max Plancks Leben – dokumentarisch dicht und erschütternd.
    * Max Planck war kein Nazi. Aber er verhielt sich dem Regime gegenüber opportunistisch, um in Deutschland weiterhin seine Wissenschaft betreiben zu können.
    * 1944 verhafteten die Nazis Plancks Sohn Erwin wegen dessen Beteiligung an der Verschwörung zum gescheiterten Hitler-Attentat vom 20. Juli und verurteilten ihn zum Tod.
    * Die Nazis verlangten von Max Planck, sich loyal zu Hitler zu erklären und bescherten ihm damit einen unmenschlichen Gewissenskonflikt.
    * Der deutsche Schriftsteller Steffen Schroeder unternimmt in seinem Roman «Planck oder Als das Leben seine Leichtigkeit verlor» eine literarische Spurensuche nach dieser tragischen Seite im glanzvollen Leben des Physikgenies.
    * Der Roman entwirft ein dokumentarisch dichtes und menschlich berührendes Kaleidoskop – sowohl von Plancks innerem Konflikt als auch von den damaligen Zeitumständen. Wichtige Rollen spielen dabei auch andere herausragende Figuren wie Albert Einstein oder der berühmte Arzt Ferdinand Sauerbruch.
    * Steffen Schroeder ist ein entfernter Nachkomme von Max Planck.
    Im Podcast zu hören sind:
    * Max Planck, Physiker
    * Steffen Schroeder, Schriftsteller
    * Dieter Hoffmann, Wissenschaftshistoriker
    Buchhinweise:
    * Stefen Schroeder: Planck oder Als das Licht seine Leichtigkeit verlor, Rowohlt Berlin 2022. (Hörbuch erschienen bei Hierax Medien)
    * Dieter Hoffmann: Max Planck. Die Entstehung der modernen Physik, C.H. Beck 2008.
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    29 min
  • Kultur-Talk: Freiwillige Unterwerfung: Wie Narzissmus unsere Gesellschaft spaltet
    Die österreichische Philosophin Isolde Charim wirft einen neuen Blick auf das Phänomen Narzissmus. Sie spricht dabei nicht von einer individuellen psychischen Krankheit, sondern von einer Ideologie, die die Menschen gegeneinander aufbringe – Narzissmus als antigesellschaftliches Prinzip.
    Wir zählen unsere Likes, arbeiten To-Do-Listen und Karrierepläne ab und trainieren Resilienz. Wir perfektionieren uns in der Hoffnung. in der Konkurrenz zu bestehen. Wir rennen einem Ich-Ideal hinterher, das nicht zu erreichen ist, sagt dazu die österreichische Philosophin Isolde Charim in ihrem neuen Buch «Die Qualen des Narzissmus». Sie beobachtet eine neue Form von Narzissmus, die über eine individuelle pathologische Persönlichkeitsstörung hinausgeht und sich als Ideologie in den westlichen Gesellschaften niedergeschlagen hat. Sie gibt uns vor: Du musst besser und mehr werden als Du bist.
    29 min
  • Kann uns Humor durch schwere Zeiten helfen?
    Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, Iran bringt Demonstrantinnen und Demonstranten um, die Klimakrise, in Deutschland verschwören sich Rechtsextremisten gegen die Demokratie ... Die Welt spinnt. Vielen macht das schwer zu schaffen. Ist Humor eine Gegenstrategie?
    Kann uns Humor dabei unterstützen, psychisch unbeschadet durch die Wirrungen der Gegenwart zu kommen? Antworten vom Humorpraktiker Mike Müller und vom Humorforscher Peter Hain.
    * «Wir sind Unterhaltungskünstler», sagt Mike Müller.
    * Eskapismus und Satire.
    * Der Alltag als Quelle des Humors.
    * Humor als «reifster Abwehrmechanismus» (Sigmund Freud).
    * Probleme ins Absurde weiterdenken.
    * Eine wohlwollend distanzierte Haltung zu sich und den eigenen Problemen.
    Im Podcast zu hören sind:
    * Mike Müller, Schauspieler und Komiker
    * Peter Hain, Psychologe und Psychotherapeut in Zürich
    Buchtipps:
    * Barbara Wild (Hg.): «Humor in Psychiatrie und Psychotherapie», Stuttgart: Klett-Cotta, 2016 (2. Aufl.)
    * Sigmund Freud: «Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten» (1905), Frankfurt: Fischer, 2009
    * Henri Bergson: «Das Lachen» (1900), übersetzt von Roswitha Plancherel-Walter, Hamburg: Felix Meiner Verlag, 2011
    Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: [email protected]
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    29 min
  • Auf Schatzsuche: Hanny Christen und die Schweizer Volksmusik
    Die Basler Volksmusiksammlerin Hanny Christen war eine absolute Pionierin. Mit grossem Enthusiasmus, aber auch einer gehörigen Portion Hartnäckigkeit hat sie Volksmelodien aus allen Ecken der Schweiz gesammelt und aufgeschrieben.
    Die Volksmusik-Sammlung der Hanny Christen hat dieses Jahr den Schweizer Musikpreis gewonnen, sie ist die grösste Sammlung instrumentaler Schweizer Volksmusik und spielt eine wichtige Rolle in der Neuen Schweizer Volksmusik-Szene.
    * Hanny Christen hat zwischen 1936 und 1962 gegen den Willen ihrer Familie und die damaligen gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen ihre Feldforschungsreisen durchgeführt.
    * Hanny Christen hatte ganz klare Vorstellungen darüber, was «authentische» Schweizer Volksmusik sei: die Melodien sollen alt sein, langsam gespielt werden und frei von modernen und fremden Einflüssen sein. Ländler waren ihr ein Graus.
    * 1991 entdeckte der Komponist Fabian Müller Hanny Christens handschriftliche Notensammlung im Untergeschoss der Universitätsbibliothek Basel und verbrachte die nächsten 10 Jahre damit, diese rund 12 000 Melodien zu publizieren.
    * Um die Musik der Sammlung Hanny Christen auch zum Klingen zu bringen, gründeten Fabian Müller und bekannte Namen der Schweizer Volksmusik die Gruppe Hanneli-Musig, eine Gruppe, die sehr künstlerisch mit diesen Volksmelodien umgeht.
    * Die grosse Frage lautet: Was ist eigentlich «authentische» Schweizer Volksmusik? Sind es die alten Tonbandaufnahmen, die Hanny Christen auf ihren Expeditionen gemacht hat oder etwa doch die modern interpretierten Stücke, die heute zelebriert werden?
    Im Podcast zu hören sind:
    * Fabian Müller, Komponist und Herausgeber der Hanny Christen-Sammlung
    * Dr. Dieter Ringeli, Musikethnologe und Spezialist für Schweizer Volksmusik
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    27 min
  • Kultur-Talk: Was tun gegen Zwangsehen, Anu Sivaganesan?
    Rund 350 junge Menschen in der Schweiz melden pro Jahr, dass sie zwangsverheiratet wurden oder werden sollen. Die Zahl ist seit Jahren auf einem hohen stabilen Niveau. Wie kann sich das ändern? «Kultur-Talk» mit Anu Sivaganesan, Menschenrechtlerin, Gründerin und Leiterin der Fachstelle Zwangsheirat.
    Obwohl Straftatbestand, werden jedes Jahr Hunderte von Zwangsehen in der Schweiz geschlossen. Anklagen gibt es fast nie. Betroffene wollen ihre Angehörigen nicht hinter Gitter bringen. Die Heiraten sind eingebettet in ein religiös-kulturelles Wertesystem. Eltern wollen ihre Kinder innerhalb der Gemeinschaft verheiraten. Die Ehe soll heterosexuell sein und möglichst jungfräulich eingegangen werden. Zwangsehen werden nicht nur in islamischen Gemeinschaften geschlossen, und auch Männer leiden darunter. Anu Sivaganesan sagt, um wirksam gegen Zwangsheirat vorzugehen, brauche es mehr Sichtbarkeit fürs Thema.
    28 min

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