Kontext

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kontext episodes

  • «Meine Sprache und ich»: Literatur wird zum Virtual Reality-Game
    Ein Team um die Schweizer Künstlerin Sarah Elena Müller hat aus einem Text von Ilse Aichinger ein Virtual Reality-Game kreiert, das uns direkt in die Welt des Texts eintauchen lässt. Wie geht das? Was leistet das Projekt? Ist es literaturwissenschaftlicher Frevel oder die Zukunft des Lesens?
    Wie fühlt es sich an, wenn man plötzlich der eigenen Sprache gegenübersteht? Diese Frage stellt die österreichische Autorin Ilse Aichinger in ihrem Text «Meine Sprache und ich» – und genau diese Erfahrung kann das Publikum im experimentellen VR-Spiel von Sarah Elena Müller und ihrem Team auch machen.
    Wie sind die Künstlerinnen und Künstler hinter dem Projekt vom alten Text zum topmodernen Game gekommen – und ist diese neue Herangehensweise überhaupt nützlich, wenn man sich mit Literatur auseinandersetzen möchte? Dem spürt Monika Schärer zusammen mit Literaturredaktor Simon Leuthold nach.
    28 min
  • Menstruationstabu am Arbeitsplatz – ein feministisches Dilemma
    Bauchkrämpfe, Verstimmung, Erschöpfung – nur wenige Frauen sprechen bei der Arbeit offen über zyklische Beschwerden. Zeit, das zu ändern, findet eine junge Frau aus Luxemburg: In einer Petition forderte Ornella Romito einen zweitägigen Menstruations-Dispens – und staunte über das grosse Echo.
    Für viele Frauen sind Mens-Beschwerden im Beruf kein Thema, weil sie fürchten, die Gleichstellung zu gefährden. Doch Ornella Romito wollte ihre monatlichen Schmerzen nicht mehr verbergen: «Frauen und Männer haben nun mal andere Körper – sehen wir der Wahrheit ins Auge!»
    Ihre Forderung nach einem zweitägigen Dispens bewirkte eine Debatte im luxemburgischen Parlament. Dagegen steht Brigitte Leeners einem Dispens skeptisch gegenüber: Die Leiterin der Klinik für Reproduktions-Endokrinologie am Universitätsspital Zürich forscht zu den Auswirkungen des Zyklus. Sie plädiert für individuelle Lösungen.
    27 min
  • Celestino Piatti: Wie umgehen mit einem Künstlernachlass?
    Piattis künstlerischer Nachlass ist enorm: Plakate, Briefmarken, Druckvorlagen für Buchcover und Kinderbücher. Mit seiner grossen Fantasie prägte er das kollektive Gedächtnis der Schweiz. Sein Name war schon zu Lebzeiten bedeutsam, heute hat er Kultstatus. Wie bewahrt man das Erbe für die Nachwelt?
    Kräftige, leuchtende Farben, eingefasst von dunklen Konturen: Der Schweizer Grafiker und Illustrator Celestino Piatti hat mit seinen 6000 Buchcovern für den Deutschen Taschenbuchverlag, seinen 500 Plakaten, Briefmarken und Kinderbuchillustrationen das kollektive Gedächtnis der Schweiz geprägt.
    Am 5. Januar jährt sich sein Geburtstag zum 100. Mal. Ein willkommener Anlass für seine Tochter Barbara Piatti, den Nachlass zu öffnen. Mit einer Künstlermonografie und den sogenannten Archiv-Tagen will sie an Celestino Piatti erinnern und sein Werk auch einem jüngeren Publikum zugänglich machen.
    28 min
  • Neuanfang mit 50: Wer auf die Nase fällt, ist nicht gescheitert
    Viele träumen davon, das Leben auf den Kopf zu stellen: Neues Land, neuer Job, neue Liebe. Claudia Heuermann wagte den Absprung - und fiel auf die Nase. Trotzdem würde sie es wieder tun. Sie ist, was Fachleute «Aufbrechende» nennen: Sie hat bei allen Schwierigkeiten immer das Mögliche im Blick.
    Claudia Heuermann hatte den Traum von der kleinen Farm. Die Münchnerin gab alles auf und zog mit Mann und Söhnen in die nordamerikanische Wildnis. Dort machten Zecken, Giftschlangen und ein Bär den Traum von der Landidylle zunichte. Nach 7 Jahren war die Beziehung kaputt und die Söhne wollten zurück in die Stadt. Heute lebt Claudia Heuermann wieder in München. Trotzdem möchte sie die Jahre in den Catskill-Mountains nicht missen.
    Sibylle Tobler begleitet Menschen in Veränderungsprozessen. Sie beschreibt sogenannte «Aufbrechende» nicht als Überoptimisten, sondern als konstruktive Realisten.
    25 min
  • Stille Revolution im Designprozess
    Designprofessorin Sarah Owens will Studierenden neue Methoden eröffnen, um verantwortungsvoll und reflektiert unsere Gesellschaft mitzugestalten. Da bei wählt sie einen inklusiven Ansatz, nutzt Methoden aus anderen Wissenschaften. So wird sie zur Wegbereiterin für eine neue Design-Generation.
    In der Designausbildung an den Kunsthochschulen findet momentan ein Umdenken statt. Ziel ist nicht mehr, möglichst Stardesignerinnen heranzubilden, die möglichst schillernde Objekte gestalten. Designerinnen und Designer sollen sich als verantwortungsvollen Teil der Gesellschaft verstehen. Wichtige Wegbereiterin dieses Paradigmenwechsels ist Sarah Owens, Professorin für Design an der Zürcher Hochschule der Künste. Für ihre Visionen hat sie deswegen einen der diesjährigen Grand Prix Design erhalten.
    27 min
  • Nach der Flucht in den Hörsaal
    Die junge syrische Zahnärztin Lujain Al-Chalabi ist vor drei Jahren in die Schweiz geflüchtet. Ihr Studienabschluss aus Damaskus wird hier nicht anerkannt. Dank der Unterstützung des studentischen Projekts "Offener Hörsaal" ist es ihr gelungen, hier noch einmal ein reguläres Studium aufzunehmen.
    Die junge syrische Zahnärztin Lujain Al-Chalabi hat vor drei Jahren in die Schweiz Asyl beantragt. Da ihr Abschluss hier nicht anerkannt wird, hat sie sich zum Ziel gesetzt, noch einmal ein Studium aufzunehmen – kein einfacher Weg für eine junge Frau, die in einem Asylheim in einem kleinen Dorf im Solothurnischen und von 400 Franken Sozialhilfe im Monat lebt. Dank der Unterstützung des studentischen Projekts "Offener Hörsaal" an der Universität Basel, ist es ihr gelungen, Deutsch zu lernen, erste Vorlesungen zu besuchen und schliesslich in ein reguläres Studium in Epidemiologie zu wechseln. Sie gehört zu jenen rund 1000 jungen Leuten mit akademischer Vorbildung, die in den letzten fünf Jahren an Schweizer Hochschulen an einem Programm für geflüchtete Personen teilgenommen haben.
    29 min
  • Wo bleibt der Migrationshintergrund im Schweizer Parlament?
    Mehr als ein Drittel der Schweizer Bevölkerung hat eine jüngere Migrationsgeschichte. Im Schweizer Parlament sind diese Menschen aber stark untervertreten. Woran liegt das? Und wie kann echte Repräsentation gelingen?
    Arber Bullakaj möchte Menschen mit Migrationsgeschichte mehr Mitbestimmung in der Schweiz ermöglichen. Bei der SP engagiert er sich seit langem für deren Interessen. Er ist im Kosovo geboren und kam mit 8 Jahren in die Schweiz. Nach der Einbürgerung legte Bullakaj eine klassische politische Laufbahn hin. Zwei Mal reichte es fast für den Nationalrat. Falls er es bei den nächsten Wahlen schafft, wäre er der erste Mensch im Nationalrat mit Wurzeln im Balkan. Doch: heisst das automatisch, dass die Interessen von Menschen mit Wurzeln im Balkan besser im Parlament vertreten wären? Und: wie stark muss das Parlament überhaupt ein Spiegel der Gesellschaft sein, um von einer gesunden Demokratie sprechen zu können?
    27 min
  • Leben im Wald – Vom Beamten zum Aussteiger und Künstler
    Armand Schulthess hat in den 1950er Jahren umgesetzt, wovon noch heute viele träumen: Er liess sein altes Leben hinter sich und realisierte seinen Traum. In einem Tessiner Kastanienwald baute er eine Enzyklopädie - ein Gesamtkunstwerk, das bis heute fasziniert, auch wenn nichts davon geblieben ist.
    Armand Schulthess lebte seit den 1950er Jahren als Aussteiger im Tessiner Onsernonetal und schuf ein Gesamtkunstwerk. Der Geheimtipp wurde 1972 unter dem Kürzel A.S. bekannt, denn die Künstlerin Ingeborg Lüscher dokumentierte sein Schaffen in einem Buch. Wer dieser radikale Aussteiger war, warum er als Aussenseiter die Kunstszene nach wie vor inspiriert und wie die Beziehung zwischen Angepassten und Aussenseitern aussieht, davon handelt dieser Podcast.
    27 min
  • Winzerin mit Vision: ihre Leidenschaft gilt dem Naturwein
    Anne-Claire Schott ist eine der wenigen Winzer:innen, die in der Schweiz Naturwein machen. Vor einigen Jahren hat sie am Bielersee das Weingut ihres Vaters übernommen. Und setzt in der traditionellen Weingegend ihre Vision vom Wein kompromisslos um: sie arbeitet biodynamisch und keltert Naturweine.
    Am Geschmack der mostigen, oft trüben Weine scheiden sich die Weingeister, manche rümpfen die Nase. Aber Naturwein hat eine wachsende Fangemeinde. Sie tritt laut, frech, fröhlich und urban auf, die Weine sind nicht «elegant» und «ausgewogen», sondern «rebellisch» und «funky». Erst wenige Winzer:innen in der Schweiz machen Naturwein – wie Anne-Claire Schott in Twann.
    Wir probieren ihn, gehen der Leidenschaft für diese neue und doch uralte Produktionsweise nach, fragen nach dem Unterschied zwischen biologisch und biodynamisch und warum die Herstellung von Naturwein ein Akt der Rebellion ist.
    29 min
  • Saisonnierstatut: "Das war ein Attentat auf die Familien"
    Sie bauten Strassen, Tunnels, die Schweiz. Die Politik wollte ihre Arbeitskraft, aber nicht ihre Familien. Hundertausende Familien mussten sich trennen. Kinder wuchsen fern ihrer Eltern auf oder lebten heimlich in der Schweiz. Wie geht es ihnen heute und wie sieht ihr Kampf um Gerechtigkeit aus?
    Als Kinder hätten sie gelernt zu schweigen, erzählt Paola de Martin. Weil reden gefährlich war. Zum Beispiel für jene Kinder, die illegalisiert in der Schweiz lebten. Und auch für jene, die jahrelang von ihren Eltern getrennt leben mussten, so wie Autorin Melinda Nadj Abonji. Heute wollen sie nicht mehr schweigen. Diesen Herbst haben sie den Verein "Tesoro" gegründet mit dem Ziel die Interessen der Familienmitglieder zu vertreten, die vom Schweizerischen Saisonnierstatut und Jahresaufenthalterstatut betroffen waren. Bei "Kontext" erzählen Egidio Stigliano, Paola de Martin und Melinda Nadj Abonji von ihrer Verganenheit, reden über Widerstand und von ihrem Kampf um Gerechtigkeit.
    27 min

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