Landkarten halten nicht einfach neutral fest, wie unsere Welt aussieht, wie Grenzen verlaufen, wo welcher See liegt oder wie er heißt. Sie können sehr unterschiedliche Wirkung haben, je nachdem, wer sie wann, warum und wie konzipiert hat. So haben wir es gerade in den vergangenen Tagen erlebt, als offiziell wurde, dass die UN die bisher gängige Mercator-Weltkarte durch die "Equal Earth"-Karte ersetzen wird: erstmals werden unsere Kontinente bei einer zweidimensionalen Darstellung in realen Größenverhältnissen gezeigt, vor allem Afrika. Der Außenminister Togos, Robert Dussey, sagte, dass es bei diesem Entscheid über "Gerechtigkeit, Würde, Gleichberechtigung“ hinaus ginge: "Die Karte zu korrigieren", heiße, "die Art und Weise zu korrigieren, wie wir die Welt sehen." Heute erscheint ein Buch, das genau dieses Phänomen aufgreift: "Die Bibliothek der vergessenen Karten" von James Cheshire. radio3-Redakteurin Irène Bluche stellt es vor.