Man nehme die Belagerung Sarajevos, ein Museum, das zum Bunker und zur Notgemeinschaft wird, eine ordentliche Prise Witz und eine 18-Jährige, die entlarvende Fragen zum Weltgeschehen stellt. Aus diesen Zutaten macht der bosnische Schriftsteller Nenad Veličković einen Roman über Krieg, der Herzen erwärmt und Menschen zum Lachen bringt: den Roman "Nachtgäste", schon vor 30 Jahren erstmals erschienen, letztes Jahr dann noch einmal mit mehr Resonanz bei Jung und Jung. Für den deutsch-bosnischen Schriftsteller Saša Stanišić ist "Nachtgäste" gar das beste Buch, das er über Krieg gelesen hat. Doch mit dem Ende von Krieg und Belagerung hat der Wahnsinn nicht aufgehört. Und in diese Trümmerzeit der späten 90er Jahre in Sarajevo holt uns Nenad Veličković mit seinem Roman "Der Vater meiner Tochter", gerade bei Jung und Jung erschienen. Sarah Murrenhoff erzählt auf radio3 von ihrer Lektüre.