Auf den Punkt

Macrons China-Strategie: Antiamerikanismus oder neue Rolle Europas?


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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron war für mehrere Tage auf Staatsbesuch in China.. Der Besuch wird vor allem wegen eines Interviews in Erinnerung bleiben, das Macron nach einem Gespräch mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping gegeben hat. Darin fordert er gegenüber der französischen Finanzzeitung “Les Échos” und dem Magazin “Politico”, dass Europa eine eigenständige Supermacht werden solle. Weniger abhängig von den USA. Vor allem brauche Europa eine eigene Taiwan-Strategie, so Macron.

Der Hintergrund: Der Konflikt um die unabhängige Insel Taiwan vor der Küste Chinas schwelt seit Wochen immer mehr. China sieht Taiwan als Teil des eigenen Staatsgebiet. Taiwan will seine Unabhängigkeit nicht aufgeben und weiß die USA auf seiner Seite.

Der Wunsch nach einer EU, die unabhängiger ist von den USA - das ist “eine lang gehegte Illusion der französischen Außenpolitik”, sagt Hubert Wetzel aus dem Brüsseler SZ-Büro. “Geht es da nicht einfach, platt gesagt um Antiamerikanismus?”, fragt Wetzel. Aber: “Es gibt in dem Sinne keine aktuelle China-Strategie“, sagt Wetzel. “Und da haut natürlich Macron genau rein”, mit seiner Forderung nach einer eigenständigen Strategie.

Hubert Wetzel sieht aber vor allem ein Problem dabei, gerade mit Blick auf den Taiwan-Konflikt: “Je härter die Europäer sagen: “Das ist inakzeptabel”, desto mehr könnte das in die chinesischen Kalkulationen einfließen.” Das hieße nicht, dass die Europäer die Macht haben, einen Krieg um Taiwan zu verhindern. “Aber sie könnten versuchen, den Chinesen klar zu machen, dass der Preis, den sie bezahlen müssten, durch europäische Sanktionen zum Beispiel existent wäre und dass die Chinesen sich das eben dann überlegen müssen.”

Den Text zu den Forderungen der Bahn für mehr Geld für den Güterverkehr lesen Sie hier.

Weitere Nachrichten: Zweifel an ukrainischer Frühjahrsoffensive, Bahn-Tochter DB Cargo will mehr Geld vom Bund.

Moderation, Redaktion: Johannes Korsche

Redaktion: Nadja Schlüter, Antonia Franz

Produktion: Benjamin Markthaler

Zusätzliches Audiomaterial über Deutschlandfunk, AFP.

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