„Blumeninsel“, „Insel des ewigen Frühlings“, „Hawaii Europas“ - wer die Insel Madeira besucht, wird feststellen, keine dieser Beschreibungen ist untertrieben. Grün ist es an fast jeder Ecke - und das zu jeder Jahreszeit.
Die Insel mitten im Atlantik zeichnet sich durch ein ganzjährig mildes, subtropisches Frühlingsklima aus, das durch den Golfstrom und Passatwinde geprägt ist. Die zahlreichen Mikroklimazonen führen zusätzlich dazu, dass sich das Wetter je nach Höhenlage und Nord-Süd-Ausrichtung stark unterscheiden kann. Deshalb gehören Sonnencreme und Regenjacke gleichzeitig ins Gepäck.
Abwechslungsreich ist Madeira allemal: Der sonnige Süden eignet sich perfekt für Badetage und Urbanes, während der grüne Norden mit Lorbeerwäldern, steilen Klippen und Naturschwimmbecken beeindruckt. Das raue Hochland ist ideal für Wanderungen. Madeira gilt als Wanderparadies, vor allem entlang der Levadas. Das sind gebaute Kanäle, die Wasser aus dem regenreichen Norden in den trockenen Süden führen. Das Levadanetz auf der Insel ist über 2000 Kilometer lang. Die erste Levada entstand im 16. Jahrhundert. Mit dem großflächigen Bau wurde im 19. Jahrhundert begonnen. Waren sie früher aus Holz und später aus Steinplatten, fließt das Wasser mittlerweile durch Betonkanäle.
Wer Madeira besucht, wird an zwei Genüssen nicht vorbeikommen: die Banane und der Poncha. Keine andere Frucht wird so sehr mit Madeira in Verbindung gebracht, wie die Banane. 1552 wurde der Anbau erstmals schriftlich erwähnt. Das gelbe Obst entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem Exportschlager. Heute ist allerdings nur noch ein kleiner Teil für den europäischen Markt gedacht. Die meisten Bananen gehen aufs portugiesische und spanische Festland.
Der Poncha ist das Nationalgetränk der Insel. Der süß-saure, alkoholische Cocktail wird in fast jedem Lokal/Bar angeboten. Er besteht klassisch aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitronen- oder Orangensaft. Oft ist er auch ein Mitbringsel der Touristen.
Ohnehin ist der Tourismus mittlerweile eine wichtige Einnahmequelle geworden. Gäbe es ihn nicht, hätten viele Menschen keine Arbeit. Gleichzeitig sorgen Touristenmassen – vor allem mit dem Schiff – nicht nur für volle Ecken, sondern steigende Preise. Schnell wird deutlich: Der Tourismus ist für Madeira Fluch und Segen zugleich.