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In den letzten Tagen war die Hitze das grosse Thema in den Medien: So heiss war es in der Schweiz wohl noch nie im Juni. Entsprechend intensiv wurde die Hitze thematisiert. Dabei fällt aber auf: Die meisten Medien in der Schweiz und in Deutschland haben die Hitzewelle mit fröhlich badenden Menschen illustriert. Kann man machen, ist ja nicht falsch. Aber es ist eine sehr einseitige Sicht. Die negativen Folgen der Hitze, ihre Gefahren und der Bezug zur Klimakrise werden dabei ausgeblendet. Zum Problem wird das, weil alle Medien, als hätten sie sich verabredet, zu ähnlichen Bildern greifen. Das Resultat ist ein starkes Framing der Hitzewelle. Ein Framing, das wohl keine Absicht ist, sondern das Resultat von Einfältigkeit auf den Redaktionen. In meinem Wochenkommentar zeige ich Ihnen diese Woche Beispiel für dieses Framing und ich sage Ihnen, wie Sie sich dagegen wehren können.
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Matthias Zehnder ist Autor und Medienwissenschaftler in Basel. Er ist bekannt für inspirierende Texte, Vorträge und Seminare über Medien, die Digitalisierung und KI.
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Blake Lemoine ist Softwareentwickler bei Google. Diese Woche hat Google Lemoine suspendiert: Er hatte in einem Interview behauptet, dass ein künstlich intelligentes Programm bei Google Bewusstsein erlangt habe. Lemoine verlangte deshalb, dass Google das Programm nicht mehr als Besitz, sondern als Mitarbeiter behandelt. Der Fall erlangte weltweit grosses Aufsehen. Die Medien waren sich einig: Der Mann täuscht sich. Computer können kein Bewusstsein haben. Das Problem ist: Es gibt keinen Weg, das definitiv festzustellen. In meinem Wochenkommentar sage ich Ihnen diese Woche, warum ich glaube, dass das ohnehin die falsche Frage ist. Wir sollten uns nicht länger überlegen, wie wir die Menschen vor sich bewusst werdenden Maschinen schützen können. Ich glaube, es ist umgekehrt: Wir sollten uns überlegen, wie wir die lernenden Maschinen vor den Menschen schützen können.
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Noch selten hat sich jemand so spektakulär in die Nesseln gesetzt wie Wirtschaftshistorikerin Andrea Franc. In einem Interview in der «NZZ» hat sie erklärt, die Bildungsqualität an den geisteswissenschaftlichen Fakultäten der Schweizer Universitäten und die Leistungsbereitschaft der Studierenden sei mangelhaft. Zudem würden zu viele Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer nach dem Studium nur Teilzeit arbeiten und so ihr Studium über Steuern nicht refinanzieren. Das Interview hat zu einer medienübergreifenden Debatte geführt. Der «Tages-Anzeiger» machte einen Fakten-Check dazu, Radio SRF sprach ihr die empirische Legitimation ab und dann drosch auch noch der «Nebelspalter» auf das Thema ein. Für mich ist die Sache mit den Geisteswissenschaftern ein Schulbeispiel. Nein, nicht darüber, wie gut Studenten der Geisteswissenschaften in der Schweiz sind, sondern wie die Medien arbeiten. Wie sie Fakten, Analyse und Meinung vermischen – und ihre Artikel oft von hinten, also von der Meinung her aufziehen. Grund genug, das etwas genauer anzuschauen.
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Mordaufrufe, Beleidigungen, Rassismus, Sexismus – das Internet ist voller Hass. Die grossen Plattformen werden den gefährlichen Inhalten kaum Herr. Facebook etwa kann laut internen Dokumenten nur gerade etwa jeden 20. Hasskommentar beseitigen. Hass im Netz ist ansteckend. Ein erster Hass-Kommentar zieht meist weitere nach. Manche stimmen einfach zu, andere setzen noch einen drauf. Das lockt die Medien auf den Plan und wenn die erst mal berichten, gehts erst richtig los. Und wissen Sie, wer daran schuld ist? Sie! Und ich. Wir alle. Die Art und Weise, wie wir das Netz und seine Plattformen nutzen, ist daran schuld. Warum das so ist und was wir dagegen tun können, das sage ich Ihnen diese Woche in meinem Wochenkommentar über den Hass im Netz.
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Dieses Wochenende geht die Schweizer Fussballmeisterschaft zu Ende. Die nationalen Ligen, die schon lange nicht mehr so heissen, machen untereinander noch aus, ob eine weitere Mannschaft auf- oder absteigt. Das Ende der Meisterschaft ist mir Anlass, auf einen speziellen Aspekt der Berichterstattung zurückzuschauen: die Angst der Sportreporter vor Wiederholungen. Es ist eine Angst, die spezielle Blüten treibt, denn gerade die Sportberichterstattung ist von Wiederholungen geprägt. Bekanntlich dauert ein Fussballspiel immer 90 Minuten und das Ziel bleibt immer dasselbe: Das Runde muss im Eckigen untergebracht werden. Dabei wäre es gar nicht nötig, Wortwiederholungen auf Teufel komm raus zu vermeiden. Die sprachliche Energie wäre anderswo besser investiert. In meinem Wochenkommentar sage ich Ihnen diese Woche, wie Sie, auch ohne Wortwiederholungen zu vermeiden, zu einer starken Sprache kommen.
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Wie Hammerschläge trafen mich die Fragen der Schülerinnen und Schüler des Philosophieschwerpunkts: Machen uns die Medien klüger? Werden wir durch Aufklärung und Information bessere Menschen? Glauben Sie daran, dass wir an unserer Zukunft etwas ändern können? Ich sass auf der Bühne in der Aula des Gymnasiums und kam ins Schwitzen. Thema des Nachmittags war die philosophische Aufklärung. Oder genauer: die «Aufklärung 2.0». Zentrale Fragen: Leben wir in einem aufgeklärten Zeitalter? Inwiefern wird unsere Gesellschaft den Idealen der Aufklärung gerecht? Welche Rolle spielen dabei die Medien und die Informationsbeschaffung im digitalen Zeitalter? Ich habe die Fragen einigermassen zu beantworten oder zu parieren versucht. Sie haben mich aber danach noch lange beschäftigt. In meinem Wochenkommentar sage ich Ihnen deshalb diese Woche, was ich den Schülerinnen und Schülern eigentlich gerne gesagt hätte.
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Exodus beim Schweizer Radio und Fernsehen: In den letzten Monaten haben eine ganze Reihe bekannter und beliebter Moderator:innen gekündigt und das Haus verlassen. Auch vielen Verlagshäusern kehren Journalistinnen und Journalisten den Rücken. Und zwar immer mehr endgültig: Viele wechseln in die Kommunikationsabteilung von Firmen oder zu Institutionen und in die Verwaltung. Der einstige Traumberuf ist offenbar für viele zum Alptraum geworden. Was ist da los? In meinem Wochenkommentar sage ich Ihnen diese Woche, was dahinter steckt, warum das gar nicht so schlimm ist und die Wechsel eigentlich eine gute Nachricht sind. Trotzdem verliert die Medienbranche auf diese Weise viel Erfahrung. Das ist schade, weil die Probleme der Branche in der Schweiz deshalb noch grösser werden. Dabei wäre es gar nicht so schwierig, etwas dagegen zu tun. Für die Medienhäuser nicht – und auch für Sie nicht, liebe Leserin, lieber Leser.
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Elon Musk ist kein Kind der Traurigkeit, wenn es darum geht, online für etwas Aufregung zu sorgen. Selbst für Elons Massstäbe war die Aufregung aber gross, als er ankündigte, dass er für 44 Milliarden Dollar Twitter kaufen und da die Meinungsfreiheit wiederherstellen wolle. Er erntete mit der Ankündigung grossen Applaus von der extremen Rechten in Amerika – und sorgte für grosse Sorgenfalten bei den Liberalen. Diese Woche hat nun die Organisation Reporter ohne Grenzen für Schlagzeilen gesorgt: Die Schweiz ist in der Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 14 gefallen. Dass die Meinungs- und Medienfreiheit in Ländern wie Russland, China oder der Türkei nicht existiert, das ist uns allen klar. Aber haben wir wirklich Probleme mit der Meinungsfreiheit in den USA? Ist die Pressefreiheit in der Schweiz unter Druck? Die Antwort gebe ich Ihnen in meinem Wochenkommentar. Sie lautet: Ja, aber nicht so, wie Sie jetzt vielleicht meinen.
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Letzte Woche habe ich mich an dieser Stelle über die fatale Wirksamkeit der russischen Propaganda geäussert. Dazu haben mich eine Reihe von Fragen und Kommentaren erreicht. Es sind zwei Fragen und eine Feststellung: Was ist mit der Nato – verbreitet die nicht auch Propaganda? Zweite Frage: Wie viel Geld investieren die USA für Propaganda in europäischen Ländern? Und die Feststellung: Unsere Medien sind auch nicht mehr glaubwürdig. Vor allem diese Feststellung hat mich beschäftigt. Sind die Medien wirklich nicht mehr glaubwürdig? Waren sie früher glaubwürdiger? In meinem Wochenkommentar sage ich Ihnen, warum ich meine, dass die Fragen nach der amerikanischen Propaganda und die Glaubwürdigkeit der Medien zusammenhängen. Aber nicht so, wie sie jetzt vielleicht meinen.
Textversion: https://www.matthiaszehnder.ch/wochenkommentar/glaubwuerdigkeit-der-medien/
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Von der russischen Propaganda ist derzeit oft die Rede. Es sorgt bei uns für Kopfschütteln, wenn der russische Aussenminister nach dem Überfall der russischen Armee auf die Ukraine behauptet, sein Land sei nicht in der Ukraine einmarschiert. Es sorgt für Entsetzen, wenn Putin die Morde von Butscha nicht ächtet, sondern im Gegenteil die beteiligten Truppen auszeichnet. Doch Studien zeigen, dass Putins Propaganda auch bei uns wirkt. Vor allem bei Jugendlichen und jungen Menschen. Das ist kein Wunder: Russland investiert in Europa pro Jahr über eine Milliarde Euro in die Propaganda. Der Westen reagiert weitgehend ratlos. Sind wir der russischen Propaganda tatsächlich hilflos ausgeliefert? Gibt es Gegenmittel? Wie können wir uns wehren und junge Menschen davor schützen? Darüber denke ich diese Woche in meinem Wochenkommentar über Propaganda nach.
https://www.matthiaszehnder.ch/wochenkommentar/rezepte-gegen-propaganda/
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