Der Schweizer Schriftsteller, Publizist und Journalist Alexander Estis ist für ein halbes Jahr Stadtschreiber in Dresden. Das Stipendium wird von der Landeshauptstadt Dresden, gemeinsam mit der Dresdner Stiftung Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden vergeben. In der Begründung der Jury heißt es u.a. „Alexander Estis schreibt heiter, ironisch, grotesk und überrascht mit originellen Beobachtungen, entdeckt das Absurde im Alltäglichen. Er nimmt Selbstgefälligkeit, Eitelkeit und Betriebsblindheit mancher Akteure aufs Korn. Dabei ist sein Blick nicht verletzend, sondern frei von modischer Häme. Es gibt wenige Schriftsteller, die das Genre des klassischen Feuilletons auf diese Weise wiederbeleben.“ Alexander Estis arbeitet vorwiegend in literarischen Kleinformaten, neben prosaischen, lyrischen und szenischen Miniaturen verfasst er auch Kommentare, Kolumnen und Essays für zahlreiche Zeitungen und fürs Radio. Die Themen der letzten Jahre waren vornehmlich Osteuropa, Antisemitismus, Bildung und Kultur. Für seine Texte erhielt Alexander Estis zahlreiche Stipendien und wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Kurt-Tucholsky-Preis. 2022 erschien das siebente Buch von Alexander Estis, der Prosaband „Fluchten“ mit Bildern von dem Künstler Nikolai Estis (1937 geboren in Moskau), in der Edition Mosaik. Salzburg. Ferner übersetzt Alexander Estis Lyrik und Prosa aus dem Russischen und Lateinischen. 1986 wurde Alexander Estis in einer jüdischen Künstlerfamilie in Moskau geboren und hat auch ukrainischen-moldawischen Wurzeln. 1996 siedelte die Familie als sogenannte Kontingentflüchtlinge nach Hamburg über. Nach einem Philologie-Studium an der Universität Hamburg lehrte er deutsche Sprache und Literatur an verschiedenen Universitäten, u.a. Freiburg im Breisgau und Zürich. 2016 zog Alexander Esitis in Schweiz, lebt im Kanton Aargau und arbeitet als freier Autor. Alexander Estis ist Gründungsmitglied des PEN Berlin, Mitglied der Vereinigung „Autorinnen und Autoren in der Schweiz“ und Jury-Mitglied u.a. des Hannah-Arendt-Preises.
Moderation: Julia Hemmerling
Redaktion: Angelika Zapf