Natascha Wodin, Autorin des Bestsellers "Sie kam aus Mariupol" und eine der großen Schriftstellerinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, erzählt in ihrem neuen Buch "Die späten Tage" vom Altwerden. Und von einer späten großen Liebe. Es geht um widersprüchliche Gefühle, um Nähe und Fremdsein in einer Beziehung und um die Gedanken an den näher rückenden Tod, den Schmerz des unaufhaltsamen Abschieds. Es ist nicht das erste Mal, dass Natascha Wodin über das Alter schreibt. Und so, wie schon in ihrem 2014 erschienen Roman "Alter, fremdes Land" ist es auch in ihrem neuen Buch ein Thema, dem sie sich radikal und schonungslos stellt.
Am 8. Dezember 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter im bayerischen Fürth geboren, wuchs Natascha Wodin erst in deutschen DP-Lagern auf, in Lagern für "displaced persons". Später dann, nach dem frühen Freitod der Mutter, lebte sie in einem katholischen Mädchenheim. Auf ihr Romandebüt "Die gläserne Stadt", das 1983 erschien, folgten zahlreiche, vielfach ausgezeichnete Veröffentlichungen. Allein für "Sie kam aus Mariupol" bekam sie den Alfred-Döblin-Preis, den Preis der Leipziger Buchmesse und den Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2019 verliehen.
Natascha Wodins Bücher erzählen immer auch von Deutschland, das die Schriftstellerin von Kindheit an aus Perspektiven kennengelernt hat, die keineswegs alltäglich sind. Und die Bücher haben in den letzten Jahren ein großes Lesepublikum erobert.
Die Schriftstellerin Natascha Wodin im Gespräch mit Katrin Wenzel
Verfügbar bis 5. Dezember 2026