Wutz ist verliebt in Justina, genannt Justel. Die Verlobungszeit der beiden beschreibt uns der Erzähler als wahre Wonnemonate. Wobei das Frohsein sowieso zu den elementarsten Wesenszügen des Schulmeisterleins gehört.
"Wie war dein Leben und Sterben so sanft und meeresstille, du vergnügtes Schulmeisterlein Wutz!" Jean Paul hat in seinem frühen Werk den liebenswürdigsten Sonderling der deutschen Literatur geschaffen. Schon in den düsteren Mauern des Internats übt der spätere Schulmeister sich in der "Wutzischen Kunst, stets fröhlich zu sein". Als geborener Lebenskünstler konstruiert Schulmeister Wutz jeden Morgen seine rosige Zukunft selbst. Immer wieder aufs Neue kann er sich so an seinem überaus erfüllten Leben erfreuen. Und das alles hat der sympathische Sonderling ganz allein seiner Fantasie zu verdanken. Denn dank ihr ist er frei und glücklich, begnadeter Schriftsteller, brillanter Prediger und Besitzer einer großen Bibliothek, die er mangels Geldes selbst verfasst hat. Jean Paul, der seine bekannteste Erzählung 1790 schrieb, bezeichnete sie selbst als "eine Art Idylle".
Produktion: NDR 1959
Lesung mit Hans Paetsch
Verfügbar bis 24. November 2026