Seit Mai 2025 ist Bernd Ebert Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Eine der zentralen Fragen ist für den Kunsthistoriker und Generaldirektor „Was ist ein Museum?“ Und was kann es als Institution, als Museumsverbund leisten. Zu den Staatlichen Kunstsammlungen gehören zwölf Museen, darunter das Grüne Gewölbe, die Gemäldegalerie Alte Meister, das Albertinum, das Kupferstich-Kabinett, die Rüstkammer, der Mathematisch-Physikalische Salon, das Münzkabinett, das Kunstgewerbemuseum, sowie die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen und weitere Sammlungen, die an verschiedenen Orten in historischen Gebäuden wie dem Residenzschloss, dem Zwinger und dem Jägerhof beheimatet sind.
Das Jahr 2026 begann für Bernd Ebert am 09. Januar mit einer feierlichen Schlüsselübergabe für zwei fertiggestellte Festräume im Dresdner Schloss. Das ehemalige Residenzschloss ist eines der prominenten Aushängeschilder Dresdens. Im Februar 1945 wurde es bei der Bombardierung Dresdens stark beschädigt, seit 40 Jahren wieder aufgebaut und restauriert. Fürs Publikum werden sich der jetzt der Große Ballsaal und der Propositionssaal erst im April öffnen, wenn dort die neue Dauerausstellung „Masken und Kronen - Festkultur und Herrschaftspräsentation am sächsischen Hof“ eröffnet wird. Zwei weitere große Ausstellungen für 2026: Ab 08. Februar, dem 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker, wird im Albertinum die Ausstellung „Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch. Die großen Fragen des Lebens“ eröffnet und im Semperbau am Zwinger ist im September „Correggio. Berührend menschlich“ zu sehen.
In Berlin wurde Bernd Ebert 1972 geboren, dort wuchs er auf. In Dresden absolvierte er Anfang der 90er Jahre zunächst eine Ausbildung bei der Deutschen Bank zum Bankkaufmann. Anschließend studierte Bernd Ebert in Bonn Kunstgeschichte, Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaft. 2005 promovierte er zu den niederländischen Barockmalern Simon und Isaack Luttichuys. Mehrjährige Forschungsaufenthalte führten in dafür in die Niederlande. Anschließend arbeitete Bernd Ebert für Privatsammlungen, den Kunsthandel, war für zahlreiche Museen wie die Kunsthalle Emden, das Metropolitan Museum of Art in New York, die Newtown Galleries in Johannesburg, die National Gallery of South Africa und das Irma Stern Museum Kapstadt tätig. 2005 bis 2013 war Bernd Ebert zunächst als wissenschaftlicher Museumsassistent in der Generaldirektion und Gemäldegalerie, später als wissenschaftlicher Referent des Generaldirektors der Staatlichen Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz tätig. 2011 forschte er u.a. als Gastwissenschaftler am Getty Research Institute in Los Angeles. 2013 bis April 2025 leitete Bernd Ebert die Sammlung für Holländische und Deutsche Barockmalerei an der Alten Pinakothek München der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und war damit verantwortlich für die Staatsgalerien in Bayreuth und Bamberg.
Moderation: Ellen Schweda
Redaktion: Angelika Zapf