In der Begründung der Jury heißt es „Daniela Danz gehört zu den unverwechselbaren Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Als Lyrikerin verfügt sie mit beinahe schlafwandlerischer Sicherheit über ein breites Formenspektrum, das von alkäischen Oden über Prosagedichte bis hin zu eigenen schöpferischen Formen reicht, zuletzt im Gedichtband Portolan." Ebenfalls im Wallstein-Verlag erschien der Essay-Band „Nichts ersetzt den Blick ins Gelände“ (2023). Hier spürt sie dem eigen und dem Schreiben der anderen nach. Aber auch als Librettistin wird Danila Danz hörbar. Zusammen mit dem Komponisten Ben Frost arbeitete sie an der Oper „Der Mordfall Halit Yozgat“, basierend auf einer Recherche von Forensic Architecture über den neunten Mord des NSU. Am 06. April war Halit Yozgat in einem Internetcafé in Kassel von Unbekannten erschossen worden. Erst fünf Jahre später stuften die Behörden den Mord als rechtsextremistisch ein und ordneten ihn dem sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ zu. Doch bei der juristischen Aufarbeitung blieben viele Fragen offen. Die Uraufführung, die wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste, war im Mai 2025 in Hannover. Das Weimarer Deutsche Nationaltheater hat die Oper jetzt in ihren Spielplan aufgenommen. Die Premiere von „Der Mordfall Halit Yozgat“ ist dort am 12. März zu sehen.
Seit 2021 ist Daniela Danz die Leiterin des Bundeswettbewerbs „Demokratisch Handeln“, ein Kinder- und Jugendwettbewerb zur Förderung der demokratischen Kultur, der 1990 gegründet wurde und Demokratieprojekte aus dem schulischen und außerschulischen Bereich auszeichnet. Am Wettbewerb teilnehmen können alle jungen Menschen vom Kindergartenalter bis 25 Jahre. Im März jeden Jahres stehen die Gewinner fest. Präsentiert werden sie beim Junify Demokratiefestival im Sommer in Berlin.
In Eisenach wurde Daniela Danz 1976 geboren, in Gotha und Wutha-Farnroda wuchs sie auf. Sie studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Tübingen, Prag, Berlin, Leipzig und Halle und promovierte über den „Krankenhauskirchenbau der Weimarer Republik“. Daniela Danz hatte Lehraufträge in Osnabrück und an der Universität Hildesheim. Von 2003 bis 2010 war sie als Kunstinventarisatorin für die Evangelische Kirche tätig. Zudem übernahm sie Lehraufträge für Kreatives Schreiben an den Universitäten Hildesheim und Osnabrück. 2013 folgte die Promotion mit der Dissertation „Herzpunkt der Anlage. Der Krankenhauskirchenbau der Weimarer Republik“. 2010 gründete Daniela Danz die Internationale Schüler-Textwerkstatt „Svolvi“. 2013 bis 2020 leitete sie das Literaturmuseum Schillerhaus Rudolstadt in Thüringen. Seit 2002 ist Daniela Danz als freiberufliche Autorin tätig und lebt mit ihrer Familie in Kranichfeld. Ihre schriftstellerische Arbeit umfasst Lyrik, Prosa, Essays und Kinderliteratur. Auch ist sie als Librettistin tätig und arbeitet mit Filmschaffenden zusammen. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und einige ihrer Texte in Zusammenarbeit mit Komponisten vertont. 2024 hatte Daniela Danz eine Poetikprofessur in Bamberg inne. Sie ist Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz, sowie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Bayerischen und der Sächsischen Akademie der Künste. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien.
Moderation: Carsten Tesch
Redaktion: Angelika Zapf