Iryna Fingerova, geboren 1993 in Odessa und in einer jüdischen Familie aufgewachsen, kam 2019 nach Deutschland. Mit ihrem Mann und ihrer Tochter lebte und arbeitete sie zunächst drei Jahre in Kamenz. Beide sind Ärzte. Heute leben sie in Dresden und Iryna Fingerova arbeitet neben dem Klinikalltag wieder und zudem als Journalistin und Schriftstellerin. Am 20.02. erschien im Rowohlt Verlag ihr neuer Roman „Zugwind“, übersetzt von Jakob Walosczyk. Der Angriffskrieg Rußlands auf die Ukraine am 24.02.2022 hinterlässt auch im Leben von Iryna Fingerova Spuren, wie im Leben ihrer Protagonistin Mira Zehmann: Hausärztin, Mutter, Ehefrau, deren Welt mit den Bomben auf die alte Heimat aus den Fugen gerät und einen erbarmungslosen Zugwind durch ihr Leben wehen lässt. Mit Schlafstörungen, Panikattacken und Erschöpfungssymptomen stehen die ukrainischen Patienten Schlange, um bei Mira Zehmann Trost, Heilung und Mitgefühl zu suchen. Doch diese kommt mit der Zeit für sich selbst zu dem Schluss: Sie muss nach Odessa reisen, muss ihre neunzigjährige Großmutter besuchen, das Meer sehen und mit ihren Freunden tanzen gehen.
Iryna Fingerova veröffentlichte bislang Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Essays und Kinderbücher. „Zugwind“ ist ihr dritter Roman und der erste, den sie in Teilen auf Deutsch verfasst hat. Sie schreibt für den Züricher Tagesanzeiger, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Literaturzeitschriften im deutschsprachigen Raum. Iryna Fingerova erhielt 2025 den 2. Platz beim Literaturpreis „Schreiberei“ des Leykam Verlag und war 2025 mit „Wunden überall“ für den Deutschen Sozialpreis nominiert. Sie ist Gründerin und Kuratorin des in Odessa ansässigen „Theaters der Ohren“. In Dresden engagiert sich Iryna Fingerova aktiv im 2022 gegründeten Begegnungs- und Integrationszentrum „Ukrainisches Haus“, ist Vorstandsmitglied Plattform Dresden e.V. - Förderung deutsch-ukrainischer Kulturbeziehungen.
Moderation: Ellen Schweda
Redaktion: Angelika Zapf