1961 in Eilat in Israel geboren, in Ostafrika und in Bayern aufgewachsen, lebt Nirit Sommerfeld seit Frühjahr 2024 in Chemnitz. Im diesjährigen Kulturhauptstadtjahr schaffte Nirit Sommerfeld am einstigen Geschäftssitz am ehemaligen Antonplatz mit Chemnitzer Schülerinnen und Schülern einen lebendigen Erinnerungsort. Zudem eröffnete Nitit Sommerfeld im smac, dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, das Museumscafé „Julius im Schocken“. Dort auch wird am 14. Dezember „Tacheles. Das Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 in Chemnitz“ eröffnet, in welches sich Nirit Sommerfeld ebenfalls einbringen wird. Die für den 09. November im Café „Julius im Schocken“ geplante Veranstaltung in Erinnerung an die Reichpogromnacht 1938 mußte krankheitsbedingt kurzfristig abgesagt werden und nun im Dezember zur Auffühung kommen. Erstmalig und in Anwesenheit von Patricia Litten wird das Hör- und Rate-Spiel „Sommerfeld. Litten. X.“ - kurz SoLiX zur gezeigt, entwickelt und gestaltet von Jugendlichen aus Chemnitz unter fachlicher Begleitung. Die Live-Musik kommt von Nirit & Orchester Shlomo Geistreich. Im Sommer veröffentlichte Nirit Sommerfeld ihren Debütroman „Beduinenmilch“ im Verlag ars vivendi und er war nach kurzer Zeit bereits vergriffen. Die Neuauflage erscheint dieser Tage. Ein Buch, welches drängende Fragen nach Zugehörigkeit, Verantwortung und Menschlichkeit stellt. Nirit Sommerfeld ist Mitbegründerin des „Bündnisses für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern“ und engagiert sich seit vielen Jahren für die israelisch-palästinensische Freundschaft. Die Mutter von Nirit Sommerfeld wurde 1937 in Jerusalem, damals Palästina, geboren. Ihr Vater kam 1919 in Chemnitz zur Welt. 1937 floh er als 18-jähriger nach Palästina. Sein Vater Julius, der Großvater von Nirit Sommerfeld, war ein Chemnitzer Tuchhändler, der von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurde. Sein Geschäft wurde zu einem „Jüdischen Altersheim“ umgebaut. 1961 wurde Nirit Sommerfeld in Eilat in Israel geboren, wuchs dort und in Ostafrika und in Bayern auf, wo sie 1981 das Abitur machte. 1981 bis 1984 absolvierte sie ein Schauspielstudium an der Hochschule für Kunst und Musik Mozarteum in Salzburg und nahm 1984 bis 1987 ein Engagement als Schauspielerin am Stadttheater Krefeld/ Mönchengladbach an. Nach der Geburt ihrer Tochter Lilian arbeitete Nirit Sommerfeld ab 1988 freiberuflich als Drehbuch- und Synchronbuch-Autorin, als Schauspielerin an freien Theatern, sowie für Film und Fernsehen, als Autorin, Projektleiterin und Regisseurin in Berlin, München, Wien, Rom und Tel Aviv. 1994 kam ihre Tochter Stella zur Welt. Drei Jahre später gründete Nirit Sommerfeld die Agentur Sarah Stern: Management und Coaching für Künstlerinnen, war 2007 bis 2009 freie Autorin in Tel Aviv, 2013 bis 2015 Intendantin des „Kleinen Theater Haar“ in Oberbayern und von 2015 bis 2016 Geschäftsführerin einer NGO. 22 Jahre und bis 2020 stand Nirit Sommerfeld mit ihrer Band „Orchester Shlomo Geistreich“ auf der Bühne. 2020 bis 2022 schrieb sie an Ihrem Roman „Beduinenmilch“ und entwickelte 2023 das Kultur-Projekt „Antonplatz 15“ in Chemnitz. 2024 zog Nirit Sommerfeld nach Chemnitz, gründete und leitet den Verein Antonplatz e.V.
Moderation: Karoline Knappe
Redaktion: Angelika Zapf