Morgenimpuls
Download on the App Store

Morgenimpuls episodes

  • Manchmal braucht es klare Kante!
    Manchmal braucht es klare Kante!
    Am 26. März 1945, also zwei Wochen vor dem Ende des 2. Weltkrieges, wurde Olpe bombardiert. Die Vorwarnung kam noch an, aber als keine Hauptwarnung kam, sind die Leute wieder aus den Kellern gekommen. Da fielen die Bomben und die Innenstadt wurde stark zerstört und 200 Menschen getötet. Es gab nun, wie in jedem Jahr das Ritual, dass der Bürgermeister mit seinem Rat an der Gedenkstätte einen Kranz niederlegt und der Toten gedacht wird. Aber in diesem Jahr kommt noch etwas anderes dazu. Weil wieder so nahe gerückt Krieg ist, ist heute Nachmittag auf dem damals zerstörten Platz, ein Friedensfest. Mit Musik und Blumen, mit Kaffee und Waffeln, mit Gesprächen und Erinnerungen, mit Solidaritätsaktionen für die Ukraine.
    Manche denken dann, was nutzt das schon. Ich denke, es nutzt sehr. Zusammen sich erinnern, sich immer wieder vergewissern, dass wir heute früh genug gegen kriegerische Aussagen vorgehen müssen und rechtem Gedankengut, dass meist zum Ausgrenzen und Spalten führt, entgegentreten müssen. Und das nicht nur gegen offensichtlich rechte Spalter. Auch in unserer Kirche gibt es stark rechtsextreme Gruppen. In der letzten Woche ist in Westpol und dann auch noch mal in der Lokalzeit auf eine Priestergruppe im Erzbistum Paderborn aufmerksam gemacht worden, die in ihrer Wortwahl und unglaublich perfiden Formulierungskunst, gegen Corona, gegen Impfpflicht, gegen eine Machtübernahme einer kruden Macht wettert, dass einem Hören und Sehen vergeht. Gemeindemitglieder haben sich beim Bistum beschwert und haben ihr Entsetzen geäußert. Wie kann es sein, dass Priester, die Theologie studiert haben und geweiht worden sind, um das Evangelium Jesu Christi zu verkünden, solch extremen Positionen anhängen, die in Antisemitismus und Ungehorsam gegenüber dem Bischof, der Kirche und dem Evangelium das Wort reden. Nein, das sind keine Privatmeinungen und können auch nicht unter der Wahrung von Persönlichkeitsrechten weggesteckt werden.
    Wir können nicht so tun, als sei das nur ein kirchenrechtliches Problem, dass geprüft werden muss, um dann zu Entscheidungen zu kommen.
    Ja, ich bin echt ärgerlich und aufgebracht und es ist wahrscheinlich kein sehr ergreifender Morgenimpuls. Aber wir können als Christen nicht einfach darüber hinweggehen, wenn im Namen unserer Kirche und dann noch geweihte Priester ungestraft solche Ungeheuerlichkeiten verbreiten dürfen. Bitten wir Gott um seinen Heiligen Geist und um den Mut der Verantwortlichen, tatsächlich zu zeigen, dass solche Gedanken und Worte nicht christlich und katholisch sind und haben wir selbst immer den Mut, zu klarer Kante und öffentlichem Einspruch.
    4 min
  • Bloß nicht toxisch werden!
    Bloß nicht toxisch werden!
    Wir sind mitten in der Fastenzeit – und wenn Corona nicht nochmals alles über den Haufen wirft, feiern wir bald wieder die Osternacht mit einem richtigen Osterfeuer, so wie vor der Pandemie.
    Neben dem Feuer gehören auch die Lesungen zu diesem besonderen Gottesdienst. Jedes Jahr wird dann der Schöpfungsbericht vorgelesen, also die Erzählung, wie Gott aus biblischer Sicht die Welt geschaffen hat. Das ist natürlich kein naturwissenschaftlicher Bericht, aber dennoch drückt er etwas sehr Wichtiges aus: Am Ende von jedem Tag, an dem Gott etwas Neues auf der Erde erschaffen hat, heißt es: Gott sah, dass es gut war. Ich finde diese positive Aussage gerade in diesen Tagen sehr wichtig. Die Nachrichten sind voll von buchstäblichen Hiobsbotschaften, von Kriegsverbrechen in der Ukraine, von drohenden Hungersnöten aufgrund des Krieges, weil normalerweise viel Getreide für die Welt in der Ukraine angebaut wird und vieles mehr – und die Corona-Pandemie ist ja auch noch nicht vorbei. Toxisch werden ist so ein neuer Begriff und meint: wenn man in einer Sache nur noch das Negative sieht, nur das Schlechte wahrnimmt, die eigene Sicht durch das Negative so vergiftet wird, dass man das Positive gar nicht mehr wahrnehmen kann.
    Toxisch werden – das sollte uns Christen eigentlich nicht passieren – denn wir haben ja die Zusage Gottes, dass wir durch Jesus Christus bereits erlöst sind. Natürlich müssen wir das Schlechte in der Welt wahrnehmen und uns nach Kräften für Gerechtigkeit einsetzen. Und natürlich gibt es Momente der Bitterkeit, das Gefühl, dass alles sinnlos ist. Aber vielleicht hilft uns dann der Gedanke, dass Gott die Welt geschaffen hat – und dass es gut ist. Um trotz der schlechten Nachrichten auch das Positive zu sehen, hilft mir im Moment der Blick nach draußen.  Die Natur erwacht in diesen Wochen zu neuem Leben, die strahlende Sonne und das frische Grün stehen für einen neuen Anfang. Nach dem dunklen Winter kommen auch wieder hellere Zeiten.
    Sicher sollen wir Christen uns nicht in ein naives Vertrösten flüchten, aber alles immer nur Schwarzsehen hilft auch niemandem. Vielleicht achten Sie heute mal bewusst darauf, was Ihnen Gutes widerfährt, oder wo Sie jemanden etwas Gutes tun können. Wir müssen ja nicht wie Gott gleich eine ganze Erde erschaffen; kleine, positive Dinge können auch schon viel bewirken.
    4 min
  • Wie kann ich im Alltag meinen Glauben bekennen?
    Wie kann ich im Alltag meinen Glauben bekennen?
    In vielen Gemeinden und Pfarreien gibt es in der Fastenzeit vielfältige Angebote. Da gibt es noch die bekannten Fastenpredigten in den Heiligen Messen oder abends, oder es gibt Exerzitien im Alltag mit wöchentlichen Treffen und Materialien für jeden Tag zu Hause, oder, oder. 
    Ein Angebot in einer Pfarrei im Sauerland gefällt mir besonders gut. Es sind geistliche Abende unter dem Titel: "Glaube, Hoffnung und Liebe – Pfeiler, die die Kirche vor dem Einsturz bewahren".
    Jeden Dienstagabend treffen sich Menschen in der Kirche, hören einen Impuls zu einem der Themen. Danach ist eine halbe Stunde stille Anbetung des Allerheiligsten, dann zehn Minuten ein musikalischer Impuls und zum Abschluss eine ruhig gefeierte Heilige Messe.
    Mir gefällt dieser Dreischritt so gut: Gedanken und Überlegungen zu einem Thema hören, sie dann in der Anbetung vor Gott bringen und im Herzen bewegen und dann alle Anliegen und Themen des Tages und der Woche mit in die Eucharistiefeier, die große Danksagung hineinlegen.
    Dienstag ging es also um den Glauben vermehren in der Glaubenskrise der Kirche. Und im Blick auf das Credo, das Glaubensbekenntnis der Kirche wurde plötzlich bewusst, dass da zweimal steht: Ich glaube an Gott, ich glaube an den Heiligen Geist. Also nicht "wir glauben", was als Bekenntnis bei großen Wallfahrten und Festen schon auch mal guttut. Es geht um das Ich, ich glaube. Und dann darauf zu kommen, was es denn heißt, meinen eigenen Glauben zu verstehen, immer neu zu definieren und dann aber auch im Alltag zu bekennen. 
    Das ist fern davon so zu tun, als sei Glaube reine Privatsache. Aber ich bin mir sicher, wenn jede und jeder, der sich Christ nennt, sich immer neu mit seinem eigenen Glauben an Gott auseinandersetzt, sich darüber austauscht und weiterbildet und somit seinen eigenen Glauben stärkt, er dann auch den Glauben der gesamten Kirche stärker, fester und krisensicherer macht. Und da sind viele Menschen sehr dankbar für solche etwas ungewöhnlichen Formate, die Hören und sich weiterbilden, das im Gebet vor Gott erwägen und im Gottesdienst feiern, angeboten werden. 
    Vielleicht gibt es bei Ihnen im Umfeld auch so etwas, das Ihnen in dieser Fastenzeit hilft, ihren eigenen Glauben zu stärken und wieder bewusster „Ich glaube an Gott“ sagen zu können.
    4 min
  • Bei Gott erwartet uns Geborgenheit!
    Bei Gott erwartet uns Geborgenheit!
    Am Montagabend habe ich mich sehr überwunden und einen Film geschaut. Eigentlich schaue ich Filme, die von der DDR-Geschichte handeln nicht, weil sie mich zu sehr packen, ärgern, erinnern, erschrecken. Aber den Film, nach einer wahren Begebenheit am Ende der DDR, habe ich gesehen.
    Es ging um die Geschichte, dass das Ehepaar Honecker, der ehemals mächtigste Mann der DDR mit seiner, noch verhassteren Frau, nach der friedlichen Revolution aus allen Ämtern und auch aus ihrem Haus hinausgeworfen, nun bei einem evangelischen Pastor mit seiner Frau und den verbliebenen zwei Söhnen Unterschlupf findet. Und es beginnt eine Geschichte um die vielen Geschichten, wie unterschiedlich wir das Leben leben und sehen, wie wir mit Schuld und Versagen umgehen, wie wir mit dem, was uns wichtig ist, im realen Leben umgehen.
    „Auch Christen fällt die Nächstenliebe nicht in den Schoß“, sagt Pastor Holmer „und muss immer neu erkämpft werden, auch wenn es schwerfällt“.
    Und als Honecker es mit Solidarität gleichsetzt, kann auch Holmer nicht anders als zu fragen, warum denn all die vielen Genossen jetzt nicht solidarisch mit ihrem ehemaligen Chef sein können. Von den unendlich vielen Szenen, die sehr beeindruckend waren, sind zwei ganz besonders: bei einer Bombendrohung auf das Pfarrhaus, weigern sich Honeckers, das Haus zu verlassen, weil sie in allem ohnehin keinen Ausweg mehr sehen. Und Pastor Holmer bleibt bei ihnen, weil er weiß und glaubt, dass es nach dem Tod die gütigen Hände Gottes geben wird, in denen sie alle geborgen sein werden.
    Und die zweite Szene, als die Honeckers doch in ein anderes Haus gebracht werden sollen, es dort aber unendlich viele wütende Proteste gibt und sie zurück nach Lobetal müssen, um nochmals für 14 Tage dort zu leben. Und als die erschrockene Pastorenfamilie öffnet und Erich Honecker sagt: „Wir sind wieder hier. Zu Hause.“ Da hatte ich Gänsehaut und Tränen.
    Vergeben, Verzeihen, Gastfreundschaft und Nächstenliebe zeigen, die Taten verurteilen, nicht die Täter, schafft selbst in extremen Positionen ein Zuhause, eine Geborgenheit, die eine Ahnung dessen gibt, was uns im künftigen Zuhause Gottes erwartet.
    4 min
  • Es geht um eine neue Hinkehr zu Gott!
    Es geht um eine neue Hinkehr zu Gott!
    Durch eine Erkältung war ich am Wochenende etwas lahmgelegt und hab alle eigenen Aktivitäten stark runtergefahren. Aber ich habe mal den letzten Rennen und Flügen im Wintersport zugeschaut und so einige tolle Abschiede von erfolgreichen Wintersportlern am Fernseher mitverfolgt.
    Und einer hat mich sehr begeistert. Der Biathlet Erik Lesser, der nach zwölf Jahren erfolgreicher Rennen im Weltcup seine letzten Rennen in Oslo absolviert hat. Ein Rennen hat er dann völlig überraschend gewonnen, was schon Jahre nicht mehr gelungen ist. Aber vielmehr hat mich das Siegerinterview mit ihm beeindruckt. Er hat gesagt, dass er sich sein Rennen hinterher immer noch mal in voller Länge anschaut, um zu sehen, was nicht so gut war, wo es besser werden kann und welche Fehler er vermeiden muss.
    Ich dachte echt, ich höre nicht richtig. Da ist einer, der in seiner Karriere noch mal einen nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg einfährt in seinem vorletzten Rennen, und der will im Nachhinein noch mal genau schauen, was er für dieses letzte Rennen noch besser machen kann.
    Mir ist das echt Ansporn für diese dritte Fastenwoche: Was war bisher in diesen zwei Wochen gut, wo ist mir gelungen, was ich mir vorgenommen habe und waren Fehler, die ich noch abstellen müsste.
    In der Lesung heute aus dem Buch Joel heißt es am Anfang des zweiten Kapitels: „Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen.“
    Es geht weiterhin um die Umkehr oder neue Hinkehr zu Gott. Das Fasten ist uns noch geläufig, wie es in vielen Religionen und Kulturen geläufig ist, aber Weinen und Klagen über die eigenen Fehler und Sünden ist uns doch eher fremd geworden. Wir suchen da eher Entschuldigungen und Klagen eher über verpasste Chancen und gemachte Dummheiten.
    Aber es geht nicht um das Entschuldigen der gemachten Fehler, sondern um die Gewissheit, dass ein Neuanfang, eine echte Umkehr nur möglich ist, wenn wir genau hinschauen und ehrlich und authentisch reagieren. Denn es gibt, quasi als Motivationshilfe, eine wunderbare Zusage: Denn Gott ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte.
    3 min
  • Wüstenstaub
    Wüstenstaub
    Was waren das für Bilder in der vergangenen Woche! In den Nachrichten und Wettervorhersagen wurde bereits Tage vorher angekündigt, dass jede Menge Saharastaub von Frankreich aus auf dem Weg zu uns ist. Am Dienstagabend wurden dann bereits erste Bilder gezeigt, wie in Süddeutschland die untergehende Sonne den Himmel von Westen her blutrot färbte.
    Bei uns in Westdeutschland kam der Wüstenstaub dann erst am Mittwochmittag an. Mit blutrotem Himmel oder anderen beeindruckenden Farben wurde es dann aber nichts. Stattdessen färbte sich das Blau des wolkenlosen Himmels in eine ziemlich trübe Suppe, durch die die Sonne ein fast schon bedrohliches Licht warf. Dass der Sand aus der Sahara immer mal wieder zu uns nach Europa kommt, ist nichts ungewöhnliches. Ich muss beim Stichwort "Wüste" allerdings auch an etwas anderes denken: Wir Ordensleute und auch viele andere Christen veranstalten häufig sognannte Wüstentage. Das sind Tage zur religiösen Einkehr, bei denen die Teilnehmenden nebenbei einen etwas einfacheren Lebensstil als sonst pflegen.
    Der Begriff "Wüste" erinnert an die 40 Tage, die auch Jesus mit Fasten in der Wüste verbracht hatte, bevor er öffentlich auftrat. Aber auch das Volk Israel war 40 Jahre lang in der Wüste unterwegs, als es aus Ägypten in das verheißene Land gezogen ist. Dabei gab es auch manches an Entbehrungen und Verzicht. Gerade in diesen Tagen werden auch wir wieder gefragt, auf was wir zu verzichten bereit sind, um diesen sinnlosen Krieg in der Ukraine zu stoppen. Denn jede Sanktion für Russland ist auch mit einer Konsequenz für unseren Lebensstil verbunden.
    Fragen wir uns also heute einmal, wie wir durch Verzicht oder einfach nur durch Mäßigung zu einer besseren Welt beitragen können. Das Bild der Wüste und des Wüstenstaubs in der vergangenen Woche konnten uns da eine gute Hilfe sein. Denn als am Freitag der Regen über das Land zog und den Sand aus dem Himmel wusch, waren die Pfützen zwar beige und ockergelb gefärbt. Aber die Sicht war wieder klar und am Tag darauf konnte man die Sonne auch wieder in ihrer vollen Pracht sehen.
    3 min
  • Nicht reden, sondern tun!
    Nicht reden, sondern tun!
    Die österliche Bußzeit wird durch zwei große Feste unterbrochen: das Fest des heiligen Josef und das Fest der Verkündigung des Herrn. Morgen, am Samstag, feiern wir mit der Kirche das Fest des heiligen Josef, aber erlauben Sie mir, dass ich Ihnen heute dazu ein bisschen erzählen darf.
    Über die Rolle des heiligen Josef, des Nährvaters Jesu, ist schon immer viel geschrieben und gesagt worden. Weil Menschen einfach verstehen möchten, was das für ein Typ war, der mit beiden Beinen in der Realität seiner Zeit steht, als Handwerker seine Passion ausübt und sein Brot verdient und dann aber so ganz unlogische Sachen macht:
    Er hört auf seine Träume und glaubt, dass es Gottes Wille ist, seine Verlobte nicht zu verstoßen, sondern sie zu heiraten, obwohl sie ein Kind von einem anderen bekommt. Er springt spontan auf, als ihm im Traum der Befehl zur Flucht gegeben wird und er Frau und Kind und das Nötigste zusammenpackt und nach Ägypten aufbricht. Er kehrt wieder auf Weisung eines Traumes nach Israel zurück und lebt sein normales Handwerkerleben weiter. Und er quält sich drei Tage durch Jerusalem, um Jesus wiederzufinden, der ihm dann auch noch Vorwürfe macht, warum er ihn denn gesucht habe.
    Und wir würden natürlich gern wissen, was er selbst dazu gesagt hat. Aber in der Bibel steht dazu nicht ein einziges Wort. Da ist also einer, der zum Mitwisser der größten Geheimnisse Gottes wird, und er kommentiert es nicht, er lamentiert nicht, er berät sich nicht mit anderen und hält keine Vorträge. Er tut. Seine Berufung ist es, am Werk Gottes für die Menschen mit zu arbeiten. Nicht mehr und schon gar nicht weniger.
    Viele Ordensgemeinschaften stehen unter seinem Patronat. Auch ich als Olper Franziskanerin heiße mit vollem Namen: Schwester Maria Katharina vom heiligen Josef, weil unsere Gründerin in vielen Nöten und Sorgen fest auf seine Hilfe vertraut hat und darin ihr grenzenloses Gottvertrauen deutlich zutage gekommen ist. Das ist also Programm genug: nicht reden, sondern tun!
    3 min
  • Schauen Sie den Vögeln zu und hören Sie ihnen zu!
    Schauen Sie den Vögeln zu und hören Sie ihnen zu!
    Wir haben in unserem kleinen Garten auf der Stadtmauer ein paar uralte Birnbäume, die ganz schief und schräg stehen. Und da ist es ganz einfach so Vogelfutterstationen aufzuhängen und nachzufüllen. Wir machen das seit zwei Jahren, weil immer wieder dazu aufgerufen worden war, die Vögel, die in unseren Breiten immer mehr gefährdet sind, zu füttern und im Sommer auch Wasserschalen hinzustellen.
    Und diese Futterstationen sind echt ein Segen. Zum einen für die vielfältigen Vögel, die hier verlässlich Futter bekommen. Und für uns Schwestern, die wir manchmal am Küchenfenster stehen bleiben und dem Treiben vergnügt zuschauen. Da kommen Meisen verschiedener Arten: Kleiber und Rotkehlchen. Und dann haben wir in der Nachbarschaft eine Dohlenkolonie. Die haben leider wenig Vergnügen, weil die Landeplätze und Futtereingänge extra so sind, dass nur kleine Vögel drankommen, landen können und in Ruhe futtern.
    Aber auch kleine Vögel sind wählerisch. Wenn zu viele Haferflocken im Futter sind, schmeißen sie die raus und suchen nach den Sonnenblumenkernen. Die Dohlen sitzen in der Nähe auf der Mauer, mustern das muntere Treiben von manchmal mehr als 10 Vögelchen gleichzeitig und haben Zeit. Wenn die Kleinen satt sind, dann kommen sie. Sie haben genau gesehen, dass die einen die Haferflocken rausgeworfen haben und brauchen jetzt also nur noch über den Rasen spazieren und unterhalb der Futterstation aufpicken, was sie sehr gründlich tun. Manchmal kommen auch die Tauben vom Kirchdach nebenan. Aber die haben keine Chance und werden laut krächzend vertrieben.
    Dieser Tage ist mir der Reis für das Mittagessen angebrannt, weil ich so gebannt den Vögeln zugeschaut habe. Wenn sie vielleicht heute am Tag ein paar Minuten Entspannung brauchen, schauen sie den Vögeln zu und hören sie ihnen zu. Es ist einfach wunderbar.
    3 min
  • "Meide das Böse und tue das Gute"
    "Meide das Böse und tue das Gute"
    Viele sehr alte Menschen haben den zweiten Weltkrieg als Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erlebt und sie sind bis heute davon traumatisiert und mit den Folgen beschäftigt. Dass ein solcher Krieg heute wieder in Europa stattfindet, macht sie entsetzt und erschrocken und viele Erinnerungen kommen wieder hoch, über die sie in den ersten Nachkriegsjahren meist niemals gesprochen haben und was ihnen erst jetzt im Alter möglich ist. Zusammen mit den endlosen Nachrichten und Spezials sind sie erschüttert und unruhig und haben Angst vor einem neuen Weltkrieg. Bis in die Träume verfolgt sie das Geschehen.
    Aber eine Mitschwester hat mir gestern, zunächst fast beschämt, dann aber doch mit viel Gelächter erzählt, dass sie von Putin geträumt hat. Sie hat geträumt, dass sie mit ihm Plätzchen gebacken hat. Und dass es wirklich nett war und er auch Ahnung davon hatte und von seiner Mutter erzählt hat. Im Gespräch kam dann, dass sie einen Bericht über das Leben Putins gesehen hat und dass ihr Gehirn in der Nacht wahrscheinlich versucht hat, diesen Kriegsherren mit seinem früheren Leben in Verbindung zu bringen, in dem er liebevoll von seiner Mutter umsorgt aufgewachsen ist.
    Ja, Menschen werden nicht als Despoten und Kriegsherren geboren. Aber irgendwann nimmt das Böse sie so in Beschlag, dass sie nicht mehr vom Guten erreichbar sind und noch nicht mal mehr eigene Berater und nächste Angehörige ihr Herz und ihren Verstand erreichen können. Wenn wir jeden Tag im Vaterunser darum beten: „…und erlöse uns von dem Bösen…“ erkennen wir an, dass es das Böse um uns herum gibt und wir immer neu darauf schauen müssen, uns dem Guten zuzuwenden und dem Bösen, welcher Art auch immer, keine Chancen einzuräumen. „Meide das Böse und tue das Gute; suche Frieden und jage ihm nach!“ heißt es im Psalm 34. Das Böse muss ich meiden, damit es mich nicht beherrscht und damit ich das Gute tun kann. Dann wird Frieden möglich, im Kleinen und Alltäglichen und im Großen in den Kriegen und Auseinandersetzungen der Welt.
    3 min
  • Die Fastenzeit ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf
    Die Fastenzeit ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf
    Wir hatten ja wettertechnisch gesehen ein wunderschönes Wochenende. Sonne pur fast im ganzen Land, nachts noch kalt, aber am Tag selbst bei uns im Sauerland fast 10 Grad plus. Und da war natürlich die Lust in den Garten zugehen nicht mehr zu bezähmen. Auch wenn wir wussten, dass es bis in den April immer noch Fröste geben kann, so wollten wir doch unbedingt ein bisschen im Garten machen.
    Und das war auch nicht wenig: die ganzen trockenen und abgestorbenen Zweige und Dolden und Gräser abschneiden und zusammenharken, die von den Stürmen der letzten Wochen verstreut herumliegenden Zweige und kleinen Äste aufsammeln, den Rasen von Blättern und hereingeweihtem Müll befreien. Und tatsächlich schon viel Unkraut oder halt Kraut, dass man nicht im Garten haben will, heraushacken, nach den Wurzeln suchen und sie mit ausziehen und alles aus dem Garten entfernen.
    Uns war dieser Gartenarbeitssamstag auch ein Beispiel für das, wozu die Fastenzeit, die österliche Bußzeit da ist: Wenn gutes Neues in den Beziehungen zu mir selbst, zu den Mitmenschen und zu Gott wachsen und zu Blüte und Früchten kommen soll, muss das Alte, das Verdorrte, das Verblühte abgetragen, abgeschnitten und weggeräumt werden. Da, wo sich schon wieder Unkräuter einschleichen wollen, muss man energisch dranbleiben, damit im Sommer und Herbst Blüten, Früchte, Schönheit, Duft und guter Geschmack kommen können.
    Wir sind in der zweiten Fastenwoche und vielleicht ist es nicht verkehrt, mal zu schauen, wie Ihre Fastenvorsätze, ihr Ideen für diese besondere Zeit noch greifen. Ist es gelungen, diese Pläne in den Alltag einzubauen und Zeit für Gott, für das eigene zur Ruhe kommen, für die Mitmenschen fest ein zu planen? Wenn nicht so richtig, weil das Leben halt vielfältig und gerade auch nicht besonders leicht ist, ist es nicht schlimm. Die Fastenzeit ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf, oder im Bezug auf die Arbeit im Garten, die Grundlage für das ertragreiche Jahr und kann immer noch jeden Tag neu begonnen werden.
    3 min

About Morgenimpuls

From the publisher's feed

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

More shows like Morgenimpuls

Blick in die Bibel by DOMRADIO.DE

Blick in die Bibel

2 Listeners

Der 7Mind Podcast by Achtsamkeit & Mentales Wohlbefinden

Der 7Mind Podcast

7 Listeners

Psychologie to go! by Dipl. Psych. Franca Cerutti

Psychologie to go!

52 Listeners

Familienrat mit Katia Saalfrank by Mit Vergnügen

Familienrat mit Katia Saalfrank

10 Listeners

einfach ganz leben by argon podcast

einfach ganz leben

6 Listeners

Own it. Der Female Finance Podcast by Natascha Wegelin

Own it. Der Female Finance Podcast

13 Listeners

Smarter leben by DER SPIEGEL

Smarter leben

51 Listeners

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna by WDR 2

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna

11 Listeners

Honigperlen für mehr Selbstliebe by Melanie Pignitter Selbstliebe Trainerin, Autorin, Dipl. Mentaltrainerin

Honigperlen für mehr Selbstliebe

4 Listeners

Frauenstimmen by Ildikó von Kürthy

Frauenstimmen

28 Listeners

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl by RTL+ / Stefanie Stahl

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl

37 Listeners

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung by Audio Alliance / RTL+

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung

25 Listeners

GANZ SCHÖN MUTIG by Melanie Wolfers

GANZ SCHÖN MUTIG

4 Listeners

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich! by Dominik Spenst

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich!

10 Listeners

Zwischen den Zeilen by Bettina Böttinger, Early Studios

Zwischen den Zeilen

11 Listeners