Morgenimpuls
Download on the App Store

Morgenimpuls episodes

  • Beim Helfen wird man selbst beschenkt!
    Beim Helfen wird man selbst beschenkt!
    Das Coronavirus greift um sich und immer mehr im Bekannten- und Freundeskreis sind infiziert und müssen in Quarantäne. Bisher Gott sei Dank, wegen des hohen Impfstatus hier in der Gegend, ist niemand ernstlich krank. Aber man muss meist länger zuhause bleiben.
    Eine Studentin, die wir schon kennen, seit sie zu Veranstaltungen in Mädchengruppen zu uns gekommen ist, ist nun auch betroffen. Und eine Mitschwester meinte: „Schickt ihr doch ein Päckchen mit Corona-Medikamenten“ Ich fand die Idee so gut, dass wir also ein Päckchen gepackt haben. Mit lauter Sachen gegen Corona. Also ein Exitpuzzle, dass nach dem fertigstellen auch noch Rätsel zu lösen aufgibt, eine leckere Brotbackmischung, für den Hunger nach frischem Brot, eine kleine Bibel auf Kölsch, für den Hunger nach Gottes Wort und Spaß an der so ganz speziellen Sprache, bunte Gummibärchen vielerlei Sorten gegen Langeweile und bei Lust auf Süßes, Hustenbonbons, falls sie doch Husten bekommen sollte, Knusperkekse gegen eine eventuelle Depri-Phase und ganz kleine Lakritzbonbons, wenn einem gar nichts mehr einfällt, was man tun könnte, weil man damit wunderbare Muster legen kann.  
    Auf das Päckchen kam dann eine Serviette mit einem Frühlingslied und die Garantie, dass alle, von uns ausgewählten Medikamente garantiert bei Corona-Quarantäne helfen.
    Falls Sie das jetzt vielleicht albern finden, haben Sie bestimmt recht. Aber wir selbst und erst noch die Beschenkte hatten ein solches Vergnügen an dieser Idee und der Umsetzung, dass wir das tatsächlich eher göttlich und himmlisch schön finden. Manchmal braucht man einen Tipp von jemandem anderen, damit man in die Gänge kommt und macht und tut und hilft. Und selbst diese kleine Sache hat mir deutlich gemacht, dass man beim helfen und Dinge für andere tun, selbst mindestens ebenso beschenkt wird. Ob man nun selbst Hand anlegt oder spendet oder betet oder bei einer Aktion für Flüchtlinge oder Nachbarn oder Alte oder Kranke mitmacht. Probieren Sie es einfach aus. Sie werden merken, dass es stimmt.
    3 min
  • Gott selber will uns finden!
    Gott selber will uns finden!
    In der diesjährigen Fastenzeit gibt es für die Laudes einen sehr treffenden Hymnus. Und immer, wenn wir ihn beten oder singen, bin ich sehr angetan von der Fülle seiner Bilder und Worte, die scheinbar für mich und uns heute geschrieben sind. Die erste Strophe lautet:
    „Du Sonne der Gerechtigkeit, Christus, vertreib in uns die Nacht,
    dass mit dem Licht des neuen Tags auch unser Herz sich neu erhellt.“
    Wenn also jemand unsere innere Nacht, unsere Ängste und Sorgen vertreiben kann, dann ist es der Auferstandene, der uns jeden Morgen zum neuen Leben leiten und unser Herz hell und froh machen will. Danach singen wir:
    „Du schenkst uns diese Gnadenzeit, gib auch ein reuevolles Herz
    und führe auf den Weg zurück, die deine Langmut irren sah.“
    Mit der Gnadenzeit ist diese österliche Bußzeit gemeint, in der wir gerade leben und darin die Bitte an ihn: uns doch zu helfen, damit wir den richtigen Weg zu unserem Gott wiederfinden, wenn wir ihn verloren haben. Gott selber will uns suchen und finden und auf den guten Weg bringen. Eine wunderbare Zusage für heute. Der dritte Vers heißt:
    „Es kommt der Tag, dein Tag erscheint, da alles neu in Blüte steht;
    der Tag, der unsre Freude ist, der Tag, der uns mit dir versöhnt.“
    In diesen fast hochsommerlichen Tagen mit blauem Himmel und neun Sonnenstunden fast überall, gefällt uns dieser Vers natürlich besonders gut. Mit Blüte ist hier auch gemeint, dass das Leben aus dem Glauben an den Auferstandenen zu neuer Blüte kommen wird und wir dann in großer Freude die Versöhnung mit unserem himmlischen Vater erleben werden. Und der Schlussvers dann lädt selbst die ganze Schöpfung zu Lobgesang ein, wenn er singt:
    „Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit, lobsinge alles, was da lebt.
    Lass uns durch deine Gnade neu, dich preisen durch ein neues Lied.“
    Diese Einladung an alle in den Lobpreis Gottes einzustimmen, ist auch die Aufforderung an mich, jeden Morgen neu, im Vertrauen auf den dreifaltigen Gott, das Leben neu zu beginnen und im Lob Gottes nie nach zu lassen.
    4 min
  • Wie nutzen wir unsere Zeit?
    Wie nutzen wir unsere Zeit?
    Ich weiß ja nicht, wie es bei Ihnen ist. Aber bei mir läuft langsam der Kalender wieder voll. Nachdem, außer im vergangenen Sommer, kaum Veranstaltungen, Exerzitien, Tagungen, Wandertage, Mädchentreffen oder Jugendangebote stattfinden konnten, wagen sich viel jetzt langsam wieder aus dem verordneten Dornröschenschlaf. Und da ganz vieles wirklich Spaß macht, ist es kein Wunder, dass wir endlich wieder anfangen, Treffen zu organisieren, Vorträge, Elternabende, Konferenzen live und in Farbe und so weiter.
    Und da ist ja die Frage: Wollen wir unsere Terminkalender wirklich wieder so übervoll laden wie vor der Pandemie? Viele haben in den ersten Lockdowns plötzlich gemerkt, dass bei aller Problematik für Familien und junge Leute, plötzlich wieder mehr persönliche Zeit und mehr Ruhe zu haben für Hobbys, um Bücher zu lesen, für Spielnachmittage mit den Kindern und vieles mehr, eigentlich nicht so verkehrt war. Nicht von Termin zu Termin hetzen zu müssen, die Kinder zu ihren Nachmittagsveranstaltungen zu fahren, mehrere Abendtermine in der Woche zu haben, bei allem, was daran gut war: Es war plötzlich anders. Und nicht wenige von Ihnen haben neu nachgedacht, was Ihnen und ihren Lieben eigentlich wirklich wichtig ist im Leben.
    Und manche fielen wegen dieser Überlegungen in ein Tief, weil sie plötzlich gemerkt haben, wie inhaltsleer ihr rasend ablaufender Alltag eigentlich geworden ist.
    Eine unserer sehr betagten Mitschwestern im Altenheim hat mich dieser Tage sehr überrascht: Sie hatte sehr penibel aufgeschrieben, was sie und wie lange sie etwas den ganzen Tag über so tut. „Ja, ich will mal genauer schauen, wofür ich die mir geschenkte Zeit so nutze und vielleicht muss ich ja auch etwas ändern.“ Die Schwester ist 90 Jahre alt und dieser Tipp kann uns heute vielleicht helfen.
    Schauen sie doch mal, was sie so über den Tag tun und wie viel Zeit sie nutzen für Gebet und Arbeit, für Haushalt und Hobby, für ihr Engagement für die Mitmenschen und für Stille und Muße. Und wenn Sie ein bisschen Zeit finden für Stille, für ein Sonnenbad in der Gegenwart Gottes, für einen genussvollen Kaffee oder einen Spaziergang unter dem offenen Himmel, dann nehmen Sie sich diese Momente und Leib und Seele, Herz und Gemüt werden es Ihnen sehr danken.
    4 min
  • Warum hilft der Gott des Friedens nicht?
    Warum hilft der Gott des Friedens nicht?
    Über den Krieg brauchen wir nicht zu reden. Er macht sprachlos, weil er so unsinnig, so schrecklich, so unlogisch, so verachtend, so entsetzlich ist. Das ist die eine Seite.
    Die andere Seite ist, dass es seit Jahren Krieg im Jemen und Krieg in Syrien gibt. Aber der ist irgendwie weit weg. Sind wir ehrlich: dieser Überfall Russlands auf die Ukraine macht uns so sprachlos und entsetzt, weil er so nahe ist. Er rückt uns Europäern auf die Haut, weil es nur 1000 Kilometer sind. Und unser Entsetzen ist so groß, weil unsere Angst so groß ist, dass der Krieg auch auf unser Land zurollen könnte. Und kann.
    Und es gibt eine weitere Seite: die ungebrochene Hilfsbereitschaft der Menschen in den Nachbarländern, besonders in Polen, die sich in den letzten Jahren in der Sorge um Flüchtlinge nicht gerade positiv hervorgetan haben und in unserem eigenen Land. Es ist, als seien wir ja jetzt schon geübt darin, Spendenaufrufe, LKW-Transporte, Sachspenden und Hilfsgelder. Und dann die unendlichen Aufrufe zu Demos und Friedensgebeten.
    Und mitten darin, von gläubigen Menschen ausgesprochen: ein atemloser Zweifel: Warum hilft dieser Gott, der doch ein Gott des Friedens ist, warum hilft er nicht? Ich glaube, hoffe und bete, dass er hilft und bete deshalb mit ihnen das ökumenische Friedensgebet dieser Tage, das alles ausdrückt und alles sagt und trotzdem hofft:
    „Gütiger Gott, wir sehnen uns danach,
    miteinander in Frieden zu leben.
    Wenn Egoismus und Ungerechtigkeit überhandnehmen,
    wenn Gewalt zwischen Menschen ausbricht,
    wenn Versöhnung nicht möglich erscheint,
    bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.
    Wenn Unterschiede in Sprache,
    Kultur oder Glauben uns vergessen lassen,
    dass wir deine Geschöpfe sind und
    dass du uns die Schöpfung als gemeinsame
    Heimat anvertraut hast,
    bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.
    Wenn Menschen gegen Menschen ausgespielt werden,
    wenn Macht ausgenutzt wird,
    um andere auszubeuten,
    wenn Tatsachen verdreht werden,
    um andere zu täuschen, bist du es,
    der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.
    Lehre uns, gerecht und fürsorglich
    miteinander umzugehen und der
    Korruption zu widerstehen.
    Schenke uns mutige Frauen und Männer,
    die die Wunden heilen, die Hass und Gewalt
    an Leib und Seele hinterlassen.
    Lass uns die richtigen Worte, Gesten und
    Mittel finden, um den Frieden zu fördern.
    In welcher Sprache wir dich auch als
    „Fürst des Friedens“ bekennen,
    lass unsere Stimmen laut vernehmbar sein
    gegen Gewalt und gegen Unrecht.
    Amen.“
    4 min
  • Mach aus deinen Träumen eine Realität!
    Mach aus deinen Träumen eine Realität!
    Heute ist der Internationale Frauentag. Als DDR-Kind war und ist mir dieser Tag ziemlich präsent. Wir haben als Kinder dann morgens den Tisch gedeckt, die Küche gefegt und nach Blumen gesucht. Und in den vielen Betrieben, in denen die Frauen den Hauptanteil der Belegschaft ausgemacht hat, gab es ebenso Blumen, Ehrungen und kleine Präsente.
    1975 haben die Vereinten Nationen den 8. März zum Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frauen und den Weltfrieden gemacht. Und in 27 Ländern ist dieser Tag ein staatlicher Feiertag. Ein paar Zitate von großen Frauen gefallen mir für heute ziemlich gut. Zum Beispiel: "Träume dir dein Leben schön und mach aus diesen Träumen eine Realität", das sagt Marie Curie, die Nobelpreisträgerin und Physikerin.
    Und Ella Fitzgerald, die begnadete Musikerin und Sängerin, gibt den Tipp: "Gib niemals auf, für das zu kämpfen, was du tun willst. Wo Leidenschaft und Inspiration ist, kann man nicht falschliegen." Oder: "Wir können nicht erfolgreich sein, wenn die Hälfte von uns zurückgehalten wird", sagt Malala Yousafzai, Friedensnobelpreisträgerin und Kinderrechtsaktivistin aus Pakistan und meint ihren Staat und ihre Gesellschaft.
    Und Nancy Pelosi, die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, stellt fest: "Ich will, dass Frauen ihre Macht erkennen und wertschätzen. Sie müssen verstehen, dass nichts der Politik so gutgetan hat wie mehr weiblicher Einfluss". Und Teresa von Ávila, die große Reformerin der Orden in Spanien, gab Frauen vor 500 Jahren den Tipp: "Bete nicht um leichtere Last, sondern um einen stärkeren Rücken."
    Das gefällt mir echt gut. Alle diese Zitate und Tipps tun uns auch als Frauen in der Kirche gut und es ist gut, darüber nachzudenken und in die Zukunft zu tragen, damit die Frauen nicht weiter die Kirche in Scharen verlassen, sondern teilhaben werden an allen Diensten und Ämtern in unserer Kirche.
    4 min
  • "Höre meine Worte, Herr!"
    "Höre meine Worte, Herr!"
    "Höre meine Worte, Herr, * achte auf mein Seufzen!
    Vernimm mein lautes Schreien, mein König und mein Gott, 
    * denn ich flehe zu dir.
    Herr, am Morgen hörst du mein Rufen, 
    * am Morgen rüst’ ich das Opfer zu, halte Ausschau nach dir.
    Denn du bist kein Gott, dem das Unrecht gefällt; 
    * der Frevler darf nicht bei dir weilen.
    Wer sich brüstet, besteht nicht vor deinen Augen; 
    * denn dein Hass trifft alle, die Böses tun.
    Du lässt die Lügner zugrunde gehn, 
    * Mörder und Betrüger sind dem Herrn ein Greuel."
    Dieser flehentliche Ruf kann aus dem Erleben dieser Tage kommen. Aus der Erfahrung, dass Putin und seine Getreuen eine Welt aus Lügen und Gewalt gezimmert haben, aus der heraus sie den Krieg führen. Aus dem Mund einer Mutter, die in Kiew mit ihren Kindern im Keller sitzt und vor Angst und Not nicht weiß, was sie tun soll. Er kann aus dem Mund eines wehrpflichtigen russischen Soldaten kommen, der vielleicht ahnt, dass das, was er tun soll grundfalsch ist und allen seinen Überzeugungen widerspricht. Dieser Ruf kann aus dem Mund eines Kindes im Jemen kommen, dessen Vater im Stellvertreterkrieg umgekommen und dessen Mutter verhungert ist.
    Dieser Psalm ist aber schon 3000 Jahre alt und wird König David zugeschrieben in der drängenden Not seines Volkes. Wir wissen nicht genau, um was es sich damals handelt.  Aber ganz offensichtlich hatten Gottlosigkeit und Bosheit im Volk Israel, dem irdischen Volk Gottes, Raum gewonnen.
    David ist davon überzeugt, dass allein Gott diesen Zuständen ein Ende bereiten kann und dass Er das auch tun wird. Denn David kennt "seinen Gott" und weiß, dass Gottlosigkeit und Böses dem Charakter Gottes vollkommen entgegenstehen.
    David vertraut der Güte Gottes und den Verheißungen, die Gott ihm und seinem Haus gegeben hat. Diese demütige Haltung des Königs findet ihren Ausdruck in der Anbetung Gottes und der Heiligung Seines Namens. Diese Demut und die Ehrfurcht vor Gott unterscheiden den gottesfürchtigen Menschen von jenen Menschen, deren Leben von Lüge, Betrug und Gewalttat gekennzeichnet sind. Die Lügen und die Gottlosigkeit und die Gewalt an den Menschen sind seit Jahrtausenden da, aber auch das Vertrauen in die Verheißungen Gottes und seine Hilfe für die Menschen, die schreiend und weinend zu ihm rufen.
    4 min
  • Am Telefon erklärt: Fastenzeit
    Am Telefon erklärt: Fastenzeit
    Vorgestern hat sich die Praktikantin einer Zeitung bei mir gemeldet und bat um ein Interview. Sie wollte gern über die beginnende Fastenzeit mit mir reden und den religiösen Hintergrund und über die heutige, vielleicht moderner gewordene Umsetzung in der katholischen Kirche. Ich habe ihr mit einem Schmunzeln gern zugesagt. Und das Telefonat mit ihr war echt schön.
    Ich mag es sehr mit Menschen zu reden, die sich interessieren und wenig Vorwissen haben. Das ist oft sehr viel offener und interessanter als mit binnenkirchlich tradierten Mitmenschen. Für sie war völlig klar, dass es beim Fasten um Verzicht und Gewichtsabnahme geht und man ansonsten sich also Sachen vornimmt, um des Verzichtes willen. Vielleicht noch um seinen eigenen Willen zu stärken.
    Im Laufe des Gesprächs, als ich ihr eher den Hintergrund erklärt hatte: die 40 Tage als Vorbereitungszeit auf Ostern hin, nach dem Vorbild Jesu, der nach seiner Taufe im Jordan, vor dem Beginn seines öffentlichen Wirkens genau diese 40 Tage gefastet hatte. Und dass diese Fastenzeit eigentlich österliche Bußzeit heißt und Buße bedeutet, mal zu schauen, ob ich in vielerlei Hinsicht noch auf dem richtigen Weg bin und wenn nicht, neue und bessere Wege zu suchen. In der Beziehung zu mir selber mit Körper, Geist und Seele, in der Beziehung zu den Mitmenschen und für Christen, in ihrer Beziehung zu Gott. Und dass bei dieser Besinnung und Neuorientierung vieles helfen kann, was dazu hilft: Zeit anders einteilen, Stille ausprobieren, den Konsum ganz vielfältigster Dinge einschränken, mehr lesen, einen Gottesdienst besuchen usw.
    Das Telefonat dauerte immer länger, weil meine Anruferin so überrascht war, dass die Fastenzeit so ganz andere Hintergründe hat, als sie in gängigen Zeitungen und Zeitschriften gefunden hatte. Und nach Fragen über die Hintergründe von Aschenkreuz und anderen Bräuchen haben wir uns verabschiedet. Ich bin gespannt auf ihren Artikel und freue mich selbst über das sehr ausführliche, tiefgründige Gespräch, das meinen Start in die österliche Bußzeit noch mal beflügelt hat.
    3 min
  • Zukunftsplan Hoffnung
    Heute, am 4. März ist der Weltgebetstag der Frauen. In der Einladung lese ich: Werden auch Sie Teil der weltweiten Gebetskette rund um diesen Freitag. Die Gebete, Lieder und Texte haben Frauen aus England, Wales und Nordirland zusammengestellt. Ihr Thema in diesem Jahr: „Zukunftsplan: Hoffnung“. Jedes Jahr beten wir für den Frieden. Dieses Jahr gedenken wir ganz besonders den Menschen in der Ukraine und aller, die unter Krieg und Gewalt leiden. Dafür haben die Frauen ein Friedensgebet formuliert, das wir nachher als Fürbitte zusammen beten werden.
    Hoffnung gibt uns die weltweite Verbundenheit im Gebet: ob vor Ort in den Kirchengemeinden, ob Online vor dem Fernseher, ob bei einer Open-Air-Andacht oder einem Stationen-Weg. Allein in Deutschland besuchen Jahr für Jahr rund eine Million Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche die Gottesdienste und Veranstaltungen rund um den Weltgebetstag. Er ist aber viel mehr als nur ein Gottesdienst im Jahr! Der Weltgebetstag weitet den Blick für die Welt. Frei nach seinem internationalen Motto „informiert beten, betend handeln“– macht er neugierig auf Leben und Glauben in anderen Ländern und Kulturen.
    Durch das gemeinsame Engagement beim Weltgebetstag lernen sich Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen kennen und schätzen. In vielen Städten und Dörfern gibt es dank des Weltgebetstags seit vielen Jahrzehnten enge Kontakte zwischen den Kirchengemeinden. Beim Weltgebetstag engagierte Frauen reden nicht nur über Ökumene und Solidarität – sondern sie leben sie! Der Weltgebetstag schärft den Blick für weltweite Herausforderungen wie Armut, Gewalt gegen Frauen und Klimawandel.
    Aus den Vorbereitungen zum Weltgebetstag sind im Laufe der Jahre zahlreiche Initiativen entstanden: Bildungs-Angebote für Kinder und Jugendliche, ökumenische Frauen-Frühstücke, Kooperationen mit Weltläden und dem „fairen Handel“ bis zu Beratungsangeboten für Zwangsprostituierte. Ich mache also heute früh sehr gern Werbung für die Aktionen des Weltgebetstages heute. Vielleicht haben Sie das ohnehin schon für heute geplant. Ansonsten schauen Sie doch mal, wo es heute in Ihrer Stadt, in Ihrem Ort, irgendwo in Ihrer Umgebung ein Angebot in diesem so wichtigen Anliegen gibt und beteiligen Sie sich.
    4 min
  • Am Telefon erklärt: Fastenzeit
    Vorgestern hat sich die Praktikantin einer Zeitung bei mir gemeldet und bat um ein Interview. Sie wollte gern über die beginnende Fastenzeit mit mir reden und den religiösen Hintergrund und über die heutige, vielleicht moderner gewordene Umsetzung in der katholischen Kirche. Ich habe ihr mit einem Schmunzeln gern zugesagt. Und das Telefonat mit ihr war echt schön.
    Ich mag es sehr mit Menschen zu reden, die sich interessieren und wenig Vorwissen haben. Das ist oft sehr viel offener und interessanter als mit binnenkirchlich tradierten Mitmenschen. Für sie war völlig klar, dass es beim Fasten um Verzicht und Gewichtsabnahme geht und man ansonsten sich also Sachen vornimmt, um des Verzichtes willen. Vielleicht noch um seinen eigenen Willen zu stärken.
    Im Laufe des Gesprächs, als ich ihr eher den Hintergrund erklärt hatte: die 40 Tage als Vorbereitungszeit auf Ostern hin, nach dem Vorbild Jesu, der nach seiner Taufe im Jordan, vor dem Beginn seines öffentlichen Wirkens genau diese 40 Tage gefastet hatte. Und dass diese Fastenzeit eigentlich österliche Bußzeit heißt und Buße bedeutet, mal zu schauen, ob ich in vielerlei Hinsicht noch auf dem richtigen Weg bin und wenn nicht, neue und bessere Wege zu suchen. In der Beziehung zu mir selber mit Körper, Geist und Seele, in der Beziehung zu den Mitmenschen und für Christen, in ihrer Beziehung zu Gott. Und dass bei dieser Besinnung und Neuorientierung vieles helfen kann, was dazu hilft: Zeit anders einteilen, Stille ausprobieren, den Konsum ganz vielfältigster Dinge einschränken, mehr lesen, einen Gottesdienst besuchen usw.
    Das Telefonat dauerte immer länger, weil meine Anruferin so überrascht war, dass die Fastenzeit so ganz andere Hintergründe hat, als sie in gängigen Zeitungen und Zeitschriften gefunden hatte. Und nach Fragen über die Hintergründe von Aschenkreuz und anderen Bräuchen haben wir uns verabschiedet. Ich bin gespannt auf ihren Artikel und freue mich selbst über das sehr ausführliche, tiefgründige Gespräch, das meinen Start in die österliche Bußzeit noch mal beflügelt hat.
    3 min
  • Die vielseitige Verwendung der Asche
    Die vielseitige Verwendung der Asche
    Am Aschermittwoch, also heute, beginnt die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. Seit Ende des 11. Jahrhunderts gibt es die Tradition, sich an diesem Tag in Gottesdiensten ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen oder Asche aufs Haupt streuen zu lassen. Die aus gesegneten Palmzweigen vom Vorjahr gewonnene Asche gilt als Symbol der Trauer und Buße.
    Das Aschenkreuz steht für den Beginn der Bußzeit und zugleich für die Hoffnung der Christen auf Auferstehung. Im vergangenen Pandemiejahr wurde kein Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet, sondern Asche auf den Kopf gestreut. Das ist die viel frühere und ursprünglichere Form dieses Startsignals in die Fastenzeit.
    Manche kennen vielleicht noch die Formulierung: „Oh, Asche auf mein Haupt,“ oder „in Sack und Asche gehen“ wenn man einen Fehler zugibt und sich entschuldigen möchte.
    Ich habe mal nachgesehen, warum die Asche so das normale Mittel für den Beginn der Fastenzeit ist: Asche ist seit Jahrhunderten ein vielfältig verwendetes Putz- und Scheuermittel. Man kann damit Silber reinigen, Zähne putzen, Fußböden wischen, Wäsche waschen, Geschirrspülen. Aber man kann Asche auch als Dünger und Schädlingsbekämpfer und Unkrautvernichter einsetzen.
    Und so ein bisschen in unser religiöses Leben übersetzt ist das auch notwendig: Wir müssen schon manches in unserem Leben mal ein bisschen abstauben und reinigen und putzen, damit wieder deutlich wird, wozu wir als Christen so da sind: Wir sollen und wollen Jesus Christus nachfolgen und versuchen, nach seinem Evangelium zu leben. Und da ist die Asche als Dünger auch nicht so verkehrt, damit Neues und Gutes wachsen kann und der Auftrag: „Kehr um und glaub an das Evangelium“ durch uns und unser Tun und Handeln und Beten Hand und Fuß bekommt und das Reich Gottes unter uns Wachsen und Gedeihen kann. Und die Asche als Unkrautvernichter kann mir schon ein Sinnbild dafür sein, dass mancher Wildwuchs im Reden und Tun doch mal beseitigt werden könnte. Wir können es ja versuchen. Sieben Wochen gute Zeit ist dafür eingeplant.
    3 min

About Morgenimpuls

From the publisher's feed

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

More shows like Morgenimpuls

Blick in die Bibel by DOMRADIO.DE

Blick in die Bibel

2 Listeners

Der 7Mind Podcast by Achtsamkeit & Mentales Wohlbefinden

Der 7Mind Podcast

7 Listeners

Psychologie to go! by Dipl. Psych. Franca Cerutti

Psychologie to go!

52 Listeners

Familienrat mit Katia Saalfrank by Mit Vergnügen

Familienrat mit Katia Saalfrank

10 Listeners

einfach ganz leben by argon podcast

einfach ganz leben

6 Listeners

Own it. Der Female Finance Podcast by Natascha Wegelin

Own it. Der Female Finance Podcast

13 Listeners

Smarter leben by DER SPIEGEL

Smarter leben

51 Listeners

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna by WDR 2

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna

11 Listeners

Honigperlen für mehr Selbstliebe by Melanie Pignitter Selbstliebe Trainerin, Autorin, Dipl. Mentaltrainerin

Honigperlen für mehr Selbstliebe

4 Listeners

Frauenstimmen by Ildikó von Kürthy

Frauenstimmen

28 Listeners

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl by RTL+ / Stefanie Stahl

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl

37 Listeners

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung by Audio Alliance / RTL+

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung

25 Listeners

GANZ SCHÖN MUTIG by Melanie Wolfers

GANZ SCHÖN MUTIG

4 Listeners

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich! by Dominik Spenst

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich!

10 Listeners

Zwischen den Zeilen by Bettina Böttinger, Early Studios

Zwischen den Zeilen

11 Listeners