Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • Freundschaft leben
    Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen
    Freundschaft leben In diesen Tagen gehen Kinder wahrscheinlich besonders gerne zum Kiosk oder zur Eisdiele, um sich ein Eis zu holen. Die Auswahl ist oft erstaunlich: so viele Sorten, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft.Wahrscheinlich war es bei euch ähnlich wie bei mir als Kind: Man hat sich endlich entschieden – „Dieses Eis möchte ich haben!“ – und dann kam die große Enttäuschung: „Haben wir nicht“, „Gibt es nicht mehr“, „Ist heute nicht da.“ Was draufstand, war nicht drin.Eine Erfahrung, die wir aus unserem Leben kennen: Enttäuschung, weil etwas nicht erfüllt, was versprochen schien. Manchmal passiert es auch umgekehrt: Wir glauben, etwas sei versprochen, obwohl es gar nicht auf der Karte steht.Bei Enttäuschungen ärgert man sich schnell. Aber wer Teil des Angebots ist, kann sich nicht einfach herausreden. Authentizität zählt: Was drin ist, muss auch draufstehen.Das lässt sich auf unser Leben übertragen – besonders auf Freundschaft. Verwandtschaft hat man, Freunde findet man. Und doch sollen wir als Gemeinschaft, als Christen, Freunde sein. Aber was haben wir eigentlich zu bieten? Wirkliche Freundschaft? Ehrliche Geschwisterlichkeit?Ein mittelalterlicher Wahlspruch kann uns vielleicht ein Leitbild geben:Im Notwendigen herrsche Einmut, im Zweifelhaften Freiheit, in allem aber die Nächstenliebe.Das ist ein Grundgesetz des Zusammenlebens und zugleich ein Modell christlicher Freundschaft: klar in den wesentlichen Dingen, tolerant in den Zweifelsfällen und immer geprägt von Liebe.Wir können nicht wie ein isoliertes Dorf existieren, abgeschottet und nur für uns selbst. Aber wir können hinausgehen, Freundschaft zeigen, uns einbringen und für andere da sein.Authentische Freundschaft bedeutet: Man streitet, man hadert, aber man bleibt verbunden. Und dann geht man gemeinsam hinaus in die Welt, um Gutes zu tun. Ein bisschen wie Asterix und Obelix in ihrem kleinen Dorf in Gallien: Drinnen haben sie manches Mal gestritten, aber draußen haben sie zusammengehalten.Vielleicht ist genau das das Geheimnis: Freundschaft leben heißt, sich wirklich einzubringen, verlässlich zu sein und die Verbindung nicht aufzugeben – damit drin ist, was auch draufsteht.
    5 min
  • Sich wandeln lassen
    Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen
    Sich wandeln lassenIn diesen Tagen kommen viele Menschen in Köln zusammen zur Eucharistischen Konferenz ”Kommt und seht“. Eine tolle Möglichkeit, sich diesem großen Geheimnis der Liebe Gottes neu zu stellen. Und wir wollen uns vorbereiten auf das große Jubiläum ”750 Jahre Fronleichnam in Köln“.Aber was ist das eigentlich für ein Zeichen, das da geschieht? Vielleicht hilft der Blick auf andere Zeichen, um es tiefer zu verstehen. Manchmal begegnen mir Studentinnen und Studenten in der Hochschulgemeinde, die dann auf einmal ein zerbrochenes Herz um den Hals tragen: der junge Mann auf der einen, die junge Frau der anderen.In der Antike, im römischen und griechischen Raum, waren solche Zeichen – zerbrochene Herzen, Ringe oder auch zerbrochene Stäbe – Zeichen, die die Gegenwart, das Zusammensein und die Verbindung repräsentierten. Sie hatten sogar einen rechtlichen Charakter.Das lateinische Wort "Sacramentum" bezeichnet ein Pfand, das verloren ging, wenn ein Eid gebrochen wurde. Es setzte eine Gemeinschaft voraus, die sich durch das Zusammenfügen wieder verlebendigte.Auch die Eucharistie, die heilige Kommunion, ist ein Zeichen der Nähe – und sie schafft Nähe. In der Feier der Eucharistie drückt sich das geheimnisvolle Zusammenwirken von Gott und Mensch aus. Ein  "Mysterion" bezeichnet das Geheimnis, das sich hier vollzieht. Worin liegt es heute für uns?Es ist zunächst eine Danksagung. Beim Abendmahl feierte Jesus diese Danksagung ”für euch und für die vielen“. Er stiftet Versöhnung, schenkt Vergebung und ermöglicht Wandlung, Neuschöpfung und Neubeginn.Die heilige Mutter Teresa hat einmal gesagt: ”Keiner darf aus der Kirche hinausgehen, wie er hineingegangen ist.“ Durch den Heiligen Geist geschieht die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Und doch geht es nicht nur um das, was auf dem Altar geschieht – es geht um uns, es geht um dich und mich.Wie lassen wir uns hineinnehmen? Nehmen wir Jesus einfach nur auf, oder lassen wir zu, dass er uns wandelt? Die Eucharistie lädt uns ein, selbst gewandelt zu werden. Das Gebrochene, wir Menschen, wird zusammengefügt – wie die zerbrochenen Zeichen der Verbundenheit in der Antike.Wandlung bedeutet aber auch, anders in der Welt zu wandeln: anders miteinander umzugehen, anders zu leben. Jesus gibt uns die Möglichkeit, diese Nähe zu feiern, Dankbarkeit zu spüren und Veränderung zuzulassen.Das Geheimnis der Eucharistie, dem wir in diesen Tagen in Köln mehr nachgehen, zeigt uns, dass wir sind als Gemeinschaft miteinander verbunden sind, dass wir werden gewandelt werden, und dass wir diese Wandlung in die Welt hinaustragen.Erinnert euch noch einmal, was Mutter Teresa gesagt hat: ”Keiner darf aus der Kirche hinausgehen, wie er hineingegangen ist.“ Lassen wir uns auf diese Wandlung ein.
    6 min
  • Von Bonifatius lernen - Begabungen einsetzen
    Von Bonifatius lernen - Begabungen einsetzen Herzlich willkommen am Freitagmorgen zum gemeinsamen Beten.Tja, so ist das schon mal. Gestern hatte ich morgens erzählt, dass es wegen der so schlechten Wetterprognose keine Prozession in unserer Stadt geben wird. Aber ich hatte nicht mit dem Engagement der vielen Gemeindemitglieder gerechnet, die morgens um 6.00 Uhr im Regen beschlossen hatten: Die Prozession findet doch statt und alles aufgebaut und vorbereitet haben.Und es wurde so. Eine Statio in der einen Kirche, Prozession zu einer Wiese in der Innenstadt, dort Heilige Messe und dann weiterer Prozessionsweg mit einem Segensaltar und mit dem Abschluss in der Pfarrkirche mit allem Drum und Dran. Und danach Frühschoppen auf dem Kirchplatz mit Gegrilltem und Getränken und viel Freude mit vielen Menschen.Besser kann man, glaube ich, Gemeinschaft und Gemeinde nicht beschreiben. Sich vorfreuen auf den Gottesdienst, der bei Regen in der Kirche gefeiert worden wäre, der Beschluss von einer kleinen Gruppe, die Lust und Mut hatte zu sagen: Wir machen das, und dann die große Festfreude beim gemeinsamen Singen, Beten und Feiern.Ich glaube, dem Heiligen Bonifatius, dem großen Apostel der Deutschen, hat das sehr gefallen. Er predigte im achten Jahrhundert mit großem Erfolg in Hessen und Thüringen, gründete sechs große Klöster und machte sich dann ans Werk, die Kirche zu ordnen und die Bistümer Salzburg, Regensburg, Passau, Würzburg und Erfurt zu gründen.Er wurde dann Bischof in Mainz und war sich nicht zu schade, nochmals eine Missionsreise zu unternehmen, bei der er am 5. Juni 754 den Martertod erlitt.Bonifatius war kein bedeutender Theologe, aber er verband missionarischen Eifer mit einer seltenen Begabung für Organisation und Administration. Und er ist nicht sitzen geblieben auf seiner ersten Berufung, sondern hat sich von Gott immer neu herausrufen lassen zu neuen Aufgaben.Vielleicht ist es das: Er hat die Begabungen, die er von Gott geschenkt bekommen hat, geschult, entwickelt und immer neu eingesetzt.Was sind so Deine Begabungen, die Du heute einsetzen kannst? Welche Fähigkeiten, die Du als Gabe bekommen hast, hast Du noch gar nicht richtig wahrgenommen und ausprobiert?Die Organisatoren und Engagierten gestern haben alle ihre Fähigkeiten und Begabungen eingesetzt und ein wunderschönes Fest möglich gemacht.Das ist eine Überlegung heute wert am Tag des heiligen Bonifatius, des Apostels der Deutschen.
    5 min
  • Es ist und bleibt ein Geheimnis
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Es ist und bleibt ein GeheimnisHerzlich willkommen am Morgen des Fronleichnamsfestes.Es wird heute bei uns keine Prozession geben, tatsächlich wegen der unglaublich schlechten Wetterprognose: Dauerregen, Gewitter mittendrin und Starkregen.Also erinnern wir uns an die letzten Jahre und die Prozessionen. Und Erinnern ist auch ein Anlass für dieses so schwer zu erklärende Fest. Erinnern daran, dass dieser Gott nicht in der Ferne geblieben ist, sondern nahegekommen, so nahe, dass er umgebracht werden konnte und trotzdem bleibt.Und dann ein Phänomen.Zum Abschluss der Prozession wird immer der sakramentale Segen gespendet. Vorher kommt das dafür typische Lied, das der Organist auch mit der Nr. 495 angeschlagen hatte: "Sakrament der Liebe Gottes, Leib des Herrn sei hoch verehrt!“ Aber das hat die vielen Menschen überhaupt nicht beeindruckt. Sie haben voller Inbrunst und vollem Herzen die lateinische Version gesungen: "Tantum ergo sacramentum, veneremur cernui“.Zunächst musste ich schmunzeln. Und eine junge Frau neben mir, die schon sehr weitgereist ist, bemerkte ganz trocken: „Es ist sehr beruhigend, dass es auf der ganzen Welt so ist: Wenn diese Melodie kommt, wird lateinisch gesungen“.Für meine Begriffe gibt es dafür eine sehr gute und einleuchtende Erklärung. Wie kann ich dieses Geheimnis, dass Gott Mensch geworden ist, unter uns gelebt hat, gestorben ist und auferstanden, in den Himmel aufgefahren ist und trotzdem unter uns, in dieser kleinen Scheibe Brot gegenwärtig ist, denn plausibel erklären? Ich kann es nicht. Und viele Theologen, die sich in komplizierter Sprache daran wagen, eigentlich auch nicht.Es ist und bleibt ein Geheimnis. Und die Gläubigen spüren das sehr genau und belassen das Geheimnis auch, indem sie selbst die erklärenden deutschen Lieder lieber lateinisch singen. Latein kann kaum noch jemand, aber der Klang dieser Worte ist vertraut und trotzdem geheimnisvoll.Heute, an Fronleichnam, feiern wir dieses Geheimnis und auch ich kann es nicht erklären. Und so bete ich mit Dir ein altes Gebet zu diesem Fest:Vermächtnis des Herrn, ernähre mich. Tod Christi präge mich, Auferstehung Christi berge mich, Sendung Christi sende mich, Geheimnis Christi öffne Dich, in Deine Nähe ziehe mich, vor allem Bösen schütze mich, aus Deiner Fülle speise mich, damit ich lebe ewiglich. Amen.
    5 min
  • Wenn dir was in die Quere kommt
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Wenn dir was in die Quere kommtHerzlich willkommen am Mittwoch.Ich stehe am Zebrastreifen an der Straße und kann nicht rüber, weil ein überlanger LKW sehr langsam zirkeln muss, dass er vom Kreisel aus in die Straße einbiegen kann. Wir wollten in Assisi in die Basilika, aber wir mussten anstehen und warten, bis die Besucher des Vorgottesdienstes draußen waren und die Absperrungen aufgehoben worden sind, die den Zugang versperrt haben.Ich konnte die Tage nicht die Treppe neben der Kirche benutzen, weil ein Rudel Jugendlicher die ganze Treppe besetzt hatte und mir keinen Platz machen wollte.Aber den witzigsten Hinweis, dass einem etwas querkommt, habe ich dieser Tage an der Tür zum Garten unseres Altenheims gelesen. Da stand: „Achtung und Vorsicht: Rasenmähroboter queren die Wege.“Ich habe herzlich gelacht. Mir ist schon klar, dass es für die Altenheimbewohner wichtig ist. Wenn sie mit Gehhilfe oder Rollator gemütlich spazieren gehen und plötzlich so ein Roboter quer vor ihnen über den Weg fährt, kann man sich schon erschrecken und vielleicht stolpern und fallen.Wann ist Dir schon mal etwas richtig quergekommen, hat Dich richtig ausgebremst, hat Dich aufgehalten und Deine Zeit, Deine Nerven oder sogar Deine Courage gekostet?Heute denken wir mit der Kirche an Karl Lwanga und seine Gefährten aus Uganda. Nach einer Zeit der Christianisierung Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts kamen dem neuen König die vielen christlichen Pagen an seinem Hof quer. Er ließ sie bekennen, dass sie nur ihn und sein Königreich anerkennen, und bedrohte die, die zum König Christus beteten, mit dem Tod. Mehr als hundert junge Leute bekannten sich zu Christus und wurden um dieses Bekenntnisses willen getötet.Manchmal ist es auch heute noch so, dass Christen mit ihren Bekenntnissen zu Gott und zur Würde seiner Menschen anderen böse querkommen und ihnen mehr als Stolperfallen aufgestellt werden.
    5 min
  • Licht im Dunkel
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Licht im DunkelHerzlich willkommen am Dienstag.Offiziell ist der Sommer jetzt da. Es ist der meteorologische Sommeranfang am 1. Juni gewesen.Aber wir hatten ja schon ganz viel Sommer: Hitze, Trockenheit, Gewitter, Starkregen und so weiter. Während die einen über die Hitze stöhnen, freuen sich die anderen über den Besuch im Freibad oder am Badesee.Wenn ich morgens aus dem Fenster schaue, dann ist die Sonne in diesen Tagen meist schon da. An manchen Tagen aber ist es noch sehr trüb und sie muss sich erst einmal durch die Wolken kämpfen und schafft das nur mühsam.Die Kirche deutet in vielen Bildern die Sonne auch als ein Symbol für Jesus Christus, das Licht, das uns den Tag hell macht. Und so lese ich im Hymnus des heutigen Morgengebets:"Nacht und Gewölk und Finsternis, verworrnes Chaos dieser Welt, entweicht und flieht! Das Licht erscheint, der Tag erhebt sich: Christus naht.“Ist das nicht ein schöner Text? Jesus Christus bringt Licht ins Dunkel.Es ist aber nicht nur die Dunkelheit um uns herum, die hell erleuchtet wird. Manch einer trägt auch in sich Dunkelheit und Traurigkeit. Und darauf spricht dann die dritte Strophe an:"So soll, was in uns dunkel ist, was schwer uns auf dem Herzen liegt, aufbrechen unter deinem Licht und dir sich öffnen, Herr und Gott.“Hast Du schon einmal frühmorgens in aller Ruhe einen Sonnenaufgang beobachtet? Gerade jetzt, wenn die Natur langsam aus dem Schlaf erwacht, dann bereitet das einem viel Freude.Und ich merke dann auch, dass die Traurigkeit, die ich manchmal in meinem Herzen trage, oder die Sorgen und Nöte, die ich so mit mir herumschleppe, dann hell erleuchtet werden und so etwas wie Freude und Dankbarkeit in mir aufkommt, weil ich weiß, dass Gott mich kennt und in mein Herz schaut:"Blick tief in unser Herz hinein, sieh unser ganzes Leben an: noch manches Arge liegt in uns, was nur dein Licht erhellen kann“,heißt es dann in der nächsten Strophe des Morgen-Hymnus'.Lassen wir uns also an diesem Morgen, aber auch an den anderen Tagen vom Licht Gottes, von Jesus Christus hell erleuchten und geben dieses Licht auch an unsere Mitmenschen weiter.
    4 min
  • In jedem von uns steckt der Wolf
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    In jedem von uns steckt der WolfHerzlich willkommen am Montag.Während unserer Assisireise mit DOMRADIO-Hörern waren wir unter anderem in Gubbio.Da war ich echt auch zum ersten Mal und ich war begeistert von dieser uralten Stadt mit ihren reichen Traditionen und mit ihrer so ganz anderen Architektur. Jedes Stadtviertel hat seine Kirche und seinen Patron und heißt auch dann nach ihm oder ihr.Berühmt ist diese Stadt durch eine sehr populäre Legende mit dem Heiligen Franziskus.Die Stadt war von einem sehr bösartigen Wolf bedrängt und niemand hat sich mehr aus dem Stadttor getraut. Der Heilige Franziskus war zu Hilfe gerufen worden, weil man irgendwie gehört hatte, dass er mit Tieren kann. Er kam und hatte mit ihm, dem Bösen, gesprochen, ihm seine Vergehen vorgehalten, aber auch Verständnis für seinen Hunger gezeigt und mit ihm dann einen Vertrag ausgehandelt.Mit dem Bösen, dem Wolf, zusammen ging er in die Stadt und besiegelte mit den Einwohnern den Vertrag: Die Einwohner würden ihm sein tägliches Futter geben und er würde nie mehr Menschen anfallen. So geschah es und der alte Wolf lebte noch einige Jahre friedlich unter ihnen. So die Legende.Überall in der Stadt sieht man Statuen und Gemälde, Fenster und Bilder von diesem Geschehen. Aber eigentlich ist diese Geschichte eine Mahnung und Aufforderung an jeden von uns selbst. In jeder und jedem von uns gibt es neben dem Guten auch das Böse und das muss beherrscht und bewusst bearbeitet werden, damit es uns nicht beherrscht.Und die so nette Legende zeigt auch die Schritte dazu: sich des Bösen und Unguten bewusst werden, die Dinge, die das Böse durch mich angerichtet hat, benennen und nicht fromm überdecken, Schritte zur Wiedergutmachung oder zum Ändern des Verhaltens benennen und mit einem Vertrauten besprechen.Ich bin mir sicher, dass der Wolf, der noch einige Jahre durch die Stadt gelaufen ist, die Einwohner erinnert hat, den Vertrag zu halten, aber auch sich an die eigene Nase zu fassen und immer zu schauen, wo es Dinge bei jedem gibt, die aggressiv und bösartig sein können, wenn ich sie nicht bearbeite und klein halte.Eine sehr alltagstaugliche und nutzbare Legende, die zunächst so lieblich und fromm daherkommt.
    5 min
  • Klarheit im Kopf. Und Weite im Herzen.
    Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac
    Heute ist künstliche Intelligenz für viele ganz normal geworden. Sie ist einfach da. In unseren Handys, auf unseren Laptops, in unserer Hosentasche. Und ich muss zugeben: Ich nutze ChatGPT tatsächlich oft. Gerade dann, wenn ich einen Rat brauche. Denn ich bin eine echte Grübelmeisterin. Vielleicht kennst du das auch. Dann drehen sich meine Gedanken im Kreis. Von schwierig zu schlimmer, zu ganz schlimm. Und irgendwann scheint natürlich nur noch das schlimmste aller Szenarien möglich zu sein. Für andere Ideen oder Lösungen ist dann kaum noch Platz im Kopf. Und genau da hilft mir die KI manchmal wirklich. Ich schreibe meine Gedanken auf, lasse mir Möglichkeiten zeigen, sortiere, was in mir so durcheinanderfliegt. Und das tut gut. Es beruhigt mich. Es macht manches klarer. Aber ist das dann nicht so ein bisschen wie Beten in Besser? Nein!  Denn bei der KI geht es am Ende doch sehr stark um mich. Um meine Fragen. Meine Gedanken. Meine Sicht auf die Dinge. Beim Beten ist das anders. Da ist für mich ein echtes Gegenüber. Gott ist nicht einfach eine Resonanzfläche für mein Grübeln. Gott ist nicht nur Bestärkung für das, was ich sowieso schon denke. Beten heißt für mich deshalb auch: Platz machen. Nicht nur noch mehr Gedanken produzieren. Nicht nur Lösungen suchen. Sondern offen werden. Hinhören. Aushalten, dass Gottes Antwort vielleicht ganz anders ist als das, was ich mir gerade wünsche. Die KI hilft mir manchmal, meinen Kopf zu sortieren. Aber Gott spricht für mich tiefer. Nicht nur in meine Gedanken hinein, sondern in mein Herz. Und vielleicht ist genau das der Unterschied: Ich brauche beides. Klarheit im Kopf. Und Weite im Herzen.
    4 min
  • Was Spinnen mit Menschen verbindet
    Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac
    Da hängt sie. Fett und schwarz am Garagentor. Ich habe echt Angst oder eher großen Ekel vor Spinnen. Vielleicht kennst du das? Es schüttelt einen. Irgendwie reicht der bloße Anblick sich zu schaudern.  Eine Freundin hat diese dicke fette schwarze Spinne entdeckt. Die da wohl schon seit ein paar Wochen am Garagentor hängt. Sie hat einen schrecklich schwarzen, fast glänzenden Körper. Ich kann sie kaum beschreiben, weil ich, seitdem ich weiß, dass sie da ist, einen riesigen Bogen um sie jeden Tag mache.  Ist das so, wenn man das Eklige im Leben entdeckt hat, dann macht man einen Bogen darum? Die Freundin ging mit der Spinne ganz anders um, als sie sie entdeckte und ging sogar näher ran. Ich kreischte schon fast aus dem Hintergrund, dass sie sich von dem Vieh besser fernhält. Die Freundin schaute nur über ihre Schulte, der Spinne zugewandt und grinste mich an.  Ist meine Angst doch kindisch. Unangebracht.  Angst ist nie unangebracht. Sie ist ein Warnsignal.  Aber statt die Spinne zu ignorieren, fand ich sie immer spannender und so stellten sich plötzlich Fragen. Sind Spinnenkinder eigentlich direkt auf sich allein gestellt? Haben sie sofort ihr eigenes Netz? Ist jede Spinne immer allein?  Spinnenkinder fliegen mit einem Faden aus dem Brut-Netz mit einem Windhauch fort und bauen dann ihr eigens. Da starten sie ihr Netz mit dem elterlichen Faden.  Ich glaube, wir haben auch so etwas. Der Faden, der uns in die Welt hinausgetragen hat und an dem wir anknüpfen, ist für mich die Tatsache, dass wir Abbild Gottes sind. Und da passt auch der Windhauch.  Der Atem Gottes. Etwas von Gott selbst hat uns den Startschuss ins Leben ermöglicht. Wir fangen nie bei null an. Ganz am Anfang nicht. Und auch jetzt nicht.  Wir sind immer getragen. Unser Flugfaden ins Leben ist von Gott. Unser Windhauch, der uns in die Welt trägt, ist Gottes Geist.
    4 min
  • Die Gelegenheiten nutzen
    Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    Die Gelegenheiten nutzenHerzlich willkommen zum Impuls am Freitag in der Pfingstwoche.Der Alltag hat uns wieder! Die Osterzeit mit Pfingsten ist endgültig vorbei, diese Pfingstwoche endet heute auch und wir sind wieder im Jahreskreis. Was für kirchlich geprägte Menschen total sinnvoll klingt, dürfte für die meisten eher merkwürdig daherkommen. Ostern, das ist doch schon so lange her. Und Pfingsten ist doch das lange Wochenende, an dem alle Kölner nach Holland ans Meer fahren.Ja, man könnte jetzt jammern, dass viele Menschen nur noch wenig vom Glauben wissen. Ich frage mich da immer: Woher kommt das? Zumindest in Westdeutschland gab und gibt es flächendeckenden Religionsunterricht in der Schule, es gab starke volkskirchliche Strukturen mit Gruppenstunde, Kommunionunterricht und vielem mehr. Trotzdem scheint über Jahrzehnte das Glaubenswissen dramatisch weniger geworden zu sein und vieles, wie eben das besagte Kirchenjahr, ist überhaupt nicht mehr selbstverständlich.Ich erlebe es regelmäßig, dass Katholikinnen und Katholiken viel von früher sprechen – früher war das Pfarrfest riesengroß, es gab drei Kapläne und über 100 Kommunionkinder. "Wat fott es, es fott“ – was weg ist, ist weg, sagt der Kölner und die Kölnerin. Und da hilft Jammern nun gar nicht. Sondern schauen wir lieber auf das, was möglich ist.Und da ist ein ganz wichtiger Schritt, dass man mit Menschen ins Gespräch kommt. Wenn jemand interessiert nach unserem Glauben fragt, dann ist das gar nicht so wenig, wie es scheint. Wir können dann erzählen, warum uns der Glaube wichtig ist, wie uns Gott erfüllt, was Christsein für uns bedeutet.Mir ist das bei unserer DOMRADIO-Reise nach Assisi wieder aufgefallen. Abends auf der wunderschönen Terrasse mit einem Traumblick ins umbrische Land waren die Gespräche über Gott und die Welt nochmal anders. Man hat Zeit, die Führungen und Erfahrungen des Tages haben den Körper angestrengt, aber Geist und Herz und Seele weit aufgemacht.Das ist, glaube ich, ein wichtiger Punkt: die Gelegenheiten nutzen, die sich im Zusammensein ergeben, und dann auch Rede und Antwort stehen und im Dialog bleiben. An solchen Orten, wo man tatsächlich jeden Tag tausende Menschen aus vielen Ländern erlebt, stärkt es sehr, dass Ministrantengruppen aus Bayern, eine Familienwallfahrt von der Mosel, große Jugendgruppen aus Italien, Pilgergruppen aus den USA und England kommen und wir spüren, dass wir uns gegenseitig im Christsein stärken und Mut machen. Und das geht jeden Tag.
    5 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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