Morgenimpuls
Download on the App Store

Morgenimpuls episodes

  • Nicht die Hoffnung verlieren!
    Nicht die Hoffnung verlieren!
    Haben Sie vielleicht die Einsetzung des amerikanischen Präsidenten angeschaut, in Ausschnitten, oder in den Nachrichten oder Brennpunkten? Es galt mal als das Hochamt der amerikanischen Demokratie. Dieser Einzug, die Wechsel von Musik, Texten und bedeutungsvollen Symbolen, der Eid mit der Hand auf der Bibel und die Hymne. Über all das Drumherum diesmal kann man hinwegsehen, aber die Rede des neuen Präsidenten kann nur Entsetzen ausgelöst haben. Ich habe mal geschaut, wie das vor 4 Jahren war – nach der ersten Trump-Ära und am ersten Tag von Joe Biden. Amanda Gorman, eine junge Dichterin, war eingeladen zu diesem Akt einen Text zu lesen. Aber es war völlig anders als sonst: sie hat aus der Not kommend im Angesicht der letzten vier Jahre, ihrem Land neue Hoffnung gegeben. Wenn Sie können, lesen Sie mal in Ruhe den ganzen Text. Ich lese Ihnen einige Zeilen daraus vor:"Wenn der Tag kommt, fragen wir uns, wo können wir Licht finden in diesem nicht enden wollenden Schatten? Wir durchwaten den Verlust, den wir mit uns tragen. Wir haben gelernt, dass Ruhe nicht immer Frieden bedeutet. In den Normen und Vorstellungen von dem, was richtig sei, ist Gerechtigkeit nicht immer zu finden. Doch in uns brach die Morgendämmerung an, bevor wir es merkten. Irgendwie haben wir es geschafft, irgendwie haben wir eine Nation erlebt, die nicht zerbrochen ist - sie ist nur noch nicht fertig." Und einen Abschnitt weiter sagt sie: "Wir schauen nicht auf das, was zwischen uns steht, wir schauen auf das, was vor uns steht. Wir schließen die Kluft, weil wir die Zukunft an die erste Stelle setzen und die Unterschiede hinter uns lassen. Wir strecken die Waffen, so können wir uns umarmen. Niemandem schaden und den Einklang mit allen - das möchten wir." Und mittendrin steht noch: "Die Bibel sagt, dass wir davon träumen dürfen, dass jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum sitzen wird und niemand mehr Angst und Schrecken verbreitet. Wenn wir es heute begreifen, dann wird dieser Sieg nicht in der Klinge liegen, sondern in den Brücken, die wir bauen. Das ist ein Versprechen, das wir einlösen müssen. Das ist der Hügel, den wir erklimmen." Soweit Amanda Gorman 2021. Und wieder hoffe ich und viele andere sehr, dass dieses Land und die Welt die nächsten vier Jahre übersteht und die Hoffnung nicht verliert.
    4 min
  • Das eine tun und das andere nicht lassen
    Das eine tun und das andere nicht lassen
    Haben Sie es gelesen oder gehört? Laut einem Report der Schweizer Bank UBS stieg die Zahl der Milliardäre weltweit auf 2.682 mit einem Gesamtvermögen von 14 Billionen US-Dollar. Und in Deutschland erreicht die Zahl der Milliardäre die Rekordzahl von 249. Jeden Tag wird jeder von ihnen um 2 Millionen Dollar reicher. Diese Zahlen mit ihren vielen Nullen sind für die meisten von uns unbegreiflich.Und auf der anderen Seite macht – laut Bericht der WHO – der Kampf gegen die Armut und den Hunger weltweit kaum Fortschritte. Vor beiden Phänomenen stehen wir ratlos und wissen nicht weiter. Und dann kommt Gott sei Dank das Aber: All die Spenden und Aktionen für Menschen in der ganzen Welt gegen den Hunger helfen stets den Einzelnen und ihren Familien zu überleben. Und wieder Aber: Aber ungerechte Strukturen sind der schlimmere Teil des Problems. Wenn allein all die Superreichen in Deutschland gerecht besteuert würden, hätten Kommunen, Länder und der Bund mehr Möglichkeiten, gegen Armut und Not in unserem Land und weltweit anzugehen.Und bevor das geschieht, und selbst wenn es immer nur unzureichend geschieht, sammeln unverdrossen Menschen weltweit für Hilfswerke und Hilfen vor Ort. Allein die Sternsinger haben in Deutschland im letzten Jahr fast 50 Millionen Euro an Spenden eingesammelt, um Projekte für Kinder weltweit zu unterstützen.Das eine tun und das andere nicht lassen, ist schon immer das Gebot der Stunde. Gegen ungerechte Strukturen angehen und protestieren und sich engagieren gegen die Not des Einzelnen gehören zusammen. Das gilt für alle Menschen guten Willens, wie es so schön heißt, und erst recht für uns Christen.Geben wir nicht auf, uns für unsere Mitmenschen einzusetzen und das Notwendende zu tun, damit das Mögliche erreicht wird und das Unmögliche immer mehr möglich wird.
    3 min
  • Auch im Alltag zum Glauben bekennen!
    Auch im Alltag zum Glauben bekennen!
    Heute feiern wir mit der Kirche das Fest des Heiligen Sebastian. Er war Soldat in Mailand und wurde zum Offizier in der Leibgarde von Kaiser Diocletian und Maximian. Da er sich als Hauptmann der Prätorianergarde aber am Hof zu seinem Christsein bekannt und gestanden hatte, notleidenden Christen geholfen zu haben, wurde er zum Tod verurteilt und von Bogenschützen erschossen. In der Meinung, er sei tot, wurde er liegengelassen. Aber er war schwer verletzt und wurde gesund gepflegt. Wieder genesen ging er umgehend wieder zum Kaiser und bekannte sich zu Jesus Christus. Und wieder wurde er verurteilt und um 288 getötet. Ich würde heute nicht so ausgiebig von ihm erzählen, wenn er nicht auch unter anderem der Schutzpatron der Schützenbruderschaften ist und es hier in Olpe ein sehr ausgiebiges Brauchtum dazu gibt. Am Vorabend gibt es seit einigen Jahren wieder das Beiern, das heißt, die Glocken werden so angeschlagen, dass Musikstücke und Lieder erklingen. Es gibt dann heute Abend ein Festhochamt in rappelvoller Kirche mit Musik mit dem Musikzug der Feuerwehr. Am Anfang war mir das so fremd, dass ich nicht so genau wusste, ob ich lachen oder ernsthaft bei der Sache sein sollte. Aber wenn mir dann Schützen erklärt haben, dass die Schützen gegründet worden sind, um zu schützen: die Stadt, die Kirche den Glauben, war ich dann doch ein bisschen versöhnt. Und wenn wir zurzeit schauen, dass die Christen weltweit die am meisten verfolgte Religionsangehörigen sind, tun wir gut daran, die Kirche und den Glauben zu schützen, für ihn einzutreten und sich auch im normalen Alltag zum Glauben zu bekennen. Wenn das vielleicht in der Predigt heute Abend Thema sein wird und die vielen hundert Schützen, die zum Gottesdienst kommen, nicht nur heute Abend daran denken, dass ihr Patron für seinen Glauben umgebracht worden ist, dann ist das ganze drumherum ja auch nicht so verkehrt.
    3 min
  • Von Oligarchen und Heiligen
    Von Oligarchen und Heiligen
    Der Noch-Präsident hält seine Abschiedsrede an die Nation und warnt vor diesem neuen Typen von Oligarchen, die unfassbar reich sind und glauben, Politik mit Geld machen zu können. Der zukünftige Präsident hat in den Wochen seit seiner Wahl mit Ideen sich neue Länder ins Land einzuverleiben, schon dermaßen viel Unruhe gestiftet, dass man mit Angst und Sorge in die Zukunft schaut. An einen völlig anders tickenden Menschen denken wir in der Kirche heute: Antonius, der Mönchsvater, geboren 251 in Kome in Mittelägypten, war der Sohn wohlhabender christlicher Eltern. Nach deren Tod hat er seinen Besitz verschenkt und sich in die Wüste zurückgezogen, um für Gott zu leben. Sein Ruhm hat sich dort aber sehr schnell verbreitet, weil er ein so klares Denken hatte, ein solch geistvoller Mensch geworden war, dass viele Menschen gekommen sind, um ihn um Rat zu bitten und um sein Gebet. Oder wollten bei ihm lernen, wie auch sie als Geistliche und Asketen leben konnten. Sie haben gespürt, dass dieser Mann ernst gemacht hat mit dem, was ihn einmal gepackt hatte: die Anfrage Gottes an ihn und seine radikale Antwort. Und er wurde kein weltfremder Asket und komischer Heiliger, sondern einer, der die Fragen und Themen der Menschen, der Politik und der Länder kannte und eine sehr energisch eigene Meinung dazu hatte. In allen christlichen Religionen wird er heute gefeiert und dient immer noch vielen Menschen als Vorbild.  Aber auch mit den Mächtigen seiner Zeit, mit Kaiser Konstantin und seinen Söhnen wechselte er Briefe und beriet sie in Staatsangelegenheiten. Gegen Ende seines Lebens verließ er nochmals die Wüste, um in Alexandrien gegen die Irrlehre des Arius zu predigen. Antonius gewann dadurch Bedeutung, dass er einzelne Einsiedlergemeinden zusammenführte, denen er durch sein Leben und durch seine Weisungen zum Vorbild wurde. Daher wird er mit Recht "Der Große" genannt. Wir haben immer die Wahl zwischen dem Guten und dem Bösen und tragen immer selbst die Verantwortung für unser Tun vor Gott und für die Menschen.
    4 min
  • Maikühl
    Maikühl
    Vorgestern kam am frühen Morgen einer unserer Laudes-Mitbeter zur Haustür herein und meinte strahlend: Es ist etwas Maikühl heute. Wieviel Grad sind es denn? war meine Frage zurück. Nun, es sind Minus 13 Grad und es ist herrlich draußen, seine Antwort. Ja genau, es ist sehr unterschiedlich, wie wir Dinge wahrnehmen oder damit umgehen.Wie zum Beispiel unsere indische Mitschwester. Sie ist in der Ausbildung zur Krankenschwester. Die Schule ist mit dem Bus nur knapp 10 Minuten entfernt im nächsten Dorf. Aber der Bus ist am Nachmittag nach Schulschluss nicht gefahren wegen Schnee, Eis, Kälte, Personalmangel oder was auch immer. Unsere Schwester und noch weitere Schülerinnen, die nach Olpe zurück wollten, sind also gelaufen. "We made a rosaryprocession", war ihr trockener Kommentar. Also wir haben eine Rosenkranzprozession gemacht. Ganz einfach eben. Wenn kein Bus fährt, läuft man bei minus 6 Grad, auch wenn man indische Temperaturen um plus 30 Grad eher gewohnt ist. Und man betet den Rosenkranz dabei. Ganz einfach. Und dann habe ich ihr erzählt, dass ich vor meinem Eintritt immer zu meinem Krankenhaus die drei Kilometer bergauf und nach der Schicht bergab gelaufen bin und unterwegs den Rosenkranz gebetet habe.Ein bisschen habe ich mich ertappt gefühlt, weil ich das schon lange nicht mehr tue – das Laufen zu einem Termin oder ins Mutterhaus und dabei den Rosenkranz beten. Ich fahre mit dem Auto, weil es objektiv schneller geht. Und subjektiv? Oder spirituell? Daran hindert uns, glaube ich, schon unser rationell gewordenes Leben und Denken. Aber Spiritualität bedeutet, dass alles, was ich im Alltag tue, geprägt ist von meinem Glauben. Beten ist immer – pflegte eine meiner alten Mitschwestern zu sagen – ob Putzen, ob Kochen, im Dienst im Büro, bei allem. Weil wir es nicht trennen sollten – weil Leib und Seele eins ist und erst durch unser Tun und Lassen deutlich wird, ob ich an einen guten und menschenliebenden Gott glaube.Und dann kann minus 13 Grad wunderbar Maikühl sein und ein paar Kilometer nach Hause laufen eine gut genutzte Möglichkeit, zusammen zu beten und sich warmzulaufen und das sonnige Traumwetter dabei zu genießen.
    4 min
  • Er hat dich stets behütet!
    Er hat dich stets behütet!
    Heute wird Birgit beerdigt. Fit und vital und munter wird sie plötzlich heimgerufen zu Gott. Sie ist eine außergewöhnliche Frau. Fast ihr ganzes berufliches Leben hat sie in Einrichtungen unserer Ordensgemeinschaft gearbeitet. Im Kinderheim Josefshaus, im Kindergarten und dann später mehr als 25 Jahre als pädagogische Leiterin unseres Kinderhospizes Balthasar. Sie war eine zarte und sehr warmherzige Frau deren Dienst an Kindern und Jugendlichen ihr Berufsleben erfüllt hat. Und sie hat den Dienst der Trauerbegleiterin forciert und Weiterbildungskurse dazu angeboten und geleitet. Seit vielen Jahren ist sie mit uns Schwestern herzlich verbunden und hat manchmal verwundert geäußert, dass sie irgendwann verpasst hat, bei uns einzutreten. Und wir sind viele Jahre lang mit Jugendlichen und mit Birgit nach Assisi gefahren. In der Stadt von Franziskus und Klara hat sie ihre Leidenschaft fürs Franziskanische entdeckt und besonders für Klara. Zunächst war sie nicht sehr angetan von ihr und hat irgendwann entdeckt, dass nur die Darstellung in frommen Büchern so falsch war, in der Klara als fromme Nonne hinter Klostermauern beschrieben worden war. Sie hat sich so hineinversetzt in diese Frau und das Leben der Schwestern in San Damiano, dass sie zu einer Expertin für Klara und das Leben dort geworden ist. In Vorträgen und Einkehrtagen hat sie uns viel Neues vermittelt und eine aktuellere Sicht und eine Begeisterung, die bis heute anhält. Nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben hat sie losgelegt mit all den Dingen, die ihr auch immer schon am Herzen gelegen haben. Mit unendlich vielen Frauen hat sie in Elspe hier im Sauerland den ersten Klaraweg in Deutschland angelegt mit Stationen zum Leben der Klara für heute. Viele tausend Menschen gehen jedes Jahr diesen Pilgerweg und werden angesteckt von dieser Begeisterung für eine der prägenden Frauen in unserer Kirche. Auf der Traueranzeige der Angehörigen für Birgit steht das wunderbare letzte Wort der Heiligen Klara an ihre eigene Seele: "Geh hin in Sicherheit, denn du hast ein gutes Reisegeleit. Geh hin, der dich erschaffen hat, hat dich geheiligt. Er hat dich stets behütet wie eine Mutter ihr Kind und dich mit zärtlicher Liebe geliebt."
    4 min
  • Eine sehr tiefsinnige Rechnung
    Eine sehr tiefsinnige Rechnung
    Am Sonntag war hier in Olpe der Abschlussgottesdienst der Sternsingeraktion dieses Jahres. Mit dem Einzug der vielen Sternsingerkinder und Jugendlichen, den Sternen und den vielen schönen Gewändern war es eine Pracht. Kyriegebete aus dem Mund von Kindern klingen anders und gehen ins Herz. Und bei der Predigt hat der Pastor die Kinder gefragt, wie denn der Ablauf der Segnungen an den Häusern war und dann, was sie an die Haustüren geschrieben oder geklebt haben. Die Antwort eines pfiffigen Kindes hat die volle Kirche in Heiterkeit versetzt. Es hat gesagt: Wir haben angeklebt zwanzig + c + m + b = fünfundzwanzig.Es war zu schön und eine sehr tiefsinnige Rechnung. Man nehme also die 20 des Jahrhunderts, addiere dazu "Christus mansionem benedicat", dass Christus dieses Haus segne, dann kann nichts Besseres dabei herauskommen als ein gesegnetes Jahr 25. Traumhaft. Und dann war ja noch der weiterführende Spruch: Christus segne dieses Haus und alle, die da gehen ein und aus. Und auf die Frage, wer denn da ein- und ausgeht, kamen viele Antworten: die Familie selber, Nachbarn, Freunde, Postbote, Schornsteinfeger und so weiter und das letzte Kind bemerkte trocken: und der Glasfaser und meinte damit die Teams, die seit Wochen die Anschlüsse der Glasfasernetze in den Straßen erledigen. Und wieder große Heiterkeit bei den Gottesdienstfeiernden.Es werden also alle gesegnet, egal was sie tun und machen und bringen und holen. Auch der Glasfaser, der dafür sorgt, dass die Verbindungen ins Internet schneller, die Bilder deutlicher und die Arbeit fürs Homeoffice rationeller wird.Vor mir in den Bänken haben Eltern gesessen, denen man angemerkt hat, dass sie nicht so oft im Gottesdienst sind und etwas unsicher waren, was sie wann machen sollen und dann immer suchend nach links und rechts geschaut haben. Wenn bei ihnen aus diesem Gottesdienst hängen bleibt, dass alles unter Gottes Segen steht, was in diesem Jahr geschieht und auch der Glasfaser den Segen bekommt, dann war es die beste Botschaft, die sie bekommen konnten. Den Kindern und Gott sei Dank.
    4 min
  • Wer nicht arbeitet, soll nicht essen?!
    Wer nicht arbeitet, soll nicht essen?!
    Der Alltag hat uns wieder. Mit dem Fest der Taufe Jesu, endet liturgisch gesehen, die Weihnachtszeit. Und gleich heute früh ist die Lesung sehr alltäglich, aber sofort auch herausfordernd. Da geht es im Brief des Paulus an die Thessalonicher unter anderem darum: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. Alle sollen in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen und ihr selbstverdientes Brot essen. Nein, nein, keine Sorge. Es geht nicht um Arbeitssuchende, um Kranke oder Arbeitsunfähige. Es geht um die, die nicht arbeiten WOLLEN. Die ein unordentliches Leben führen und alles Mögliche treiben, nur nicht arbeiten. Die Ermahnungen des Paulus haben damit zu tun, dass in den jungen Gemeinden seiner Zeit Tendenzen da waren, auf die Wiederkunft Jesu zu warten und sich nicht mehr um das alltägliche Leben zu kümmern. Aber die Wiederkunft Jesu wird sich ereignen, während wir mit dem Alltäglichen beschäftigt sind: das Brot und alles was wir brauchen verdienen, uns um die Kinder, die Kranken, die Alten kümmern, das Haus, die Wohnung, das Feld bestellen und was alles unseren Alltag ausmacht. Das ordentliche Leben bedeutet, in der Ordnung leben, die ein gutes Miteinander in der Gesellschaft möglich macht. Paulus ermahnt die Christen, so zu leben. Er gebietet im Namen Jesu Christi des Herrn. Das hat bis heute eine Ausstrahlung auf das Umfeld in dem wir leben. Selbst in tiefen DDR-Zeiten waren die hauptsächlich katholischen/christlichen Orte, Dörfer und Städte anders: aufgeräumt, gepflegt und schön gestaltet, das Zusammenleben enger und von nächstenliebender Sorge geprägt.  "Ihr aber, Brüder und Schwestern werdet nicht müde, Gutes zu tun“ ist die letzte Aufforderung unserer Lesung. Tut, was dran ist und was von euch verlangt ist. Aber darüber hinaus tut Gutes für Eure Brüder und Schwestern und werdet darin nicht müde. Los geht’s!
    3 min
  • Noch drei Tage Weihnachten!
    Noch drei Tage Weihnachten!
    Wir haben bei uns immer mal Mitbetende zu den Laudes oder auch zur Vesper. Ein evangelischer Mitchrist fragte dann am Montag, als er sein Stundenbuch am gewohnten Platz fand: Oh, ist noch Weihnachtszeit? Das ist noch das Buch dazu.Und dann haben wir ein bisschen gealbert, dass bei uns Katholiken noch bis zum Fest der Taufe Jesu am kommenden Sonntag Weihnachtszeit ist. Bis zur Liturgiereform in den 1960er Jahren war sogar erst der 2. Februar der Schlusstag der Weihnachtszeit.Ein bisschen spüren wir immer, dass die Zeit vor Weihnachten immer mehr nach vorn ausgedehnt wird und die Leute gern schon im Herbst die typischen Süßigkeiten kaufen und schon Anfang Dezember den Weihnachtsbaum aufstellen. "Damit man was davon hat". Aber die Zeit nach Weihnachten wird relativ schnell beendet, der Baum entsorgt und die Deko in den Keller geräumt. Ich glaube schon, dass dieses Umgehen mit der Weihnachtszeit im tiefsten Grund damit zusammenhängt, dass es so schwer ist, zu denken, dass dieser Gott wirklich als Neugeborenes in die Welt gekommen ist um uns wieder in Beziehung zu Gott zu bringen. Da wird plötzlich sehr real, was Schüler manchmal fragen: "Glauben Sie das wirklich?“ Wenn ich es wirklich glaube, dann habe ich Freude daran, dieses Fest zu feiern und auszukosten. Wenn mir aber der Inhalt dieses Festes so fern ist und als Fest der Liebe, der Familie und des Schenkens bleibt, dann sind ein paar Tage Weihnachten auch genug und es fehlt nichts weiter. Wie ist es mit Ihnen: Glauben Sie das wirklich mit diesem Gott als Kind in der Krippe? Und wenn Ja, hat es Konsequenzen?Von Howard Thurman stammt folgender Text: "Wenn der Gesang der Engel verstummt ist, wenn der Stern am Himmel untergegangen, wenn die Könige und Fürsten heimgekehrt, die Hirten mit ihren Herden fortgezogen sind, dann erst beginnt das Werk von Weihnachten: die Verlorenen finden, die Zerbrochenen heilen, den Hungernden zu essen geben, die Gefangenen freilassen, die Völker aufrichten, den Menschen Frieden bringen, in den Herzen musizieren!“ Feiern wir also noch fröhlich 3 Tage Weihnachten und seien wir dann konsequente Christen.
    4 min
  • Ach Gott!
    Ach Gott!
    Als ich vor einigen Wochen in einem Gymnasium war, hat mich eine Schülerin nach meinem Lieblingsgebet gefragt. Ich wusste es genau, aber ich war komischerweise so angestrengt, dass mir der Text nicht einfiel. So habe ich den Inhalt beschrieben und dass es der Heiligen Franziskus gebetet hat. Und später bei der Rückfahrt und in den Tagen danach habe ich überlegt, dass mein am meisten gesprochenes und in mir bewegtes Gebet ein anderes ist. Und das hat nur zwei Worte: Ach Gott. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr spüre ich, dass es alles sagt und so unendlich vielfältig ist. Es kann Klage sein und Bitte, es kann Lob sein und Ratlosigkeit, es kann Anbetung sein und Wortlosigkeit, es kann Sehnsucht sein und Erfüllung, es kann Litanei sein und der Anfang einer wunderbaren langen Stille, es kann ärgerlich sein und sehr zufrieden und Beginn und Ende eines langen Tages. Und dann habe ich, mittendrin, ein Büchlein geschenkt bekommen mit dem Titel: "ACH! Das kleine Buch vom großen Staunen."Und im Vorwort steht etwas, das mich sehr berührt hat. "Welchen Namen hat Gott?" wurde ein Mönch gefragt. "Keinen. Jeder Name wäre zu klein für ihn" antwortete er. "Aber wie rufen Sie ihn denn?" Der Mönch schwieg einen Moment und sagte dann: "Nicht Herr, nicht Allmächtiger, nicht Mutter. Ach! werde ich rufen"Was soll ich noch sagen. Ich habe mich ein bisschen ertappt gefühlt und verstanden und nicht mehr so, als habe ich ein viel zu kleines Gebet für diesen großen Gott.Ich liebe auch lange Litaneien, die versuchen, das Geheimnis Gottes zu beschreiben und ins Wort zu bringen oder die gleichmäßigen Perlengebete des Rosenkranzes oder die immer neuen sehr alten Psalmen des Stundenbuches. Und zurzeit verblüfft es mich immer neu, wenn ich in unserer Hauskapelle das hölzerne Christkind mit ausgebreiteten Armen auf einer Wurzel liegen sehe und darüber das Allerheiligste, verborgen in einer Hostie aus Mehl und Wasser. Und dann sitze ich da und kriege es nicht in mein Gehirn und nur mein Herz kann staunen und immer wieder sagen: Ach Gott.
    4 min

About Morgenimpuls

From the publisher's feed

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

More shows like Morgenimpuls

Blick in die Bibel by DOMRADIO.DE

Blick in die Bibel

2 Listeners

Der 7Mind Podcast by Achtsamkeit & Mentales Wohlbefinden

Der 7Mind Podcast

7 Listeners

Psychologie to go! by Dipl. Psych. Franca Cerutti

Psychologie to go!

53 Listeners

Familienrat mit Katia Saalfrank by Mit Vergnügen

Familienrat mit Katia Saalfrank

10 Listeners

einfach ganz leben by argon podcast

einfach ganz leben

8 Listeners

Own it. Der Female Finance Podcast by Natascha Wegelin

Own it. Der Female Finance Podcast

12 Listeners

Smarter leben by DER SPIEGEL

Smarter leben

50 Listeners

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna by WDR 2

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna

12 Listeners

Honigperlen für mehr Selbstliebe by Melanie Pignitter Selbstliebe Trainerin, Autorin, Dipl. Mentaltrainerin

Honigperlen für mehr Selbstliebe

3 Listeners

Frauenstimmen by Ildikó von Kürthy

Frauenstimmen

27 Listeners

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl by RTL+ / Stefanie Stahl

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl

35 Listeners

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung by Audio Alliance / RTL+

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung

26 Listeners

GANZ SCHÖN MUTIG by Melanie Wolfers

GANZ SCHÖN MUTIG

4 Listeners

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich! by Dominik Spenst

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich!

9 Listeners

Zwischen den Zeilen by Bettina Böttinger, Early Studios

Zwischen den Zeilen

11 Listeners