Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • In dunklen Zeiten sehen wir Dein Licht!
    In dunklen Zeiten sehen wir Dein Licht!
    Vielfach verschiedene Nachrichten haben die letzten Tage geprägt:- ein weiteres Opfer des Anschlags in Magdeburg ist gestorben- Präsident Biden betont, dass der Sturm aufs Kapitol vor vier Jahren nicht umgeschrieben werden darf, aber der künftige Präsident erwägt bereits, die verurteilten Straftäter zu begnadigen- Schnee, Glatteis und Kälte halten den einen Teil Deutschlands im Griff, zu hohe Temperaturen, Tauwetter und Hochwassergefahr den anderen- In Syrien versucht man ein vorsichtiges Herangehen an eine neue Ordnung und die türkische Regierung versucht gleichzeitig mit Bomben und Raketen die Kurden im Norden Syriens zu vertreiben- Die Ukraine unternimmt einen Überraschungsgegenstoß in Russland und Präsident Putin treibt die militärische "Spezialoperation" weiter, ohne Rücksicht auf die vielen toten Soldaten aus Russland und Nordkorea- die Menschen in Deutschland beklagen die Inflation und die hohen Butterpreise und haben 180 Millionen Euro für Silvesterfeuerwerke ausgegeben.Und dann lese ich das heutige Schlussgebet aus den Laudes und schon der erste Satz bestätigt mein Empfinden wenn ich lese: Gütiger Gott, wir gehen durch eine Welt voll Zwielicht und Schatten. Ja genau, das ist die Beschreibung der Realität, die wir sehen und unter der wir leiden. Aber unser Beten bleibt dabei nicht stehen. Denn die nächste Zeile lautet: Lass dein Licht in unseren Herzen aufstrahlen und führe uns durch das Dunkel dieses Lebens in deine unvergängliche Klarheit. Die Bitte um SEIN Licht in unser Herz betont die Hoffnung, die wir haben können, im Glauben an den Gott der gekommen ist, unser Leben voller Zwielicht und Schatten zu teilen und durch Leiden und Tod hindurch zum Ewigen Leben bei ihm zu führen.
    3 min
  • Der Stern hat sich nicht geirrt!
    Der Stern hat sich nicht geirrt!
    Gestern haben wir das Fest der Epiphanie, der Erscheinung des Herrn gefeiert und heute fängt hier die Schule wieder an und für viele auch wieder der normale Arbeitsalltag. Und irgendwie fühlt sich Weihnachten schon sehr entfernt an. Aber da ist noch die Sache mit dem Stern. Der Stern, der den Sterndeutern den Weg gewiesen hat, der Stern, der überm Stall in Bethlehem stehengeblieben ist, der Stern, der verkündet hat, dass hier, mitten im Elend bei den armen Leuten der Heiland geboren ist. Hat sich der Stern da nicht geirrt? Vom verehrten Bischof Klaus Hemmerle stammen folgende Zeilen, die ich für sehr bedenkenswert halte.„Der Stern hat sich nicht geirrt, als er die Fernsten rief, aufzubrechen zum nahen Gott.Der Stern hat sich nicht geirrt, als er den Wüstenweg wies, den untersten, den härtesten Weg. Der Stern hat sich nicht geirrt, als er stehen blieb über dem Haus der kleinen Leute: dort ist die große Zukunft geboren.Dein Herz hat sich nicht geirrt, als es sich aufmachte, den Unbekannten zu suchen. Dein Herz hat sich nicht geirrt, als es nicht aufgab in der sichtlosen Ungeduld. Dein Herz hat sich nicht geirrt, als es sich beugte vor dem Kind.“Manche Menschen haben ihr Leben lang nach Gott und dem Sinn ihres Lebens gesucht und ihn dann in einem Weihnachtsgottesdienst gefunden, den sie nur wegen der Stimmung besucht haben. Sich aufmachen, um den Unbekannten Gott zu suchen, geht immer und das Herz, dass immer unruhig bleibt, bis es Ruhe findet in Gott, irrt nie. Und sich beugen vor dem Kind, in der Krippe oder unter den Nachbarskindern, im Flüchtlingslager oder im Kinderhospiz, dazu ist unser Herz geschaffen, vom Schöpfer aller Dinge, dem kleinen großen Gott. Beugen wir also heute und in den kommenden Tagen unsere Knie und unser Herz vor diesem Kind, dass sich nicht gescheut hat, unter den kleinen Leuten auf die Welt zu kommen, damit die kleinen Leute groß werden vor aller Welt.
    4 min
  • Welchem Stern folgen wir?
    Welchem Stern folgen wir?
    In einer machtvollen Kathedrale in Burgund gibt es eine faszinierende Steinmetzarbeit. Sie stammt von Meister Gislebertus aus dem Jahr 1220 und stellt die Sterndeuter, die Heiligen Drei Könige dar. Sie liegen fest schlafend unter einer kostbaren Decke und ein Engel zeigt ihnen im Traum sehr energisch den Stern und versucht ganz vorsichtig, am kleinen Finger des obersten Königs die drei zu wecken. Er will sie wecken aus den dunklen Tiefen und sie ermutigen, sich wieder auf die Suche nach dem Licht zu machen, dass sie am Himmel hatten aufgehen sehen und dem sie schon bis zu König Herodes gefolgt sind. Und dort hatten sie erfahren, dass nicht dieser widerwärtige Kerl der neue König ist, sondern dass sie nach einem Kind suchen müssen, dass wohl noch keine zwei Jahre alt ist. Und in meiner Phantasie sehe ich sie losstürzen und aufbrechen und dann, Gott sei Dank, den Stern wieder sehen, der sie bisher geleitet hat und dem sie sich nun wieder anvertrauen. Diesem Stern sind im Laufe der Jahrhunderte Millionen von Menschen gefolgt um nach dem Licht für ihr Leben zu suchen und diesem Christus nachzufolgen. Auf dem Vierungsturm des Kölner Doms wird der große Stern noch bis zum 10. Januar angestrahlt. Die Illuminierung soll die Weihnachtsbotschaft von Jesu Geburt besonders sichtbar machen und in herausfordernden Zeiten Trost geben. Herausfordernde Zeiten gab es in den letzten zwei Jahrtausenden immer und auch wir Christen müssen immer wieder neu schauen, dass wir dem richtigen Stern folgen und nicht irgendwelchen Herrschern, Königen, Kanzlern oder Erzbischöfen folgen, statt nach dem göttlichen Kind zu suchen, das für uns gekommen ist und zu unserem Heil die Herrlichkeit des Himmels verlassen und zu uns in die reale Welt gekommen ist, um unser Leben hell zu machen und die göttlichen Gaben an alle Menschen weiter zu geben.
    3 min
  • Ach herrje!
    Ach herrje!
    Ich kann mich erinnern, dass meine Oma und auch noch meine Mutter, wenn sie erstaunt oder erschrocken waren, gerufen haben: "Ach herrje" Erst viel später habe ich entdeckt, dass es die Abkürzung war für "Ach Herr Jesus" - also war die Anrufung des Namens Jesu immer noch tief in gläubigen Menschen verankert. Heute denken wir mit der Kirche an den Heiligsten Namen Jesu. Es ist der Name, den der Engel verkündet hat, als er Maria die frohe Botschaft gebracht hat und den auch Josef im Traum verheißen worden ist, als er sich eigentlich von Maria trennen wollte. Der Apostel Paulus bringt die große Bedeutung des Namens Jesu in den Zeilen des Philipperbriefes auf den Punkt. Da heißt es: "Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt 'Jesus Christus ist der Herr' – zur Ehre Gottes, des Vaters"Der Name ist schon von seiner Übersetzung her gewissermaßen Programm. Denn "Jesus" (von Jeschua oder Jehoschua) bedeutet wörtlich übersetzt "Gott rettet". Somit spricht jeder, der den Namen Jesu nennt, immer auch ein kurzes Glaubensbekenntnis. In den Jahrhunderten ab 1500 haben die Franziskaner und die Jesuiten, die Gesellschaft Jesu, die Verehrung des Namens Jesu, und damit des menschgewordenen Gottessohnes besonders gefördert. Seit 2002 ist er wieder im liturgischen römischen Kalender. In der Ostkirche hat sich das immerwährende Jesusgebet, auch Herzensgebet genannt, erhalten und viele Menschen beten es. Es ist ganz einfach und heißt: "Jesus Christus, erbarme Dich meiner". Nehmen Sie sich zwischendurch in einer Pause, beim Warten an der roten Ampel, auf die Bahn oder beim Weg zum Einkaufen vor, dieses kleine Gebet zu beten: Jesus Christus, erbarme Dich meiner. Sie bekennen und vertiefen Ihren Glauben an den rettenden Sohn Gottes und an den, der gesagt hat: Ich bin bei euch alle Tage, bis zum Ende der Welt!
    4 min
  • Dispute und Korrekturen helfen uns
    Dispute und Korrekturen helfen uns
    In den letzten Wochen des alten Jahres sind immer wieder Debatten hochgekocht, die sich an Themen orientiert haben, die scheinbar alle beschäftigen. Und "hochgekocht" scheint da wirklich das richtige Wort. Da wird ein Satz, ein scheinbarer Sachverhalt genommen und los geht es mit für und wider. Aber ein Für und Wider in den Sachverhalten wären ja gut, oft sind es aber sofort beleidigende Aussagen über die Person, die anderer Meinung ist, statt zum Thema, um das es eigentlich geht. Also werden in Familien, in Freundeskreisen und unter Kollegen alle Themen weggelassen, die vielleicht kontrovers sind.Aber wie sollen wir voneinander wissen, von allem, was uns beschäftigt und bewegt und wie wir geworden sind, wenn wir nicht erzählen und austauschen. Viele von uns sind per WhatsApp und Social Media vielfach vernetzt und scheinen alles mitzubekommen, was so passiert, was die anderen preisgeben. Aber wir wissen auch, dass das nicht so selten nur das ist, was an einer selbstgestalteten Biografie interessant erscheint und in der weggelassen wird, was nicht gesagt werden soll.Basilius der Große und Gregor von Nazianz, die beide im 4. Jahrhundert gelebt haben, waren da anders. Sie haben beide immer wieder betont, wie sehr ihnen die Dispute miteinander, die gegenseitige Korrektur ihrer Reden und Texte und die vielen Briefe geholfen haben, sich selbst und ihren Glauben besser kennenzulernen und im Austausch darüber gelernt zu haben, ins Wort zu bringen, was sie beschäftigt hat. Beide sind große Kirchenlehrer der alten Kirche geworden und haben die Theologie der ersten christlichen Jahrhunderte geprägt.Vielleicht ist heute und in den nächsten Tagen ein bisschen Zeit und Lust, dass wir erzählen und einander Anteil geben an dem, was uns wichtig ist, was wir glauben und was uns beschäftigt.
    3 min
  • Im Herzen erwägen, bedenken und sacken lassen
    Im Herzen erwägen, bedenken und sacken lassen
    Und wie geht es Ihnen heute früh? Wenn Sie das jetzt schon hören, sind sie noch wach von gestern oder schon wach, weil sie immer früh auf sind. Einen Abend Party, eine kurze Nacht und schon ist ein neues Jahr einfach da. Es ist ja nur so da, weil das vor vielen hundert Jahren mal festgelegt worden ist, dass der Silvestertag der letzte eines Jahres ist und der Neujahrstag der erste des neuen Jahres. Aber wir lieben und brauchen Rituale, weil ein Leben ohne Feste ein langer Weg ohne Einkehr wäre und ziemlich traurig.Heute ist der Oktavtag von Weihnachten, also der achte Tag nach dem großen Fest. Gefühlt ist das schon eine Ewigkeit her und es war schon wieder so viel. Wie soll man sich das alles merken? An diesem 1. Januar feiern wir mit der Kirche das Hochfest der Gottesmutter Maria. Und im Evangelium für heute steht ein interessanter Satz, der uns da gut helfen kann. Nach all dem Vielen, was Maria und Josef in den letzten Monaten und erst recht Tagen erlebt hatten: die beschwerliche Wanderung nach Bethlehem, die Suche nach einer Unterkunft, die Geburt im Stall, der Besuch von den Hirten und allem was sie erzählt haben über die Engel und deren Botschaft, steht danach der kurze Satz: "Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen."Wir sind heute so voll von täglichen Nachrichten, dass wir am Ende eines Jahres oft ganz erschrocken sind und sagen: "Ach, das war auch alles dieses Jahr?" Es ist eine gute Idee, es wie Maria zu halten und alles, was wir sehen und hören, im Herzen zu erwägen, zu bedenken und es sacken zu lassen. Dann kommt vieles, was unwichtig und unnötig ist, von selbst abhanden, aber die Worte und Botschaften, die Erlebnisse und Ereignisse, die von Bedeutung sind, bleiben eher in unserem Bewusstsein, in Hirn und Herz. Und dann kann es ein erfülltes, ein gutes, ein gesegnetes Jahr 2025 werden, auf die Fürsprache der Gottesmutter mit Gottes Hilfe.
    3 min
  • Gott geht auch im neuen Jahr mit uns
    Gott geht auch im neuen Jahr mit uns
    Wir wissen, dass Silvester ein Papst war, der es 314 wurde und am 31.12.337 gestorben ist. Wie bei vielen Heiligen wird der Todestag als Gedenktag in der Kirche gefeiert und so auch der Tag des heiligen Silvester. Dass wir diesen Tag aber so feiern, dass er weltweit diesem Tag seinen Namen gegeben hat, ist schon erstaunlich und hat einen guten Grund: Bis in die Jahre vor seinem Pontifikat wurden die Christen teilweise grausam verfolgt und die römischen Kaiser haben versucht, sie zu liquidieren. Erst mit Kaiser Konstantin und dem Mailänder Toleranzedikt beginnt die konstantinische Wende. Sie bedeutete den grundlegenden Friedensschluss zwischen dem Römischen Reich und dem Christentum. Unter Kaiser Konstantin wandelte sich also die Zeit der Christenverfolgung in die Anerkennung dieser Religion und es beginnt die Zeit der freien Ausübung der Religion.Für uns ist Silvester der letzte Tag des Jahres und auch ein Übergang, der Übergang ins Neue Jahr. In vielen Klöstern, so auch in unserem Konvent, wird die letzte Stunde des alten Jahres in der Kapelle im Gebet verbracht. Wir erinnern uns an Stationen und Situationen im nun fast vergangenen Jahr und bringen alles Schwere und alles Schöne vor Gott und bitten ihn, zu Ende zu bringen, was wir nicht so hinbekommen haben.Und wir bitten um Gottes Segen und Geleit für das Neue Jahr 2025. Wenn es dann vom Kirchturm nebenan endlich läutet, stimmen wir mit großer Freude das Te Deum, das "Großer Gott wir loben dich", an und freuen uns dann auf die großen Feuerwerke ringsum, das Anstoßen mit Sekt und die vielen guten Wünsche für das neue Jahr.Vielleicht finden Sie ja heute zwischen letzten Einkäufen und Vorbereitungen für die Silvesterparty ein bisschen Zeit, auf Ihr Jahr zurückzuschauen, weil ihr ganz persönliches Jahr das Jahr ist, das Gott mit Ihnen gegangen ist. Und ich und Sie können fest darauf vertrauen, dass Gott auch im neuen Jahr mit uns geht durch alle Höhen und Tiefen, Rennstrecken und Slalomläufe, Abstürze und Comebacks, von denen wir heute noch nichts ahnen. Gott sei Dank!
    4 min
  • Wo und wie leben wir heute?
    Wo und wie leben wir heute?
    In der Woche vor Weihnachten war ich in einem Gymnasium in Aachen in einer 10. Klasse zu Gast. Sie hören immer mal morgens mit ihrem Lehrer den Morgenimpuls und sind auf die Idee gekommen mich einzuladen. Bis vor zwölf Jahren waren an dieser Ursulinenschule noch Schwestern mit einem Konvent, aber das haben diese Schülerinnen ja nicht mehr erlebt. Also war es spannend für sie, eine Ordensfrau live und in Farbe zu erleben und fast zwei Stunden auszufragen.Im Oratorium, einem Gebetsraum der Schule, wurden zwei Sitzkreise gebildet und dann konnte es losgehen. Ich habe sehr schnell gespürt, dass die Fragen sehr gut durchdacht und reflektiert waren und es ein wirkliches Gespräch geworden ist. Ich spüre an Schulen immer, dass die Wissbegierde groß ist, da es nur noch so wenige Ordensleute gibt die diese, so exotisch anmutende, Lebensform vorstellen können. Schon fast ganz am Anfang kam die Frage, wie ich denn auf die Idee gekommen bin, diesen Lebensweg einzuschlagen. Und so habe ich von meinem Weg erzählt: vom Christwerden im Elternhaus, vom Gegenwind durch Schule und staatliche Repressionen in der DDR, vom Erleben von Ordensfrauen im Dorf und im katholischen Jugendbildungshaus und so weiter.Und da denke ich, ist es vielleicht auch für Sie heute früh, am vorletzten Tag des Jahres, die Frage, wie sich Ihr Leben entwickelt hat und wie sind sie dahin gekommen, wo und wie sie heute leben. Die letzten Tage des Jahres sind eine gute Möglichkeit, mal bei einem Spaziergang oder bei Kerzenschein und guter Musik, darüber nachzudenken.Und in der Schule, fast am Ende des Vormittags, bat der Lehrer, ob ich denn den Schülerinnen etwas mit auf den Weg geben könnte. Da blieb mit die Bitte an sie, gut zu überlegen, was sie mit ihrem Leben machen möchten, wie sie sich engagieren, welchen Beruf sie wählen und welche Art zu leben sie wählen möchten. Und die Bitte, das alles mit ihrem Glauben an Gott und ihrem Leben als Christinnen zu verbinden.
    3 min
  • Gott ist die Liebe
    Gott ist die Liebe
    Der heutige Gedenktag des Apostels und Evangelisten ist mit einem alten Brauch verbunden, der "Johannesminne". In meinen ersten Jahren im Kloster gab es am Johannestag einen Brauch, den ich nicht kannte und der uns jungen Schwestern ein bisschen komisch und witzig, weil eben fremd, war. Die Oberin hat eine Flasche des eigens in der Heiligen Messe geweihten Weines geöffnet, ein Glas eingeschenkt und ist von Schwester zu Schwester gegangen und hat feierlich gesagt: "Trinke die Liebe des heiligen Johannes!"In der vorchristlichen Antike kannten die Griechen und Römer ein besonderes Trankopfer zu Ehren ihrer Götter. Ähnliches begegnet uns bei den Volksstämmen der Germanen. Das Mittelalter wandelte diesen uralten Brauch zu einem "Trinken zu Ehren der Heiligen" um. Bis in die jüngere Zeit reichte man in der römischen Basilika San Nicola in Carcere am Tag des großen Volksheiligen Nikolaus Brot und Wein; die Pilger, die zur Heiligtumsfahrt nach Kornelimünster bei Aachen wallfahrteten, erhielten Kornelibrot und -wein. Aber sowohl die Römer als auch die Rheinländer – die in ihrer Mentalität ziemlich verwandt sind – dürften diese Form der Verehrung zu eifrig betrieben haben. In unseren Tagen muss sich der Gläubige an beiden Orten mit Brot alleine begnügen.Es ist ein sympathischer Brauch, mit einem guten Wein anzustoßen und auf den zu trinken, der so wunderbar in einem Brief gesagt hat: "Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm"
    3 min
  • Kleiner Gott, wir lieben dich
    Kleiner Gott, wir lieben dich
    Wir alle kennen das große Te Deum im Gotteslob: das "Großer Gott wir loben Dich, Herr wir preisen Deine Stärke. Vor Dir neigt die Erde sich, und bewundert Deine Werke." In der Version die wir kennen, wird die Größe und Herrlichkeit Gottes besungen, auch alle, die ihn loben und preisen werden aufgezählt: die Engel, die Apostel und die Propheten, und die Blutzeugen, wie der Heilige Stephanus, an den wir heute denken. Und dann geht es in den nächsten Strophen um unsere Versprechen, ihm zu dienen und ihn zu ehren und an ihn zu glauben. Sehr machtvoll, sehr prächtig, sehr inbrünstig geschmettert an hohen Festtagen.Bei dem Schweizer Pfarrer Ueli Greminger habe ich eine Version des Liedes gefunden, die genau in unsere Zeit zu passen scheint. In die Zeit, die geprägt ist von Krieg und Krisen, von Diktatoren und Tyrannen, von Millionen Flüchtenden, von Katastrophen und Nöten, die unendlich viele Menschen betreffen. In seiner Version des "Großer Gott wir loben Dich" heißt es ganz anders:Kleiner Gott, wir lieben dich. Kind, uns rührt das Schwache, Zarte.Wieder zeigt an Weihnacht sich: Weiches bricht das Starke, Harte.Klein fängst du auf Erden an, dass der Mensch dich lieben kann.Gott zeigt sich als Menschenkind, denn wir fürchten seine Größe.Weil wir eingeschüchtert sind, zeigt sich Gott in seiner Blöße.Und er zittert und er friert, dass der Mensch die Angst verliert.Kleiner Gott, dich lieben wir. Klein ist noch dein Reich auf Erden.Schwache Menschen dienen dir, und dein Reich wird grösser werden.Friede sei in diesem Haus Und dring in die Welt hinaus.
    3 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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