Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • Glauben und Tun gehören zusammen
    Glauben und Tun gehören zusammen
    In unserer heutigen Lesung aus dem Brief an die Gemeinde in Rom, geht es um den österlichen Glauben an die Auferstehung aber dann auch um die Verkündigung dieses Glaubens. Da steht: "Das Wort ist dir nahe, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen. Gemeint ist das Wort des Glaubens, das wir verkündigen; denn wenn du mit deinem Mund bekennst: 'Jesus ist der Herr', und in deinem Herzen glaubst: 'Gott hat ihn von den Toten auferweckt', so wirst du gerettet werden."Mir gefällt in diesen wenigen Zeilen diese "wenn-dann-Wendung". Wenn Du glaubst, wirst Du tun. Da wird noch einmal sehr deutlich, dass es nicht um eine Theorie, nicht um eine Lehre, nicht um etwas geht, was ich für mich habe und still für mich aufbewahren kann. Glauben und Verkünden, Glauben und Tun gehören zusammen. Und mir ist noch einmal aufgefallen, dass es sehr deutlich heißt, mit dem Herzen zu glauben. Das Herz, der Ort der Emotion und Liebe als der Ort des Glaubens hat eine große Bedeutung für unser Leben als Christen. Es braucht den klaren Verstand, um zu verstehen, was Jesus und seine Freunde verkündet haben. Aber es braucht das Herz, die Herzlichkeit, die Liebe, die Emotionen, damit wir diesen Glauben an den auferstandenen Christus in den Alltag unseres Lebens buchstabieren, verkünden, tun können.Bei vielen Jugendlichen, die in den letzten Tagen bei der 72-Stunden-Aktion mitgemacht haben, konnte man das deutlich spüren. Über den Glauben reden ist bei den meisten nicht so ihr Ding. Aber mit Herz und Leidenschaft anpacken und sich einsetzen in Aktionen für andere, das ist genau ihr Ding. Wahrscheinlich geht das vielen von Ihnen auch so: den Glauben, den ich habe mit dem verkünden, was ich tue, ist eine der Möglichkeiten, diese unglaubliche Botschaft von der Auferstehung unter die Leute zu bekommen.
    3 min
  • Mit IHM erträgt man alles
    Mit IHM erträgt man alles!
    Als Jugendliche bin ich jahrelang, wann immer ich konnte, zu Jugendwochenenden ins Jugend– und Bildungshaus Marcel Callo in Heiligenstadt gefahren. Dort habe ich erstmals von dem jungen Mann gehört, an den ich heute erinnern möchte. Er wurde 1921 in Renne in Frankreich geboren und wuchs dort als zweites von acht Kindern in einer katholischen Familie auf. Er war begeisterter Messdiener und Pfadfinder und hat dann Buchdrucker gelernt. Schon mit 13 Jahren ist er Mitglied der christlichen Arbeiterjugend und hilft seit der deutschen Besetzung Frankreichs, dass Zwangsarbeiter in die freien Zonen des Landes fliehen können. Er selbst aber wurde im Frühjahr im Rahmen des Zwangsarbeitsdienstes 1943 nach Deutschland verschleppt und sagt dazu: "Ich gehe nach Deutschland, um den andern zu helfen durchzuhalten." Im Zwangsarbeitslager Zella-Mehlis in Thüringen gründete er eine katholische Aktionsgruppe, sammelte zum Gottesdienst und wirkte als Krankenpfleger. Am 19. April 1944 wurde er wegen seines religiösen Einsatzes unter den Kameraden verhaftet: "Durch seine katholische und religiöse Aktion hat er sich als Schädling für die Regierung der nationalsozialistischen Partei und für das Heil des deutschen Volkes erwiesen" steht in der Begründung. Er stirbt im März 1945 völlig entkräftet im KZ Mauthausen. Mich beeindruckt sehr, was er vor seiner Ankunft als Zwangsarbeiter in Zella-Mehlis, als dreiundzwanzigjähriger junger Mann einem Mitgefangenen gesagt hat: "Ich gehe nicht als Arbeiter dorthin - ich fahre als Missionar. Glücklicherweise gibt es einen Freund, der mich nicht einen einzigen Augenblick verlässt und der versteht, mich in notvollen und niederdrückenden Stunden aufrecht zu halten. Mit IHM erträgt man alles. Wie dankbar bin ich Christus, dass er mir den Weg, auf dem ich mich gegenwärtig befinde, durch sein Beispiel vorgezeichnet hat!"
    3 min
  • "Uns schickt der Himmel"
    "Uns schickt der Himmel"
    Heute beginnt sie, die große Sozialaktion der katholischen Jugendlichen mit ihren vielen Verbänden. "Uns schickt der Himmel" ist die wirklich gewinnende Überschrift über diesen drei tollen Tagen. Es werden deutschlandweit in allen 27 Bistümern wieder viele kreative Projekte von den Aktiven der Jugendverbände und in diesem Jahr auch von vielen Firmbewerbern durchgeführt. Ein Antrieb dabei ist ihr christlicher Glaube. Dies wird auch rund um die Aktion an verschiedenen Stellen deutlich.Schon beim Eröffnungsgottesdienst der Aktion im ZDF am 7. April konnte man spüren, dass es mehr als Action und um mehr als Machen geht – die Erkenntnis, dass gelebter Glaube Berge versetzen kann und ein Leben aus der großen Kraft Gottes einem selbst Kräfte verleiht, um die Welt ein kleines Stück besser zu machen. In unserer Umgebung werden Gruppen einen Park wieder schöner machen, aufräumen und Manches neu gestalten. Eine andere Gruppe wird aus Naturmaterialien einen Zaun bauen, damit ein Weg erhalten und die Umgebung geschützt werden kann, und eine dritte Gruppe wird im benachbarten Pfarrgarten eine Hütte bauen, die danach von Gruppen und Kreisen genutzt werden kann.Miteinander glauben, planen und bauen, sich verstehen und Zukunft zusammen gestalten sind die Grundlagen für diese vielen Projekte, die mit mehr als 100.000 Jugendlichen gestaltet werden. Über die Dinge reden, die rund um Glauben und Gott und die Welt gehen, fällt Jugendlichen nicht so leicht. Aber mit ihren Händen zusammen etwas schaffen, ist ein Antrieb der immer geht und noch mehr das "für Andere" zu tun.Ich hoffe sehr auf viel Begeisterung bei den Jugendlichen in diesen drei Tagen, auf viel Unterstützung beim Realisieren der Pläne und auf stolzes Präsentieren der Ergebnisse. Begleiten wir diese Tage mit unserem Gebet um viel Power und Heiligen Geist für alle Beteiligten.
    3 min
  • Mehr hinhören!
    Mehr hinhören!
    Der Ramadan, der muslimische Fastenmonat ist vorbei und viele Mitbürger sind sehr angetan. Sie erleben, dass die Moscheen zu den Gebetszeiten voll sind, dass sich fast 80 Prozent der hiesigen Muslime an die Fastenregeln halten und ihre Gebetszeiten einhalten. Und, ich will es nicht verschweigen, viele Christen sind darüber schon neidisch. Hier im ehemals christlich geprägten Deutschland gibt es eher jedes Jahr die hochgepuschte Frage, wann das Tanzverbot am Karfreitag endlich gekippt wird und wozu die christlichen Feiertage eigentlich nützlich sind. Der erste Vers der heutigen Lesung aus dem Römerbrief, gibt uns einen Tipp, woran wir arbeiten können, damit unser Glaube wächst und wir uns als Menschen erweisen, die hier und heute und jetzt an Gott glauben. Da heißt es: "Sind wir mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden." Mit Christus gestorben heißt in diesem Zusammenhang immer, getauft auf den gestorbenen und auferstandenen Christus. Und das ist dann tatsächlich die entscheidende Frage. Glauben wir das als Christen? Es ist die grundlegende Frage unseres Christseins. Wenn ich nicht an die Auferstehung Christi glaube, wozu bin ich dann Christ? Was prägt und treibt mein Leben, Arbeiten und Beten dann an? Der Glaube und das überlieferte Wissen über den Auferstandenen, treibt Menschen an, zu beten, sich zum Gottesdienst zu versammeln, sich für den Mitmenschen einzusetzen und ein Leben zu führen, dass sich der Verheißung würdig erweist, mit Christus zu leben, zu sterben und dann auch aufzuerstehen. Ein Satz, den ich vergangene Woche gehört habe, hat sich mir eingebrannt. Da sagte ein Prediger: "Wir müssen hinhören, damit wir wissen, wo wir hingehören." Auf die Worte aus der Bibel hinhören, auf die Worte Jesu und der Apostel hinhören, auf die Worte derer hören, die heute versuchen, den Menschen in heutiger Sprache diese Worte zu erläutern. Wer hinhört, wird mehr verstehen, wer hinhört, kann mehr glauben, wer hinhört, wird entdecken, wo er, wo sie hingehört – zum erwählten Volk Gottes.
    4 min
  • Breiten wir unsere Schwingen aus und fliegen wir!
    Breiten wir unsere Schwingen aus und fliegen wir!
    Die Exerzitien in der vergangenen Woche im Mutterhaus standen unter dem Titel: Lebe Deine Berufung und Bestimmung. Und der Exerzitienmeister hat sie begonnen mit der schönen Fabel aus Afrika, wo es um ein Adlerküken geht, dass gefunden und in einem Hühnerhof großgezogen worden ist. Der Adler tat also, was die Hühner taten: scharren, kratzen picken und die Körner fressen, die ihnen hingeworfen werden. Sich der Umgebung anpassen, damit man leben kann, ist ein Sicherheitsbedürfnis auch von uns Menschen. Dazugehören wollen, unter Gleichen aufgenommen zu sein, behütet und beschützt zu werden, Angst vor dem Unbekannten, Gewohnheiten nicht mehr ändern wollen und so weiter. Erst ein naturkundlicher Mensch entdeckte ihn, nahm ihn mit in die Berge, setzte ihn auf einen Felsen in die Nähe eines Adlerhorstes und er konnte sehen, was die anderen Adler taten: majestätisch fliegen, Beute jagen und Junge aufziehen. Aber erst als ihn der Mensch in Richtung der Sonnen gedreht hat, erzitterte er, schlug mit seinen riesigen Schwingen und erhob sich mit einem Schrei vom Felsen und flog der Sonne entgegen. Er war ein Adler, obwohl er wie ein Huhn aufgewachsen war. In einer anderen Geschichte kommt es nicht zur Rettung des jungen Adlers. Er bleibt, wofür er sich hält und stirbt eines Tages als Huhn unter Hühnern. Sein Glaube an sich selbst hat ihn gehindert, seine wirkliche Bestimmung zu leben.  Und wir Menschen? Wir sind als Ebenbild Gottes geschaffen aber Menschen haben uns, aus vielen verschiedenen Gründen gelehrt, klein und eng wie Hühner zu denken, und noch oft denken wir, wir seien Hühner, obwohl wir Adler sind. Erziehung, Prägung, Enttäuschungen und Verletzungen können uns hindern, unsere wirkliche Bestimmung zu finden und zu leben.Breiten wir unsere Schwingen aus und fliegen wir. Und seien wir niemals zufrieden mit den Körnern, die uns hingeworfen werden, damit wir zufrieden sind.
    3 min
  • Notiz für Gott!
    Notiz für Gott!
    Das ging doch schon wieder ziemlich schnell, die Hälfte des Monats April ist heute erreicht und überall in Deutschland ist der Frühling eingekehrt. Für mich fühlt es sich danach an, als würde das Jahr an Fahrt aufnehmen, alles blüht, die Tage werden länger und die Aktivitäten im Freien nehmen wieder zu. Wenn ich in diesem Moment einen Blick zurück auf die bisherigen Monate des Jahres 2024 werfe, fällt mir ein, dass die meisten von uns zu Beginn des Jahres ein Versprechen mit sich selbst eingegangen sind und einen Vorsatz für dieses Jahr gewählt haben. Jetzt kommt die vielleicht ungeliebte Frage: haben Sie Ihren Vorsatz schon erreicht oder durchhalten können? Keine Sorge, ich möchte Ihnen kein schlechtes Gewissen machen, ich möchte Ihnen sagen, dass es niemals zu spät ist, sich etwas vorzunehmen, etwas auszuprobieren und auch Pläne zu verändern. Vielleicht kann Sie das hier ja inspirieren: mir hat mal jemand erzählt, dass er für sein Leben gerne schreibt. Am liebsten mit Füller in ein schönes Notizbuch hinein – und das jeden Tag ganz bewusst. Das ist im Zeitalter von E-Mails, Tablets und Smartphones schon längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Darum ist es ihm auch so wichtig, die Handschrift täglich zu zelebrieren und aufzuschreiben, wofür er heute dankbar ist und wofür er betet. Es gibt eine Redewendung, die besagt, dass die Handschrift ein Spiegel der Seele sei. Jede Seele ist individuell und einzigartig – genauso ist es auch mit der Handschrift. In jedem Schwung, jedem Strich und jedem Punkt können wir unserer Seele Ausdruck verleihen. Je nach Stimmung kann sich auch die Schrift ändern, mal ist sie kleiner, und kantiger und manchmal ist die Schrift größer und schwungvoller. Nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit am Tag, mit sich selbst schriftlich ins Gespräch zu gehen. Dann könnten Sie sich fragen, wofür Sie dankbar sind und wer gerade Ihr Gebet gebrauchen könnte. Das kann zu einer sehr guten spirituellen Erfahrung werden, die Ihr Bewusstsein für das stärkt, was Ihnen täglich an schönen Dingen widerfährt. Das stärkt Ihre Beziehung zu Gott und zu sich selbst.
    3 min
  • Eine Frage der Prioritäten
    Eine Frage der Prioritäten
    Morgen ist bei uns im Mutterhaus in Olpe ein großes Fest. Nach einer Exerzitienwoche feiern wir Schwestern die Jubiläen vieler unserer Mitschwestern. In den Exerzitien, die ja geistliche Übungen sind, ging es die ganze Woche um die Art und Weise, wie die je eigene Berufung gelebt und vertieft werden kann.Wenn man jetzt sieht, dass wir Schwestern feiern, die 50, 60 und bis 75 Jahre im Kloster leben, da könnte man doch denken, die wissen, wie es geht. Ja, sie wissen, wie es geht, aber immer nur bis heute. Wer denkt, jetzt habe ich es begriffen für immer und ewig, jetzt weiß ich, wie man geistlich und in Gemeinschaft lebt, der kann schon morgen ein Problem damit haben. Leben und Glauben und miteinander Orden sein ist nicht etwas, was man hat, und dann gut. Es ist etwas, was immer im Wandel bleibt, was sich immer ändert, was immer neu werden muss. Und wie macht man das, fragen dann immer Jugendliche und Schüler:innen, denen ich versuche, ein wenig näher zu bringen, wie Ordensleben geht.Da ist zum einen immer das Vorbild der Mitschwestern, die man als junge Ordensfrau erlebt und bei denen man lernen kann. Und dann ist es die tägliche Einübung des Lebens mit Gott, im Lesen der Heiligen Schrift, in den gemeinsamen Gebetszeiten, im Dienst an den Mitmenschen und in der Stille, ohne die ein wirkliches Leben mit Gott nicht geht. Wie soll man Jesus nachfolgen, wenn man nicht täglich von ihm liest und hört und Zeit mit ihm verbringt? Das ist eine Frage der Prioritäten.In unserem neuen Aufzug im Mutterhaus sind die vier Knöpfe für die vier Etagen mit den wichtigsten Räumen markiert. Aber ganz dick und leuchtend grün markiert ist der Knopf, wo es zur Anbetungskapelle geht. Priorität eben. Falls Sie morgen Zeit haben, denken Sie doch an unser Fest und die Jubilarinnen. Und vielleicht haben Sie am Wochenende mal Zeit für sich selbst, zu schauen, wo bei Ihnen als Christ die Prioritäten sind. Ich glaube das wird spannend für Sie.
    4 min
  • Manchmal auch zur rechten Zeit schweigen!
    Manchmal auch zur rechten Zeit schweigen!
    "Herr öffne meine Lippen, damit mein Mund Dein Lob verkünde", so beginnt bei uns im Konvent das erste Gebet am Morgen. Und wir machen dabei mit dem Daumen der rechten Hand ein Kreuz auf den Lippen. Zu Beginn meines Ordenslebens habe ich diese Geste also gelernt und vollzogen. Je länger ich aber im Kloster lebe, und das sind schon mehr als 40 Jahre, desto mehr mache ich mir Gedanken über diesen Anfang jeden Tages. Ich bitte Gott, mir die Lippen zu öffnen, damit ich überhaupt in der Lage bin, SEIN Lob zu verkünden. Es ist also nicht nur mein guter Wille, das jetzt zu tun, obwohl ich vielleicht müde oder erkältet, oder wie ich im Moment allergisch auf Pollen bin, oder ob ich vielleicht heute einfach keine Lust habe. Ich bitte Gott um seine Hilfe, dass aus meinem Mund sein Lob verkündet werden kann. Und ich denke immer mehr, dass es nicht nur für die 20 Minuten des Morgenlobes gilt, sondern den ganzen Tag.Das heißt aber, dass ich den ganzen Tag über das Lob Gottes verkünden kann. Nein, nicht den ganzen Tag laut Gebete sprechen, sondern eher: den ganzen Tag lang, alles was ich sage, zum Lob Gottes machen. Bei der Plauderei beim Essen, am Telefon, beim Mailen und bei Haustürgesprächen, beim Einkaufen und bei allem, was ich über den Tag tue.Wenn alles was ich sage, singe und tue, dazu dienen kann, das Lob Gottes zu verkünden, dann geht manches Dumme, Leichtfertige, Gehässige, Sinnlose vielleicht doch nicht mehr so leicht über meine Lippen. Und wenn ich daran denken kann, dass ich Gott gebeten habe, meine Lippen zum Lob zu öffnen, dann schließe ich meine Lippen vielleicht auch öfter mal, wenn das, was da raus will, nicht gerade seinem Lob dient. Es ist also ein guter Gedanke, dieses Morgendliche: Herr öffne meine Lippen, damit mein Mund Dein Lob verkünde.
    3 min
  • Wie können wir nach der Erstkommunion den Glauben vertiefen?
    Wie können wir nach der Erstkommunion den Glauben vertiefen?
    Am Weißen Sonntag und in den Wochen danach werden überall Erstkommuniongottesdienste gefeiert und Kinder dürfen zum ersten Mal zum Tisch des Herrn, zur Kommunion gehen. Eine indische Schwester, die jetzt für drei Jahre bei uns lebt, hat mir ein bisschen erzählt, wie das bei ihnen in Südindien gelebt und gehandhabt wird. Sie sagt:Egal wie alt Sie sind oder welche Feierlichkeiten Sie erlebt haben, der Tag der Erstkommunion ist ein unvergesslicher Tag in Ihrem Leben. Bei uns in Südindien ist es der letzte Tag von dreißig Tagen der Vorbereitung und des Gebetes dafür, dass Jesus in unsere Herzen kommt und darin wohnen wird. Bei uns sind im April und Mai die Sommerferien und im ganzen Monat April bereiten sich die Kinder auf die Erstkommunion vor. Der Unterricht ist von Montag bis Freitag und wird von Ordensschwestern erteilt.  Als Tag der Erstkommunion wird ein Tag in der ersten Maiwoche festgelegt. Am Tag vorher legen die Kinder ihre erste Beichte ab. Auch die Eltern der Kinder bereiten sich selbst auf die Beichte vor. Am Erstkommuniontag ziehen die Kinder, weiß gekleidet mit Kerzen und Blumen in der Hand, in feierlicher Prozession mit ihren Eltern, Verwandten und der Pfarrgemeinde in die Kirche ein. Nach der feierlichen Messe beten die Kinder gemeinsam und danken Jesus dafür, dass er in ihre Herzen gekommen ist. Und sie weihen sich der Heiligen Mutter Maria, um im Glauben zu wachsen und in Güte zu leben. Als Zeichen dafür wird der Rosenkranz um den Hals getragen.  Die Feierlichkeiten zu Hause finden mit den eingeladenen Angehörigen statt. Alle machen Fotos und essen zusammen. Und es werden viele Geschenke entgegengenommen. Zehn Tage lang gehen dann die Kinder in ihrer Kommunionkleidung mit ihren Eltern zur Heiligen Messe um dieses Ereignis zu vertiefen. Dieser letzte Satz hat mich sehr berührt: 10 Tage lang gehen sie mit den Eltern jeden Tag zur Heiligen Messe, um dieses Ereignis zu vertiefen.
    3 min
  • "Selig sind wir, die wir nicht sehen und doch glauben"
    "Selig sind wir, die wir nicht sehen und doch glauben"
    In den Osterwochen bis Pfingsten werden immer wieder Geschichten aus der Zeit nach Jesu Auferstehung erzählt und die Reaktionen der Jünger und derer, die von all dem Drama ringsum mitbekommen haben. Am Sonntag war die Begegnung Jesu mit Thomas dran. Und die ist schon sehr speziell und spricht mir immer sehr aus dem Herzen. Die anderen erzählen Thomas, dass sie den Herrn gesehen haben. Aber er ist kategorisch: wenn ich nicht die Wunden an seinen Händen und Füßen gesehen habe und meine Hand nicht an die Wunden seiner Seite legen kann, dann glaube ich nicht. Und dann kommt Jesus zu ihnen und fordert Thomas auf, seine Finger in seine Wunden zu legen und in seine Seite und von jetzt an nicht mehr ungläubig, sondern gläubig zu sein. Ein kleines Detail aus dieser Erzählung ist mir erst dieser Tage in einer Predigt erklärt worden. In dieser Episode wird Thomas auch Didymus – Zwilling, genannt. Das kann also bedeuten, immer wenn ich, wenn wir in Zweifel und Glaubenskrisen sind, können wir uns an diesem Zwilling Thomas ein Beispiel nehmen. Wie er, der drei Jahre mit Jesus unterwegs war, und immer treu zu ihm gestanden ist, aber vor Enttäuschung über dessen Tod, nicht mehr glauben kann, so ist auch unser Zweifeln und Besorgt-sein nichts Schlimmes. Glauben ohne Zweifel gibt es nicht. Und in solchen Phasen ist es gut, in der Bibel einen Zwilling zu haben, dem es ebenso ergangen ist. Der sogar gezweifelt hat, obwohl ihm alle anderen begeistert erzählt haben, dass sie Jesus gesehen und erlebt haben.  Und dann kommt für uns, die wir oft so unsere Mühe haben mit dem Glauben, eine eigene Seligpreisung. Jesus sagt zu Thomas und zu uns: "Selig, die nicht sehen und doch glauben" Selig sind wir, die wir so oft nicht sehen können, wie Gott in der Welt wirkt, die wir so oft eher das Negative an unserer Kirche sehen und darunter leiden, selig sind wir, die wir sosehr nach Gott suchen und ihn scheinbar nicht finden können. Selig sind wir, die wir nicht sehen und doch glauben.
    3 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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