Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • Christus hat nur unsere Hände
    Christus hat nur unsere Hände
    Am Palmsonntag in der Heiligen Messe gab es eine kleine Szene, die mich entzückt hat und mir aber auch Beispiel war, im Kleinen, Täglichen, das Große zu verstehen. Nach der Einladung des Pfarrers an die Kinder, zum Vaterunser nach vorne zum Altar zu kommen, sind viele Kinder gekommen. Ein ungefähr sechsjähriger Junge zog an der Hand seinen kleinen, vielleicht zweijährigen Bruder förmlich hinter sich her. Ich konnte deutlich sehen, dass der Kleine nicht wollte, aber der Große schon und er wohl auch den Auftrag von Mama oder Papa hatte, den Kleinen mitzunehmen. Es gibt einen Text, den Sie vielleicht kennen. Er steht unter einem Kreuz, das im Krieg so zerstört worden ist, dass der Corpus keine Hände und Füße mehr hat. Diese Zeilen fassen das noch mal gut zusammen:Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit zu tun.Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von sich zu erzählen.Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen.Wir Christen sind die einzige Bibel, die die Öffentlichkeit noch liest.Wir sind Gottes Botschaft, in Taten und Worten geschrieben.Manchmal ist es gut jemanden zu haben, der sagt: Komm, geh mit, das tut Dir gut. Und dann wieder kann ich, können Sie diejenige sein, die jemanden einfach mitnimmt: zum Gottesdienst, zum Gebet, zu einem Spaziergang, zum Leben.
    3 min
  • Komm und segne uns!
    Komm und segne uns!
    Vor ein paar Tagen waren wir mit einigen Schwestern zu einem Brautamt, also einer Heiligen Messe mit Trauung eingeladen. Wir kannten beide Brautleute gut und wussten, dass sie schon viele Jahre in Treue zusammenstanden. Nun wollten sie ihre Verbindung vor Gott und der Kirche geloben und unter den Segen Gottes stellen. Soweit, so normal. Aber dann haben sie alle, die in der Kirche waren verblüfft. Sie haben ein Lied zu zweit gesungen, das um den Segen Gottes bittet. Und da sie beide sehr gut singen konnten, die Strophen und den Refrain im Wechsel zweistimmig oder einstimmig gesungen haben, war allein das schon ein Erleben, dass unter die Haut gegangen ist. aber dann der Inhalt dieses Liedes erst recht. Ich lese es Ihnen vor und vielleicht geht es Ihnen heute früh wie uns, dass wir gepackt sind, von dem Auftrag, den die beiden vor Gott und für die Kirche angenommen und zugesagt haben:Herr, wir bitten: Komm und segne uns; lege auf uns deinen Frieden. Segnend halte Hände über uns. Rühr uns an mit deiner Kraft.In die Nacht der Welt hast du uns gestellt, deine Freude auszubreiten. In der Traurigkeit, mitten in dem Leid, lass uns deine Boten sein.In den Streit der Welt hast du uns gestellt, deinen Frieden zu verkünden, der nur dort beginnt, wo man, wie ein Kind, deinem Wort Vertrauen schenkt.In das Leid der Welt hast du uns gestellt, deine Liebe zu bezeugen. Lass uns Gutes tun und nicht eher ruhn, bis wir dich im Lichte sehn.Nach der Not der Welt, die uns heute quält, willst du deine Erde gründen, wo Gerechtigkeit und nicht mehr das Leid, deine Jünger prägen wird.Herr, wir bitten: Komm und segne uns; lege auf uns deinen Frieden. Segnend halte Hände über uns. Rühr uns an mit deiner Kraft.Die Bitte um den Segen verquickt mit dem Versprechen, sich heute in Kirche und Gesellschaft einzusetzen, sich zu engagieren und sich nicht nur um das Eigene zu kümmern! Ich war und bin sehr beeindruckt von der Kraft dieses Liedes, dass aus dem Mund zweier Menschen kommt, die auf Gott vertrauen und deshalb diesen Dienst für die Welt annehmen wollen. Ich vermute, immer dann, wenn wir in Zukunft dieses Lied singen, wird es die Erinnerung an diese Stunde wachhalten.
    4 min
  • Krieg und Frieden beginnen im Kleinen
    Krieg und Frieden beginnen im Kleinen
    Wir sind mitten im Krieg, wir und unsere betroffenen Brüder und Schwestern in der Ukraine, im Jemen, in Syrien, Mali, Nigeria, Kamerun, Kongo, Burundi, Äthiopien.Viele dieser Kriege und kriegerischen Auseinandersetzungen gehen seit Jahren und oft ist einfach kein Ende abzusehen. Städte und Dörfer werden sinnlos zerstört, jegliche Infrastruktur wird über Jahre unbrauchbar gemacht, unsinnige, grausame Gewalt wird ausgeübt, Menschen bedroht, beleidigt, gefoltert, getötet. Warum das alles? Jeder weiß, dass Kriege keinen Frieden bringen und besiegte Völker niemals Ruhe geben werden, bis das Unrecht beseitigt wird.Meine Oma Katharina, die sich ja im Nachkriegsdeutschland auf der eingesperrten ostdeutschen Seite wiederfand, hat immer wieder ein sehr markantes Sprichwort gesagt: "Unrecht Gut gedeiet nicht und kommt nicht in die dritte Generation." – Da man früher pro Generation 20 Jahre gerechnet hat, ist das mit der DDR genau so gekommen: Nach zwei Generationen war das Unrechtsregime am Ende und die Menschen haben sich darum gekümmert, dass aus zwei Teilen wieder ein Land wurde. Was in der großen Politik gilt, gilt aber auch im normalen Zusammenleben der Menschen. Es gibt ungerechte Strukturen, ungerechte Gesetzeslagen, ungerechte Verteilung der Güter, Vorurteile und Negativberichte. Die großen Kriege beginnen mit den vielen kleinen Streitereien und Ungerechtigkeiten, dem Streben nach Macht und Einfluss und dem Runtermachen und Kleinhalten der anderen. Die geforderte Umkehr dieser Österlichen Bußzeit beginnt genau dort: bei uns selbst und unseren eigenen Möglichkeiten: Streit beenden, Frieden untereinander halten, die Schwachen unterstützen, die Kranken besuchen, sich um die Fremden kümmern, die Nachbarschaft pflegen, sich den eigenen Verwandten nicht entziehen, am Arbeitsplatz fair miteinander umgehen. Mit den vielen Kriegen in der Welt fühlen wir uns häufig klein und ratlos und hilflos. Mit dem Krieg in der Ukraine ist es ein bisschen anders, weil er so nahe ist und wir aber viel tun und helfen können.Krieg beginnt im Kleinen, aber auch Frieden beginnt im Kleinen, im täglichen Engagement und Einsatz füreinander in der einen Welt, mit den nahen und den fernen Geschwistern.
    4 min
  • Leidenschaft Gottes für seine Menschen
    Leidenschaft Gottes für seine Menschen
    Für acht Wochen hatte ich mein Büro in mein Schlafzimmer verlegt, weil Treppensteigen in den ersten Wochen kaum, und später nur mühsam ging. Mein Fenster lässt mir den Ausblick auf die zwei Baustellen des linken und rechten Nachbarhauses zu und es ist so spannend, was da wird. Manchmal stehe ich auf um besser zu sehen, was da gebaut wird, aber mir fehlt noch die Fantasie für das Ergebnis.Und etwas leicht links ist die Wand, die seit Wochen ebenso meinen Blick nochmal anders fesselt. Da ist das Kreuz, dass ich seit frühen Ordensjahren habe, einfach aus Holz und mit Corpus, der den leidenden und sterbenden Jesus zeigt. Und ringsum sechs verschiedene Ikonenbilder, die meist geschenkt und eins auch selbst geschrieben ist. Diese Bilder sind bunt und zeigen verschiedene Menschen, die versucht haben, mit ihrem Leben diesem leidenden und gekreuzigten Jesus nachzufolgen: Katharina, Maria Magdalena, Antonius und so weiter. Das Kreuz ist einfarbig und unscheinbar, obwohl es das größte Liebeswerk der Menschheitsgeschichte zeigt. Und die Bilder der Nachfolger:innen sind prachtvoll und farbig und sehr verschieden. Den leidenden Christus anzuschauen ist oft unerträglich und lässt uns sprachlos zurück, falls wir uns nicht längst in diesen Anblick gewöhnt haben. In den Kirchen sind seit Sonntag die Kreuze verhüllt. Weil das Wesentliche, das Leiden und Sterben des Sohnes Gottes für uns, neu sichtbar werden soll. Verhüllen um neu zu sehen. Es klingt und ist paradox. Und erst am Karfreitag, dem Tiefpunkt der Liebe Gottes, wird das Marterwerkzeug wieder sichtbar, damit uns neu bewusst wird: "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab." Das Leiden Jesu zeigt die Leidenschaft Gottes für seine Menschen. Und nur deshalb können seine Menschen ihm mit Leidenschaft nachfolgen und in den verschiedensten Farben und Formen des Lebens versuchen, wie ER zu werden.
    3 min
  • Wie Josef nicht reden, sondern tun!
    Wie Josef nicht reden, sondern tun!
    Die österliche Bußzeit wird in der Regel durch zwei große Feste unterbrochen: das Fest des Heiligen Josef und das Fest der Verkündigung des Herrn. Heute feiern wir mit der Kirche das Fest des Heiligen Josef.Über die Rolle des Heiligen Josef, des Nährvaters Jesu, ist schon immer viel geschrieben und gesagt worden. Weil Menschen verstehen möchten, was das für ein Typ war: - der mit beiden Beinen in der Realität seiner Zeit steht, als Handwerker seine Passion ausübt und sein Brot verdient, und dann aber so ganz unlogische Sachen macht: - er hört auf seine Träume und glaubt, dass es Gottes Wille ist, seine Verlobte nicht zu verstoßen, sondern sie zu heiraten, obwohl sie ein Kind von einem anderen bekommt- er springt spontan auf, als ihm im Traum der Befehl zur Flucht gegeben wird und er Frau und Kind und das Nötigste zusammenpackt und nach Ägypten aufbricht- er kehrt, wieder auf Weisung eines Traumes, nach Israel zurück und lebt sein normales Handwerkerleben weiter- und er quält sich drei Tage durch Jerusalem um Jesus wiederzufinden, der ihm dann auch noch Vorwürfe macht, warum er ihn denn gesucht habe.Und wir würden gern wissen, was er selbst dazu gesagt hat. Aber in der Bibel steht dazu nicht ein Wort. Da ist also einer, der zum Mitwisser der größten Geheimnisse Gottes wird und er kommentiert es nicht, er lamentiert nicht, er berät sich nicht mit anderen und hält keine Vorträge. Er tut. Seine Berufung ist es, am Werk Gottes für die Menschen mit zu arbeiten. Nicht mehr. Und schon gar nicht weniger. Viele Ordensgemeinschaften stehen unter seinem Patronat. Auch ich als Olper Franziskanerin heiße mit vollem Namen: Schwester Maria Katharina vom heiligen Josef. Weil unsere Gründerin in vielen Nöten und Sorgen fest auf seine Hilfe vertraut hat und darin ihr grenzenloses Gottvertrauen deutlich zutage gekommen ist.Das ist also Programm genug: nicht reden, sondern tun.
    3 min
  • Setzen wir ein Zeichen der Umkehr!
    Setzen wir ein Zeichen der Umkehr!
    Wir sind in der fünften Woche der österlichen Bußzeit und es geht jetzt gefühlt sehr schnell auf Ostern zu. Zur gleichen Zeit erleben unsere muslimischen Mitmenschen Ramadan – eine Zeit des Fastens und des abendlichen Fastenbrechens mit Begegnung und Austausch.Neben den praktischen Aspekten der Fastenpflicht gibt es mehrere ethisch-moralische Komponenten, die der Muslim im Ramadan zu beachten hat. Unbedingt zu vermeiden sind üble Nachrede, Verleumdung, Lügen und Beleidigungen aller Art. Wenn ich manche Kommentare in den sozialen Medien lese, würde es uns allen gutstehen, diese einfachen Regeln zu beachten.In einer Fernsehreportage habe ich Umfragen unter Christen zur Praxis der Fastenzeit und unter Muslimen zur Praxis des Ramadans gesehen. Und ich muss leider zugeben, dass bei aller Zufälligkeit der Auswahl von Menschen auf der Straße, die Aussagen der muslimischen Mitbürger, egal welchen Alters, sehr viel klarer waren, als die der Christen. Für nahezu alle Muslime war das Einhalten des Fastens völlig selbstverständlich und bei den Christen war es eher der Ausnahmefall, wenn sie etwas zur Fastenzeit und ihrer Art, sie zu praktizieren sagen konnten. Gebet, Bibellesen, Mitfeiern von Gottesdiensten, Enthaltung von Dingen, die uns unfrei machen und wirkliche Umkehr zu Gott, das alles scheint so schwierig und sosehr in die Entscheidung des Einzelnen gesetzt zu sein, dass das Gemeinsame Tun, dass Beispielnehmen am Mitchristen, irgendwie verloren gegangen ist. Und es spielt auch eine Rolle, dass viele Christen sprachlos geworden sind in Dingen ihres Glaubens und Christseins. Und dann kommt das wunderbare Aber: wir haben noch zwei volle Wochen, um nochmal zu schauen, was für uns die österliche Bußzeit bedeutet und wie ich sie nutzen kann, um mich zu Gott und zum Mitmenschen zu bekehren. Im Gotteslob gibt es einen sehr markanten Satz dazu. Die Kirche bereitet sich vierzig Tage auf die Osterfeier vor. Durch Fasten, Beten, Almosen geben und Hören auf das Wort Gottes, setzt sie Zeichen der Umkehr. Setzen wir sie in den nächsten zwei Wochen auch selbst, weil wir die Kirche sind.
    4 min
  • Wenn uns unsere Vorurteile reinlegen
    Wenn uns unsere Vorurteile reinlegen
    Gestern hatte ich am frühen morgen einen Termin in unserer Hausarztpraxis. Ich habe mich angemeldet und wurde in einen Flur um die Ecke gebeten, noch bitte Platz zu nehmen, da die Ärztin noch nicht da sei. Dann kam ein älterer Herr dazu in Jogginganzug, Dreitagebart, Hörgerät und großer, sehr alter Brille und langen schwarzen Fingernägeln. Nicht jemand, mit dem man schnell in Kontakt kommen möchte. Ihm ging es wohl mit mir genauso und er hat mich von Kopf bis Fuß gemustert und wir haben gefühlt eine Minute geschwiegen und haben dann das Gespräch begonnen. Und sehr schnell ging es über das Warten auf die verspätete Ärztin, das schmuddelige Wetter, dass dann aber ja bald Ostern ist und das man die Hoffnung nicht aufgeben sollte, dass alles zum Guten sich wenden wird. Und verblüfft haben wir beide festgestellt, dass wir ähnlich denken und eine gemeinsame Hoffnung haben auf einen Gott, der unsere Armut, Krankheit und Schwachheit sieht und trotzdem bei uns und mit uns bleibt. Und dann werde ich ins Sprechzimmer gebeten und der alte Herr bedankt sich für das Gespräch und ich kann nicht anders als "Danke gleichfalls" sagen. Die Ärztin hat sich entschuldigt, für ihre Verspätung, weil sie noch ihre Kinder in den Kindergarten gebracht hat. Auf dem Heimweg habe ich mich ein bisschen geschämt, weil mich das ungepflegte Äußere des alten Herrn zunächst abgestoßen hat, aber das anschließende Gespräch so intensiv und gut war, dass ich Zeit überhaupt nicht mehr registriert habe.Es passiert ja nicht so selten, dass wir vom Äußeren eines Menschen auf sein Inneres schließen und unsere Vorurteile die Oberhand gewinnen. In den Liedern vom Gottesknecht im Buch Jesaja klingt schon an, was später auf Jesus gedeutet und erfüllt werden wird: Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen und mit den Mächtigen teilt er die Beute, weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher rechnen ließ. Denn er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein.
    3 min
  • Christus schenkt uns diese Gnadenzeit!
    Christus schenkt uns diese Gnadenzeit!
    Gegenüber von unserem Küchenfenster stehen im Gärtchen zwei uralte Birnbäume. Sie stehen da krumm und schief und immer wieder haben wir Angst, dass sie eines Tages vor Altersschwäche umkippen werden. Aber jetzt, im Frühjahr, haben sie schon unendlich viele Blütenknospen und man sieht schon, dass sie in ein oder zwei Wochen in voller Pracht blühen werden. Das hat schon manches blütentrunkene wunderschöne Foto ergeben. Und wie es aussieht, wird es genau an Ostern so aussehen. Und spätestens bei diesem Gedanken fällt mir einer der Hymnen aus dem Stundengebet der Kirche ein. Da heißt es in den Laudes:"Du Sonne der Gerechtigkeit, Christus, vertreib in uns die Nacht, dass mit dem Licht des neuen Tags auch unser Herz sich neu erhellt.Du schenkst uns diese Gnadenzeit, gib auch ein reuevolles Herz und führe auf den Weg zurück, die deine Langmut irren sah."Und dann meine Lieblingsstrophe:"Es kommt der Tag, dein Tag erscheint, da alles neu in Blüte steht; der Tag, der unsre Freude ist, der Tag, der uns mit dir versöhnt.Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit, lobsinge alles, was da lebt. Lass uns durch deine Gnade neu, dich preisen durch ein neues Lied." Christus schenkt uns diese Gnadenzeit vor Ostern und kann unsere Nächte hell machen. Unsere Arbeit daran ist es, diese Zeit zu nutzen und auf den Weg zu und mit Gott zurückzukehren. Und dann kommt diese schöne Strophe mit dem Blühen und da heißt es am Ende: "Der Tag, der unsre Freude ist, der Tag der uns mit Dir versöhnt."Das Blühen und Grünen in den Ostertagen wird ein Symbol dafür sein, dass Christus uns durch sein Leiden, Sterben und Auferstehen mit Gott versöhnt hat.
    3 min
  • Gott spricht sein Ja zu uns!
    Gott spricht sein Ja zu uns!
    In der Fastenzeit gibt es viele Angebote in den Pfarreien und Pastoralverbünden, um Themen und Fragen des Glaubens zu hören, zu besprechen, zu bedenken, ins Gebet zu nehmen. In einer Gemeinde geht es darum, Gott Raum zu geben und es werden die einzelnen Bereiche in der wundervoll restaurierten Kirche angeschaut und bedacht. Da geht es um das Taufbecken und die Bedeutung der Taufe, um die Bilder und Statuen von Heiligen und die eigene Heiligkeit, dem Raum der Kirche als heiligem Boden und der Frage nach dem, was mir heilig ist. Und gestern Abend ging es um die Frage, wie denn der Glaube zu uns und dann sehr direkt, wie er zu mir kam und dem Ambo, als dem Ort der Verkündigung des Wortes Gottes. Zum Beginn des Abends war das Lied vom "Suchen und Fragen" aus dem Gotteslob der Startimpuls. Ich lese Ihnen die Strophen gern vor. 1. Suchen und fragen, hoffen und sehn, miteinander glauben und sich verstehn, lachen, sich öffnen, tanzen befrein: So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.2. Klagende hören, Trauernde sehn, aneinander glauben und sich verstehn, auf unsere Armut lässt Gott sich ein: So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.3. Planen und bauen, Neuland begehn, füreinander glauben und sich verstehn, leben für viele, Brot sein und Wein: So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.Unter all dem, was da angesprochen wird an Glaube, Hoffnung, Liebe, Barmherzigkeit und Zukunft, kommt immer die Zusage: So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein. Nach einem spannenden Abend mit den Fragen nach dem, wie ich selbst das Glauben und Leben als Christ gelernt habe und der Aufforderung, doch mal ganz konkret zu verkünden, was jede und jeder in der Glaubensweitergabe für wichtig hält, kam dieses Lied am Ende des Abends noch einmal. Und es klingt diesmal, nach allem miteinander besprechen und bedenken, ganz neu und die Zusage: so spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein, wirkt auf die Teilnehmenden sehr erleichternd und nimmt den Druck von der Seele. Das miteinander, aneinander und füreinander glauben wird sehr real. Und wenn ich gerade nicht so glauben kann, kann ein anderer für mich und mit mir den Glauben teilen und mit Vertrauen an diesen Gott denken, der sich auf unsere Armut einlässt und trotzdem sein Ja spricht.
    4 min
  • Bitte weiser werden, Papst Franziskus!
    Bitte weiser werden, Papst Franziskus!
    Nein, es ist nicht an der Zeit, dass die Verantwortlichen in der Ukraine die weiße Fahne hissen. Das wird weltweit als Symbol der Kapitulation erkannt. Und wenn die Ukraine kapitulieren würde, dann stirbt dieses Volk, seine Sprache, seine Kultur, sein Glaube. Alles. Nein Papst Franziskus, nein wirklich nicht. Da bist Du im Unrecht. Auch wenn es Dir das eigentliche Anliegen ist, dass das Töten und Zerstören aufhört. Jeder weiß, dass Verhandlungen und ein Waffenstillstand nur bedeuten würde, dass der Aggressor Russland die besetzten Gebiete drangsalieren und zerstören, seine eigenen Waffenarsenale auffüllen und die Armee verstärken wird, um die nächste Welle irgendwann später zu starten.Entschuldigen Sie bitte, dass ich am frühen Morgen mit meinem Ärger in Ihre Ohren komme. Aber so geht es schon einmal. Nicht alles, was von Kirchenoberen kommt, ist immer richtig und treffend und zielführend. Und selbst wenn man die gute Absicht unterstellt, ist es nicht immer gut. Aber wenn unsereiner schon einmal Unfug erzählt, im Eifer des Gefechts unpassende Worte verwendet, ist es auch nicht richtig und auch schädlich und auch falsch und kann viel Schaden anrichten. Wenn man Glück hat, kann es eine Debatte auslösen, ein Gespräch ergeben, in einem Chat geklärt werden. Aber wenn alles in wütenden Reaktionen steckenbleibt, wenn man sich voneinander entfernt, nicht mehr redet, dann ist etwas anderes dran – um Verzeihung und Vergebung bitten. Umkehren von den eigenen Erkenntnissen, wenn sie sich als falsch erweisen, neu beginnen, neu denken, neu sprechen, neu beten, neu bitten. Es hört nie auf.Von Konrad Adenauer gibt es ein berühmtes Zitat. Er sagte: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?" – Okay, denke ich, das klingt ganz schön hochmütig. Aber eigentlich wird bei diesem Zitat meist der zweite Halbsatz vergessen. Er sagte nämlich: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Nichts hindert mich, heute weiser zu werden." Also bitte weiser werden, Papst Franziskus, ich und Sie. Bitte.
    3 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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