In dieser Folge sprechen wir über:
- Diagnosekatalog ICD = “International Statistical Classificationof Diseases and Related Health Problems”
- Zweck eines solchen Diagnosekatalogs
- Die Diagnosekriterien für Selektiven Mutismus im Einzelnen (zum Weiterlesen im Stille-Stärken-Blog: stille-staerken.de/sprechblockaden-was-bedeutet-das-fachchinesisch)
- Für dich ändert eine Diagnose (noch) nichts
- Wichtig ist die Diagnose vor allem für den Arzt, den Therapeuten und die Krankenkasse
Das sind die Diagnosekriterien für (S)elektiven Mutismus laut ICD-10:
F94.- Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
F94.0 elektiver MutismusVoraussetzung: Sprachausdruck und Sprachverständnis (…) entsprechend dem Alter des Kindes.
Leitsymptom: Nachweisbare beständige Unfähigkeit, in bestimmten Situationen, in denen erwartet wird, dass das Kind redet (z. B. in der Schule), zu sprechen; in anderen Situationen ist das Sprechen jedoch möglich.
Zeitkriterium: Dauer des elektiven Mutismus länger als vier Wochen.
Ausschlusskriterien:- Es liegt keine tiefgreifende Entwicklungsstörung (F84) [das sind insbesondere Formen von Autismus] vor.
- Die Störung beruht nicht auf fehlenden Kenntnissen der gesprochenen Sprache, die in sozialen Situationen, in denen das Kind nicht spricht, erwartet werden.
Anmerkung 2026:Mittlerweile ist eine neue Auflage des ICD beschlossen worden, die im deutschsprachigen Raum nach und nach umgesetzt wird.
Nicht-Mediziner können aber m.M.n. weiterhin die Kriterien aus dem ICD-10 für eine eigene erste Einschätzung verwenden.Wenn du in einem Medizinberuf selbst Diagnosen stellst, halte dich bitte auf dem Laufenden. In Deutschland wird die Umstellung aber wohl noch eine ganze Weile dauern.
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Christine-Winter.de/Mutismus-Podcast
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