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Im April waren es 50 Jahre, dass die kommunistischen Roten Khmer in Phnom Penh einmarschierten. Unter der Führung von Pol Pot löschten sie zwischen 1975 und 1979 fast ein Viertel der kambodschanischen Bevölkerung aus. Die Menschen verhungerten, starben an Überarbeitung oder wurden auf brutalste Weise hingerichtet. Die Roten Khmer wollten einen Neustart, sozusagen im Jahr Null; einen Agrarstaat, in dem Besitz keine Rolle spielt. Lehrer, Ärztinnen, Rechtsanwälte waren die Feinde. Es konnte reichen, eine Brille zu tragen oder weiche Hände zu haben. Die Folgen der Schreckensherrschaft sind bis heute im Land zu spüren. Ein tief verwurzeltes kollektives Trauma prägt Generationen, die demografische Struktur wurde nachhaltig verändert; die wirtschaftliche und soziale Entwicklung blieb jahrzehntelang hinter den Möglichkeiten des Landes zurück.
Nach einer gern erzählten Legende kam der österreichische Staatsvertrag mit den Besatzungsmächten unter massivem Alkoholeinfluss zustande. Auch wenn das nur zum Teil stimmt: Das Trinken von Alkohol spielt tatsächlich seit vielen Jahrhunderten eine große Rolle im gesellschaftlichen Zusammenleben und auch in politischen Abläufen. Warum ist das so, wo doch die gravierenden schädlichen Auswirkungen des Alkohols auf die Gesundheit gut bekannt sind? Warum verhindern Leberzirrhose, Familientragödien und volkswirtschaftlicher Schaden nicht, dass Alkohol in unseren Breiten geradezu verherrlicht wird? Warum scheiterte die Prohibition, also das Alkoholverbot in den USA? Das Trinken hat auch in vielen Musikstücken und Redewendungen Niederschlag gefunden. So steht etwa „im Öl sein“ für Betrunkensein. Woher stammt das? Eine Rundreise durch die Jahrhunderte und Gesellschaftssysteme.
Gestaltung: Robert Uitz-Dallinger
Vor 200 Jahren unterzeichnete der französische König Karl X. eine Verordnung über Entschädigungszahlungen infolge der Unabhängigkeit der Kolonie Saint Domingue - des heutigen Haiti. Aber es war nicht etwa Frankreich, das die Haitianer für mehr als 100 Jahre Ausbeutung und Sklaverei entschädigte. Vielmehr wurde Haiti zur Zahlung von 150 Millionen Goldfrancs verpflichtet, um den französischen Plantagenbesitzern ihren entgangenen Gewinn quasi abzulösen. Der Knebelvertrag hatte und hat enorme Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der einst reichsten Kolonie Frankreichs, heute gilt Haiti als "failed state".
Seit einigen Jahren fordern Politiker:innen und NGOs ehemaliger Kolonien Reparationszahlungen von den einstigen Kolonialmächten, etwa von Großbritannien und Deutschland. Doch an wen sollen mögliche Entschädigungen geleistet werden - an die Staaten oder an die Nachfahren der Sklavinnen und Sklaven?
Es wird nicht häufig darüber gesprochen: Die besonderen Belastungen in der Landwirtschaft führen häufig zu Suiziden. Laut einem Bericht der EU sind Bäuerinnen und Bauern in ganz Europa einem großen Druck ausgesetzt, viele von ihnen haben psychische Probleme, Depressionen oder Angstzustände. Es geht um Preisdruck für die landwirtschaftlichen Produkte, die Sorge vor dem Klimawandel und Probleme bei Hofübergaben.
Psychische Probleme sind auf dem Land noch immer stark tabuisiert. Doch es gibt Hilfe. Das bäuerliche Sorgentelefon ist unter der Nummer 0810 676 810 erreichbar, die Telefonseelsorge unter dem Notruf 142. Unter www-lebensqualitaet-baernhof.at gibt es Infos und Hilfe in herausfordernden Zeiten.
Die Recherche von Diana Köhler und Johanna Tirnthal wurde vom Journalismfund Europe unterstützt. www.journalismfund.eu
Israel hat vor wenigen Tagen neuerlich eine Großoffensive im Gazastreifen begonnen, mit Luftangriffen und Bodentruppen. Erklärtes Ziel ist es, den gesamten Gazastreifen einzunehmen und zu besetzen. Gleichzeitig lässt Israel nach drei Monaten wieder Hilfsgüter in das Gebiet.
Immer öfter wird die Verhältnismäßigkeit des israelischen Vorgehens und die Einhaltung des Völkerrechts hinterfragt. Der internationale Druck wächst; scharfe Kritik kommt aus Frankreich, Großbritannien und Kanada. Auch die EU-Spitze bezeichnet die Lage im Gazastreifen als inakzeptabel.
Welche Strategie verfolgt Israel? Was bedeutet sie für die Menschen im Gazastreifen? Und wie könnte die Weltgemeinschaft eingreifen?
Darüber diskutieren unter der Leitung von Helene Seelmann:
Laura Leyser, Geschäftsführerin Ärzte ohne Grenzen Österreich
Matthias Wasinger, Oberst des Generalstabs, Österreichisches Bundesheer
David Kriegleder, ORF-Korrespondent Tel Aviv
Auch in Österreich gibt es schlimme Fälle von patriarchaler Verwandtschaftsgewalt: Zwangsheirat etwa - die Eltern suchen für junge, manchmal sogar minderjährige Frauen Ehepartner aus. Oder Verschleppung: Mädchen werden in die Heimatländer der Eltern gebracht, wo sie nicht selten eingesperrt werden; sie dürfen nicht mehr nach Österreich zurück, müssen Schule oder Berufsausbildung abbrechen. Meist sind Verschleppungen Disziplinierungsmaßnahmen - etwa weil die Betroffene hier einen Freund hat oder sich zu "westlich" kleidet. Oft, aber nicht immer, geht eine Verschleppung mit einer Zwangsverheiratung im Ausland Hand in Hand.
Doch es gibt Hilfe: Einige Organisationen in Österreich kümmern sich um die Rückholung Verschleppter, um die rechtliche Betreuung Zwangsverheirateter oder die sichere Unterbringung von jungen Frauen, die aufgrund ihrer Gewalterfahrungen weg von ihrer Familie wollen und müssen. Vor kurzem hat die Caritas Steiermark eine Tagung in Graz zu diesen Themen organisiert.
Am 15. Mai 1955 unterzeichneten die alliierten Besatzungsmächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich sowie Österreich im Wiener Schloss Belvedere den Staatsvertrag, mit dem die Souveränität Österreichs wiederhergestellt wurde. Die Worte „Österreich ist frei!“ von Außenminister Leopold Figl (ÖVP) haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Am 27. Juli 1955 trat der Vertrag in Kraft und beendete die zehn Jahre dauernde Besatzungszeit. Im Oktober zogen die letzten Soldaten der Alliierten ab, Österreich beschloss das Neutralitätsgesetz.
Für die Republik war der Staatsvertrag, der erst nach langwierigen Verhandlungen zustande kam, ein Meilenstein.
Das Parlament würdigt mit einem Festakt diese wichtige Phase im Jahr 1955.
Dazu außerdem ein Gespräch mit Monika Sommer, Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich.
Armut im Alter trifft in Österreich hauptsächlich Frauen. Das zeigen die Armutszahlen, die die Statistik Austria kürzlich präsentiert hat, eindrücklich. Vergangenes Jahr waren schon 32 Prozent der alleinlebenden Pensionistinnen armutsgefährdet. Bei den Männern waren es 16 Prozent. Im EU-Vergleich klafft in Österreich eine der größten Pensionslücken zwischen Frauen und Männern.
Was sind die Gründe? Was bedeutet es, wenn die Pension nicht reicht? Und was können Frauen tun, um gut vorzusorgen?
Altersarmut bei Frauen wird in Österreich ein immer größeres Problem. Das führen die Armutszahlen, die die Statistik Austria kürzlich präsentiert hat, eindrücklich vor Augen.
32 Prozent, also fast jede dritte alleinlebende Pensionistin, war im Vorjahr armutsgefährdet. 2020 war es noch jede vierte. Alleinlebende Männer in Pension sind hingegen nur halb so oft armutsgefährdet.
Warum das so ist, was es bedeutet, wenn die Pension nicht reicht und was Frauen tun können, um gut vorzusorgen - diesen Fragen ist Veronika Mauler nachgegangen:
Am Dienstag Vormittag hat Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) seine erste Budgetrede gehalten. Die Bundesregierung will in den nächsten Jahren einen harten Sparkurs fahren. Denn für heuer erwartet das Finanzministerium ein Budgetdefizit von 4,5 Prozent, das liegt deutlich über der Maastricht-Grenze von 3 Prozent. Gleichzeitig muss die Regierung aber investieren, um die seit Jahren schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln. Außerdem besteht in vielen Bereichen enormer Nachholbedarf, zum Beispiel in der Verteidigung sowie im Bildungsbereich.
Spart die Regierung an den richtigen Stellen? Nimmt sie die Chance wahr, das Steuersystem zu ökologisieren und Geld gerechter zu verteilen? Setzt sie die passenden Schwerpunkte bei den Investitionen?
Darüber diskutieren:
Georg Feigl, Budgetexperte Arbeiterkammer Wien
Monika Köppl-Turyna, Direkorin EcoAustria
Margit Schratzenstaller, Budgetexpertin Wifo
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