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Das Erbe des "Unvollendeten"
Papst Franziskus ist tot. Er hat viele Hoffnungen geweckt, neue Akzente gesetzt - konkrete Reformen wurden in den zwölf Jahren seiner Amtszeit aber kaum umgesetzt. Der Vatikan-Experte Marco Politi nennt ihn in seinem neuen Buch "Der Unvollendete".
In einer weltpolitisch schwierigen Situation muss nun ein neuer Papst gewählt werden. Werden die globalen Krisen die Entscheidung der Kardinäle bestimmen? Oder werden innerkirchliche Erwägungen im Vordergrund stehen?
Darüber diskutieren:
Doris Helmberger-Fleckl, Chefredakteurin der Wochenzeitung "Die Furche"
Dietmar Neuwirth, Tageszeitung "Die Presse"
Paul Wuthe, Chefredakteur der katholischen Nachrichtenagentur "Kathpress"
Diskussionsleitung: Markus Veinfurter
Im Sudan herrscht laut UNO die größte humanitäre Krise der Welt. 25 Millionen Menschen sind von Hunger bedroht, rund 12 Millionen vertrieben durch den Krieg, derseit zwei Jahren im Land tobt.
Der Armeechef und de facto-Machthaber des Landes kämpft mit der nationalen Armee gegen seinen ehemaligen Stellvertreter, der die grausame RSF-Miliz befehligt. Vor kurzem haben Regierungstruppen die Hauptstadt Khartum zurückerobert; die Kämpfe in weiten Landesteilen dauern an. Vor allem im Westen, in der Region Darfur, kommt es zu schweren Menschenrechtsverbrechen und ethnischen Säuberungen. Ein Lokalaugenschein in dem bitterarmen Land.
Sie werden in Bordellen Westeuropas und auf dem Straßenstrich zur Prostitution gezwungen. Davor war ihnen Liebe vorgetäuscht oder ein besseres Leben versprochen worden: Die Rede ist von den Opfern von Menschenhandel, den der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg als eine moderne Form der Sklaverei definiert. Viele der Opfer kommen aus Bulgarien.
Meist sind die betroffenen Frauen und Männer Analphabeten, leben in großer Armut und geraten leicht in die Fänge organisierter, krimineller und ausbeuterischer Gruppierungen.
Sie werden nicht nur zur Prostitution gezwungen und häufig misshandelt, sondern manchmal bezahlen sie auch mit dem Tod, wie im Fall eines 16-Jährigen, der im vergangenen Herbst in Wien-Favoriten von seinem Freier mit einer Axt grausam ermordet wurde.
Bulgarien hat keine robuste Strategie zur Bekämpfung des Menschenhandels, im Gegenteil. Auch die Zusammenarbeit mit Zielländern wie Österreich lässt viel zu wünschen übrig.
Japans Gesellschaft altert stark. Viele über 65Jährige leben allein, und jedes Jahr sterben Tausende einsam in ihren vier Wänden. Was macht die Gesellschaft dagegen? Begegnungszentren für alte Menschen sind ein Mittel.
Seitdem sich in Uganda der Popstar Bobi Wine als Präsidentschaftskandidat aufstellen hat lassen, ist die Kunst- und Kulturszene im Visier des Regimes. Denn Wine ist es gelungen, mit Songtexten über die Missstände im Land die Jugendlichen zu mobilisieren.
Seitdem müssen sich Ugandas Künstler und Künstlerinnen in Acht nehmen, denn die Geheimdienste beobachten, was Schriftsteller schreiben, Musikerinnen singen und Dichter texten. Der Schriftsteller Kakwenza Rukirabashaija beispielsweise, der mit seinen Fabeln das Regime an den Pranger stellte, wurde 2021 verhaftet und brutal gefoltert.
Doch jetzt bauen die Mitglieder des Kunst- und Kulturzentrums 32Degrees East in Ugandas Hauptstadt Kampala ein neues, einzigartiges Gebäude – es ist massiv und nachhaltig gebaut, ein Ökobunker gewissermaßen, in dem die Künstler:innen wieder einen sicheren Freiraum für sich etablieren wollen.
Ecuador war einst ein eher unaufgeregtes Land, bekannt für die Galapagos-Inseln, hohe Berge in den Anden und schöne Kolonialstädte. Mittlerweile jedoch ist es zur Drehscheibe im internationalen Drogenhandel geworden. Kokain aus den Nachbarstaaten Kolumbien und Peru wird über Ecuadors Häfen verschifft – vor allem nach Europa. Und Kartelle und Drogenbanden haben die Kontrolle über ganze Landstriche übernommen, Gewalt und Korruption sind explodiert.
Der rechtsgerichtete Präsident Daniel Noboa erklärte den „Narco-Terroristen“ den Krieg, schickte das Militär auf die Straßen und in die Gefängnisse und regierte im Ausnahmezustand. Seine Politik der „harten Hand“ hat viele Fans – doch die Kritik wächst. Denn zunehmend werden die Soldaten auch selbst mit Verbrechen und Korruption in Verbindung gebracht.
Ob sich Noboa in der Stichwahl am 13. April gegen seine linke Herausforderin Luisa Gonzalez durchsetzen kann, ist offen.
80 Tage ist er an der Macht, seither sorgt US-Präsident Donald Trump mit seinen Ankündigungen und Maßnahmen fast täglich für Schockwellen weit über die USA hinaus. Seine jüngst verkündete Zollpolitik straft fast jedes Land mit unterschiedlich hohen und nach einer ziemlich schrägen Formel berechneten Zöllen ab. Damit ruft Trump praktisch einen Handelskrieg aus und könnte eine globale Rezession auslösen. Schon sprechen viele vom Ende der regelbasierten Handelsordnung unter dem Dach der WTO.
Auch in den USA sorgen die drohenden Preissteigerungen, aber auch Trumps Lust-am-Schock-Politik für große Verunsicherung. Hunderttausende protestierten am Wochenende gegen die Massenentlassungen von Beamten, massive Kürzungen bei Förderprogrammen und gegen den großen Einfluss von Tech-Milliardären auf die Politik.
Welche Ziele verfolgt der US-Präsident mit seinen mitunter willkürlich anmutenden Maßnahmen? Wie sollte die EU reagieren? Und erleben wir gerade das Ende der Weltmacht USA?
Vor 80 Jahren ist der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende gegangen. Mitte April 1945 ist Wien befreit worden, das KZ Mauthausen erst am 5. Mai, im Westen und Süden Österreichs wurde noch gekämpft, am 8. Mai war dann alles vorbei.
Unter den Zig-Millionen Toten des Krieges waren auch hunderttausende Menschen aus Österreich - beileibe nicht nur Soldaten.
Wo sind eigentlich all diese Menschen begraben - und wo kann man ihrer gedenken?
Seit genau einem Monat ist die Dreierkoalition im Amt, am 3. März ist die Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS angelobt worden. Zustande gekommen ist sie erst im zweiten Anlauf, nachdem Bundespräsident Alexander Van der Bellen von allen mehr Kompromissfähigkeit eingefordert hatte.
Seither gab es erste Regierungsbeschlüsse, allerdings wurde auch bekannt, dass das Budgetdefizit weit höher ausfällt als bisher angenommen.
Was bedeutet die schlechte budgetäre Ausgangslage für die Regierungsarbeit? Und wie hat sich die erste Dreierkoalition seit 1947 bisher geschlagen?
Darüber diskutieren:
Peter Hajek, Meinungsforscher und Politologe
Andreas Koller, Salzburger Nachrichten
Petra Stuiber, Der Standard
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