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Gerechtigkeit schaffen: Mobile Museen für alle
Die Kunsthistorikerin Alma S. Wittlin revolutionierte das Museum. Die Emigrantin aus Wien erfand 1956 das "mobile Museum" - in New Mexiko tourte ihr Museum der Naturwissenschaften unter dem Titel "Science Comes To You" - die Ausstellungen sollten niederschwellig zu den Menschen kommen - ob im Gemeindezentrum, in Schulen oder Krankenhäusern. Sie forderte die behäbigen Museen auf, ihre pädagogische Aufgabe ernst zu nehmen und die Exponate so zu präsentieren, dass Schüler:innen und weniger Gebildete davon profitieren könnten. In einer anregenden Lernumgebung könnte die Basis für den Dialog in einer liberalen Demokratie gelegt werden.
Gestaltung: Ute Maurnböck, Ulrike Schmitzer: Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 23. 04. 2026.
Was ist ein seelisches Trauma? Gewalterfahrungen, aber auch andere Einschnitte im Leben hinterlassen Spuren in der Psyche und im Körper der Betroffenen. Mit der Heilung dieser Traumafolgestörungen beschäftigt sich die Psychotraumatologie. Der erste Teil widmet sich der Befunderhebung und Therapie psychischer Traumata.
Gestaltung: Christa Nebenführ. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 13. 04. 2026.
Wie verläuft ein traumatischer Prozess?
Katia erfuhr in der 15. Schwangerschaftswoche, dass ihr Kind nicht lebensfähig sein würde. Es war ein Wunschkind, auf das die Zukunftsplanung Katias und ihres Partners ausgerichtet gewesen war. Kurz darauf zerbrach auch die Beziehung an diesem Schicksalsschlag. Katia war plötzlich mit den Auswirkungen von zwei aufeinander folgenden Verlusten konfrontiert. Sie litt unter einer schwerwiegenden posttraumatischen Belastungsstörung. Mit welchen Symptomen sie zu kämpfen hatte und wie sie diese bewältigen konnte, davon handelt der zweite Teil. Dabei wird die sequentielle Traumatisierung vorgestellt. Sie ist neben dem Schocktrauma, das wie ein Blitz einschlägt, und dem Entwicklungstrauma, das durch Vernachlässigung, Abwertung und Missbrauch in der Kindheit entsteht, das dritte Erklärungsmodell für die Entwicklung und Therapie von Traumafolgestörungen.
Gestaltung: Christa Nebenführ. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 14. 04. 2026.
Wie können Traumafolgestörungen therapiert werden?
Der Traumaforscher Bessel van der Kolk erläutert in seinem Standardwerk "Verkörperter Schrecken", dass wir uns das Unbewusste nicht als eine Art vergessenen Traum vorstellen müssen, der irgendwo in den Tiefen unserer Erinnerung schlummert, sondern dass Traumata körperliche Vorgänge und Verbindungen auslösen und speichern. Diese Muster zwischen Gehirn, Nervenbahnen und inneren Organen sind die traumatische Erinnerung. Die dritte Folge beschäftigt sich mit verschiedenen Arten der körperorientierten Traumatherapie wie Neurofeedback und EMDR. Zudem wird auf die Bedeutung der Ausbildung von Bezugspersonen für das Erkennen von Traumatisierungen und den sensiblen Umgang damit hingewiesen.
Gestaltung: Christa Nebenführ. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 15. 04. 2026.
Gibt es falsche Traumaerinnerungen?
Die Traumatherapie muss sich auch Kritikpunkten stellen. Der Bedeutendste liegt in der Fehleinschätzung des Tatsacheninhalts in Traumaberichten. Es kann vorkommen, dass Menschen sich an traumatische Situationen erinnern, die objektiv nie stattgefunden haben. Man spricht dann von einer "False Memory". Diese kann durch andere Personen suggestiv verstärkt oder eingepflanzt werden, oftmals im Rahmen therapeutischer Prozesse. Brisanz bekommt dieses Syndrom, wenn es in Gerichtsprozessen zur alleinigen Beweisführung verwendet wird. Dadurch kam es seit den 1990er Jahren zu nachgewiesenen juristischen Fehlurteilen und drastischen Bestrafungen Unschuldiger. Psychiater, Therapeuten und Neurowissenschaftler legen in der vierten Folge dar, ob die Unterscheidung zwischen echter und falscher Erinnerungen sowie Lügen überhaupt eindeutig getroffen werden kann.
Gestaltung: Christa Nebenführ. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 16. 04. 2026.
Im real existierenden Sozialismus sollten in der DDR inmitten blühender Landschaften menschenwürdige Arbeit geschaffen werden und ein Bollwerk gegen feindliche Klassenkräfte entstehen. Doch Mitte der 1970er Jahre wurde die Kluft zum Westen immer deutlicher sichtbar. In dieser Atmosphäre wurde "Über Sieben Brücken musst du gehen" für die Verfilmung einer Liebesgeschichte zwischen einer Deutschen und einem Polen geschrieben. Ein Cover des Westdeutschen Peter Maffay verhalf dem Song auch auf der anderen Seite der Zone - in der Bundesrepublik - zu enormer Bekanntheit.
Diese Folge wurde in Ö1 am 07. 04. 2026 gesendet und ist Teil der Serie "100 Songs. Geschichte wird gemacht" und auch im kultur- und zeitgeschichtlichen Archiv von Ö1 zu finden:
Playlist und Literaturliste zum Podcast
In den 1980ern lief die japanische Wirtschaft auf Hochtouren und schloss langsam zu den Vereinigten Staaten von Amerika auf. Citypop wurde zum klingenden Ausdruck eines urbanen, hochtechnisierten und konsumfreudigen Lebensgefühls, das sich mit Walkman und tragbaren Kassettenspielern überall hin transportieren ließ. Als Citypop während der 2010er Jahre in Europa und den USA wiederentdeckt wurde, stießen vor allem anspruchsvolle und smoothe Songs, die sich an Erwachsene richteten, auf großen Zuspruch. Dabei wurde der relativ unbekannte Song "Plastic Love" von Mariya Takeuchi von 1984 weltweit bekannt. In "Plastic Love" träumt ihre Protagonistin von einem ausgelassenen Leben in der Stadt, nachdem sie verlassen wurde.
Diese Folge wurde in Ö1 am 08. 04. 2026 gesendet und ist Teil der Serie "100 Songs. Geschichte wird gemacht" und auch im kultur- und zeitgeschichtlichen Archiv von Ö1 zu finden:
Playlist und Literaturliste zum Podcast
USA, 2018:
Ein dunkles Zeitalter war angebrochen, das stand für die Band MGMT nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA fest. Das Duo war Mitte der 2000er Jahre mit unbeschwerten Hits über das Leben als Teenager weltbekannt geworden. Danach war es jedoch still um die Band geworden. Das Album "Little Dark Age" entstand über mehrere Jahre und wurde 2018 veröffentlicht. Der Titelsong - inspiriert durch Synthesizer aus der späten Sowjet-Ära - wird zu einem klaustrophobischen Panoptikum, in dem persönliche Ängste mit gesellschaftlichen Abgründen verschmelzen, während im Video Gothic Horror auf Symbolismus und Dekadenz trafen.
Diese Folge wurde in Ö1 am 09. 04. 2026 gesendet und ist Teil der Serie "100 Songs. Geschichte wird gemacht" und auch im kultur- und zeitgeschichtlichen Archiv von Ö1 zu finden:
Playlist und Literaturliste zum Podcast
Was kann der Sinn meines Lebens sein?
Brauche ich eine Familie und Kinder, um Sinn zu finden? Werden wir zu sehr von Sozialen Medien in Beschlag genommen, so dass wir den Sinn unseres eigenen Lebens verpassen? Sind wir nur noch wie Sisyphos, der jeden Tag denselben Stein auf den Berg rollt? Wie kann man die "Trotzmacht des Geistes" gegen alle Widrigkeiten stärken? Mit diesen Fragen hat sich der Psychiater und Logotherapeut Viktor Frankl auseinandergesetzt. Wie und warum man trotzdem "Ja zum Leben" sagen sollte, können wir von Frankl und seinen Lebenserfahrungen lernen.
Gestaltung: Lisz Hirn und Ulrike Schmitzer. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet im Ö1 Radiokolleg am 7. 04. 2026.
Die neue Serie "Mit Hirn durchs Leben" gibt es auch als eigenen Podcast zum Abonnieren. Weitere Informationen: https://oe1.orf.at/mithirn
Wie kann ich trotz Klimakrise optimistsch bleiben?
Eine Generation fühlt sich hilflos und wartet nur mehr, bis die Jüngeren das Sagen haben und endlich die Kehrwende schaffen. Unser Lebensstil - unsere "Routine der Ausschweifung" - wie das der französische Romancier Pascal Bruckner nannte, hat Folgen für alle. Kann ich trotz der ökologischen Krise noch Kinder in die Welt setzen? Darf ich glücklich sein, während die Eiskappen schmelzen und die Ozeane kippen? Was kann ich gegen meine Hilflosigkeit tun? Lisz Hirn lässt Menschen in dieser philosophischen Praxis zu Wort kommen und befragt die großen Philosophinnen und Philosophen nach ihren Überlegungen zu einer Utopie von Morgen.
Gestaltung: Lisz Hirn und Ulrike Schmitzer. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet im Ö1 Radiokolleg am 8. 04. 2026.
Die neue Serie "Mit Hirn durchs Leben" gibt es auch als eigenen Podcast zum Abonnieren. Weitere Informationen: https://oe1.orf.at/mithirn
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