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Vom Ausmisten und Ankommen.
Viele Menschen suchen nach Ankern in einer immer lauter werdenden Welt. Es gibt Kurse und Retreats, um auch im Inneren Ruhe und Ordnung zu finden. Gleichzeitig wird immer mehr Arbeit ausgelagert: Computer, KI und Roboter übernehmen die lästigen Aufräum- und Putzarbeiten, damit wir Menschen mehr Zeit haben. Wir werden wir morgen Aufräumen?
Gestaltung: Juliane Lehmayer, Désirée Prammer, Kathrin Wimmer, Juliane Lehmayer. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 19.03. 2026.
Calypso - ein afro-karibischer Musikstil aus Trinidad und Tobago - erlebte in den 1930ern einen ersten Boom in New York. Einer der berühmtesten Calypsos wurde 1952 zunächst von einem trinidadisch-britischen aufgenommen. "Day Dah Light" handelte von einer harten Nachtschicht am Dock und dem anbrechenden Schichtende. Erst die Version des New Yorker Musikers Harry Belafonte - 1956 hieß sie wahlweise "Banana Boat (Day O)" oder "Day O (The Banana Boat Song)" - verhalf dem Work-Song zu weltweiter Berühmtheit. Auf seinen populärsten Song war Harry Belafonte nicht sonderlich stolz - zu leicht ließ sich sein sozialrealistischer Inhalt überhören.
Diese Folge des Ö1 Podcasts "100 Songs - Geschichte wird gemachgt" wurde in Ö1 am 09. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:
Playlist und Literaturliste zum Podcast
"Anak" - Freddie Aguilar (Philippinen, 1978)
Rechtswissenschaften sollte Freddie Aguilar studieren, so wollte es sein Vater. Der 17-Jährige lief stattdessen von Zuhause - unweit der philippinischen Hauptstadt Manila - weg und schlug sich als Straßenmusiker durch. Seinen Song "Anak" - Tagalog für "Kind" - soll er in etwa einer Stunde geschrieben haben, kurz nachdem er seine Fehler eingesehen hatte. Der Song über einen reumütigen, verlorenen Sohn erwies sich auf dem ersten Metro Manila Popular Music Festival 1978 als internationales Sprungbrett für Freddie Aguilar; und bald schon soll er an die 30 Millionen Exemplare weltweit verkauft haben.
Diese Folge wurde in Ö1 am 10. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1.
Am 11. September 2001 wurden die USA zum Ziel von islamistischen Terroranschlägen, bei denen rund 3000 Menschen starben. Innen- und Außenpolitik sowie die kulturelle Landschaft veränderten sich dadurch grundlegend. Unmittelbar nach den Attentaten wurde der Song "Only Time" der irischen New-Age-Musikerin Enya besonders häufig zur Bilduntermalung in Fernsehsendern eingesetzt, während der Opfer gedacht werden sollte. Gerade in den USA und alliierten Ländern wie Kanada, Deutschland, Polen, aber auch der neutralen Schweiz und Österreich konnte sich "Only Time" sehr oft verkaufen. Die Kritiken waren dabei vernichtend. 20 Jahre später hat sich die Bewertung dieser Musikerin gedreht. "Enya ist überall", titelte ein weitschweifender Essay in einer tonangebenden Musikzeitschrift über ihren Einfluss in der elektronischen Musik.
Diese Folge des Ö1 Podcasts "100 Songs - Geschichte wird gemacht" wurde in Ö1 am 11. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1.
Ein tiefer Spalt wurde 2020 einmal mehr sichtbar, als die Rapperinnen Cardi B und Megan The Stallion ihr Duett "WAP" - kurz für 'Wet Ass Pussy' veröffentlichten. In Amerika, aber auch den Feuilletons weltweit, wurde der unverfroren explizite Song sehr kontrovers diskutiert. Die einen sahen darin eine Selbstermächtigung starker, schwarzer Frauen, die das taten, was ihre männlichen Rap-Kollegen schon längst taten - nämlich die Macht des eigenen Geschlechtsorgans zu feiern -, andere sahen in dem Song einmal mehr den Verfall einer liberalen Kultur, die außer gottlosen Obszönitäten und voyeuristischer Identitätspolitik nichts zu bieten hätte.
Diese Folge des Ö1 Podcasts "100 Songs - Geschichte wird gemacht" wurde in Ö1 am 12. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:
Playlist und Literaturliste zum Podcast
Introvertiert: auf das eigene Seelenleben gerichtet, nach innen gekehrt, verschlossen - so definiert das deutsche Rechtschreibwörterbuch "Duden" diese Wesensart. Introvertiertes Verhalten wird irrtümlicherweise auch oft mit Schüchternheit gleichgesetzt. Wie machen sich die stillen Stärken der Introvertierten im Alltag bemerkbar? Introvertierte Menschen neigen dazu, ihre Umwelt genau zu beobachten und sich dabei selbst nicht in den Vordergrund zu drängen. Ruhe, Zurückhaltung, Reflexion - das können zutiefst positive Charaktereigenschaften sein. Leicht hat man es damit in einer durch und durch extrovertierten Gesellschaft allerdings nicht.
Gestaltung: Daphne Hruby. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 9. 03. 2026.
Wie liebt es sich?
Die deutsche Psychologin Viviane Hähne hat im Auftrag der Dating-App "Tinder" ergründet, inwiefern sich introvertierte Menschen bei der Suche nach Liebesbeziehungen oder Freundschaften von extrovertierten Leuten unterscheiden. Wenig überraschend kam dabei heraus, dass sich Online-Vermittlungsagenturen ganz besonders für zurückhaltende Personen eignen. Die Psychologin Hähne meint beispielsweise, introvertierte Nutzerinnen und Nutzer suchen 15 Prozent häufiger nach Freundschaften als extrovertierte Userinnen und User. Auch seien eingegangene Bindungen dann auch oft tiefer und stabiler.
Gestaltung: Daphne Hruby. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 10. 03. 2026.
Wie arbeitet es sich?
Immer mehr Unternehmen analysieren heute den digitalen Auftritt ihrer potenziell zukünftigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf diversen Plattformen, bevor sie diese überhaupt erst zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Wer dort nicht zu finden ist, gilt automatisch schon als suspekt. Was bedeutet das für Menschen, denen es widerstrebt, sich selbst zu präsentieren oder die sich schwertun, sich zu vermarkten?
Gestaltung: Daphne Hruby. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 11. 03. 2026.
Was haben Bob Dylan, Elfriede Jelinek und Caspar David Friedrich gemeinsam? Ihnen allen wird nachgesagt, introvertiert zu sein. Damit sind sie bei weitem nicht die einzigen - gerade unter Künstlerinnen und Künstlern gibt es einige, die es - abseits des nötigen beruflichen Rampenlichts - schätzen, zurückgezogen zu leben. Den Sänger, die Autorin und den Maler verbindet aber noch etwas: Sie haben es trotz ihrer introvertierten Persönlichkeit zu großem Erfolg gebracht. Sie haben es geschafft, sich und ihre Talente in einer Welt der Extroversion zu behaupten. Doch wie viele andere wurden und werden verkannt?
Gestaltung: Daphne Hruby. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 12. 03. 2026.
Wir leben in ruppigen und vulgären Zeiten: Der amerikanische Präsident zeigt einem Arbeiter den Mittelfinger, der bayrische CSU-Chef stopft sich auf social media Döner, Würste und Pizzastücke in den Mund. Auch im österreichischen Parlament wächst der Anteil an unflätigen Worten und wüsten Beschimpfungen exponentiell. Gar nicht zu reden von verbalen und physischen Attacken, die im Straßenverkehr und in der U-Bahn mittlerweile zum Alltag gehören. Und Rapper treiben mit ihren Schmähreden über Bitches und Schlampen den Beleidigungsfaktor in bislang unerreichte Höhen. Warum kam es zu einer derartigen Verrohung und einem flächendeckenden Sittenverfall? Was sagt dies über die Qualität von zeitgenössischer Politik und Öffentlichkeit aus? Und was kann man dagegen tun?
Gestaltung: Thomas Miessgang, Christoph Winder. Redaktion: Ulrike Schmitzer. gesnedet in Ö1 am 09.03. 2026.
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