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Ökologie und einstürzende Neubauten.
Die Zementproduktion ist für Klima- und Umweltschäden mitverantwortlich. Als Rohstoff benötigt man Kalkstein und Sand. Riesige Mengen Sand werden an Küstengebieten abgebaggert, mancherorts werden sogar ganze Inseln abgetragen. Doch der daraus produzierte Zement hat ein Ablaufdatum: Autobahnbrücken, die erst vor wenigen Jahrzehnten gebaut wurden, müssen mittlerweile wieder abgerissen werden.
Gestaltung: Conrad Kunze, Alexandra Augustin. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 12. 08. 2025.
Neue Baustoffe und die Idee einer Bauwende.
Es gibt bereits unzählige Vorschläge mit weniger oder ganz ohne Zement zu bauen. Alternativen gäbe es ja theoretisch sehr viele: Lehm oder Holz sind mittlerweile - wieder - sehe beliebt in der Baubranche. Auch Ziegelstein in alter und neuer Variante ist eine Alternative. Doch warum wird so viel neu gebaut, wo es bereits so viele Gebäude aus Beton gibt?
Gestaltung: Conrad Kunze, Alexandra Augustin. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 13. 08. 2025.
Der Traum vom grünen Zement.
Nicht alle Gebäude können mit anderen, nachhaltigen Materialien gebaut werden. Selbst im besten Szenario wird immer noch ein gewisses Quantum Zement benötigt werden. Wie lässt sich Zement ohne Klimaschäden herstellen und welche neuen Zementsorten können hierfür entwickelt werden?
Gestaltung: Conrad Kunze, Alexandra Augustin. Redaktion: Alexandra Augustin: Gesendet in Ö1 am 14. 08. 2025.
Großer Kant, zu dir ruf ich um Hilf.
In einer sterbensunglücklichen Liebesangelegenheit sucht die junge Kärntnerin Maria von Herbert 1791 verzweifelt Rat bei Immanuel Kant. Daraus entspinnt sich ein Briefwechsel, der sich um die Frage dreht, wofür es sich zu leben lohnt - und eine vergessene Denkerin zeigt, die unerschrocken ihren Weg ging.
Gestaltung: Barbara Volfing, Miguel de la Riva. Redaktion: Ute Maurnböck. Gesendet in Ö1 am 4. 08. 2025.
Moralische Liebe.
Im Zentrum der Ethik Immanuel Kants steht der Kategorische Imperativ. Er besagt, dass man nur nach derjenigen Maxime handeln soll, von der man wollen kann, dass sie allgemeines Gesetz werde. Kann diese abstrakte Moralphilosophie etwas zur Not Maria von Herberts sagen und ihr Trost spenden? Sie hatte dem Philosophen geschrieben, seine Ideen würden ihr nicht helfen und eindringlich von ihm verlangt, sich in ihre Lage zu versetzen. Kant stellt sich dieser Herausforderung und schreibt ihr eine ausführliche Antwort, die der Philosoph Walter Benjamin rund eineinhalb Jahrhunderte später den "erschütterndsten Philosophenbrief aller Zeiten" nannte. Das Schreiben, das detailliert auf Maria von Herberts Anliegen eingeht, zeigt Kant ebenso als spröden Gelehrten wie als herzlichen Menschenfreund.
Gestaltung: Barbara Volfing, Miguel de la Riva. Redaktion: Ute Maurnböck. Gesendet in Ö1 am 5. 08. 2025.
Die unerträgliche Leere der Seele.
Im späten 18. Jahrhundert bricht das weibliche Emanzipationsstreben stärker denn je hervor. Während Maria von Herbert und Kant Briefe austauschen, diskutieren Philosophinnen und Philosophen in ganz Europa über Bürgerrechte für Frauen - auch in Kants unmittelbarem Umfeld in Königsberg, der sich sogar vom Vorwurf distanzieren muss, der Autor pseudonym veröffentlichter feministischer Pamphlete zu sein. Doch dieser erwachte Freiheitsdrang trifft auf fortbestehende Bevormundung und Unterdrückung - ein Widerspruch, der sich in Maria von Herberts zweitem Brief an Kant spiegelt.
Gestaltung: Barbara Volfing, Miguel de la Riva. Redaktion: Ute Maurnböck. Gesendet in Ö1 am 6. 08. 2025.
Das reinste und heiligste Gefühl.
Immer wieder fragt sich Maria von Herbert in ihren Briefen, wofür es sich zu leben lohnt, und ob es nicht besser ist, das eigene Leben zu beenden, wenn man auf diese Frage keine Antwort hat. Mit ihrem letzten Brief an den Philosophen Immanuel Kant scheint sie eine solche Antwort gefunden zu haben.
Gestaltung: Barbara Volfing, Miguel de la Riva. Redaktion: Ute Maurnböck. Gesendet in Ö1 am 7. 08. 2025.
Symbol für die Vernichtung der Menschheit durch sich selbst.
Am 6. bzw. 9. August jähren sich zum 80. Mal die Abwürfe der beiden Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki - der ersten Atombombeneinsätze in der Geschichte der Menschheit. Die amerikanischen Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki fordern in den ersten Jahren rund 230.000 Tote. Heute leben nur mehr wenige der hibakusha - der Atombombenopfer. Wie gehen jüngere Generationen mit dem traumatischen Erbe um? Wie wirkt das Grauen in die dritte und vierte Generation nach? Wie werden die Erzählungen der hibakusha tradiert und weitergegeben? Wissenschaftsjournalistin Judith Brandner berichtet seit vielen Jahren in TV- und Radiosendungen, Büchern und Artikeln über Japan. Sie hat Schauplätze des ersten Atombombenabwurfs in der Geschichte besucht und mit Überlebenden und Nachkommen gesprochen.
Gestaltung: Judith Brandner. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 4. 08. 2025.
Die Tradierung des Grauens.
Das Durchschnittsalter der hibakusha, der Überlebenden der Atombomben, beträgt heute 85 Jahre. Bald gibt es keine ZeitzeugInnen mehr, die über die schrecklichen Auswirkungen der Atombomben erzählen können. Umso wichtiger ist die Tradierung der Erinnerung in Video- und Audiodokumenten, in Literatur und Kunst. Eine besondere Form der Tradierung verfolgt eine Mittelschule in Hiroshima: dort setzen junge Menschen im Kunstunterricht die Berichte von hibakusha in Bilder um.
Gestaltung: Judith Brandner. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 5. 08. 2025.
Hiroshimas Enkelkinder.
Mit den Traumata der Atombombenüberlebenden, der hibakusha, befasst sich die junge Hiroshima Forscherin Yui Aiba, deren 2019 verstorbener Großvater Opfer der Atombombe war. Hiroshi Kato wurde als 18-jähriger Marinesoldat in die Militärstadt Otake nahe Hiroshima beordert. Unmittelbar nach dem Atombombenabwurf am 6. 8. 1945 musste er fast zwei Wochen lang die Verwundeten und Leichen bergen und war dabei selbst der Radioaktivität ausgesetzt. Viele Jahre wollte Kato mit seiner Enkelin Yui über diese traumatisierenden Erfahrungen sprechen. 2014 war Autorin Judith Brandner als Gastprofessorin an der Städtischen Universität Nagoya. Ihre Lehrveranstaltung über den österreichischen Journalisten Robert Jungk und dessen frühen Hiroshima-Bericht "Strahlen aus der Asche" (1959) wurde für Yui Aiba zur Initialzündung.
Gestaltung: Judith Brandner. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 6. 08. 2025.
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