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Vom Stehen.
Stehen ist eine ungesicherte Haltung, wir schwanken. Selbst der Gardewachsoldat schafft keinen ganz sicheren Stand. Füße zusammen, gerader Rücken, Kopf zurück, ist die Devise. Die militärische Haltung soll Bewegung verhindern. Wenn Haltung tatsächlich unseren Startpunkt für Bewegung festlegt, dann stellt sich die Frage: Warum diese Haltung, wenn wir doch kaum mehr stehen müssen? Ausgenommen davon sind jedoch Menschen, die beruflich stehen müssen - dabei ist die natürlichste Bewegungsform für unseren Körper das Gehen. Wie passt das mit Berufen zusammen, die stundenlanges Stehen erfordern?
Gestaltung: Katrin Mackowski. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 19. 02. 2025.
Vom Gehen.
Erst der aufrechte Gang unterscheidet den Menschen bekanntlich von anderen Primaten. Tanztherapeutin Susanne Bender erzählt wie psychische und physische Entwicklung vom Liegen über das Sitzen, Stehen bis zum Gehen ineinandergreifen und gibt weitere Einblicke in das Kestenberg Movement Profile, entwickelt von der US-amerikanischen Kinderpsychiaterin und Psychoanalytikerin Judith Kestenberg. Und schließlich gilt ganz allgemein für unseren Alltag: Wer länger sitzt, stirbt früher. Das gilt als gesichert. Wissenschaftler:innen warnen vor den gesundheitlichen Gefahren des Bewegungsmangels und propagieren ein simples, aber effektives Wundermittel: Schlichtes Gehen. Es wirkt wie Medizin auf Körper und Geist. Der tägliche Spaziergang schützt vor Krankheiten, macht das Gehirn leistungsfähiger und ist gut für die Psyche.
Gestaltung: Katrin Mackowski. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 20. 02. 2025.
"Lechts und rinks kann man nicht velwechsern", dichtete Ernst Jandl Mitte der 1960er-Jahre. Um gleich darauf festzustellen: "Werch ein illtum!" Auf die Mesalliance von rechts und links, eine kreative Vermischung der Sphären, haben in der Weimarer Republik auch revolutionäre Nationalsozialisten und "nationale Bolschewisten" gesetzt. Eine Strategie, die unter dem Label "Querfront" bekannt wurde. Heute, im Zeitalter zunehmender politischer Verwirrtheit, erleben Querfront-Konzepte ein unerwartetes Comeback. Denn: Rechts und Links kann man sehr wohl verwechseln.
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Gesendet in Ö1 am 17. 02. 2025.
Was haben radikale Linke und extreme Rechte gemeinsam? Manchmal mehr, als man denken mag. In den Jahren der Weimarer Republik etwa wurde der Begriff der "Querfront" geprägt.
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Gesendet in Ö1 am 18. 02. 2025.
Wenn der Schweizer Vortragsredner Daniele Ganser zu einem seiner Speaking-Spektakel bittet, strömen die Massen herbei - und zahlen dafür gerne bis zu 50 Euro Eintritt. Ob in Berlin oder Wien, in Zürich, Erfurt oder Wels: Daniele Ganser begeistert seine Fans. Oft stehen sie stundenlang an, um den Ausführungen ihres Idols lauschen zu dürfen. Wenn Ganser dann - rhetorisch versiert - gegen die Nato oder das Weltwirtschaftsforum in Davos polemisiert, ist ihm der Beifall seiner Anhänger sicher. Der Berliner Zeithistoriker Wolfgang Benz hält den Schweizer für einen Scharlatan. "Als Historiker nehme ich den Mann nicht ernst. Daniele Ganser ist in erster Linie Geschäftsmann, einer, der seine Bücher mit manipulativer Demagogie an den Mann und an die Frau bringt."
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Gesendet in Ö1 am 19. 02. 2025.
Die Kritik am Zins, etwa durch Theologen des Mittelalters, ist so alt wie das Finanzwesen selbst. Seit der Wirtschaftstheoretiker Silvio Gesell, dem Anarchismus nahe stehend, seine Kritik am Zinssystem auch im zwanzigsten Jahrhundert formulierte, gilt Zinskritik als irgendwie "fortschrittlich". Zu Unrecht, denn sie greift zu kurz.
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Gesendet in Ö1 am 20. 02. 2025.
Müdigkeit und Erschöpfung? In unserer Gesellschaft? Nicht erwünscht! Die Depression scheint weiterhin ein Tabu zu sein. In sozialen Foren hingegen, also auf Instagram und TikTok, erzählen immer mehr Menschen, wie sich eine Depression anfühlt. Wie geht es den Depressiven im digitalen Zeitalter?
Gestaltung: Katharina Godler. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 11.02. 2025.
Rund siebzig Prozent der Menschen nehmen Antidepressiva nicht wie vereinbart ein, sagt Psychiater Roger Pycha. Nicht für jede Person ist die Behandlung einer Depression mit Medikamenten zielführend. Die Psychiatrie setzt schon lange nicht mehr rein auf die Gabe von Antidepressiva. Im Idealfall einigen sich Psychiater:in und Patient:in gemeinsam auf einen Fahrplan.
Gestaltung: Katharina Godler. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 11.02. 2025.
Die Insta-Userin @gruenesherzimschatten malt Bilder über das Verdrängen von Gefühlen und über Perfektionsstreben und stellt diese auf ihren Account. Nora Wunderwald erzählt auf YouTube von ihrem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik. Joyce als @partial_print teilt in einer Story, wie sie sich nach wochenlanger Care-Arbeit mit kranken Kindern zu Hause einsam und ausgelaugt fühlt. Sie geht frische Luft schnappen, vor allem für den Kopf. Psychische Gesundheit wird bei den Jungen mittlerweile großgeschrieben, ist auch der Psychologe und Bestsellerautor Lukas Klaschinski überzeugt. Viele Studien weisen darauf hin, dass seit der Einführung von Social Media psychische Erkrankungen zunehmen. Wie damit umgehen?
Gestaltung: Katharina Godler. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 12.02. 2025.
Wie weiter leben nach einer (postpartalen) Depression? Festhalten an Routinen? Einhalten von Ruhephasen? Genügend Schlaf? Malen oder Puzzles lösen? Was hilft wirklich? Die Musikerin Violetta Parisini und die Lyrikerin Ulrike Schrimpf gehen ihren Weg über die Kunst, während Richard Santifaller in Vereinen mitwirkt, die sich für psychische Gesundheit einsetzen.
Gestaltung: Katharina Godler. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 13.02. 2025.
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