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Der Daoismus - Die Kunst des Geschehenlassens.
"Wu wei" ist einer der zentralen Begriffe des Daoismus. Er bedeutet so viel wie "Nicht-Eingreifen" oder "Geschehenlassen". Dahinter steht die Überzeugung, dass aktionistisches Eingreifen in den Fluss der Dinge diese nicht zum Besseren wendet. "In einer speziellen Situation kann es besser sein, gar nichts zu tun", erklärt die britische Sinologin Jean Campbell Cooper: "Oft ist es vorteilhafter, die Dinge sich auf natürliche Weise entwickeln zu lassen... Wu-Wei ist das ruhige Hinnehmen des Lebens in der Welt, wie es kommt und wie es ist, das Warten auf die rechte Zeit, kein Erzwingen eines Ergebnisses, sondern ein Zulassen desselben, sodass es sich nach seiner eigenen Zeit und Eigenart entfalten kann. Wu-wei ist passiv, aber es ist eine schöpferische Passivität."
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Gesendet in Ö1 am 18. 12. 2024.
Der Daoismus - Lob der Beweglichkeit.
"Wu wei" ist einer der zentralen Begriffe des Daoismus. Er bedeutet so viel wie "Nicht-Eingreifen" oder "Geschehenlassen". Dahinter steht die Überzeugung, dass aktionistisches Eingreifen in den Fluss der Dinge diese nicht zum Besseren wendet. "In einer speziellen Situation kann es besser sein, gar nichts zu tun", erklärt die britische Sinologin Jean Campbell Cooper: "Oft ist es vorteilhafter, die Dinge sich auf natürliche Weise entwickeln zu lassen... Wu-Wei ist das ruhige Hinnehmen des Lebens in der Welt, wie es kommt und wie es ist, das Warten auf die rechte Zeit, kein Erzwingen eines Ergebnisses, sondern ein Zulassen desselben, sodass es sich nach seiner eigenen Zeit und Eigenart entfalten kann. Wu-wei ist passiv, aber es ist eine schöpferische Passivität."
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer. Gesendet in Ö1 am 19. 12. 2024.
Klimaretter oder neuer Öko-Kolonialismus?
Lithium-Batterien sind das neue Öl: So lautet die vielversprechende Vorhersage des Tesla-Gründers Elon Musk im Jahr 2022, einem Jahr, in dem die Preise für das silberweiße Leichtmetall in die Höhe schnellen. Das Metall gilt als Schlüssel für die grüne Transition: Seine Charakteristika und der kostengünstige Abbau machen es zur perfekten Komponente für langlebige Batterien von E-Autos. Über die Hälfte der weltweiten Lithium-Vorkommen werden im sogenannten "Lithiumdreieck" vermutet: Einer Region, die den Norden Chiles, Argentiniens und den Süden Boliviens umfasst.
Gestaltung: Melissa Erthardt. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 09.12. 2024.
Das Lithium aus der Atacama Wüste.
Die Atacama Wüste im Norden Chiles gilt als trockenste Wüste der Welt. Sogar im Death Valley der USA fällt durchschnittlich 50-mal mehr Regen als hier. Die indigenen Ureinwohner der Atacamawüste, das Volk der Lickanantay - von den spanischen Kolonisten schlicht "Atacameños" genannt - sollen sich bereits vor rund 11.000 Jahren in dem extremen Gebiet im Windschatten der Anden niedergelassen haben. Das chilenische Unternehmen SQM baut dort seit den 1990ern Lithium ab - es ist neben dem US-Riesen Albemarle das einzige Unternehmen mit einer Abbaugenehmigung im Land. Die chilenische Lithiumproduktion ist in den letzten Jahren schrittweise erhöht worden und wird im Rahmen der nationalen Lithiumstrategie noch weiterwachsen. Die Sorge in den indigenen Gemeinden um das fragile Ökosystem ist groß.
Gestaltung: Melissa Erthardt. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 10.12. 2024.
Der Lithiumabbau und das Wasser.
Damit aus den Salzseen Südamerikas Lithium gewonnen werden kann, muss die lithiumhaltige Sole aus den Tiefen des Bodens in riesige Becken gepumpt werden. Unter der starken Wüstensonne verdampft etwa im Salar de Atacama in einem Zeitraum von 12 bis 14 Monaten rund 97 Prozent der Sole, bis nur noch eine konzentriere Lithiumlösung übrigbleibt. Die wird schließlich in Antofagasta zu Lithiumcarbonat bzw. Lithiumhydroxid weiterverarbeitet. Während die Unternehmen immer wieder betonen, dass es sich bei der abgepumpten Sole nicht um Wasser, sondern um ein Mineral handelt - der hohe Salzgehalt würde das Wasser nämlich ungenießbar und demnach unbrauchbar machen, warnen NGOs und Wissenschaftler: Lithiumbergbau ist Wasserbergbau.
Gestaltung: Melissa Erthardt. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 11.12. 2024.
Argentiniens neuer Ultra-Extraktivismus.
Während in Chile zumindest versucht wird, eine "nachhaltige" Lithiumproduktion zu ermöglichen, schüttelt Argentiniens Präsident Javier Milei mit Elon Musk Hände und öffnet mit dem im Juni verabschiedeten Gesetzespaket "Ley Bases" Großinvestoren Tür und Tor für den Abbau diverser Rohstoffe, darunter Lithium. In der Provinz Jujuy im Norden Argentiniens sorgt eine verfassungswidrige Reform für eine zusätzliche Zuspitzung der Situation: Die dortige Regionalregierung hebelt letztes Jahr die Paragraphen, die bisher die Indigenen Völker geschützt haben, aus. Indigene Gebiete können so zu Spottkonditionen an ausländische Unternehmen verkauft werden. Die Comunidades der Region organisieren sich - und gehen dafür bis zum Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen nach Genf.
Gestaltung: Melissa Erthardt. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 12.12. 2024.
Es kann zermürbend sein, wenn man die 40 bereits überschritten hat und doch nicht ohne die Mama leben kann. Zum Beispiel, weil man es wegen einer Behinderung nicht schafft, genug Geld zu verdienen, um das eigene Leben zu finanzieren. Oder weil man ganz einfach auf die Pflege und Unterstützung durch Verwandte angewiesen ist. Natürlich ist es schön, ein familiäres Auffangnetz zu haben. Aber manchmal fühlt sich dieses Netz auch an wie eine Fessel.
Wir versuchen zu ergründen, wie sich Behinderungen und Abhängigkeiten auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirken können, was es bedeutet, in der sensiblen Teenagerzeit als völlig anders wahrgenommen zu werden und wie frei Menschen mit Behinderungen eigentlich die Entscheidung treffen können, selbst Kinder zu bekommen.
Gestaltung: Lara Egger, Sandra Knopp, Lisa Steiner, Michael Kola
Redaktion: Ulla Ebner, Juliane Nagiller. Gesendet in Ö1 am 2. 12. 2024.
Eigentlich sollte im Jänner 1981 in der Hofburg der Festakt zum von den UN ausgerufenen Internationalen Jahr der Behinderten stattfinden. Doch der Eingang zur Hofburg war blockiert. Und zwar von Menschen in Rollstühlen. Die Blockade sollte als ikonischer Moment in die Geschichte der Selbstbestimmt Leben Bewegung eingehen. Ein Bewegung, die einige politische Erfolge in den 1990er Jahren erreichen konnte. 30 Jahre später ist selbstbestimmt Leben noch immer alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Der Verein "FmB" unterstützt als Interessensvertretung Frauen mit Behinderungen in ihrem politischen Kampf für mehr Selbstbestimmung.
Außerdem werfen wir einen persönlichen Blick auf das Konzept "Selbstbestimmt Leben" und gehen der Frage nach, was Selbstbestimmung im Alltag bedeuten kann.
Gestaltung: Christoph Dirnbacher, Cornelia Hehn, Lisa Steiner, Melissa Felsinger. Redaktion: Ulla Ebner, Juliane Nagiller. Gesendet in Ö1 am 3. 12. 2024.
Die Libido, das Verlangen nach Sexualität und Körperkontakt ist ein natürliches menschliches Bedürfnis. Und das haben Menschen mit Behinderungen ganz genauso, wie die meisten anderen. Doch dieses Bedürfnis auszuleben, ist nicht immer ganz so einfach. Der Verein Senia in Linz bietet Workshops und Beratungen an, um bei selbstbestimmter Sexualität zu unterstützen und das Thema in der Öffentlichkeit zu enttabuisieren. Außerdem besuchen wir Wiens ersten inklusiven, mehrfach barrierefreien Frisiersalon. Den hat Anfang des Jahres die Queerness- und Fat-Acceptance-Aktivistin Nina Holub eröffnet. In dem rosa Plüsch-Ambiente gibt es extra breite Lounge-Stühle, in denen sich auch Personen, die etwas über dem Durchschnittsgewicht liegen, wohlfühlen. Die Friseursessel sind leicht verschiebbar, um Platz für Rollstühle zu machen.
Gestaltung: Anna Celine Mark, Dominic Schmid, Marietta Trendl, Helen Zangerle. Redaktion: Ulla Ebner, Juliane Nagiller. Gesendet in Ö1 am 4. 12. 2024.
Unseren Kindern sagen wir ja gerne, sie könnten alles werden, wenn sie nur fest daran glauben. In der Praxis ist das oft leichter gesagt als getan. Ganz besonders, wenn man Behinderungen hat. Doch wir haben eine Künstlerin getroffen, die es geschafft hat, ihren Traum zu verwirklichen: Die Fuß-Keyboarderin Liz Müller. Und wir haben auch mit Menschen gesprochen, die eines Tages beschlossen haben, einen gut bezahlten Job an den Nagel zu hängen, um sich neu zu erfinden und sich Dingen zu widmen, die sie als erfüllender empfinden.
Gestaltung: Christoph Dirnbacher, Sandra Knopp, Katharina Müllebner, Katharina Reiner, Udo Seelhofer. Redaktion: Ulla Ebner, Juliane Nagiller.
Gesendet in Ö1 am 5. 12. 2024.
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