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Die Diamanten-Industrie in Afrika.
Im letzten August wurde in einer Mine in Botsuana ein tennisballgroßer Rohdiamant gefunden - er dürfte mehr als 40 Millionen US-Dollar einbringen. Diamanten gelten als Luxusprodukt schlechthin. Wie kommt das? Wie werden die Edelsteine gefördert und wie hat sich das Geschäft mit ihnen entwickelt? Und welche Rolle spielt die Politik? Benjamin Breitegger hat in Belgien und Botswana recherchiert.
Gestaltung: Benjamin Breitegger. Gesendet in Ö1 am 25. 11. 2024.
Kleinbergbau in Afrika: mit Hacke und Schaufel.
Obwohl Diamanten heute zu einem Großteil industriell abgebaut werden, bleibt ein Bild im Kopf: Afrikaner, die mit Spitzhacke und Schaufel nach den wertvollen Steinen graben. Der Kleinbergbau ist in Ländern wie Sierra Leone, der Demokatischen Republik Kongo oder Tansania üblich, denn nicht jede Lagerstätte ist für den industriellen Bergbau geeignet. Mehr als eine Million Schürfer sind afrikaweit tätig. Sie haben kein regelmäßiges Einkommen, sondern leben von Funden, die sie an Zwischenhändler verkaufen. Wie funktioniert das Geschäft?
Gestaltung: Benjamin Breitegger. Gesendet in Ö1 am 26. 11. 2024.
Die Geschichte der "Blutdiamanten".
In den 1990er Jahren kam der Begriff "Blutdiamanten" auf - für Edelsteine, deren Erlös Konflikte anheizte. Wie konnte man das verhindern? Um diese Frage zu beantworten, trafen sich in der südafrikanischen Minenstadt Kimberley Staaten-, Industrievertreter und die Zivilgesellschaft. Im Jahr 2003 trat dann das Kimberley-Abkommen in Kraft. Es sollte über staatliche Herkunftszertifikate verhindern, dass sich Rebellengruppen mit Diamantenschmuggel finanzieren. Das Abkommen galt als diplomatischer Meilenstein und ist bis heute in Kraft. Wasserdicht war es aber nie.
Gestaltung: Benjamin Breitegger. Gesendet in Ö1 am 27. 11. 2024.
Sanktionen und neue Regeln.
Das Kimberley-Abkommen sollte ab 2003 einen sauberen Diamanten-Handel garantieren. Doch mehr als 20 Jahre danach sind die Lücken des Abkommens mehr als deutlich. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine war für die G7-Staaten Anlass, den Edelsteinhandel neu zu regeln. Die EU etwa verbietet den Import russischer Rohdiamanten. Auch keine verarbeiteten Steine über 0,5 Karat dürfen mehr importiert werden. Die Regeln sollen weiter verschärft werden. Doch wie einfach sind die Sanktionen umzusetzen? Zwar weist schon heute ein Teil der Industrie die ursprüngliche Herkunft ihrer Diamanten freiwillig aus, verpflichtend ist das aber nicht. Wie steht es um transparente Lieferketten?
Gestaltung: Benjamin Breitegger. Gesendet in Ö1 am 28. 11. 2024.
Phänomen Geburtenrückgang.
Die Geburtenraten in Europa sinken dramatisch. Was sind die Gründe? Und welche Folgen hat das für unsere Gesellschaft? Die Bevölkerung schrumpft. Europa steht vor gravierenden demografischen Veränderungen. "In Europa ist die Geburtenrate deutlich unter zwei Kindern pro Frau", sagt der Bevölkerungswissenschafter Wolfgang Lutz vom Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital. Und damit liegt die Zahl unter der magischen Grenze von 2,1, wo sich die Bevölkerung eines Landes stabil halten würde. Deutschland hat eine Geburtenrate bei 1,5 Kindern. Österreich liegt mit einer Zahl von 1,4 sogar darunter und der negative Trend hält an.
Gestaltung: Ulrike Schmitzer und Matthias Widter in Kooperation mit 3sat. Gesendet in Ö1 am 25. 11. 2024.
Die späte Geburt und die Weltkrise.
Frauen bekommen viel später Kinder als noch vor einigen Jahrzehnten. "Bei uns hat sich ein Muster etabliert: Man will zuerst die Ausbildung abschließen und sich dann im Beruf etablieren. Und erst wenn man finanziell abgesichert ist, denkt man an Familiengründung und das ist eben später und später, weil die Ausbildung länger und länger dauert", erklärt der Bevölkerungswissenschafter Wolfgang Lutz. Das Durchschnittsalter österreichischer Frauen bei der Geburt des ersten Kindes liegt derzeit bei 31,5 Jahren - und ist damit um rund fünf Jahre höher als noch vor 30 Jahren. Immer mehr Menschen bekommen immer später Kinder - oder eben gar nicht mehr. Viele übersehen die biologische Uhr und müssen dann viel Mühe aufwenden, um den Kinderwunsch noch zu verwirklichen.
Gestaltung: Ulrike Schmitzer und Matthias Widter in Kooperation mit 3sat. Gesendet in Ö1 am 26. 11. 2024.
Die Folgen des Geburtenrückgangs.
Die Kinder werden als Arbeitskräfte der Zukunft fehlen. Schon jetzt herrscht massiver Facharbeitermangel, die Unternehmen suchen händeringend nach Auszubildenden. Die Jungen werden gerade in den Branchen fehlen, die durch die alternde Bevölkerung an ihre Grenzen kommen, unter anderem in der Pflege, der Gesundheitsversorgung. Die Kinder der Zukunft sollen aber auch mit ihren Beiträgen das Pensionssystem aufrechterhalten. Gibt es dann noch genug junge Menschen, die ins Pensionssystem einzahlen? Aber stimmt das so? Müssen wir die Geburtsfreudigkeit ankurbeln, oder gibt es noch andere Möglichkeiten? Ist die Zuwanderung die Lösung, wird die Bevölkerung dadurch verjüngt?
Gestaltung: Ulrike Schmitzer und Matthias Widter in Kooperation mit 3sat. Gesendet in Ö1 am 27. 11. 2024.
Wie macht man Lust aufs Kinderkriegen?
Die Politik wäre in vielen Bereichen gefordert. Stichwort Kinderbetreuung: In Österreich haben wir eine - im europäischen Vergleich - wenig ausgebaute Kinderbetreuung. Viele Plätze sind mit einer Vollzeitbeschäftigung gar nicht vereinbar. Die Väterkarenz entlastet die Frauen kaum. "An den wesentlichen Hebeln tut sich nichts", sagt die Schriftstellerin Gertraud Klemm. Die multiplen Krisen haben auch dazu geführt, dass viele keine Kinder mehr in die Welt setzen wollen. Wie kann man die Zuversicht fördern?
Gestaltung: Ulrike Schmitzer und Matthias Widter in Kooperation mit 3sat. Gesendet in Ö1 am 28., 11. 2024.
Ausgeglichenheit durch Räumliche Pausen.
Privat und öffentlich, Rückzugsort und Treffpunkt - die Stadt lebt von ihrer räumlichen Diversität. Plätze, Parks und allgemein zugängliche Orte wie Flussufer, Strände oder Wälder verleihen einer Stadt nicht nur Abwechslung, sie sind auch wichtige Pausenräume in der urbanen Betriebsamkeit. Die Beziehung zur Natur, zu den Lebensräumen, zu den Pflanzen und Tieren, ihre Geräusche, Düfte und Lichtverhältnisse bieten Raum zum Durchatmen. Nicht nur für die Menschen selbst auch für den Umgang mit anderen Lebewesen, die in der Stadt vorkommen. Die Stadtplanung macht hier sukzessive Fortschritte. Längst geht es nicht nur um klassische raumplanerische Flächenzuweisungen. Das Konzept der Cohabitation hält Einzug in die Überlegungen, für wen die Stadt gemacht wird.
Gestaltung: Ilse Huber. Gesendet in Ö1 am 18. 11. 2024.
Seelischer Druck durch Dichte.
Viele Geschöpfe drängen in die Stadt wegen ihrer Überlebens-Chancen. Das gilt für Menschen genauso wie für (Wild)Tiere. Sind es zu viele, muss neu verhandelt werden, wieviel die Stadt verträgt. Seien es Wildschweine, Tauben, Krähen, Möwen. Aber auch zu viele Menschen an einem Ort erzeugen Konflikte. Stichwort: Massenansammlungen - kein Ort für schwache Nerven. Das führt zur Frage der Dichte. Das enge, räumliche Miteinander kann anregend und stimulierend sein. Viele schöpfen aus dem bunten Zusammenleben Kraft und Inspiration. Doch die Dichte einer Stadt erschöpft, macht müde und laugt aus. Eine Belastung für die psychische Ausgeglichenheit. Die Geduld mit sich und anderen sinkt, der Aggressionspegel steigt, und man gerät außer Kontrolle. Ein schlechtes Zeichen im Umgang miteinander und für die eigene mentale Gesundheit.
Gestaltung: Ilse Huber. Gesendet in Ö1 am 19. 11. 2024.
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