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US-Präsident Donald Trump hat in seiner Rede an die Nation am Mittwochabend gedroht, Iran “in die Steinzeit” zu bomben. Das ist eine völlig sinnfreie Aussage, sagt Thomas Kater, der Philosophie an der Universität Leipzig lehrt und sich viel mit Pazifismus beschäftigt hat. Pazifisten als “weltfremde Spinner” zu bezeichnen, hält er für “reine Denunziation”. Er wüsste nicht, was weltfremd daran sein solle, Kriege als sinnfrei abzulehnen: Es könne “keinen guten Krieg geben”, sagt Kater weiter: “Alle Kriege sind schlechte Kriege.”
Angesichts dieser kriegerischen, trumpschen Töne wirkt das diesjährige Motto der Ostermärsche, “Kriege verweigern – Frieden schaffen”, hilflos. Kater erläutert, dass Pazifismus noch nie eine einheitliche Bewegung gewesen sei, sondern immer verschiedene Strömungen umfasst habe. Zentral aber sei ihm die Ablehnung des Krieges als “sinnlos und zerstörerisch”. Im Gegensatz zum Bellizismus, der entmenschliche, folge der Pazifismus einer radikalen individuellen Ethik.
Zum Weiterlesen:
Hier finden Sie unseren Artikel zum Start der Mondumrundung.
Unseren Liveblog dazu hier.
Und hier den Livestream von der Nasa.
Zumindest einen Teil der im Gespräch erwähnten Literatur zum Pazifismus finden Sie hier:
Bertha von Suttner (1889), “Die Waffen nieder!”
Bruno Vogel (1924), “Es lebe der Krieg! Ein Brief”
Erasmus von Rotterdam (1517), “Die Klage des Friedens”
Ernst Friedrich (1924), “Krieg dem Kriege”
Hans Driesch (1928), “Die sittliche Tat. Ein moralphilosophischer Versuch”
Helene Stöcker (2015), hrsg. Reinhold Lütgemeier-Davin und Kerstin Wolff, “Lebenserinnerungen. Die unvollendete Biographie einer frauenbewegten Pazifistin”
Immanuel Kant (1797), “Metaphysik der Sitten”
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Nadja Schlüter, Henk Ruigrok van der Werven, Kristina Marie Höser
Produktion: Julius Zimmer
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über Nasa.
Sie haben Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie uns: [email protected].
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By Süddeutsche Zeitung4.7
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US-Präsident Donald Trump hat in seiner Rede an die Nation am Mittwochabend gedroht, Iran “in die Steinzeit” zu bomben. Das ist eine völlig sinnfreie Aussage, sagt Thomas Kater, der Philosophie an der Universität Leipzig lehrt und sich viel mit Pazifismus beschäftigt hat. Pazifisten als “weltfremde Spinner” zu bezeichnen, hält er für “reine Denunziation”. Er wüsste nicht, was weltfremd daran sein solle, Kriege als sinnfrei abzulehnen: Es könne “keinen guten Krieg geben”, sagt Kater weiter: “Alle Kriege sind schlechte Kriege.”
Angesichts dieser kriegerischen, trumpschen Töne wirkt das diesjährige Motto der Ostermärsche, “Kriege verweigern – Frieden schaffen”, hilflos. Kater erläutert, dass Pazifismus noch nie eine einheitliche Bewegung gewesen sei, sondern immer verschiedene Strömungen umfasst habe. Zentral aber sei ihm die Ablehnung des Krieges als “sinnlos und zerstörerisch”. Im Gegensatz zum Bellizismus, der entmenschliche, folge der Pazifismus einer radikalen individuellen Ethik.
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Hans Driesch (1928), “Die sittliche Tat. Ein moralphilosophischer Versuch”
Helene Stöcker (2015), hrsg. Reinhold Lütgemeier-Davin und Kerstin Wolff, “Lebenserinnerungen. Die unvollendete Biographie einer frauenbewegten Pazifistin”
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