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Das sagt der Thüringer Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer in unserem Podcast Politik und Hintergrund. Kramer betont, dass sich die rechtsextremistische Szene "in ihrer Vielfalt" sehr viel weiterentwickelt habe.
Es gebe radikalisierte junge Menschen und Kameradschaften. Und die Radikalisierung erfolge viel schneller als noch vor 15 Jahren. Damals hatte sich der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund „NSU“ selbst enttarnt. Durch die Selbstmorde von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4. November 2011. Beate Zschäpe zündete daraufhin die gemeinsame Wohnung des Trios in Zwickau an, um Beweise zu vernichten und stellte sich einige Tage später der Polizei. Sie wurde 2018 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Nach wie vor sind nicht alle Fragen zum NSU beantwortet. Vor allem nicht die nach Helfern und Unterstützern des Terrortrios, dem eine Polizistin und neun Menschen mit Migrationshintergrund zum Opfer fielen. Die Angehörigen der Opfer, die zunächst von den Ermittlungsbehörden selbst verdächtigt wurden, drängen bis heute auf mehr Sichtbarkeit, mehr Unterstützung durch den Staat und mehr Informationen zu den Hintergründen der Taten.
Sie kritisieren auch, dass Beate Zschäpe an einem nicht-staatlichen Aussteigerprogramm teilnimmt, zur Aufklärung der Taten aber bisher nicht wesentlich beigetragen hat. Diese Woche wurde bekannt, dass das Oberlandesgericht München frühestens im Jahr 2035 darüber beraten wird, ob die Rechtsterroristin früher aus der Haft entlassen werden kann. Zschäpe wurde zu lebenslanger Haft verurteilt mit besonderer Schwere der Schuld. Bisher hat sie 15 Jahre im Gefängnis verbracht.
Thies Marsen aus der BR-Politikredaktion, der seit vielen Jahren zum Thema Rechtsextremismus recherchiert, hat für Politik und Hintergrund mit mehreren Opferangehörigen gesprochen.
Zwanzig Prozentpunkte liegt die AfD in Sachsen-Anhalt laut der jüngsten ARD-Umfrage vor dem Zweitplatzierten, der CDU. Alles deutet also darauf hin, dass bei der Wahl am kommenden Sonntag eine gesichert rechtsextreme Partei stärkste Kraft wird.
Was bedeutet das für die Menschen in Sachsen-Anhalt – und was für die Demokratie?
Barbara Kostolnik bespricht diese Fragen unter anderem mit dem Totalitarismus-Forscher Steffen Kailitz von der TU Dresden. Außerdem: "Für die AfD sind NGOs einer der Hauptfeinde" sagt Michael Nattke vom Kulturbüro Sachsen. Er erzählt, wie sich seine und andere NGOs gegen die Angriffe der AfD wappnen und was Sachsen-Anhalt von Sachsen lernen könnte.
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