Man muss ins Gespräch kommen, auch mit denen, die offenbar Unsinn über Israel verbreiten. Das erklärt der deutsch-jüdische Autor und Publizist Rafael Seligmann über den Versuch, das Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen mit den Verbrechen der Nazis an den Juden während des Zweiten Weltkrieges zu vergleichen. Über die Frage der Legitimität solcher Vergleiche und – damit verbunden – über den Stand der Meinungsfreiheit in Deutschland war es am 9. November 2025 zu einem Eklat gekommen, als der amerikanisch-jüdische Philosoph Jason Stanley eine Rede in einer Frankfurter Westend-Synagoge hielt und diese nach Protesten aus der Zuhörerschaft vorzeitig abbrach oder abbrechen musste. Auch wenn er unhistorische Vergleiche scharf verurteile, "die Leute sollen dennoch sagen, was sie denken und darüber kann man diskutieren", so das Plädoyer des deutsch-jüdischen Schriftstellers Rafael Seligmann.
"Keine Schonzeit für Juden. Die Antwort eines Betroffenen", lautet der Titel seines jüngsten Buches, erschienen im Herder Verlag. Darin äußert er sich sehr besorgt über die Zunahme des Antisemitismus in Deutschland und anderswo in Europa. MDR KULTUR-Redakteur Stefan Nölke hat mit Rafael Seligmann gesprochen.
Verfügbar bis 21. November 2026