Der junge Hawaiianer Keawe erwirbt eine mysteriöse Flasche, die ihrem Besitzer jeden Wunsch erfüllt, ein Leben lang. Wer sie jedoch noch im Augenblick seines Todes besitzt, wird im ewigen Höllenfeuer schmoren. Deshalb muss sich Keawe rechtzeitig wieder von ihr trennen. Sie ist jedoch unzerstörbar. Um sie wieder loszuwerden, muss man die Flasche verkaufen, und zwar billiger, als man sie gekauft hat, sonst kehrt sie zu einem zurück. Und man muss dem Käufer vorher alle Bedingungen offenbaren …
Lesung mit Achim Gertz
Produktion: NDR 1966
Verfügbar bis 3. November 2026
Hintergrund zur Entstehungszeit der Novelle:
Stevenson schrieb diese Novelle auf der Samoa-Insel Upolu, wo er mit Frau und Kindern von 1890 bis zu seinem Tod 1894 lebte. Er starb mit 44 Jahren an Tuberkulose. Stevenson, der immer viel gereist war, betrieb auf Upolu eine Plantage – und war dort schriftstellerisch sehr produktiv. Seine zwölf samoanischen Diener nahm er wie Familienangehörige in den "Stevenson-Clan" auf. (siehe Bild)
Die Inselbewohner gaben ihm den Namen Tusitala: der Geschichtenerzähler. Stevenson versuchte, in dem dortigen Konflikt zwischen den Inselbewohnern und den europäischen Vertretern zu vermitteln, letztere empfand er als inkompetent. Er verfasste dazu den Essay: "Eine Fußnote zur Geschichte – Acht Jahre Unruhen auf Samoa".
Stevenson unterstützte u. a. den samoanischen Oberhäuptling Mataafa, der sich im Konflikt mit seinem Rivalen Laupepa befand. Das britische Foreign Office empfahl Stevenson daraufhin, sich auf das Schreiben zu konzentrieren, was er ignorierte. Nach seiner Niederlage unterstützte der Stevenson-Clan Mataafa und weitere Inhaftierte mit Lebensmitteln und Medikamenten. Als Dankeschön bauten die Anhänger des Häuptlings 1894 eine Verbindungsstraße (genannt "Straße der liebenden Herzen") mitten durch den Urwald nach Vailima, dem Haus der Familie. Seit 1994 beheimatet es das Robert-Louis-Stevenson-Museum.