Diese Folge steht im Zeichen zweier großer Rennen. Straps sitzt im Grazer Studio, Flo schaltet aus Norwegen zu, wo hinter ihm ein See, ein Bergpanorama und ein ganzer Moskitoschwarm auf ihn warten. Er hat gerade das Bright Midnight gefinisht, ein 1.100-Kilometer-Ultra durch die norwegischen Fjälls, und nimmt uns in diesem ersten von zwei Teilen mit auf die erste Rennhälfte. Straps wiederum steht kurz vor dem Absprung: Wenn diese Episode erscheint, ist er schon auf dem Weg zum Transcontinental Race.
Deshalb beginnt die Folge mit einer TCR-Vorschau. Straps wagt sich erstmals mit Tubeless-Reifen an ein großes Rennen, eine Umstellung, vor der er lange Respekt hatte. Ausgerechnet beim Fotoshooting steckt plötzlich eine vier Zentimeter lange Schraube senkrecht im Reifen, und die Dichtmilch hält dicht. Eine unfreiwillige Generalprobe, die ihn im letzten Moment bestärkt. Dazu blicken die beiden auf ein brutal stark besetztes Starterfeld mit Robin Gemperle als großem Favoriten und Jana Kesenheimer als bekanntestem Namen im Frauenfeld, und Straps legt ein Tool ans Herz: routevalidator.com, das ein Fan namens Vincent aus purer Begeisterung programmiert hat, um Routen gegen die Banned Roads zu prüfen.
Dann übernimmt Flo, und seine Bright-Midnight-Vorgeschichte ist eine einzige Pannenserie. Erst kommt die falsche Schuhschachtel mit dem falschen Modell, dann klappt am Wohnmobil der Radträger auf der Fahrt zum Supermarkt herunter, und Lenker samt teurem elektronischem Schalthebel schleifen kilometerweit über den Asphalt. Straps kontert mit seiner eigenen Horrorgeschichte vom Rad, das einst senkrecht schwebend vom Radträger hing. Trotz allem bleibt Flos Rad der Hingucker der Veranstaltung, so sehr, dass Straps kurzerhand die neue Kategorie "Rad des Monats" ausruft.
Der eigentliche Wahnsinn beginnt aber am Renntag. Nach einer durchfallgeplagten Nacht, einem im Halbschlaf durchgeführten Firmware-Update und einem umgekippten Rad steht Flo am Start, tritt in den ersten Anstieg und die komplett elektronische Schaltung ist tot. Kein Licht, keine Reaktion, das ganze Feld rollt vorbei. Er dreht um, schiebt zurück zum Basecamp, und ausgerechnet Rennorganisator Justinas Leveika höchstpersönlich fixt das Problem mit einer Kugel Alufolie zwischen den Kontakten. Ein Provisorium, das tatsächlich das ganze Rennen hält. Die Szene löst eine kluge Debatte darüber aus, wo beim Unsupported-Racing eigentlich die Grenze verläuft und warum Flo die klar formulierten Regeln des TCR am Ende doch zu schätzen weiß.
Von da an geht es ums nackte Durchbeißen: Magenkrämpfe, eine volle Blase, stundenlang nichts essen können, bis nach sechs Stunden ein Hotelrestaurant die Wende bringt. Flo erzählt vom ungewohnten Erlebnis, plötzlich unter ganz anderen Leuten zu fahren, die mit Brotmesser und Speck am Aussichtspunkt picknicken, von den fast schon magischen norwegischen 24-Stunden-Supermärkten, in denen man allein wie ein Kind durch die hell beleuchteten Gänge streift, und von seiner obersten Regel bei einstelligen Temperaturen: bloß nicht nass werden, koste es noch so viele Regenjacken-Stopps. Am Checkpoint 1, wo halb Norwegen das WM-Spiel gegen Brasilien verfolgt, endet dieser erste Teil. Wie es weitergeht, hört ihr in einer Woche in Teil 2, während Straps längst selbst beim Transcontinental unterwegs ist.
GPS-Tracking TCRNo12: https://www2.followmychallenge.com/live/tcrno12/
Banned roads: https://www.google.com/maps/d/u/0/viewer?mid=1kGsSeXJEoxSe1-JXMqRrHSqgPkXlWc0I&ll=48.30221875576889%2C12.032001315884646&z=4
Routevalidator: https://routevalidator.com/
Brightmidnight Replay: https://www.followmychallenge.com/live/bright-midnight-2026
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