Transaktionsanalyse fürs Ohr

Transaktionsanalyse fürs Ohr

By Christin Nierlich und Jürg BolligerBusinessScienceSocial SciencesEducation
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Transaktionsanalyse fürs Ohr episodes

  • Sichere Bindung - starke Führung
    Episode 179

    Was haben Bindungstheorie und Führung miteinander zu tun? Sehr viel, wie Miek Hehenkamp und Cor van Geffen in ihrem Artikel im Transactional Analysis Journal zeigen. In dieser Episode gehen wir dem nach: Welche Rolle spielen sichere und unsichere Bindungsstile für Führungskräfte? Und wie wirken sie sich auf Vertrauen, Zusammenarbeit und Entwicklung in Teams aus?

    Wir sprechen über psychologische, mentale und soziale Sicherheit – und warum es für gelingende Führung entscheidend ist, dass Führungskräfte nicht nur Strukturen vorgeben, sondern auch Sicherheit vermitteln und Erlaubnisse geben. Denn nur in einem Klima der Verbundenheit können Menschen offen denken, sich zeigen, Neues ausprobieren und wachsen.

    Dabei werfen wir auch einen Blick auf die Verbindung von Bowlbys Bindungstypen mit den Grundpositionen aus der Transaktionsanalyse: ein Kombination, die auf spannende Weise verdeutlicht, wie innere Haltungen und Bindungserfahrungen das Führungsverhalten prägen.

    Ob in klassischen Führungsrollen oder in anderen Kontexten, in denen wir Menschen begleiten – die Frage, wie wir sichere Bindung gestalten, ist überall relevant.

    Übersicht: Bindungsstile und Führungsverhalten

    Sicher gebunden | ich bin okay - du bist okay

    • offen
    • vertrauensbildend
    • entwicklungsfördernd
    • Unsicher-ambivalent | ich bin nicht okay - du bist okay

      • anpassend
      • bestätigungssuchend
      • perfektionistisch
      • Unsicher-vermeidend | ich bin okay - du bist nicht okay

        • distanziert
        • gefühlskontrolliert
        • wenig empathisch
        • Desorganisiert | ich bin nicht okay - du bist nicht okay

          • widersprüchlich
          • unvorhersehbar
          • verunsichernd
          • 28 min
          • Wenn Technik zur Haltung wird – vier Stufen auf dem Weg zur professionellen Autonomie
            Episode 178

            Der Artikel beschreibt, wie Menschen berufliche Kompetenzen entwickeln – vom ersten Kontakt mit einem Modell bis hin zu einer innerlich verankerten, professionellen Haltung. Grundlage ist ein vierstufiges Lernmodell, das auch für die TA-Ausbildung und Supervision wertvolle Impulse liefert.

            🧭 Die vier Stufen im Überblick

            1️⃣ Vorläufige Affinität

            Erste Versuche mit einem Konzept – oft unvollständig, von Begeisterung getragen, aber noch ohne tiefes Verständnis.

            2️⃣ Symptomatische Affinität

            Routiniert in der Anwendung – aber das Modell wird isoliert genutzt, ohne Blick für Kontext oder Alternativen.

            3️⃣ Konzeptuelle Affinität

            Reflektiertes Verständnis – das Modell wird bewusst eingesetzt oder auch weggelassen, je nach Situation und Ziel.

            4️⃣ Professionelle Autonomie

            Das Gelernte wird Teil der eigenen Identität – spontan, stimmig, integriert. Die Technik ist zur Haltung geworden.

            Wir sprechen darüber, wie diese Stufen erlebbar sind, welche typischen Lernhindernisse (Discounts) auftreten können – und was du brauchst, um dich weiterzuentwickeln.

            24 min
          • 9 Vertragsarten und ihre Wirkung
            Episode 177

            In einem ZTA-Artikel aus dem Jahr 1988 haben Heinrich Kessler, Hans-Georg Hauser und Hans J. Reuter neun Vertragsarten und die in ihnen steckenden Gefahren vorgestellt.

            Wir beleuchten in unserem Gespräch die Bedeutung dieser Vertragsarten, auch jenseits des ursprünglichen OE-Kontexts: etwa in Bildung, Coaching und anderen Beratungssettings. Die Folge sensibilisiert dafür, welche Vertragseinladungen wir in der professionellen Rolle erhalten – und welche bewussten (oder unbewussten) Prozesse dabei ablaufen.

            Die 9 Vertragsarten

            1. Vertrag zulasten Dritter
            2. Skriptvertrag
            3. Kreativitätsvertrag
            4. Symbiotisch überverantwortlicher Vertrag
            5. Symbiotisch unterverantwortlicher Vertrag
            6. Symbiotischer Vertrag 2. Ordnung
            7. Erwachsenen-Ich-Vertrag
            8. Weicher Vertrag
            9. Formaler Vertrag
            10. 31 min
            11. Die vier Entwicklungsbereiche der Transaktionsanalyse-Ausbildung
              Episode 176

              we Schulz-Wallenwein ist lehrender Transaktionsanalytiker (TSTA-C), Leiter des ITAS Instituts Stuttgart und langjähriger Begleiter zahlreicher Ausbildungsteilnehmender.

              Er hat ein Modell entwickelt, das die Vielfalt und Tiefe des Lernprozesses in der TA-Ausbildung sichtbar macht.

              Aus der zwei Achsen

              • Bildung ↔ Qualifizierung
              • Persönlichkeitsentwicklung ↔ Instrumentelles Lernen
              • ergeben sich vier Lern- und Entwicklungsbereiche:

                • Selbsterfahrung
                • Umgang mit Instrumenten
                • Techniken und Methoden
                • Integration von TA im Berufsfeld
                • 35 min
                • Dreiklang der Führung
                  Episode 175

                  In einem TAJ-Artikel aus dem Jahr 2024 beschreibt Michael Korpiun drei Typen von Führung, die von Eric Berne formuliert wurden. Michael entwickelt Bernes Ideen weiter und stellt eine archetypische Interpretation dieser drei Arten von Führung vor.

                  • König:in (verantwortliche Führung) → Stabilität
                  • Held:in (effektive Führung) → Aktion
                  • Priester:in (psychologische Führung) → Veränderung
                  • Quelle:

                    Michael Korpiun (2024): The Leadership Triad: A Relational Model. Transactional Analysis Journal, 54:3, 245-260

                    19 min
                  • Ethik: von Bewertung zu Erkundung
                    Episode 173

                    In einem Artikel im TAJ berichtet Anne de Graaf, wie sich seine Einstellung zur Ethik in den Jahren, in denen er Mitglied und einer der Vorsitzenden des Ethikkomitees der International Transactional Analysis Association (ITAA) war, radikal verändert hat. Er hat begonnen, auf eine neue Art und Weise über die Analyse nachzudenken, indem er eine individuelle und eine systemische Perspektive kombiniert. Für ihn geht es in der Ethik heute nicht mehr darum, das Fehlverhalten eines Einzelnen zu beurteilen, sondern das Denken, Fühlen und Handeln aller Menschen zu verstehen, die an einem unerwünschten Ergebnis beteiligt sind.

                    Niemand, der einen Fehler macht, will beschuldigt, beschämt oder zum Sündenbock gemacht werden. Für mich sollte das Ziel einer ethischen Debatte nicht sein, herauszufinden, was richtig oder falsch ist. Das Ziel sollte vielmehr sein, ein Bewusstsein für die Entscheidungen zu schaffen, die wir als Erwachsene treffen.

                    (Anne de Graaf)

                    Quelle:

                    Anne de Graaf (2024): From Assessing to Exploring: Less Parent, More Adult in Ethical Reasoning? In: Transactional Analysis Journal, Volume 54, 2024 - Issue 2

                    20 min
                  • Einschärfungen im nicht-therapeutischen Kontext
                    Episode 172

                    Wenn wir in unseren Gruppen Konzepte aus dem Themenbereich "Skript" besprechen, taucht immer wieder die Frage auf, wie diese im nicht-therapeutischen Kontext eingesetzt werden können. Wie können Menschen, die in Beratung, Coaching, Bildung, Führung usw. tätig sind, das Konzept der Einschärfungen in ihrer Arbeit nutzen? Dieser Frage gehen wir in dieser Episode nach.



                    Einschärfungen

                    Die unbewussten Skriptbotschaften bzw. Einschärfungen mit ihren Verboten spiegeln etwas von den kindlichen Ängsten und nicht erfüllten Sehnsüchten der Eltern wider.

                    (Almut Schmale-Riedel: Der unbewusste Lebensplan)

                    Injunction bedeutet Weisung oder Anordnung, insbesondere im Sinn einer richterlichen Verfügung, etwas zu tun oder zu unterlassen mit Strafandrohung bei Zuwiderhandlung. Nach Berne wurde dieses Wort wegen dieser juristischen Bedeutung zu einem Fachausdruck in der Transaktionsanalyse…

                    (Leonhard Schlegel: Handwörterbuch der Transaktionsanalyse)



                    12 Einschärfungen nach Gouldings

                    • Sei nicht!
                    • Sei nicht du!
                    • Sei kein Kind!
                    • Werde nicht erwachsen!
                    • Schaff’s nicht!
                    • Lass das!
                    • Sei nicht wichtig!
                    • Gehöre nicht dazu!
                    • Sei nicht nahe!
                    • Sei nicht gesund!
                    • Denke nicht!
                    • Fühle nicht!


                    • Erlaubnisse

                      Erlaubnisse sind das wichtigste therapeutische Instrument des Skript-Analytikers.

                      (Eric Berne: Was sagen Sie, nachdem Sie ‘Guten Tag’ gesagt haben?)

                      Es handelt sich um suggestiv wirksame verbale *(oder averbale) Äußerungen, die denjenigen, an den sie sich richten, vom Zwang befreien, sich lebensfeindlichen inneren Beschränkungen zu unterziehen, die ihm in der Kleinkindheit auferlegt worden sind oder die er sich später selbst auferlegt hat.

                      (Leonhard Schlegel: Handwörterbuch der Transaktionsanalyse)

                      Die wichtigsten Erlaubnisse sind zu lieben und etwas zu verändern und die Dinge gut zu machen.

                      (Eric Berne: Was sagen Sie, nachdem Sie ‘Guten Tag’ gesagt haben?)


                      22 min
                    • Erwachsenenbildung im Fokus: über Gruppenarten und effektive Leitung
                      Episode 171

                      Jean Illsley Clarke befasst sich im Buch "Wo, Me Lead a Group?" mit Gruppen und insbesondere mit der Leitung von Gruppen. Wir greifen einige ihrer Gedanken auf und diskutieren sie in dieser Podcast-Episode.

                      Arten von Gruppen

                      Entdeckungsgruppen (Discovery groups)

                      konzentrieren sich darauf, das Bewusstsein für irgendeine Art von Problem zu schärfen.

                      Austauschgruppen (Sharing groups)

                      bieten Menschen die Möglichkeit, sich über Themen zu unterhalten, die ihnen wichtig sind.

                      Gruppen zur Kompetenzentwicklung (Skill-building groups)

                      konzentrieren sich auf die Fähigkeiten und Kenntnisse, die eine Person oder eine Gruppe erwerben oder entwickeln soll.

                      Planungsgruppen (Planning groups)

                      konzentrieren sich auf die Entwicklung eines zukunftsorientierten Plans mit einem konkreten Handlungsentwurf.

                      Qualitäten effektiver Gruppenleitung in der Erwachsenenbildung

                      Wärme (Warmth)

                      • Freundlich von Menschen sprechen
                      • Vertrauen und Zuwendung transportieren
                      • Wohlwollende Beziehung mit Menschen
                      • Indirektheit (Indirectness)

                        • Die Menschen Dinge selbst entdecken lassen
                        • Bereit sein, nicht alles zu sagen, was sie wissen, selbst wenn es „gut für die Menschen“ wäre
                        • Kognitive Organisation (Cognitive organization)

                          • Klare Ziele im Auge haben
                          • Lerninhalte in Schritte aufteilen
                          • Kenntnisse sind gut organisiert
                          • Klarheit über das eigene Wissen und die eigenen Lücken haben
                          • Bereit sein, zu sagen, dass man etwas nicht weiß, und nicht so tun, als wüsste man es
                          • Enthusiasmus (Enthusiasm)

                            • Begeisterung für Menschen fühlen
                            • Vom inhaltlichen Thema begeistert sein
                            • Quelle

                              Jean Illsley Clarke (1984): Who, Me Lead a Group? Parenting Press Inc., Seattle, Washington

                              23 min

                            About Transaktionsanalyse fürs Ohr

                            From the publisher's feed

                            Gespräche über Modelle und Konzepte der Transaktionsanalyse und deren Anwendung

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