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Was haben Bindungstheorie und Führung miteinander zu tun? Sehr viel, wie Miek Hehenkamp und Cor van Geffen in ihrem Artikel im Transactional Analysis Journal zeigen. In dieser Episode gehen wir dem nach: Welche Rolle spielen sichere und unsichere Bindungsstile für Führungskräfte? Und wie wirken sie sich auf Vertrauen, Zusammenarbeit und Entwicklung in Teams aus?
Wir sprechen über psychologische, mentale und soziale Sicherheit – und warum es für gelingende Führung entscheidend ist, dass Führungskräfte nicht nur Strukturen vorgeben, sondern auch Sicherheit vermitteln und Erlaubnisse geben. Denn nur in einem Klima der Verbundenheit können Menschen offen denken, sich zeigen, Neues ausprobieren und wachsen.
Dabei werfen wir auch einen Blick auf die Verbindung von Bowlbys Bindungstypen mit den Grundpositionen aus der Transaktionsanalyse: ein Kombination, die auf spannende Weise verdeutlicht, wie innere Haltungen und Bindungserfahrungen das Führungsverhalten prägen.
Ob in klassischen Führungsrollen oder in anderen Kontexten, in denen wir Menschen begleiten – die Frage, wie wir sichere Bindung gestalten, ist überall relevant.
Übersicht: Bindungsstile und Führungsverhalten
Sicher gebunden | ich bin okay - du bist okay
Unsicher-ambivalent | ich bin nicht okay - du bist okay
Unsicher-vermeidend | ich bin okay - du bist nicht okay
Desorganisiert | ich bin nicht okay - du bist nicht okay
Der Artikel beschreibt, wie Menschen berufliche Kompetenzen entwickeln – vom ersten Kontakt mit einem Modell bis hin zu einer innerlich verankerten, professionellen Haltung. Grundlage ist ein vierstufiges Lernmodell, das auch für die TA-Ausbildung und Supervision wertvolle Impulse liefert.
🧭 Die vier Stufen im Überblick
1️⃣ Vorläufige Affinität
2️⃣ Symptomatische Affinität
3️⃣ Konzeptuelle Affinität
4️⃣ Professionelle Autonomie
Wir sprechen darüber, wie diese Stufen erlebbar sind, welche typischen Lernhindernisse (Discounts) auftreten können – und was du brauchst, um dich weiterzuentwickeln.
In einem ZTA-Artikel aus dem Jahr 1988 haben Heinrich Kessler, Hans-Georg Hauser und Hans J. Reuter neun Vertragsarten und die in ihnen steckenden Gefahren vorgestellt.
Wir beleuchten in unserem Gespräch die Bedeutung dieser Vertragsarten, auch jenseits des ursprünglichen OE-Kontexts: etwa in Bildung, Coaching und anderen Beratungssettings. Die Folge sensibilisiert dafür, welche Vertragseinladungen wir in der professionellen Rolle erhalten – und welche bewussten (oder unbewussten) Prozesse dabei ablaufen.
Die 9 Vertragsarten
we Schulz-Wallenwein ist lehrender Transaktionsanalytiker (TSTA-C), Leiter des ITAS Instituts Stuttgart und langjähriger Begleiter zahlreicher Ausbildungsteilnehmender.
Er hat ein Modell entwickelt, das die Vielfalt und Tiefe des Lernprozesses in der TA-Ausbildung sichtbar macht.
Aus der zwei Achsen
ergeben sich vier Lern- und Entwicklungsbereiche:
In einem TAJ-Artikel aus dem Jahr 2024 beschreibt Michael Korpiun drei Typen von Führung, die von Eric Berne formuliert wurden. Michael entwickelt Bernes Ideen weiter und stellt eine archetypische Interpretation dieser drei Arten von Führung vor.
Quelle:
In einem Artikel im TAJ berichtet Anne de Graaf, wie sich seine Einstellung zur Ethik in den Jahren, in denen er Mitglied und einer der Vorsitzenden des Ethikkomitees der International Transactional Analysis Association (ITAA) war, radikal verändert hat. Er hat begonnen, auf eine neue Art und Weise über die Analyse nachzudenken, indem er eine individuelle und eine systemische Perspektive kombiniert. Für ihn geht es in der Ethik heute nicht mehr darum, das Fehlverhalten eines Einzelnen zu beurteilen, sondern das Denken, Fühlen und Handeln aller Menschen zu verstehen, die an einem unerwünschten Ergebnis beteiligt sind.
Niemand, der einen Fehler macht, will beschuldigt, beschämt oder zum Sündenbock gemacht werden. Für mich sollte das Ziel einer ethischen Debatte nicht sein, herauszufinden, was richtig oder falsch ist. Das Ziel sollte vielmehr sein, ein Bewusstsein für die Entscheidungen zu schaffen, die wir als Erwachsene treffen.
Quelle:
Wenn wir in unseren Gruppen Konzepte aus dem Themenbereich "Skript" besprechen, taucht immer wieder die Frage auf, wie diese im nicht-therapeutischen Kontext eingesetzt werden können. Wie können Menschen, die in Beratung, Coaching, Bildung, Führung usw. tätig sind, das Konzept der Einschärfungen in ihrer Arbeit nutzen? Dieser Frage gehen wir in dieser Episode nach.
Die unbewussten Skriptbotschaften bzw. Einschärfungen mit ihren Verboten spiegeln etwas von den kindlichen Ängsten und nicht erfüllten Sehnsüchten der Eltern wider.
Injunction bedeutet Weisung oder Anordnung, insbesondere im Sinn einer richterlichen Verfügung, etwas zu tun oder zu unterlassen mit Strafandrohung bei Zuwiderhandlung. Nach Berne wurde dieses Wort wegen dieser juristischen Bedeutung zu einem Fachausdruck in der Transaktionsanalyse…
Erlaubnisse sind das wichtigste therapeutische Instrument des Skript-Analytikers.
Es handelt sich um suggestiv wirksame verbale *(oder averbale) Äußerungen, die denjenigen, an den sie sich richten, vom Zwang befreien, sich lebensfeindlichen inneren Beschränkungen zu unterziehen, die ihm in der Kleinkindheit auferlegt worden sind oder die er sich später selbst auferlegt hat.
Die wichtigsten Erlaubnisse sind zu lieben und etwas zu verändern und die Dinge gut zu machen.
Jean Illsley Clarke befasst sich im Buch "Wo, Me Lead a Group?" mit Gruppen und insbesondere mit der Leitung von Gruppen. Wir greifen einige ihrer Gedanken auf und diskutieren sie in dieser Podcast-Episode.
Entdeckungsgruppen (Discovery groups)
Austauschgruppen (Sharing groups)
Gruppen zur Kompetenzentwicklung (Skill-building groups)
Planungsgruppen (Planning groups)
Wärme (Warmth)
Indirektheit (Indirectness)
Kognitive Organisation (Cognitive organization)
Enthusiasmus (Enthusiasm)
Jean Illsley Clarke (1984): Who, Me Lead a Group? Parenting Press Inc., Seattle, Washington
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