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Weshalb widersprechen manche Menschen Lehrenden oder Führungskräften immer wieder? Weshalb möchten andere unbedingt alles richtig machen, konkurrieren um Aufmerksamkeit oder bleiben in Gruppen nahezu unsichtbar?
Anisha Pandya und Giles Barrow gehen davon aus, dass Beziehungsmuster nicht nur in der Familie entstehen. Auch das Klassenzimmer ist ein bedeutsamer Ort: Hier erleben wir Autorität, Bewertung, Zugehörigkeit, Konkurrenz und die Aufmerksamkeit von Lehrpersonen.
In dieser Episode stellen wir die acht pädagogischen Beziehungsmuster ihres Modells vor. Wir sprechen darüber, wie Erfahrungen aus der Schulzeit bis ins Erwachsenenleben weiterwirken können und was Lehrende, Beratende und Führungskräfte dazu beitragen können, neue Beziehungserfahrungen zu ermöglichen.
In dieser Episode greifen wir den Artikel "The Three Levels of Leadership" von Sari van Poelje auf. Die Autorin knüpft an Eric Bernes Theorie von Gruppen und Organisationen an und beschreibt Führung auf drei Ebenen: der Organisationsebene, der Beziehungsebene und der psychodynamischen Ebene.
Wir sprechen darüber, welche Aufgaben Führung auf diesen drei Ebenen hat, mit welchen Spannungsfeldern Führung verbunden ist und weshalb wirksame Führung das Zusammenspiel aller drei Ebenen braucht. Dabei geht es unter anderem um Strukturen und Grenzen, Delegation und Kontrolle, Zusammenhalt und Zugehörigkeit sowie um Erwartungen an Führung, die oft unter der sichtbaren Oberfläche wirksam sind.
Wir unterhalten uns mit Nicole Gugger über die Beziehungsmatrix.
Die Beziehungsmatrix ist ein Modell, das hilft, Paarbeziehungen differenziert zu betrachten. Im Zentrum stehen vier Dimensionen: die intellektuelle, die emotionale, die soziokulturelle und die körperliche Ebene. Sie zeigen, was Menschen verbindet, was Beziehungen trägt und wo Spannungen oder unerfüllte Bedürfnisse sichtbar werden können.
Nicole erzählt, wie die Beziehungsmatrix aus persönlicher Reflexion, fachlicher Auseinandersetzung und dem Austausch mit anderen entstanden ist. Dabei fließen unter anderem Impulse aus der Transaktionsanalyse, den Beziehungsbedürfnissen nach Richard Erskine sowie weiteren Modellen, Ansätzen und Studien aus Paar-, Sexualitäts- und Beziehungsforschung ein.
Besonders spannend ist die Frage, wie die Beziehungsmatrix praktisch genutzt werden kann: als Reflexionshilfe für Einzelpersonen, als Orientierung in Beratungsprozessen und als Möglichkeit, genauer zu verstehen, was in einer Beziehung trägt, fehlt oder neu gestaltet werden möchte.
Außerdem sprechen wir über das dazugehörige Kartenset und darüber, weshalb die Karten weniger als "Paarübung" gedacht sind, sondern vor allem als Einladung, die eigene Beziehungserfahrung differenziert zu erforschen.
In der Transaktionsanalyse sprechen wir von Strokes, wenn ein Mensch die Gegenwart eines anderen anerkennt. Es geht darum, dem Gegenüber in irgendeiner Form zu zeigen: "Ich nehme dich wahr."
"Ein Stroke ist jede Aktion, mit der eine Anerkennung der Gegenwart des anderen verbunden ist."
"In der Sprache der TA bezeichnet man jede Handlung, mit der jemand anders zur Kenntnis genommen, d. h. seine Existenz anerkannt wird, als Stroke."
Strokes sind damit so etwas wie die „Nahrung“ für unseren Anerkennungshunger – ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, gesehen und beachtet zu werden.
Dabei unterscheiden wir:
Bedingte Strokes
Bedingungslose Strokes
Was in der Theorie klar scheint, verschwimmt im Alltag oft.
Der erlebte Stroke entspricht nicht immer dem gegebenen Stroke.
Stroke-Trübung
Kennst du das?
Das Konzept der Stroke-Trübungen beschreibt, wie leicht sich die Ebenen von Tun und Sein vermischen können – beim Geben wie beim Empfangen von Strokes.
Was passiert, wenn nichts gesagt wird?
Schweigen ist nicht einfach Leere. Es ist Teil der Kommunikation – und kann ganz Unterschiedliches bedeuten: Zustimmung, Rückzug, Nachdenken oder Widerstand.
In dieser Episode schauen wir mit Modellen der Transaktionsanalyse auf das Phänomen Schweigen: Wir beleuchten Transaktionen und die Frage, wie schnell wir das Verhalten anderer interpretieren. Wir werfen einen Blick auf die Zeitstrukturierung zwischen Rückzug und Intimität und gehen der Frage nach, welche Rolle unsere Skriptmuster und frühen Erfahrungen dabei spielen. Auch das Thema Passivität und Nichtstun kommt in den Blick – ebenso wie der professionelle Umgang mit Schweigen in Beratung, Coaching und Führung.
Eine Einladung, deine eigenen Deutungen von Schweigen bewusster wahrzunehmen – und vielleicht neu zu verstehen.
Was tust du eigentlich, wenn du begleitest – in Supervision oder in anderen Kontexten?
Geht es um konkretes Handeln?
In dieser Episode greifen wir das Prozess-Steuerungs-Modell von Johann Schneider auf, vorgestellt im Sammelband Transaktionsanalytische Supervision in Theorie und Praxis.
Das Modell hilft, professionelle Begleitungsprozesse klarer zu unterscheiden – und bewusster zu gestalten.
Schneider unterscheidet sechs Themenfelder:
**Praxis **– konkretes Handeln
Die vier inhaltlichen Felder bilden den Raum professioneller Begleitung. Das Ziel steht im Zentrum. Die Rolle markiert die Perspektive, aus der begleitet wird.
In Begleitungsprozessen kommt es häufig zu Verschiebungen: Ein Strukturproblem erscheint als Persönlichkeitsfrage. Fehlendes Wissen wird als mangelnde Kompetenz erlebt. Ein Rollenkonflikt bleibt unbenannt.
Das Prozess-Steuerungs-Modell unterstützt dabei, diese Ebenen zu unterscheiden und gezielt zu klären:
Woran arbeiten wir gerade?
Quelle
Rosemary Napper versteht Supervision als Prozess, der Aufgabe, Beziehung und Lernen miteinander verbindet.
Die beiden Metaphern stehen für unterschiedliche Ebenen des Arbeitens in der Supervision – sie beeinflussen, wie zugehört, wahrgenommen und auf ein Thema geblickt wird.
Der Hubschrauber steht für Distanz, Überblick und Mustererkennung. Aus der Höhe werden Zusammenhänge sichtbar, Strukturen erkennbar, Parallelprozesse verstehbar.
Das U-Boot taucht ein in die Tiefe. Hier geht es um Emotionen, Körperempfindungen, Schwingungen, um das phänomenologische Wahrnehmen im Hier und Jetzt – stark verbunden mit dem Kind-Ich.
Beides hat seinen Platz. Entscheidend ist, bewusst zu wählen, auf welcher Ebene gerade gearbeitet wird – und dies auch vertraglich zu klären.
Die Bilder lassen sich nicht nur in der Einzel-, sondern auch in der Gruppensupervision nutzen: Beobachter:innen können gezielt eingeladen werden, aus Hubschrauber- oder U-Boot-Perspektive Rückmeldungen zu geben. So entsteht Lernen auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Zugleich laden die Metaphern zur Selbstreflexion ein:
Darüber hinaus lassen sich die Metaphern nicht nur in Supervisionen nutzen, sondern auch auf andere Settings übertragen.
Rebecca Petersen spricht offen über ihre persönliche Burnout-Erfahrung und darüber, wie aus dieser Zeit ihr Buch Tsunami im Kopf entstanden ist.
Im Gespräch geht es um Burnout als individuelles und gesellschaftliches Phänomen, um Warnsignale, die oft lange übersehen werden, und um innere Muster, die Menschen in chronische Überforderung führen können. Gemeinsam beleuchten wir, wie Konzepte der Transaktionsanalyse - etwa Antreiber, Strokes und die Okay-Haltung - helfen können, Erschöpfung besser zu verstehen und frühzeitig gegenzusteuern.
Eine Episode für alle, die sich mit dem Thema Burnout auseinandersetzen möchten – aus persönlichem Interesse, aus professioneller Perspektive oder weil sie sich selbst oder andere achtsamer begleiten wollen.
Rebecca Petersen ist die Gründerin von Triflect GmbH. Als Coach, Supervisorin und Organisationsberaterin sowie als psychologische Beraterin, Autorin und Transaktionsanalytikerin unterstützt sie Menschen bei der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung. Ihr liegen die Stärkung der Autonomie, Achtsamkeit, Resilienz und Selbstwirksamkeit besonders am Herzen.
Webseite
Buch "Tsunami im Kopf"
In dieser Episode stellen wir Ikigai in seiner ursprünglichen Bedeutung vor - jenseits des bekannten Vier-Kreise-Diagramms. Wir sprechen darüber, was Ikigai im Alltag ausmacht, welche Dimensionen dahinterstehen und weshalb dieses Verständnis so gut zur Transaktionsanalyse passt.
Du erfährst, wie Ikigai Impulse für Lebenssinn, Energie und kleine, alltagsnahe Schritte geben kann und wo sich natürliche Verbindungen zur TA zeigen.
Wenn du neugierig bist, wie beides zusammen ein wertvoller Kompass für ein bewussteres und lebendigeres Leben werden kann - ob du gerade an einer Weggabelung stehst oder einfach neue Energie für deinen Alltag suchst: diese Episode lädt dich ein, deinem persönlichen Lebenswert ein Stück näher zu kommen.
Viel Freude mit der Episode!
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Ikigai-Dimensionen nach Mieko Kamiya
Ikigai-Säulen nach Ken Mogi
In dieser Episode sprechen wir mit Michael Korpiun über das Konzept der inneren Beziehungsbilder. Michael zeigt, wie sich Grundhaltungen auf einer tieferen, relationalen Ebene verstehen lassen - nicht nur als „Position“, sondern als innere Vorstellung davon, wie ich in Beziehung zu anderen bin.
Wir gehen gemeinsam der Fragen nach:
Dr. Michael Korpiun ist lehrender und supervidierender Transaktionsanalytiker (TSTA-O), Organisationsentwickler, Lehr-Coach, Lehr-Supervisor und Lehr-Trainer. Er geschäftsführender Gesellschafter der In Stability GmbH & Co. KG in Hannover.
Quellen
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