Episode 184
Was tust du eigentlich, wenn du begleitest – in Supervision oder in anderen Kontexten?
Geht es um konkretes Handeln?
Um Rollenklärung?
Um Wissen und Modelle?
Oder um persönliche Entwicklung?
In dieser Episode greifen wir das Prozess-Steuerungs-Modell von Johann Schneider auf, vorgestellt im Sammelband Transaktionsanalytische Supervision in Theorie und Praxis.
Das Modell hilft, professionelle Begleitungsprozesse klarer zu unterscheiden – und bewusster zu gestalten.
Die Struktur des Modells
Schneider unterscheidet sechs Themenfelder:
**Praxis **– konkretes Handeln
**Kontext **– Struktur, Kultur, Rahmenbedingungen
**Konzepte **– Wissen, Modelle, Theorie
**Person **– biografische Muster und Entwicklung
**Ziel **– die Ausrichtung des Prozesses
**Rolle **– Schärfung des Rollenverständnisses
Die vier inhaltlichen Felder bilden den Raum professioneller Begleitung. Das Ziel steht im Zentrum. Die Rolle markiert die Perspektive, aus der begleitet wird.
Warum das Modell hilfreich ist
In Begleitungsprozessen kommt es häufig zu Verschiebungen: Ein Strukturproblem erscheint als Persönlichkeitsfrage. Fehlendes Wissen wird als mangelnde Kompetenz erlebt. Ein Rollenkonflikt bleibt unbenannt.
Das Prozess-Steuerungs-Modell unterstützt dabei, diese Ebenen zu unterscheiden und gezielt zu klären:
Woran arbeiten wir gerade?
In welchem Feld bewegen wir uns?
Auf welches Ziel hin gestalten wir den Prozess?
Johann Schneider (2021), Die Unterscheidung verschiedener professioneller Begleitungsformen mithilfe des Prozess-Steuerungs-Modells. In: Karola Brunner & Matthias Sell (Hrsg.), Transaktionsanalytische Supervision in Theorie und Praxis. Junfermann Verlag.