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Seit 20 Jahren ist Recep Tayyip Erdoğan in der Türkei an der Macht und regiert das Land seitdem zunehmend autoritär. Bei allen Wahlen seitdem stand sein Sieg eigentlich nie in Frage. Bis jetzt: Für die Präsidentschaftswahl am 14. Mai sehen aktuell fast alle Umfragen Kemal Kılıçdaroğlu von der sozialdemokratischen CHP vorne.
Raphael Geiger, Türkei-Korrespondent der SZ in Istanbul, glaubt, dass es für diese Wechselstimmung vor allem zwei Gründe gibt. "Der eine ist die Hyperinflation, die das Land seit mehreren Jahren erlebt. Große Teile der türkischen Bevölkerung sind schlichtweg verarmt", sagt er. "Der andere Grund ist, dass die Person Erdoğan nicht mehr so zieht. Man merkt ihm an, dass er ein bisschen müde geworden ist, dass er nicht mehr dieses Charisma ausstrahlt und dass er auch keine neue Geschichte zu erzählen hat." Erdoğan fehle eine Vision für die nächsten Jahre.
Sein Konkurrent Kılıçdaroğlu setzt laut Geiger auf Nähe zu den Menschen: "Er versucht zu zeigen, dass er bescheiden ist, und sagt: Wir sind die, die sich wirklich wieder um die Probleme die Leute kümmern werden." Er habe außerdem ein Oppositionsbündnis geschaffen, das es sich als Ziel gesetzt habe, die Ära Erdoğan zu beenden und zu bestimmten Werten zurückzukehren – etwa zu einem starken Rechtsstaat und weniger Korruption.
Weitere Nachrichten: Wagner-Chef kündigt Rückzug aus Bachmut an, Grüne wollen höhere Förderung für klimafreundlichere Heizungen
Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter
Redaktion: Johannes Korsche
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Audiomaterial über Twitter @RTErdogan und @kilicdarogluk.
By Süddeutsche Zeitung4.7
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Seit 20 Jahren ist Recep Tayyip Erdoğan in der Türkei an der Macht und regiert das Land seitdem zunehmend autoritär. Bei allen Wahlen seitdem stand sein Sieg eigentlich nie in Frage. Bis jetzt: Für die Präsidentschaftswahl am 14. Mai sehen aktuell fast alle Umfragen Kemal Kılıçdaroğlu von der sozialdemokratischen CHP vorne.
Raphael Geiger, Türkei-Korrespondent der SZ in Istanbul, glaubt, dass es für diese Wechselstimmung vor allem zwei Gründe gibt. "Der eine ist die Hyperinflation, die das Land seit mehreren Jahren erlebt. Große Teile der türkischen Bevölkerung sind schlichtweg verarmt", sagt er. "Der andere Grund ist, dass die Person Erdoğan nicht mehr so zieht. Man merkt ihm an, dass er ein bisschen müde geworden ist, dass er nicht mehr dieses Charisma ausstrahlt und dass er auch keine neue Geschichte zu erzählen hat." Erdoğan fehle eine Vision für die nächsten Jahre.
Sein Konkurrent Kılıçdaroğlu setzt laut Geiger auf Nähe zu den Menschen: "Er versucht zu zeigen, dass er bescheiden ist, und sagt: Wir sind die, die sich wirklich wieder um die Probleme die Leute kümmern werden." Er habe außerdem ein Oppositionsbündnis geschaffen, das es sich als Ziel gesetzt habe, die Ära Erdoğan zu beenden und zu bestimmten Werten zurückzukehren – etwa zu einem starken Rechtsstaat und weniger Korruption.
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Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter
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